2. $Die Volumbestimmung.$

Gemessen werden bei analytisch-chemischen Arbeiten in der Regel

nur Gase und Flüssigkeiten. Im Allgemeinen kann man annehmen, dass

Quantitätsbestimmungen durch Wägung genauer sind, als solche durch

Messung; doch ist, wie durch $Gay-Lussac$ das Messen der Flüssigkeiten,

so durch $Bunsen$, wie auch durch $Regnault$ und $Reiset$ das der Gase

so sehr vervollkommnet worden, dass seine Genauigkeit die des Wägens

fast noch übertrifft. So genaue Messungen erfordern aber einen Aufwand

von Zeit und Sorgfalt, welchen man nur den feinsten wissenschaftlichen

Untersuchungen zuwenden kann[2]. Die Genauigkeit der Messungen hängt

einmal ab von den Messgefässen, dann von der Art des Messens.

[2] Eine genaue Darstellung von $Bunsen$'s Methode findet sich im

Handwörterbuch der Chemie von $Liebig$, $Poggendorff$ und $Wöhler$,

II, 1053 (Artikel Eudiometer von $Kolbe$). Wer sich mit Gasanalysen

beschäftigen will, wird daraus den grössten Nutzen ziehen.

a. $Das Messen der Gase.$

Zum $Messen der Gase$ bedient man sich starker, auf einer Seite rund

zugeschmolzener, graduirter Glasröhren von grösserem oder geringerem

Inhalte.

Man ist für die in diesem Werkchen zu besprechenden Gasmessungen

hinlänglich ausgerüstet, wenn man sie in folgender Auswahl besitzt.

1) Eine 150-250 Cubikcentimeter fassende Glasglocke von etwa

4 Centimeter Durchmesser, eingetheilt in Cubikcentimeter, so dass

für je zwei ein Theilstrich gemacht ist.

2) Fünf bis sechs Glasröhren von 30-40 Cubikcentimeter Inhalt und

etwa 12-15 Millimeter Durchmesser im Lichten, eingetheilt in 1/5

Cubikcentimeter.

Die Dicke der Wandungen bei den genannten Röhren sei nicht zu gering,

sonst zerbrechen sie, namentlich bei Messungen über Quecksilber, leicht.

Sie betrage bei 1) etwa 4-6 Millimeter, bei 2) etwa 2-3 Millimeter.

Die Hauptsache bei diesen Messinstrumenten ist, dass sie vollkommen

richtig eingetheilt sind; denn hiervon ist die Genauigkeit der Resultate

unmittelbar abhängig.

Ich unterlasse es zu beschreiben, in welcher Weise man sich geeignete

Röhren selbst kalibriren kann, indem ich auf $Berzelius$' "Lehrbuch der

Chemie" 4. Aufl. Bd. 10, Artikel Messen, sowie $Faraday$'s "Chemische

Manipulationen", Artikel Hohlmaasse, verweise, und gehe gleich zu der

Prüfung der Messröhren über.

Bei einer solchen Prüfung sind drei Fragen in Betracht zu ziehen.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 54 / 749 题