Heute hat mir Papa eine Ohrfeige gegeben, natürlich eine echt
väterliche, eine zärtliche. Ich gebrauchte die Redensart: »Vater, du
hast wohl einen Knall.« Das war allerdings ein wenig unvorsichtig.
»Damen sollen sich einer gewählten Sprache bedienen«, sagt unsere
Deutschlehrerin. Sie ist entsetzlich. Aber Papa will nicht haben, daß
ich diese Person lächerlich finde, und vielleicht hat er recht. Man geht
schließlich zur Schule, um einen gewissen Lerneifer und einen gewissen
Respekt an den Tag zu legen. Übrigens ist es billig und unedel, an den
Mitmenschen Komisches zu entdecken und darüber zu lachen. Junge Damen
sollen sich an das Feine und Edle gewöhnen, das sehe ich sehr gut ein.
Man verlangt keine Arbeit von mir, man wird nie eine solche von mir
fordern, dafür aber wird man vornehmes Wesen bei mir voraussetzen. Werde
ich im späteren Leben irgendwelchen Beruf ausüben? Nicht doch. Ich werde
eine junge feine Frau sein, ich werde mich verheiraten. Es ist möglich,
daß ich meinen Mann quälen werde. Doch das wäre fürchterlich. Man
verachtet sich immer selbst, sobald man einen andern glaubt verachten zu
sollen. Ich bin zwölf Jahre alt. Ich muß geistig sehr entwickelt sein,
sonst würde ich niemals an so etwas denken. Werde ich Kinder haben? Und
wie wird das zugehen? Wenn mein zukünftiger Mann kein verachtungswürdiger
Mensch sein wird, dann, ja dann, das glaube ich bestimmt,
werde ich ein Kind haben. Dann werde ich dieses Kind erziehen.
Aber ich bedarf ja selber noch der Erziehung. Wie man nur so dummes Zeug
denken kann.
Berlin ist die schönste, die bildungsreichste Stadt der Welt. Ich wäre
abscheulich, wenn ich hiervon nicht felsenfest überzeugt wäre. Lebt
nicht hier der Kaiser? Würde er hier zu wohnen nötig haben, wenn es ihm
hier nicht am besten gefiele? Neulich sah ich Kronprinzens im offenen
Wagen. Sie sind entzückend. Der Kronprinz sieht wie ein junger, heiterer
Gott aus, und wie schön erschien mir die hohe Frau an seiner Seite. Sie
war ganz in duftende Pelze gehüllt. Es schien Blüten aus dem blauen
Himmel auf das Paar herabzuregnen. Der Tiergarten ist herrlich. Ich gehe
beinahe jeden Tag mit unserem Fräulein, der Erzieherin, darin spazieren.
Man kann stundenlang, auf geraden und krummen Wegen, unter dem Grün
gehen. Auch Vater, der sich doch eigentlich nicht zu begeistern
brauchte, begeistert sich für den Tiergarten. Vater ist ein gebildeter
Mensch. Ich glaube, er liebt mich rasend. Schrecklich, wenn er dies
läse, aber ich werde das Geschriebene zerreißen. Im Grunde schickt es
sich ja gar nicht, zugleich noch so dumm und so unreif zu sein wie ich
und schon ein Tagebuch führen zu wollen. Aber manchmal langweilt man
sich ein wenig, und dann läßt man sich sehr leicht zu Unpassendem
hinreißen. Das Fräulein ist sehr nett. Nun ja, im allgemeinen. Sie ist
treu, und sie liebt mich. Außerdem hat sie wirklichen Respekt vor Papa,
das ist die Hauptsache. Sie ist dünn von Figur. Unsere frühere
Erzieherin war dick wie ein Frosch. Sie schien immer zu platzen. Sie war
Engländerin. Sie ist gewiß auch heute noch eine Engländerin, aber sie
ging uns von dem Augenblick an, wo sie sich Frechheiten erlaubte, nichts
mehr an. Vater hat sie fortgejagt.
Wir beide, Papa und ich, werden bald reisen. Es ist jetzt ja die Zeit,
wo honette Leute einfach reisen müssen. Ist der nicht verdächtig, der zu
solch einer grünenden und blühenden Zeit nicht reist? Papa zieht an den
Meeresstrand, und er wird dort offenbar tagelang im Sand liegen und sich
von der Sommersonne dunkelbraun braten lassen. Er sieht im September
immer am gesündesten aus. Seinem Gesicht steht die Blässe der
Abgespanntheit nicht gut. Übrigens liebe ich persönlich das
Sonnverbrannte im Gesicht eines Mannes. Es ist dann, wie wenn er aus dem
Krieg käme. Sind das nicht echte Kinderdummheiten? Ja, gewiß bin ich
noch ein Kind. Was mich angeht, so reise ich nach dem Süden. Zuerst ein
wenig nach München, dann nach Venedig, wo ein Mensch wohnt, der mir
unsagbar nah steht, Mama. Meine Eltern leben aus Ursachen, deren Tiefe
ich nicht zu verstehen, also nicht zu würdigen imstande bin, getrennt.
Ich lebe die meiste Zeit bei Vati. Aber Mama hat natürlich auch das
Recht, mich wenigstens für eine Zeitlang zu besitzen. Ich freue mich
mächtig auf die bevorstehende Reise. Ich reise gern, und ich glaube, daß
fast alle Menschen gern reisen. Man steigt ein, der Zug fährt ab, und
nun geht es ins Weite. Man sitzt und wird in ungewisse Ferne getragen.
Wie gut ich es doch eigentlich habe. Weiß ich, was Not, was Armut ist?
Keine Spur. Ich finde, es ist auch gar nicht notwendig, daß ich so
nichtswürdige Erfahrungen mache. Aber die armen Kinder dauern mich. Ich
würde zum Fenster hinausspringen in solchen Verhältnissen.
Ich und Papa wohnen im vornehmsten Viertel. Viertel, die still, peinlich
sauber und von einer gewissen Älte sind, sind vornehm. Das ganz Neue?
Ich möchte nicht in einem ganz neuen Haus wohnen. Am Neuen ist stets
irgend etwas nicht ganz in Ordnung. Man sieht fast gar keine armen
Leute, z. B. Arbeiter, in unserer Gegend, wo die Häuser ihre Gärten
haben. Es wohnen Fabrikbesitzer, Bankiers und reiche Leute, deren Beruf
der Reichtum ist, in unserer Nähe. Nun, da muß also Papa zum mindesten
sehr wohlhabend sein. Arme und ärmere Leute können hier herum einfach
gar nicht wohnen, weil die Räumlichkeiten viel zu teuer sind. Papa sagt,
die Klasse, in welcher das Elend herrscht, lebe im Norden der Stadt.
Welch eine Stadt. Was ist das: der Norden? Ich kenne Moskau besser als
den Norden unserer Stadt. Von Moskau, Petersburg, Wladiwostok und aus
Yokohama sind mir zahlreiche Ansichtspostkarten geschickt worden. Ich
kenne den belgischen und holländischen Strand, ich kenne das Engadin mit
seinen himmelhohen Bergen und grünen Matten, aber die eigene Stadt?
Berlin ist vielleicht vielen, vielen Menschen, die es bewohnen, ein
Rätsel. Papa unterstützt die Kunst und die Künstler. Es ist Handel, was
er treibt. Nun, Fürsten treiben ebenfalls oft Handel, und dann sind die
Geschäfte Papas von einer absoluten Vornehmheit. Er kauft und verkauft
Gemälde. Es hängen sehr schöne Gemälde in unserer Wohnung. Die Sache mit
Vaters Geschäften, glaube ich, ist so: die Künstler verstehen in der
Regel nichts von Geschäften, oder sie dürfen aus irgendwelchen Gründen
nichts davon verstehen. Oder es ist so: die Welt ist groß und
kaltherzig. Die Welt denkt nie an die Existenz von Künstlern. Da tritt
nun mein Vater auf, der Weltmanieren besitzt und allerhand
bedeutungsreiche Beziehungen hat und macht diese im Grunde vielleicht
ganz kunstunbedürftige Welt auf die Kunst und auf die Künstler, die
darben, auf schickliche und kluge Art aufmerksam. Papa verachtet oft
seine Käufer. Aber er verachtet oft auch die Künstler. Es kommt da ganz
darauf an.
Nein, ich möchte nirgends anderswo fest wohnen als in Berlin. Leben die
Kinder der Kleinstädte, solcher Städte, die ganz alt und morsch sind,
schöner? Gewiß gibt's dort manches, was es bei uns nicht gibt. Romantik?
Ich glaube, ich irre mich nicht, wenn ich etwas, was nur noch halb lebt,
für romantisch halte. Das Defekte, Zerbröckelte, Kranke, z. B. eine
uralte Stadtmauer. Das, was zu nichts nützt, was auf geheimnisvolle Art
schön ist, das ist romantisch. Ich träume gern von derartigen Dingen,
und wie ich empfinde, genügt es, davon zu träumen. Schließlich ist das
Romantischste, was es gibt, das Herz, und jeder fühlende Mensch trägt
alte Städte, die von uralten Mauern umschlossen sind, in sich. Unser
Berlin platzt bald überhaupt von Neuheit. Vater sagt, alles historisch
Denkwürdige werde hier verschwinden, das alte Berlin kenne kein Mensch
mehr. Vater weiß alles oder wenigstens fast alles. Nun, davon profitiert
natürlich seine Tochter. Ja, kleine, mitten in der Landschaft gelegene
Städte mögen schon auch schön sein. Es wird da reizende verborgene
Schlupfwinkel zum Spielen geben, Höhlen, in die man hineinkriechen kann,
Wiesen, Felder und nur ein paar Schritte weit entfernt der Wald. Solche
Ortschaften sind ganz wie von Grün umkränzt, aber Berlin hat einen
Eispalast, wo die Menschen mitten im heißesten Sommer Schlittschuh
fahren. Berlin ist allen übrigen deutschen Städten eben einmal voran, in
allen Dingen. Es ist die sauberste, modernste Stadt der Welt. Wer sagt
das? Nun, natürlich Papa. Wie gut er eigentlich ist. Ja, ich kann viel
von ihm lernen. Unsere Berliner Straßen haben alles Schmutzige und
Holprige überwunden. Sie sind so glatt wie Eisflächen, und sie schimmern
wie peinlich polierte Fußböden. Gegenwärtig sieht man einzelne Menschen
Rollschuh laufen. Wer weiß, vielleicht werde ich das auch eines Tages
tun, wenn es nicht vorher schon wieder außer Mode geraten ist. Es gibt
hier Moden, die kaum Zeit haben, recht aufzutreten. Voriges Jahr haben
alle Kinder, auch viele Erwachsene, Diabolo gespielt. Nun, dieses Spiel
ist aus der Mode, man mag es nicht mehr spielen. So wechselt alles ab.
Berlin gibt immer den Ton an. Es ist niemand zur Nachahmung
verpflichtet, und doch ist die Frau Nachahmung die große und erhabene
Gebieterin dieses Lebens. Jedermann ahmt nach.
Papa kann reizend sein, er ist eigentlich immer nett, aber zuweilen wird
er wütend, über was, das kann man nicht wissen, und dann ist er häßlich.
Ja, ich merke es an ihm, wie die heimliche Wut, wie der Mißmut den
Menschen häßlich macht. Ist Papa nicht gut aufgelegt, so fühle ich mich
unwillkürlich als geprügelter Hund; und deshalb sollte Papa vermeiden,
seiner Umgebung, auch wenn sie nur aus einer Tochter besteht, seine
Unpäßlichkeit und seine innere Unzufriedenheit zu zeigen. Väter begehen
da, gerade da, Sünden. Das empfinde ich lebhaft. Aber wer hat keine
Schwächen, keine, gar keine Fehler? Wer ist ohne Sünde? Eltern, die es
nicht für nötig erachten, ihren Kindern ihre persönlichen Stürme
vorzuenthalten, würdigen dieselben im Nu zu Sklaven herab. Böse
Stimmungen soll ein Vater im stillen besiegen (aber wie schwer ist das!)
oder er soll sie zu fremden Leuten tragen. Eine Tochter ist eine junge
Dame, und in jedem gebildeten Erzeuger soll ein Kavalier lebendig sein.
Ich sage ausdrücklich: ich befinde mich bei Vater überhaupt wie im
Paradies, und wenn ich Mängel an ihm entdecke, so ist es die ohne
Zweifel von ihm auf mich übergegangene, also seine, nicht meine
Klugheit, die ihn scharf beobachtet. Papa mag nur füglich seinen Zorn an
Leuten auslassen, die von ihm in gewisser Beziehung abhängig sind. Es
umflattern ihn genug solche Leute.
Ich habe meine eigene Stube, meine Möbel, meinen Luxus, meine Bücher
usw. Gott, ich bin eigentlich sehr reich ausgestattet. Bin ich Papa
dankbar dafür? Welch eine geschmacklose Frage. Ich bin ihm gehorsam, und
dann bin ich doch sein Besitz, und er darf schließlich doch stolz auf
mich sein. Ich mache ihm Gedanken, ich bin seine häusliche Sorge, er
darf mich anschnauzen, und ich sehe es immer als eine Art von
feinsinniger Pflicht an, ihn auszulachen, wenn er mich anschnauzt. Papa
schnauzt gern an, er hat Humor und ist zugleich temperamentvoll.
Weihnachten überhäuft er mich mit Geschenken. Übrigens sind meine Möbel
von einem gewiß nicht unberühmten Künstler entworfen. Papa verkehrt fast
nur mit Leuten, die irgendeinen Namen haben. Er verkehrt mit Namen.
Steckt in solch einem Namen etwa auch noch ein Mensch, um so besser. Wie
gräßlich muß es sein, zu wissen, daß man berühmt ist und zu fühlen, daß
man das gar nicht verdient. Ich stelle mir viele solcher Berühmtheiten
vor. Ist solch ein Ruhm nicht wie eine unheilbare Krankheit? Wie ich
mich nur ausdrücke. Meine Möbel sind weiß lackiert und von einer
kunstverständigen Hand mit Blumen und Früchten bemalt. Die sehen reizend
aus, und der sie bemalt hat, ist ein ausgezeichneter Mensch, der von
Vater sehr geschätzt wird. Wen Vater schätzt, der soll sich aber auch
geschmeichelt fühlen. Ich meine, es bedeutet etwas, wenn Papa
wohlwollend zu jemandem ist, und diejenigen, die das nicht empfinden und
tun, als wenn es ihnen pipe sei, die schaden sich natürlich. Die blicken
zu wenig hell in die Welt. Ich halte meinen Vater für einen durchaus
seltenen Menschen; daß er in der Welt Einfluß ausübt, liegt klar auf der
Hand. -- Viele meiner Bücher langweilen mich. Nun, dann sind es eben
nicht die rechten, wie z. B. sogenannte Bücher für »das Kind«. Solche
Bücher sind eine Unverschämtheit. Wie? Man erkühnt sich, Kindern Bücher
zum Lesen zu geben, die nicht über ihren Horizont hinausgehen? Zu
Kindern soll man nicht kindlich reden, das ist kindisch. Ich, die ich
doch auch ein Kind bin, hasse das Kindische.
Wann werde ich aufhören, mich mit Spielsachen abzugeben? Nein.
Spielsachen sind süß, und ich spiele mit der Puppe noch lang, das weiß
ich, aber ich spiele bewußt. Ich weiß, daß es dumm ist, aber wie schön
ist das Dumme und Nutzlose. So, denke ich mir, empfinden
Künstlernaturen. Zu uns, d. h. zu Papa, kommen öfters verschiedene
jüngere Künstler essen. Nun, sie werden eingeladen, und dann erscheinen
sie. Oft schreibe die Einladungen ich, oft das Fräulein, und es herrscht
dann eine große, amüsante Munterkeit an unserm Eßtisch, der natürlich,
ohne zu prahlen oder geflissentlich zu prunken, wie der gedeckte Tisch
eines feinen Hauses aussieht. Papa umgibt sich scheinbar sehr gern mit
jungen Leuten, mit Leuten, die jünger sind als er, und doch ist er
eigentlich immer der Lebhafteste und Jüngste. Man hört die meiste Zeit
ihn reden; die übrigen horchen, oder sie erlauben sich kleine
Bemerkungen, was oft sehr drollig ist. Vater überragt sie alle an
Bildung und Schwung der Weltauffassung, und alle diese Leute lernen von
ihm, das sehe ich deutlich. Oft muß ich lachen bei Tisch, dann kriege
ich eine sanfte oder unsanfte Zurechtweisung. Ja, und nach dem Essen
wird bei uns gefaulenzt. Papa legt sich aufs Ledersofa und fängt an zu
schnarchen, was eigentlich recht schlechter Ton ist. Aber in Papas
Benehmen bin ich verliebt. Mir gefällt auch seine aufrichtige
Schnarcherei. Will man, oder kann man denn immer Unterhaltung machen?
Vater gibt sicher viel Geld aus. Er hat Einnahmen und Ausgaben, er lebt,
er erzielt Gewinne, und er läßt leben. Er sieht sogar ein wenig nach
Vergeudung und Verschwendung aus. Er ist stets in Bewegung. Ganz
offenbar gehört er zu den Menschen, für die es ein Genuß, ja eine
Notwendigkeit ist, immer irgend etwas zu riskieren. Es ist bei uns viel
von Erfolg und Mißerfolg die Rede. Wer bei uns ißt und mit uns verkehrt,
der hat irgendwelche kleinere oder größere Erfolge in der Welt erzielt.
Was ist Welt? Ein Gerücht, ein Gerede? Mein Vater steht jedenfalls
mitten drin, in diesem Gerede. Vielleicht dirigiert er es sogar bis zu
gewissen Grenzen. Papas Ziel ist auf alle Fälle, Macht auszuüben. Er
sucht sich und diejenigen, für die er sich interessiert, zu entfalten,
zu behaupten. Sein Grundsatz ist: für wen ich mich nicht interessiere,
der schadet sich. Infolge dieser Auffassung ist Papa immer von seinem
gesunden Menschenwert durchdrungen und kann fest und sicher auftreten,
und das schickt sich. Wer sich keine Bedeutung zumutet, dem macht es
nichts, Schlechtigkeiten zu verüben. Wie rede ich? Habe ich das von
Vater?
Genieße ich eine gute Erziehung? Ich verzichte darauf, das zu
bezweifeln. Man erzieht mich, wie eine Großstädterin erzogen werden
soll, mit Vertraulichkeit und zugleich mit einer gewissen gemessenen
Strenge, die mir erlaubt und zugleich gebietet, mich an Takt zu
gewöhnen. Der Mann, der mich heiraten wird, muß reich sein oder er muß
begründete Aussichten auf einen festen Wohlstand besitzen. Arm? Ich kann
nicht arm sein. Mir und Geschöpfen, die mir gleichen, ist es unmöglich,
pekuniäre Not zu leiden. Das sind Dummheiten. Im übrigen werde ich ganz
bestimmt die Einfachheit der Lebensführung bevorzugen. Ich mag äußern
Prunk nicht leiden. Die Schlichtheit muß ein Luxus sein. Schimmern muß
es von Propperkeit in jeder Beziehung, und solche bis ins Letzte
geforderte Lebensreinlichkeit kostet Geld. Die Annehmlichkeiten sind
teuer. Wie energisch ich da rede. Ist das nicht ein bißchen
unvorsichtig? Werde ich lieben? Was ist Liebe? Was für Seltsamkeiten und
Herrlichkeiten müssen mir noch bevorstehen, da ich mir noch so unwissend
vorkomme in Dingen, für deren Kenntnis ich noch zu jung bin. Was werde
ich erleben?