Die Verbindungen, in welchen das Kali am zweckmässigsten gewogen wird,
sind:
$Schwefelsaures Kali, salpetersaures Kali, Chlorkalium,
Kaliumplatinchlorid.$
a. Das _schwefelsaure Kali_, welches bei ungestörter Krystallisation
meistens kleine, harte, geschoben vierseitige Prismen, oder auch doppelt
sechsseitige Pyramiden bildet, erhält man bei der Analyse als weisse
Salzmasse. -- Es löst sich ziemlich leicht in Wasser, von reinem Alkohol
wird es so gut wie nicht, von Schwefelsäure enthaltendem leichter
aufgenommen (Vers. Nr. 6). Pflanzenfarben verändert es nicht, an der
Luft ist es unveränderlich. Beim Erhitzen verknistern die Krystalle
unter Ausgabe von ein wenig (mechanisch eingeschlossen gewesenem)
Wasser. Waren sie lange getrocknet worden, so ist die Decrepitation
weniger heftig. In starker Glühhitze schmilzt das Salz ohne zu
verdampfen und ohne Zerlegung. -- Beim Glühen mit Salmiak geht das
schwefelsaure Kali unter Aufschäumen in Chlorkalium über und zwar bei
mehrmaliger Wiederholung vollständig (H. $Rose$).
Zusammensetzung:
KO 588,86 47,11 54,08
SO_{3} 500,00 40,00 45,92
-----------------------
1088,86 87,11 100,00
Das saure schwefelsaure Kali (KO, SO_{3} + HO, SO_{3}), welches man
stets erhält, wenn neutrales mit freier Schwefelsäure zur Trockne
verdampft wird, ist schon in gelinder Hitze schmelzbar; es verliert
beim Glühen die Hälfte seiner Schwefelsäure nebst dem basischen
Wasser, jedoch schwierig, und erst bei andauerndem und sehr heftigem
Glühen vollständig. Wird es aber in einer Atmosphäre von kohlensaurem
Ammon erhitzt (welche man auf die Weise leicht herstellt, dass man
wiederholt in den schwach glühenden Tiegel, in welchem sich das
doppeltschwefelsaure Kali befindet, Stückchen reines kohlensaures
Ammon wirft und den Deckel auflegt), so geht das saure Salz leicht und
schnell in das neutrale über. Ist das zuvor leicht schmelzbare Salz bei
schwacher Rothglühhitze völlig starr und fest geworden, so ist die
Umwandlung beendigt.
b. Das _salpetersaure Kali_ krystallisirt gewöhnlich in langen,
gestreiften Prismen. Bei der Analyse erhält man es als weisse Salzmasse.
Es löst sich leicht in Wasser. In absolutem Alkohol ist es so gut wie
nicht, in Weingeist schwer löslich. -- Es verändert Pflanzenfarben
nicht, an der Luft ist es unveränderlich. -- Beim Erhitzen schmilzt es
noch weit unter der Rothglühhitze ohne Veränderung und Gewichtsverlust.
Bei stärkerem Erhitzen geht es unter Ausgeben von Sauerstoff in
salpetrigsaures Kali und bei sehr heftigem Glühen unter Entwicklung von
Sauerstoff- und Stickgas in kaustisches Kali und Kaliumhyperoxyd über.
Beim Glühen mit Salmiak geht es leicht und vollständig in Chlorcalcium
über.
Zusammensetzung:
KO 588,86 47,11 46,59
NO_{5} 675,06 54,00 53,41
-----------------------
1263,92 101,11 100,00
c. Das _Chlorkalium_ krystallisirt in, oft säulenförmig verlängerten,
Würfeln, selten in Octaëdern; bei der Analyse erhält man es entweder
in der ersten Form oder als gestaltlose Masse. Es löst sich leicht in
Wasser. In absolutem Alkohol ist es kaum, in Weingeist ziemlich schwer
löslich. Gegen Pflanzenfarben verhält es sich indifferent. An der Luft
ist es unveränderlich. Beim Erhitzen verknistert es (wenn es nicht lange
getrocknet worden) unter Ausgabe von etwas (mechanisch eingeschlossen
gewesenem) Wasser. In dunkler Rothglühhitze schmilzt es ohne Veränderung
und Gewichtsverlust, bei höherer Temperatur verflüchtigt es sich in
weissen Dämpfen und zwar um so schwieriger, je vollständiger die Luft
abgehalten ist. -- (Vers. Nro. 7.)
Zusammensetzung:
K 488,86 39,11 52,44
Cl 443,28 35,46 47,56
----------------------
932,14 74,57 100,00
d. Das _Kaliumplatinchlorid_ stellt entweder kleine röthlich gelbe
Octaëder oder ein citrongelbes Pulver dar. Es löst sich schwer in
kaltem, leichter in heissem Wasser. In absolutem Alkohol ist es kaum,
in wässerigem Weingeist schwer löslich, 1 Th. bedarf 12083 Thle.
absoluten Alkohols, 3775 Thle. Spiritus von 76 Proc. -- 1053 Thle. von
55 Proc. (Vers. Nr. 8 a.). Gegenwart von freier Salzsäure vermehrt die
Löslichkeit merklich (Vers. Nr. 8 b.). In kaustischem Kali löst es sich
vollständig zu einer gelben Flüssigkeit. An der Luft und bei 100° ist es
unveränderlich. Bei heftigem Glühen entweicht alles an Platin gebunden
gewesene Chlor, metallisches Platin und Chlorkalium bleiben zurück;
aber selbst nach langem Schmelzen bleibt etwas Kaliumplatinchlorid
unzersetzt. -- Beim Glühen in einem Strome von Wasserstoffgas
erfolgt die Zersetzung vollständig. -- Nach $Andrews$ enthält das
Kaliumplatinchlorid, selbst bei einer 100° bedeutend übersteigenden
Temperatur getrocknet, noch 0,0055 seines Gewichtes an Wasser.
Zusammensetzung:
K 488,86 39,11 16,00
Pt 1236,75 98,94 40,48
3Cl 1329,84 106,38 43,52
-----------------------
3055,45 244,43 100,00
KCl 932,14 74,57 30,51
PtCl_{2} 2123,31 169,86 69,49
-----------------------
3055,45 244,43 100,00
§. 48.