Graf und Gräfin sitzen beim Frühstück. In der Tür erscheint der Diener
und überreicht seiner gnädigen Herrschaft einen anscheinend gewichtigen
Brief, den der Graf erbricht und liest.
Inhalt des Briefes: »Sehr geehrter, oder, wenn Sie lieber wollen,
hochwohlgeborener, nicht genug zu rühmender, guter Herr, hören Sie,
Ihnen ist eine Erbschaft zugefallen von rund zweimalhunderttausend Mark.
Staunen Sie und seien Sie glücklich. Sie können das Geld persönlich,
sobald es Ihnen beliebt, in Empfang nehmen.«
Der Graf setzt seine Frau von dem Glück, das ihm in den Schoß gefallen
ist, in Kenntnis, und die Gräfin, die einige Ähnlichkeit mit einer
Kellnerin hat, umarmt den höchst unwahrscheinlichen Grafen. Die beiden
Leute begeben sich weg, lassen aber den Brief auf dem Tisch liegen. Der
Kammerdiener kommt und liest, unter einem teuflischen Mienenspiel, den
Brief. Er weiß, was er zu tun hat, der Schurke.
»Bier, wurstbelegte Brötchen, Schokolade, Salzstangen, Apfelsinen
gefällig, meine Herrschaften!« ruft jetzt in der Zwischenpause der
Kellner.
Der Graf und der Kammerdiener, das ungetreue Scheusal, als welches er
sich nach und nach entwickelt, haben sich aufs Meerschiff begeben, und
jetzt sind sie in der Kajüte. Der Diener zieht seinem Herrn die Stiefel
aus, und letzterer legt sich schlafen. Wie unvorsichtig das ist, soll
sich alsbald zeigen, denn nun entpuppt sich der Schurke, und ein
mörderischer Kammerdiener gießt seinem Gebieter eine sinnberaubende
Flüssigkeit in den Mund, den er gewaltsam aufreißt. Im Nu sind dem Herrn
Hände und Füße gefesselt, und im nächsten Augenblick hat der Räuber den
Geldbrief an sich gerissen, und der arme Herr wird in den Koffer
geworfen, worauf der Deckel zugeklappt wird.
»Bier, Brause, Nußstangen, Schokolade, belegte Brötchen gefällig, meine
Herrschaften«, ruft wieder das Ungeheuer von Kellner. Einige der
anwesenden Vorortherrschaften genehmigen eine kleine Erfrischung.
Nun prunkt der verräterische Diener in den Anzügen des vergewaltigten
Grafen, der in dem Amerikakoffer schmachtet. Dämonisch sieht er aus, der
unvergleichliche Spitzbube.
Es rollen noch weitere Bilder auf. Zuletzt endet alles gut. Der Diener
wird von Detektivfäusten gepackt, und der Graf kehrt mit seinen
zweimalhunderttausend Mark glücklich, obgleich unwahrscheinlich, wieder
nach Hause.
Nun folgt ein Klavierstück mit erneuertem »Bier gefällig, meine
Herrschaften«.