Reigen

Plötzlich, ehe es die andern alle nur wissen, ist einer als groß und

bedeutend erklärt. Wer zuerst die Erklärung gegeben hat, das weiß später

niemand unter der Schar ganz genau. Das Leben und das Spiel des Lebens

scheinen auf einer Fülle von erhitzenden und erregenden Ungenauigkeiten

zu beruhen, und es fühlen es alle, daß die Besonnenheit nicht das Hohe

erreicht. Es sind aber auch welche da, die mit Mäßigem erstaunlich

zufrieden sind, und so erstaunlich ist das wohl gar nicht. Die Wünsche

und Begierden harmonieren letzten Endes immer mit den Fähigkeiten, und

es vergeht kein Jahr, so empfindet der Mensch, was er ungefähr vermag.

Im rundlichen Kreis des Spiels befindet sich eine Einsame, die weint.

Nun benehmen sich die übrigen so, als bemerkten sie das nicht, und das

ist doch immerhin schicklich. Wen ich bemitleide, zu dem soll ich auch

hintreten und ihn umhalsen und ihm das Leben weihen, und davor scheut

man denn doch ein wenig zurück. Wie tief und wie sehr müssen sie alle

sich selbst schätzen und lieben. So lautet das Naturgesetz. Die Liebe

spielt eine eigentümliche Rolle auf dem grünen Rasen des Lebens. Es

lieben sich zwei, aber sie vermögen nicht einander auch zu ehren. Hier

verachten sich zwei, und können doch sehr gut miteinander für den

täglichen Verkehr auskommen. Liebe ist unergründlich und ein Ziel für

Irrtümer. Da ist einer, der gern ein Gewaltiger wäre, aber man merkt es

ihm schon an, daß er niemals Gelegenheit haben wird, zu herrschen und

anzuordnen. Ein andrer möchte Bevormundeter sein und muß bevormunden.

Seltsames Spiel des Lebens. Man sieht schneeweiße Schmetterlinge

umherflattern: das sind Gedanken, deren Los das Flattern, Ermüden und

Stürzen ist. Die Luft ist voll unsagbarer Sehnsucht, heiß von Entsagung.

An einem entfernten Ort steht der Vater, und wenn eins der

Menschenkinder zu ihm hinspringt, um eine Klage vorzubringen, lächelt er

und bittet es, in den spielerischen Kreis zurückzutreten. Wenn ein Kind

stirbt, hat es ausgespielt. Die andern aber spielen fort und fort

weiter.

[ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei

jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile

steht.

was aber so leicht auskommen kann. Auch das Leben der Geliebten hängt an

was aber so leicht auskommen kann. Auch das Leben des Geliebten hängt an

ergriffen von der gesunden täglichen Gewohnheit, Ist nicht Ordnung immer

ergriffen von der gesunden täglichen Gewohnheit. Ist nicht Ordnung immer

nicht nötig, Rücksich zu nehmen, dafür hungert er aber auch. Germer

nicht nötig, Rücksicht zu nehmen, dafür hungert er aber auch. Germer

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Aufsätze · 第 111 / 111 题