$Reine Thonerde$:
a. _durch Fällung_: Alle in Wasser löslichen Thonerdeverbindungen,
sowie diejenigen unlöslichen, bei deren Lösung in Salzsäure ihre
Säure entfernt wird.
b. _durch Glühen_: [Greek: a]. Alle Thonerdesalze mit
leichtflüchtigen Säuren (Chloraluminium, salpetersaure Thonerde
etc.). -- [Greek: b]. Alle Thonerdesalze mit organischen Säuren.
Die Bestimmungsarten b. [Greek: a]. und [Greek: b]. können nur dann
angewendet werden, wenn keine sonstigen fixen Substanzen vorhanden
sind. In den Verbindungen der Thonerde mit Phosphorsäure, Borsäure,
Kieselsäure und Chromsäure bestimmt man die Thonerde nach den in
der Abtheilung II. dieses Abschnittes bei den entsprechenden Säuren
angegebenen Methoden.
_Bestimmung als reine Thonerde._
a. Durch Fällung.
Man versetzt die in einem Becherglase befindliche, mässig verdünnte
Lösung mit ziemlich viel Salmiak, fügt Ammon im $geringen$ Ueberschuss
zu, erwärmt längere Zeit, bis die Flüssigkeit nicht oder kaum mehr nach
Ammoniak riecht, filtrirt, wäscht mit heissem Wasser aus, trocknet
lange und sehr gut, glüht (§. 35) und wägt. Beim Glühen giebt man am
Anfange ganz gelindes Feuer und hält den Tiegel wohl bedeckt, sonst
erleidet man leicht durch Umherspritzen, veranlasst durch nicht völlig
trockne Beschaffenheit des gummiartigen Thonerdehydrats, Verlust. -- War
die Lösung eine schwefelsaure, so muss der ausgewaschene Niederschlag
in Salzsäure gelöst, mit Ammon wieder gefällt und erst dann gewogen
werden. -- Verfährt man nicht also, so bleibt der Niederschlag auch
beim stärksten Glühen schwefelsäurehaltig. -- Eigenschaften des
Niederschlages und Rückstandes siehe §. 54. Die Methode giebt bei
Befolgung der gegebenen Regeln sehr genaue Resultate. Wendet man
hingegen, namentlich wenn weder Salmiak zugefügt worden, noch überhaupt
Ammonsalze zugegen sind, einen bedeutenden Ueberschuss von Ammon an, so
kann man unter Umständen sehr beträchtlichen Verlust erleiden. Derselbe
wird um so bedeutender, je verdünnter die Lösung ist, und je kürzer die
Zeit zwischen Fällen und Abfiltriren (§. 54).
b. Durch Glühen.
[Greek: a]. _Man hat Thonerdeverbindungen mit flüchtigen Säuren._ Man
verdampft, sofern sie in Lösung sind, diese im Wasserbade und bringt den
Rückstand oder, im Falle man ein festes Salz hat, geradezu dieses (bei
Chloraluminium nach Zusatz von Wasser) in einen Platintiegel und glüht
bei anfangs gelinder, allmälig aufs Höchste gesteigerter Hitze, bis der
Tiegel nicht mehr an Gewicht abnimmt. Eigenschaften des Rückstandes
§. 54. Man sehe wohl darauf, dass derselbe rein sei. Fehlerquellen keine.
[Greek: b]. _Man hat ein Thonerdesalz mit einer organischen Säure._
Verfahren genau wie unter gleichen Umständen bei Magnesia (§. 82. 3. a.).
§. 84.