4. $Zinnoxydul$ und 5. $Zinnoxyd$.

Das Zinn wird in der Regel als $Zinnoxyd$ gewogen. Ausser dieser

Verbindung interessiren uns hier zunächst die beiden $Sulfurete$, da sie

die Ueberführung in Oxyd nicht selten vermitteln.

a. _Zinnoxyd._

Oxydirt man metallisches Zinn durch Salpetersäure, oder dampft man eine

Zinnlösung mit überschüssiger Salpetersäure ein, so erhält man das

Hydrat des Zinnoxyds b. (Metazinnsäurehydrat) in Gestalt eines weissen

Niederschlages. Derselbe löst sich nicht in Wasser, Salpetersäure und

Schwefelsäure, wenig in Salzsäure, röthet auch nach vollständigem

Auswaschen Lackmus. Fällt man dagegen Zinnchloridlösung durch ein

Alkali, durch Glaubersalz oder salpetersaures Ammon, so erhält man

das Hydrat des Zinnoxyds a., welches sich in Salzsäure leicht löst.

-- Beide Hydrate gehen beim Glühen in Zinnoxyd über. -- Dieses

stellt ein strohgelbes, beim Erhitzen vorübergehend hochgelb bis

braun erscheinendes, Lackmus nicht veränderndes, in Wasser und Säuren

unlösliches Pulver dar. Mit einem Ueberschuss von Salmiak geglüht,

verflüchtigt es sich vollständig als Chlorid.

Zusammensetzung:

Sn 735,30 58,82 78,62

2O 200,00 16,00 21,38

---------------------

935,30 74,82 100,00

b. Das _Zinnsulfürhydrat_ stellt einen braunen, in Wasser,

Schwefelwasserstoffwasser und verdünnten Säuren unlöslichen Niederschlag

dar. Derselbe löst sich nicht in Ammon, ziemlich leicht (als Sulfid)

in gelbem Schwefelammonium und Schwefelkalium, leicht in heisser

concentrirter Salzsäure. -- Bei abgehaltener Luft erhitzt, verliert er

sein Wasser und geht in wasserfreies Sulfür über; bei Zutritt der Luft

andauernd gelinde erhitzt, wird er in entweichende schweflige Säure und

zurückbleibendes Oxyd verwandelt.

c. Das _Zinnsulfidhydrat_ stellt einen hochgelben, beim Trocknen dunkler

werdenden Niederschlag dar. Er ist in Wasser unlöslich, löst sich aber

ein wenig in Schwefelwasserstoff enthaltendem. Ammon löst ihn schwierig,

Kali und alkalische Schwefelmetalle, wie auch concentrirte heisse

Salzsäure leicht. Bei abgehaltener Luft erhitzt, verliert er je nach der

Temperatur zugleich mit dem Wasser 1/2 oder 1 Aeq. Schwefel und geht in

Anderthalb- oder Einfach-Schwefelzinn über; bei Luftzutritt ganz langsam

erhitzt, geht er in Oxyd über, während schweflige Säure entweicht.

§. 71.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 164 / 749 题