1. _Bestimmung als schwefelsaurer Baryt._

a. Durch Fällung.

Man setzt zu der auf 100° erwärmten, mässig verdünnten, in einem

Becherglase befindlichen, wässerigen oder salzsauren Lösung der

betreffenden Barytverbindung verdünnte Schwefelsäure, so lange noch

ein Niederschlag entsteht, rührt mit einem Glasstäbchen um, spült

dasselbe sogleich mit etwas Wasser in das Becherglas ab, bedeckt

dieses und lässt es so lange (12 Stunden etwa) ruhig stehen, bis sich

der gefällte schwefelsaure Baryt vollkommen abgesetzt hat, und die

überstehende Flüssigkeit ganz klar geworden ist. Man giesst dieselbe

nunmehr vorsichtig und so, dass der Niederschlag nicht aufgerührt wird,

durch ein passendes Filter. Sobald sie vollkommen abgelaufen ist, rührt

man den in dem Becherglase zurückgebliebenen Niederschlag mit wenig

heissem Wasser (oder, wenn das Filtrirpapier zu porös sein sollte, mit

heisser, mässig verdünnter Salmiaklösung) an und bringt ihn ebenfalls

auf das Filter, lässt vollständig abtropfen, giebt in das Becherglas

wiederum etwas heisses Wasser (beziehungsweise Salmiaklösung) und spült

mit Hülfe eines Glasstäbchens eine weitere Portion des Niederschlages

auf das Filter u. s. w. Man beobachtet dabei stets die Vorsicht, nicht

eher eine neue Portion aufzugiessen, als bis die Flüssigkeit vom Filter

vollständig abgetropft ist. -- Kleine am Glase fester haftende Theilchen

nimmt man mit einer Federfahne weg. -- Wenn das Filtrirpapier nur

einigermaassen gut ist, gelingt es auf diese Art immer, den Niederschlag

von der Flüssigkeit vollständig zu trennen. Bei abweichendem Verfahren

geht letztere meist trübe durchs Filtrum. -- Den Niederschlag wäscht

man mit heissem Wasser so lange aus, bis die ablaufende Flüssigkeit

mit Chlorbaryum keine Trübung mehr giebt. Alsdann trocknet man ihn

und verfährt nach der §. 36 angegebenen Methode. -- Handelt es sich

darum, Baryt mittelst Schwefelsäure rasch zu fällen, so erhitzt man

die Barytlösung in einer Porzellanschale (oder auch einem geeigneten

Glasgefässe) zum beginnenden Sieden, setzt verdünnte Schwefelsäure in

genügender Menge zu und erhält einige Minuten in gelindem Sieden. Der

schwefelsaure Baryt setzt sich dann sogleich vollständig ab. Man giesst

erst die klare überstehende Flüssigkeit durchs Filter, übergiesst

den Niederschlag mit Wasser (unter Umständen auch mit verdünnter

Salzsäure), erhitzt nochmals und filtrirt dann ab. So erhalten, geht der

Niederschlag selten trüb durchs Filter.

b. Durch Abdampfen.

Man dampft in einer gewogenen Platinschale die ganze Flüssigkeit

nach Zusatz von in sehr geringem Ueberschusse zugesetzter reiner

Schwefelsäure im Wasserbad ein, verjagt den Ueberschuss der

Schwefelsäure durch vorsichtiges Erhitzen und glüht den Rückstand.

Die Eigenschaften des schwefelsauren Baryts siehe §. 50. -- Beide

Methoden geben bei sorgfältiger Ausführung fast absolut genaue Resultate.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 202 / 749 题