_Bereitung._ Man rührt in einer Porzellanschale reinen
Kupferhammerschlag mit reiner Salpetersäure zu einem dicken Brei an,
erwärmt, nach vorübergegangenem Aufbrausen, auf dem Sandbade gelinde und
lässt auf demselben völlig eintrocknen. Man nimmt alsdann das erhaltene
grüne basische Salz heraus und erhitzt es in einem hessischen Tiegel
bei mässiger Rothglühhitze, bis keine Dämpfe von Untersalpetersäure
mehr entweichen, wovon man sich schon durch den Geruch, genauer aber
auf die Art überzeugt, dass man eine herausgenommene Probe in einem mit
dem Finger verschlossenen Probecylinder zum Glühen erhitzt und dann
der Länge nach hindurchsieht. -- Die gleichmässigere Zersetzung des im
Tiegel befindlichen Salzes wird befördert, wenn man dasselbe von Zeit
zu Zeit mit einem heissen Glasstabe umrührt. -- Nachdem der Tiegel
halb erkaltet ist, führt man das zusammengebackene Oxyd in ein mässig
feines Pulver über, indem man es in einem Messing- oder Porzellanmörser
zerreibt und durch ein Blechsieb schlägt, und bewahrt es in einem wohl
verschlossenen Glase zum Gebrauche auf. Es ist zu empfehlen, einen
kleinen Theil des Oxyds im Tiegel zu lassen und denselben von Neuem
einer möglichst heftigen Hitze auszusetzen. Man hebt diesen Theil
besonders auf. Er wird nicht fein zerrieben, sondern nur zu kleinen
Stückchen zerklopft.
_Prüfung._ Das Kupferoxyd muss ein dichtes, schweres, tief
schwarzes, sandig anzufühlendes Pulver darstellen, beim Glühen keine
Untersalpetersäure oder (durch eingemengte Kohlentheilchen oder Staub
bedingt) Kohlensäure liefern und an Wasser Nichts abgeben. -- Das
heftig geglühte Oxyd sei hart und grauschwarz.
_Anwendung._ Das Kupferoxyd dient zur Oxydation des Kohlenstoffs und
Wasserstoffs der organischen Substanzen. Es wird dabei, indem es je
nach den Umständen seinen Sauerstoff theilweise oder ganz verliert, zu
Oxydul oder Metall reducirt. Das heftig geglühte ist bei Analysen von
flüchtigen Flüssigkeiten von grossem Nutzen.
NB. Das gebrauchte Kupferoxyd wird wieder brauchbar gemacht, indem man
es von Neuem mit Salpetersäure oxydirt etc. Enthält es alkalische Salze,
so digerirt man es zuvor mit ganz verdünnter kalter Salpetersäure und
wäscht es alsdann mit Wasser aus.