a. $Chemisch reine concentrirte.$
_Bereitung._ Man bringe in eine, mit einem Teige von Lehm und Kuhhaaren
beschlagene, Glasretorte 3 oder 4 Pfund englische Schwefelsäure, werfe
einen zusammengewickelten Platindraht oder einige Platinschnitzel
hinein, setze sie tief in einen mit einer Kuppel zu bedeckenden
Windofen, senke ihren Hals bis in den Bauch einer Vorlage, ohne zu
lutiren, und erhitze alsdann den Inhalt der Retorte zum Kochen, indem
man sie allmälig mit bereits glühenden Kohlen umgiebt. Man regulirt
im Verlauf der Operation das Feuer so, dass die Retorte hauptsächlich
von oben und neben und weniger von unten erhitzt wird. Verfährt man
genau nach der angegebenen Vorschrift, so geht die Destillation
ruhig und gefahrlos von Statten. Die zuerst übergehende Säure ist
salpetersäurehaltig. Man wechselt daher zur Gewinnung völlig reiner
Säure nach einiger Zeit die Vorlage und destillirt alsdann, bis etwa
3/4 der angewendeten Säure übergegangen sind. -- Zieht man es vor,
die Retorte im Sandbade zu erhitzen, so setzt man sie in der Art ein,
dass auf dem Boden der Kapelle sich viel Sand befindet, zwischen den
Wänden der Retorte und der Kapelle dagegen nur ein kleiner Zwischenraum
vorhanden ist. Man überschüttet die Retorte alsdann mit Sand, giebt
dem Halse eine möglichst geneigte Lage und destillirt wie oben. Man
kann auf diese letztere Art 10 Pfund Schwefelsäure und mehr ohne Gefahr
destilliren.
_Prüfung._ Die reine Schwefelsäure darf, in einem reinen Platingefässe
verdampft, keinen Rückstand lassen; wegen weiterer Prüfung s. qual. An.
b. $Gewöhnliche englische Schwefelsäure.$
c. $Verdünnte Schwefelsäure$, aus 1 Thl. concentrirter (je nach
Umständen reiner oder gewöhnlicher) Säure und 5 Thln. Wasser zu bereiten.
Die mannigfachen Zwecke, zu denen die Schwefelsäure in der Analyse
angewendet wird, sind bereits in der qual. An. angeführt.
Ob man sich der reinen Säure bedienen müsse, oder ob auch unreine
genommen werden könne, lehrt die Betrachtung der Umstände in jedem
einzelnen Falle leicht.