Das Zinn wird in der Regel als $Zinnoxyd$ gewogen. Ausser dieser
Verbindung interessiren uns hier zunächst die beiden $Sulfurete$, da sie
die Ueberführung in Oxyd nicht selten vermitteln.
a. _Zinnoxyd._
Oxydirt man metallisches Zinn durch Salpetersäure, oder dampft man eine
Zinnlösung mit überschüssiger Salpetersäure ein, so erhält man das
Hydrat des Zinnoxyds b. (Metazinnsäurehydrat) in Gestalt eines weissen
Niederschlages. Derselbe löst sich nicht in Wasser, Salpetersäure und
Schwefelsäure, wenig in Salzsäure, röthet auch nach vollständigem
Auswaschen Lackmus. Fällt man dagegen Zinnchloridlösung durch ein
Alkali, durch Glaubersalz oder salpetersaures Ammon, so erhält man
das Hydrat des Zinnoxyds a., welches sich in Salzsäure leicht löst.
-- Beide Hydrate gehen beim Glühen in Zinnoxyd über. -- Dieses
stellt ein strohgelbes, beim Erhitzen vorübergehend hochgelb bis
braun erscheinendes, Lackmus nicht veränderndes, in Wasser und Säuren
unlösliches Pulver dar. Mit einem Ueberschuss von Salmiak geglüht,
verflüchtigt es sich vollständig als Chlorid.
Zusammensetzung:
Sn 735,30 58,82 78,62
2O 200,00 16,00 21,38
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935,30 74,82 100,00
b. Das _Zinnsulfürhydrat_ stellt einen braunen, in Wasser,
Schwefelwasserstoffwasser und verdünnten Säuren unlöslichen Niederschlag
dar. Derselbe löst sich nicht in Ammon, ziemlich leicht (als Sulfid)
in gelbem Schwefelammonium und Schwefelkalium, leicht in heisser
concentrirter Salzsäure. -- Bei abgehaltener Luft erhitzt, verliert er
sein Wasser und geht in wasserfreies Sulfür über; bei Zutritt der Luft
andauernd gelinde erhitzt, wird er in entweichende schweflige Säure und
zurückbleibendes Oxyd verwandelt.
c. Das _Zinnsulfidhydrat_ stellt einen hochgelben, beim Trocknen dunkler
werdenden Niederschlag dar. Er ist in Wasser unlöslich, löst sich aber
ein wenig in Schwefelwasserstoff enthaltendem. Ammon löst ihn schwierig,
Kali und alkalische Schwefelmetalle, wie auch concentrirte heisse
Salzsäure leicht. Bei abgehaltener Luft erhitzt, verliert er je nach der
Temperatur zugleich mit dem Wasser 1/2 oder 1 Aeq. Schwefel und geht in
Anderthalb- oder Einfach-Schwefelzinn über; bei Luftzutritt ganz langsam
erhitzt, geht er in Oxyd über, während schweflige Säure entweicht.
§. 71.