2. $Platinoxyd.$

Das Platin wird immer als solches gewogen. Gefällt wird es in der Regel

als $Ammonium$- oder $Kaliumplatinchlorid$, selten als $Schwefelplatin$.

a. Das _metallische Platin_ stellt, durch Glühen des Ammonium- oder

Kaliumplatinchlorids erhalten, eine graue, glanzlose, poröse Masse

(Platinschwamm) dar. Es ist nur bei den allerhöchsten Temperaturgraden

schmelzbar, an der Luft und im stärksten Ofenfeuer völlig

unveränderlich. Wasser und einfache Säuren greifen es nicht, wässerige

Alkalien kaum an, Königswasser löst es zu Chlorid.

b. Die Eigenschaften des _Ammoniumplatinchlorids_ haben wir bereits oben

§. 49, die des Kaliumplatinchlorids §. 47 kennen gelernt.

c. _Schwefelplatin._

Versetzt man eine concentrirte Lösung von Platinchlorid mit

Schwefelwasserstoffwasser, oder leitet man in eine verdünntere

Schwefelwasserstoffgas, so entsteht am Anfang kein Niederschlag,

nach längerem Stehen bräunt sich die Lösung und endlich setzt sich

der Niederschlag ab. Erhitzt man aber die mit Schwefelwasserstoff im

Ueberschuss versetzte Lösung allmälig, zuletzt bis zum Kochen, so

scheidet sich alles gelöst gewesene Platin als (von Chlorplatin freies)

Schwefelplatin ab. Dasselbe ist in Wasser unlöslich, ebenso in einfachen

Säuren, von Königswasser wird es gelöst. Aetzende Alkalien lösen es

theilweise (unter Abscheidung von Platin), alkalische Schwefelmetalle

vollständig. Leitet man durch Wasser, in welchem Platinsulfid vertheilt

ist, Schwefelwasserstoff, so wird das Platinsulfid unter Aufnahme von

Schwefelwasserstoff (welches sich an der Luft wieder davon trennt)

hell graubraun. -- Setzt man feuchtes Schwefelplatin der Luft aus,

so zerlegt es sich allmälig, Platin wird frei, während der Schwefel

in Schwefelsäure übergeht. -- Beim Glühen an der Luft verglimmt das

Schwefelplatin zu metallischem Platin.

§. 69.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 162 / 749 题