2. $Chromsaures Bleioxyd.$

_Bereitung._ Man fällt eine, mit Essigsäure ein wenig sauer gemachte,

klar filtrirte Lösung von Bleizucker mit saurem chromsaurem Kali,

so dass dieses gelinde vorwaltet, wäscht den Niederschlag durch

Decantation, zuletzt auf einem leinenen Seihetuche $vollständig$ aus,

trocknet ihn, füllt ihn in einen hessischen Tiegel und erhitzt diesen

zum lebhaften Glühen, bis die Masse geschmolzen ist. Man giesst dieselbe

auf eine Stein- oder Eisenplatte aus, zerstösst, zerreibt, siebt durch

ein feines Blechsieb und hebt das ziemlich feine Pulver zum Gebrauche

auf.

_Prüfung._ Das chromsaure Bleioxyd stellt ein schmutzig gelbbraunes,

schweres Pulver dar. Es darf beim Glühen keine Kohlensäure entwickeln

(sonst enthält es organische Materien, Staub etc. beigemischt), an

Wasser darf es Nichts abgeben.

_Anwendung._ Das chromsaure Bleioxyd dient, ebenso wie das Kupferoxyd,

zur Verbrennung organischer Substanzen. Es geht dabei in Chromoxyd und

basisch chromsaures Bleioxyd über. Dieselbe Zersetzung erleidet es unter

Entwicklung von Sauerstoffgas, wenn es für sich über seinen Schmelzpunkt

hinaus erhitzt wird. Der Umstand, dass das chromsaure Bleioxyd in

der Glühhitze schmilzt, bedingt, dass es bei schwer verbrennlichen

Substanzen als Oxydationsmittel dem Kupferoxyde vorzuziehen ist.

NB. Einmal gebrauchtes chromsaures Bleioxyd lässt sich ohne Anstand zum

zweiten Male anwenden. Man schmelzt es zu diesem Behufe (wenn nöthig,

nach vorhergegangenem Auswaschen) von Neuem und verfährt wie oben.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 134 / 749 题