Minnekliche, schoͤne gar

Ist min frouwe,

Liehter schouwe,

Sam in touwe

Rosenvar.

Ir gebaren tůt mir wol,

Swie ir guͤte

Min gemuͤte

Sorgen fluͤte

Machet vol.

Ach, ich tumber!

Wie mir meret

Sende not,

Sit min kumber

Mich verseret

Uf den tot!

In der wise

Wirde ich grise,

Sit ich prise

Ir múndel rot.

Suͤsser grůs

Tete bůs

Mir vil schrike,

Sit ich dike

Lieblich blike

Miden můs.

XLIII.

Komen ist der winter kalt,

Wafena! der leide,

Der uns twinget blůmen und kle;

Loubes hat er vil gevalt.

Ich was uf der heide;

Da siht man den rif und ouch den sne.

We mir, we!

Wes froͤwe ich mich,

Das ich aber singe?

Hete ich sinne, so swige ich.

Wan das mich gedinge

Froͤwet, son gesunge ich niemerme.

Hundert

Wundert,

Wa si si.

In dem můte

Ist mir dú gůte

Steteklichen bi.

Wer gesach ie schoner wib,

Alder bas geschaffen,

Dan als ich si zeinem male sach?

Ir vil minneklicher lip

Hůb gen mir sin klaffen.

Hoͤrent, wie dú tugendriche sprach.

‚Ach und ach!

Wie tumb ir sit!

Went irs iemer triben?

Úwer dienst niht froͤide git

Hoh gemůten wiben.

Gant! ir tůnt uns michel ungemach.'

Hundert

Wundert,

Wa si si.

In dem můte

Ist mir dú gůte

Steteklichen bi.

Do dú rede ergieng alsus,

Mir begunde leiden;

Wan mir was ir hulde gar verseit.

Ich sprach: solt ich ane kus

Hinnan von ú scheiden?

Si sprach: ‚los, er weis wes ars er treit!

Mir ist leit,

Das iemer man

Sol daran gedenken,

Alder der niht fůge kan.

Ja lies ich in henken

Nu, e das er ruͤrte an min kleit.'

Hundert

Wundert,

Wa si si.

In dem můte

Ist mir dú gůte

Steteklichen bi.

(_Die zwey letzten Strophen dieses Liedes stehen in der Samml. von

Minnesing. Th. I. S. 61._)

XLIV.

Swie gerne ich were

Gar froͤidebere,

So enlat mich swere!

(Klagt ein magt)

Di man sint schúllen.

Wer kans erfúllen

Die fulen gúllen,

Gar verzagt.

Wurbe ein jung man umb ein wib,

Swa si das horten,

An allen orten

Mit losen worten

Sis zerstorten.

Got der schende ir lip!

Si sprach: mich wundert,

Das under hundert

Niht us besundert

Ist ein man,

Der wibes ere

Nah zúhten lere

Mit willen mere.

Nu sehet an!

Si sint endelich allesamt

Bi den wihen swere.

Die lůterere

Sint růmerere,

Und uns gevere,

Und gar unverschamt.

Hievor gab Minne

Froͤide gewinne

Den mannes sinne

Dur das jar.

Swer nu sůchet

Ald ir gerůchet,

Der ist verflůchet.

Dest leider war!

‚Est ein arges minnerlin!'

Sprechent nu die jungen,

Die hievor sungen,

Nach eren rungen,

Die sint verdrungen:

Dest worden schin.

XLV.

Het mich der winter bas verlassen,

Gen den sumer sunge ich húbschen sang;

Nu můs ich mich froͤiden sanges massen,

Sit min hoh gemuͤte ist worden kranc.

Brůder tot

Birt mir grosse swere.

Wissent, das ich froͤide gar verbere,

Wan das sterben ist gemeinú not.

Ich bin drier hande schaden

Vaste úberladen.

So ist ein ander swere, dú mich twinget,

Das die herren můtes sint so kranc,

Und ir tugende nieman darzů bringet,

Das man singe hovelichen sanc.

Hie bi vor

Was ir dank niht kleine;

Nu ist ir lon den, leider! ungemeine,

Dien ir herze in froͤiden swebte enbor.

Ich bin drier hande schaden

Vaste úberladen.

So ist der dritte schade mir gar ze swere:

Der ich lange her gedienet han,

Dú tůt reht als ob ir si unmere,

Swas ich ir ze dienste habe getan.

Wer ir lon

Gegen mir bas erschossen,

Dienstes wer ich iemer unverdrossen,

Und sunge ir noh vil manigen don.

Ich bin drier hande schaden

Vaste úberladen.

Ob ich nu verdurbe von der schulde,

Das der tot mir ungenade tůt,

Und ich darbte miner frouwen hulde,

Das were gar verzagtes mannes můt,

Ald umb das,

Das ich der schande[63]

Sumelicher hoͤre in Tútzen lande:

Ich wils ellú drú versůchen bas.

Ich bin drier hande schaden

Vaste úberladen.

XLVI.

Sol ich iemer fro beliben

Ane swere,

Das můs von der minneklichen

Komen also.

Si kan sendú leit vertriben;

Swa si were,

Da muͤste ungemuͤte entwichen:

Si ist so vro.

Wil si, so ist min froͤide kranc

Und min leit;

Wil si, so ist min sorge lanc

Unde breit.

Minneklichú frouwe,

Nu schouwe

Den kumber,

Den ich sender, tumber

Han geseit!

Werdú Minne,

Twing ir sinne,

Das si mich

Lieplich meine,

Dú vil reine,

Minneklich!

XLVII.

Es ist gar unmassen lang,

Das ich niht von liebe sang;

Ich habe undank.

So mir wirt ein umbevang

Von ir liehten armen blank,

Min sorge ist kranc.

Wanne

Sol ich geleben die lieben stunde?

Nieman kunde

Mich getrosten bas,

Danne

Dú, der ich da nie vergas.

Nu wissent das:

Swas ie man tůt,

Ich han den můt:

Min herze ist da,

Niht anderswa.

Ach, wie mich súften tůt

Din munt, alsam ein blůt,

Den minen můt!

Du bist alse rehte gůt,

Und mit stete wol behůt

Vor valsches flůt.

Frouwe,

Ioch bin ich dienstlich din gar eigen.

Du kanst neigen

Mir herze und sin.

Schouwe,

Wie gar ich din eigen bin.

-- -- -- --[64]

Ich mag niht bas,

Wan wissent das:

Min herze ist da,

Niht anderswa.

Liebes lieb, dir si bekant,

Sit dich erst min ouge vant,

Din wissú hant

Leit an mich ein volge bant;

Das geschah mir sa ze hant:

Des wis gemant.

Minne,

Dis bant stet in diner hende.

Nieman wende

Mich, geloubent mir!

Sinne,

Min lip, und des herzen gir

Die volgent dir.

Was sol des me?

Swies mir erge,

Min herze ist da,

Niht anderswa.

HER WALTER /von der/ VOGELWEIDE.

Ist das mich dienest helfen sol,

Als es doch mangen hat getan,

So gewinnet mir ir hulde wol

Ein wille, den ich húte han;

Der riet mir, das ich ir bete,

Und zurnde aber si, das ich es dannoch tete.

Nu wil ich es tůn, swas mir geschiht.

Ein reine, wise, selig wib das laze ich doch so lihte niht.

Wie kumt, das ich so wol verstan

Ir rede, und si der miner niht;

Und ich doch grosser swere niht enhan,

Wan das man mich vro darunder siht?

Ein ander man es liesse:

Nu volge aber ich, swie ich es niht geniesse.

Swas ich darumbe swere trage,

Da entspriche ich niemer úbel zů, wan so vil das ich es klage.

(_Die erste Strophe dieses Liedes steht in der Samml. v. Minnesing.

Th. I. S. 155._)

ABWEICHENDE LESARTEN

DER

BREMISCHEN HANDSCHRIFT.

Abweichende Lesarten

die, bey der Vergleichung der Bremischen Handschrift mit der 1758

zu Zürich gedruckten Sammlung von Minnesingern, des Anmerkens werth

schienen.

Offenbare Schreibfehler, orthographische Verschiedenheiten und andere

Kleinigkeiten sind hier nicht bemerkt. Was bey einer Vergleichung der

Pariser Original-Handschrift dankenswerthe Genauigkeit seyn wird, wäre

hier Zeitverlust. -- Die erste Zahl bezeichnet die Seite des Züricher

Abdrucks, die zweyte die Zahl der Strophe _auf dieser Seite_ (wobey

zu bemerken ist, dass der Rest einer auf der vorhergehenden Seite

anfangenden Strophe eben so gut als eine volle Strophe mit 1 bezeichnet

ist); darauf folgt die Zeile _so wie sie in der Bremischen Handschrift

steht_.

THEIL I.

S. 1. Str. 9 Wie solt ich ie mer froͤide also gewinnen.

2 4 Das ist ein niht ich was gewert.

-- -- Das leit ward fro dú liebe klagt

-- 10 Wol uf wol uf ich gan iu niht ze bliben bi der

noͤte.

3 3 Des gat uf min gemuͤte so ho

-- -- An ir ist alles wandels niht

-- 6 Ich clage dir liehtú heide breit

-- -- Dur Got und helfent mir genesen

-- 7 Wanne aber ich fúrbas ihtes je

-- -- Dú mir in herzelieber liebe reichet

4 4 Gegen al der welt gemeine

-- 9 Minne tůt den man niht arges můtes

5 8 Das wende vrouwe alder ich bin iemer ungesunt

-- 9 Mir kunde niemer bas geschehen.

6 1 Mir tůt wol swenne ich ir lip sol schouwen

-- -- Swie verre ich si ich wúnsche ir dar

-- 3 Der lobe ir leben und ere ir lip

-- -- Ir luter spiegel varwes leben

-- -- Versigeln muͤsse er uf das mer

-- 8 Ich enwart noh nie so von sinne getwange

Das ich dur in lieze die minne froͤide sin

-- 9 Das die argen schalke ze mir tragent has

-- -- Do er schůf merkent alle wol was

-- 10 Moͤchten si dem walde sin louben verbieten

-- -- Ich wil mich gůter froͤiden nieten

-- 11 Do min herze wart vertriben

7 1 Mich benuͤgte solde ich in ir dienste

-- 5 In ein schoͤnes boungartelin

-- 15 Si est so wal gedan.

8 4 Maniger helt von minne tale

-- -- Es ist clerig leige noch beginne

Si ouge sich ussen liep zesine.

-- 6 Voglin twinget sin gewalt

-- 8 _Statt der letzten 4 Zeilen der ersten

Columne dieser Seite steht in der

Handschrift:_

Also das ir troͤstet mich

Genade frouwe minneklich

Mis herzen kúniginne genade

Frouwe durh Got genade

Vil reine selig wib

Troͤstet ir mich ze spade

Das nimet mir den lib.

_Darauf folgt als zweyte Strophe

dieses Liedes,_

Sol ich sus gebunden

Juncfrouwe vor ú stan u. w.

-- 13 Min frouwe sol han nu den gewin

9 3 Mit sange wande ich mine sorgen krenken

-- 4 Dú mac mir wol ze froͤiden huse geschragen

-- 6 Der brennet sich von rehte harte sere

-- 11 Dú mir zerwerbenne vil lihte were

-- 13 Das ich den sumer also mässeclichen clage

10 1 O we zwiu lat mich verderben diu here

(er _fehlt_)

-- 10 Ich were hohes můtes rich mit freuden

freudebere

11 7 Gemacht und die ouwen

-- 11 So sere als si tůt minen lip

13 7 Nein ir stirbet verre mere

14 2 Ir geilent u. w. (_So auch bey den 3 folgenden

Strophen_)

-- 8 Si hat mich entwert gewalteklich

15 12 Ich mane die suͤssen reine noch ir trúwe

16 6 Swie dike si mir nahen lac

-- 10 Masse ist zallen dingen gůt

-- 11 So das geschiht so endurfen wir niht klagen

17 1 Naht git senfte we tůt tag

-- 3 Das ein spiegel aller miner wunne mir ist komen

-- 5 Wil si durch die verlorne schulde

18 3 Din zorn der si dir gar vertragen

-- 8 Das si ein weninc us straten

21 5 Der da singet so er sterben sal

-- 11 Tůn ich eins und anders niht

23 5 Lob von mangen zungen

-- 15 Si sprach hie en ist der wibe

25 5 So hat si einen roten rosen gessen.

26 2 Ach vil minneklichú gůte

Enbinde mich von sender not

La mich niht us diner hůte

-- 6 Doh sol man wissen

-- 9 Ach ich gar unseliger man

27 11 Du hast min herze us suͤssem slafe erschrecket

28 7 Von Jacob ufgender sterne

30 3 Můs das sende herze min

32 8 Ich singe ir alle mine tage

-- -- Mit der not trure ich ie mins herzen kúniginne

-- 9 Das si mir von herzen selten lachet

-- 10 Sit min leit niht wan ir minne kan erwenden

-- 12 Das sult ir wol gelouben gar

33 1 Hete iemer mere ein wort mit iu gemeine

-- 2 Swanne ich sihe dú mich betwungen hat

-- 4 Niht wan ein vil kleines vingerlin

34 9 _Nach der Zeile:_ We was han ich tumber

man mich so versprochen

_folgt:_

Das ich gůtes wibes han gegert.

34 10 Als han ich geteilet schier uns beiden

-- 13 Núwet gegen der sumer zit

-- -- Verderben das ist mir ein not

35 4 Da mit ir so grosse unfroͤide mugent verkeren

-- 6 Das ir mugent in trurig herze froͤide senden.

-- 9 Vil stete bereit

36 13 _Bey dieser und bey den drey folgenden

Strophen fügt die Handschrift nach:_

Genade frouwe _mit Recht ein &c. hinzu._

37 8 Ach solde ich geleben

38 8 In Kúrenberges wise

-- 11 Es hat mir an dem herzen vil dike we getan

-- 14 Ich und min geselle můssen uns scheiden

39 7 Ansehendes leides han ich vil

40 3 Des wene min leben niht lange ste

-- 5 Das ich niht herzeliebe vinden kunde

41 7 Swanne der wag sin únde also gar gelassen hat

42 6 Ich sůche gůter frúnde rat

43 3 Den willen habe si fúr vol

44 2 Was sol mir richeit und lib

-- 9 Dú mir ie ze herzen hie

45 7 Wil si so bin ich sorgen bar

46 4 Den abent den morgen (_ohne_ und)

49 6 Herze du bist ane sin

51 8 Swanne si ir liet vol endet so geswiget si

52 9 Mit boͤsen worten umbe slant

-- 13 Dú gůte dú mir

54 3 _Diese Strophe fehlt in der Bremischen

Handschrift. Wahrscheinlich wurde

der Abschreiber durch den gleichen

Anfang zweyer auf einander folgenden

Strophen zu diesem Versehen

verleitet._

-- 4 Swie we si mir nu lange har getan

56 9 Das uns beide an sange an froͤde missegat

63 4 Das kunt mir von so grosser klage

-- 7 Got helfe mir das ich mich bewar

64 3 So bitte ich si das si mir ein liebes ende gebe

-- 4 Was si mir ane schulde doh langer tage gemachet

hat

-- 10 Wol im das es so rehte weln kan (_ohne_ des)

65 5 Den wolte ich wol wissen das

-- 6 Und erbot mir leit zallen stunde

67 5 Des einen und deskeinen me

68 1 Verliese aber ich ir hulde da

-- 13 Und han ich si in minem herzen lieb

69 10 Er moͤhte sichs ze masse froun

-- 14 Der vil wol getruwet han (_ohne_ ich)

-- 15 Ich wene ich mich sin geloben wil

70 12 Die wellen niht das mir swere u. w.

71 10 Steten wiben tůt unstete we

-- -- Unstete liesse er danne mich so liesse ich in

72 2 Den man so rehte trurekliche tůt

-- 5 Doch fuͤre ich aller dinge wol

-- 7 Ern hete minen dienest und ouch mich

73 10 Das ich ir so holdes herze trage

75 2 Was bedarf ich guter handelungen me

_Nach dieser Strophe, oder nach der

Zeile_ So froͤit mich das ich sin

ie began _stehen in der Bremischen

Handschrift, als vierte und fünfte

Strophe dieses Liedes, die beiden

Strophen, die sich in dem

Zürcher Abdruck S. 77 finden:_

Mich froͤit an alle swere wol u. w.

_und_ Ich han nach wane dike wol

-- 5 Der ich da gůtes hoͤre jehen

-- 10 Der so gewennet sinen můt

76 4 Von herzeliebes schulden hat

77 5 _In Hinsicht auf diese und die folgende

Strophe sehe man was zu S. 75. Str.

2. bemerkt ist._

-- 9 So was es ie der wille min

78 6 Der ich es gerne scheine

79 7 Dem gelich entůn ich niht

-- 9 Das si lebent sine wissent wie

80 11 Mit starker heimesůche nie getrat

-- 13 Der froͤiden der ir guͤte wunder geben kan

81 4 _Diese Strophe_, Got gebiete miner

frouwen das si si --, _ist in der

Handschrift die erste des LVI. Liedes

dieses Dichters_,

-- 8 War kan úwer schoner lib -- _die zweyte_,

-- 9 Wa von solt ich schone sin -- _die dritte_,

-- 10 Solke not und ander leit -- _die vierte_,

-- 11 Ich gelache in iemer an -- _die fünfte_;

_Darauf folgt:_

-- 5 Mir ist vil we was ich gesage -- _als die

erste Strophe des LVII. Liedes_,

-- 6 Des ich nu lange han gegert -- _als die

zweyte_,

-- 7 Spreche ein wib la sende not -- _als die

dritte_;

_Und mit_

-- 12 Sol mir disú sumer zit -- _fängt das

LVIII. Lied an, dem fünf Strophen

gegeben sind. Diese Folge der

Strophen ist aber fehlerhaft. Mit

der Strophe_, War kan úwer schoͤner

lib (_S. 81. Str. 8_), _fängt ein Lied

an, das aus sechs Strophen besteht,

und mit der Zeile_, So gesieht man

wol das ich vil selten iemer iht geweine,

(_S. 82, Z. 1. 2_) _schliesst_.

82 9 An dem ich nide das man in so gerne siht

-- 13 Nie lobelicher man des me also

83 12 Swie si doch smuket

Sie koͤdert sie locket

84 8 Jamer hat mich ingesindet

-- 10 Kúschen megeden fro vri zallen stunden

-- 11 Hohen můt so tiefe in sorclich truren

versenket

85 11 Mir beslossen

86 2.3 _Der Refrain_ Mir ist von strowe u. w.

_wird bey beiden Strophen wiederhohlt_.

87 2 Mit ir steten wibes zuht

-- 6 Mengelich begunte denken

-- 9 Do si min gedanken funden

-- 10 Ich sant dur aventure

-- 11 Ald ich bi ir das ist ein wunnebernde froͤiden

spil (_ohne_ in)

-- 12 Si mag mich wol weinen sweigen

-- 13 Sit das in sin noch lip

Das ir doch viere beten einen willen

88 1 Was jegeliches menschen herzen minne

-- 3 Demůt is lobes hel

Ir trúwe sol niht brechen

-- 4 Dú zweiet und frúhtet selde und ere

-- 7 Ir wehsel gedenken das kan si nahe smuken

-- 9 Sich den trúte

89 3 Wie gehebe ich einen sturn

-- 12 Das kan si us ir munde schenken

90 1 Si verlúget an

-- 2 Si in vúre hin

92 4 Was danne und Arnez under stunde

93 10 Sit ich dich herze niht wol mac erwenden

Wie geterstest eine an solhe not ernenden

-- 12 Reht als es der Sumer von Triere tete

95 8 Das si es niht scheiden lat

96 10 Ich rede es umbe das niht das ich der selde

habe gepflegen

101 Z. 5 Uns hant verleitet sere

103 Str. 10 Davon wir hoͤren beide singen und sagen

104 1 Toren schulten ie der wisen rat

-- 2 Unde giht des einen das es iht von herzen ge

-- 4 Min gedinge ist der ich bin

-- 6 _In dem auf die Zeile_, Der an frúndes

herzen lit _folgenden aus eilf Strophen

bestehenden Liede, das in der

Handschrift mit VII bezeichnet ist,

sind die Strophen, die von 19 bis 29

zählen, folgender Massen versetzt:_

_Die neunte Strophe des Abdruckes_

(ir lat úch niht verdriessen u. w.)

_ist in der Handschrift die erste oder

19. -- die 10. die 20. -- die 1. die 21.

-- die 2. die 22. -- die 3. die 23.

-- die 4. die 24. -- die 5. die 25. --

die 6. die 26. -- die 7. die 27. --

die 8. die 28. -- die 11. die 29. --

worauf alsdann unter VIII die

Strophe_, Rit ze hove Dietrich u. w.

_folgt, der die Zahl 30 vorgesetzt ist_.

107 2 Dike schalkhaft zeren blint

Dike schalkhaft zeren blint

-- 5 We geschehe dir tach

-- 7 Aber e dir bigelige ich

-- 9 Von dem ich habe die sele der muͤsse dich

bewarn

111 3 So vergiltet si mir minne wol

-- 12 Ich barg din ungefuͤge in frúndes schos

112 3 Do vant ich wunderlichú ding

-- -- Es hat der tumbe riche nu ir drier u. w.

113 2 So sere nie geschrei

-- 4 Můst ich von des múnches tische scheiden

-- 6 Sit das mans iu zunwizen zelt

-- 12 Wes er mit mir pflege

114 10 Inmitten an das herze da dú liebe lieget

115 8 Des enhabe deheinú můt

-- 10 Die den unverschamten bigestan

116 5 Und der mich danne wellen hiesse

-- 9 Underwilent sint si túre

120 2 Das gezeme ir bas

-- 4 Das si ir ruschen nienen lat

Si stosset sich das es mir an min herze gat

-- 12 Und ist doch unnahen

-- 13 Welt wie ich das verdienen wil

Fůs von miner stete

121 9 Was mac ich gebents iu minen sanc

122 3 Doch so túret frowe unz an das ort

-- 7 Von miner frowen wer si si

124 11 So rechet mich und gert ir alten hut u. w.

125 3 Also sprach ich zeiner wol getanen maget

-- 12 Kúnigin ob allen frowen

La werende helfe schowen

-- -- Ir schrien lut erhillet

Manic lob dem kruze erschillet

128 1 Der enhabe ouch hie und dort niht lones mere

-- 4 Der vater bi dem kinde untrúwe vindet

129 2 Beitent unz iuwer jugend zerge

_ist in der Handschrift nicht wiederhohlt_.

-- 3 Die maniger uf sich selben leit

130 5 In meien towen durch das gras und kleiner

vogelin sanc

131 2 Mich grúlet so mich lachent an die lechelere

132 6 Das ir in richet und uns tútschen ermet und

pfende swendet

133 2 Den hoͤhe breite tiefe lenge umbe grifen mohte

nie

Din kleiner lip mit suͤsser kúsche in umbevie

Dehein wunder mohte dem gelichen nie

-- 7 Unser aller frone der stet under einer úbelen

troufe

133 10 Es ist min sitte das man mich iemer bi dem

fürsten vinde

135 6 Ein reine selig wib das laze ich doch so lihte

niht

136 9 Mines herzen tiefú wunde dú můs iemer offen

sten

(_so auch in der zweyten Zeile nach

dieser_)

138 10 Gesche an der gruͤnen heide

140 3 Mir spilten dú ougen nie

142 6 Mir ist liep das die getrogenen wissen

-- 7 (_Die 3 letzten Strophen dieser Seite

sind in der Handschrift überschrieben:

Meister Heinrich Teschler.

Auch stehen sie in dem Zürcher Abdruck

Th. 2. p. 90 noch einmahl

unter Meister Heinrich Teschler._)

144 8 Und das ich minne si vor allen wiben

145 9 Und ich iu wol gediene so ich beste kan

-- 10 Das mich ir nieman versprach ders wizzen kunde

146 2 Mich hat ir rat und ir schoͤne betoͤret

Sus ist min froͤide von iu beiden zerstöret

-- 8 Von ir grosse werdekeit (_ohne_ so)

147 2 Si treit den helfelichen grůs

-- 9 _bis S. 148. Str. 6. sind in der Handschrift

folgender Massen versetzt:_

Urspring blůmen loub usdringen

u. w. _oder

Str. 15 im Abdrucke ist Str. 9 in der H._

-- 16 -------- 10 --

-- 17 -------- 11 --

-- 13 -------- 12 --

-- 14 -------- 13 --

_und diese fünf Strophen sind mit

IV bezeichnet. Darauf folgen vier

Strophen unter V, und die Strophe_

Es ist nu tag u. w. (_S. 147. Str. 9_) _oder

Str. 9 im Abdrucke ist Str. 14 in der H._

-- 10 -------- 15 --

-- 11 -------- 16 --

-- 12 -------- 17 --

-- 10 Ir frúndes lib

148 11 Ist ir munt als ein rubin

149 4 Tůt so selicliche

149 11 Dest ir sitte der ich holdes herze trage (so

_fehlt_)

150 1 So bin ich vro und mache ir hohe wirde wert

-- 7 Sine werbe ouch noch das ist alles ein niht

Wan das nie jar ein sende leit an mir verdarb

-- 8 Ich enkunde von den meren

-- 11 Was lobe ich si si lobt selbe sich

151 2 Kúnden den die werdeklicher minne gern

152 2 Wol uf laze ir das herze hie

-- 5 So minneklicher wibe grůs

-- 6 Das si mir mit liebe lonet si ist so gůt

153 6 Was sol truren fúr das das nieman kan erwenden

154 2 Nach dem grůze wil ich also steteklichen

werben

155 2 Wan anders můs ich senende leben

-- 13 Alse striteklich gegen mir nu keret

Sit min herze an allen wank

156 10 Do versten ich nu alrerst rehte mich

157 4 Und wissest das das er da sinen anden richet

158 2 Lihte niemer niht u. w. (_ohne_ leider)

160 9 So wer al min swere

161 3 Den lieb nah leide tůt mit senden sorgen

-- 5 Dú mir ist vúr ellú wib

-- 10 Des dienstes duhte mich vil kleinen

163 5 Sumelicher wib unstete

-- 6 Fúr der werlte wandelbere

165 2 Nu entroͤstent mih die lieben tage

Noh swas ich von den blůmen sage

167 10 Alsus kan er wunnekliche nieten

168 1 Do die wol gemůten lúte waren

-- 6 Dú dienest von drin mannen nimet

169 2 Wil ich dabi miner froͤiden niht gezemen

-- 5 Frowe min la hoͤren mich

170 1 Das wene ich gar von dinen schulden si

-- 2 Schowe das du selig sist

-- 3 So wolt ich vil gerne uf ir wibes guͤte borgen

-- 5 Des ich niemer mich vertroͤste gar

Truͤbet mir min minneklicher wan

-- 6 So wirt ich selten vroͤidenriche

171 9 Doh ist mir lieber lob ich si danne ob ich es

lieze

172 6 Das verswige ich als ich wol kan

THEIL II.

S. 59 Col. 2. Z. 10 Uf dem wasser und dem plane ist er so

vermessen

18 Offenbar --

Lich getar

S. 62 Col. 1. Z. 11 Ir vatter der hies Willebrant

15 Da lag ouch Menelaus tot

26 Das er mich reche an Parcifale

S. 63 Col. 2. Z. 3 Das ander ist Kabiz

7 v.u. Und die von Bridaniane

S. 66 Str. 2 (_Strophe 2 und 3 ist der Refrain angehängt:_

Ja huͤte u. w.)

-- 3 Des da lag her Parcyfal

249 7 Das ist dú magt von Ysse her geborn

-- 9 Daniel mit beiden handen swůr

-- 11 Er befal uns einer túren diet

250 9 Ob dus niht underrihtest das sich beider schade

gezemen

ANHANG.

HER NITHART.

_Welche sonderbare Spiele der Zufall bisweilen treibt, das zeigt

sich bey dem folgenden Liede auf eine höchst auffallende Weise. --

Hr. G. /von Bretschneider/, Rath und Bibliothecar in Lemberg,

fand zwischen dem Holz und Leder eines alten Einbandes aus dem

funfzehenten Jahrhunderte ein Pergamentblatt, worauf ein Deutsches

Lied stand. Er schickte dieses Blatt an Hrn. Hofrath /Meusel/,

mit dem Wunsche, es in Kupfer stechen zu lassen, und in das

historisch-litterärisch-bibliographische Magazin aufzunehmen. Diesem

Wunsche gemäss, erschien in dem zweyten Stücke dieses Magazins (Zürich

1780. S. 81 ... 90) das Lied in Kupfer gestochen, abgedruckt, und mit

einer Übersetzung und Anmerkungen von Hrn. /von Bretschneider/

begleitet. So viele Ehre war bis jetzt noch keinem Altdeutschen Liede

widerfahren. -- Wem die Minnesinger nur etwas mehr als dem Nahmen nach

bekannt sind, der kann dieses Lied nicht durchlesen, ohne sich an

/Her Nithart/ zu erinnern. Mir schien es, seinem Ton und Inhalte

nach, so bekannt, dass ich den Abdruck der Mannessischen Sammlung

aufschlug, um nachzusehen, ob ich es vielleicht dort bereits gelesen

hätte. Das war nun zwar nicht der Fall mit dem ganzen Liede, aber doch

mit den vier letzten Zeilen; und vor diesen vier letzten Zeilen findet

sich (Th. II. S. 78) die Bemerkung des Herausgebers:_

(Wieder eine Lyke von etlichen Strophen)

_So musste also ein Buchbinder im funfzehnten Jahrhunderte ein

Pergamentblatt einkleben, auf dem dasselbe Lied steht, das auf einem

aus der Pariser Handschrift ausgerissenen Pergamentblatte stand; und

eine Lücke, die in einem zu Zürich gedruckten Buche gewissenhaft

angezeigt war, musste in einem ebendaselbst gedruckten Buche dreyssig

Jahre später unbemerkt ausgefüllt werden. Schade nur, dass wir nichts

Besseres dadurch gewonnen haben, als ein Lied von /Her Nithart/! Jedoch

auch diess mag als Neckerey des Zufalls gelten. -- Auf alle Fälle

ist der Fund als eine Ergänzung nicht des Abdrucks der Manessischen

Sammlung, sondern der Handschrift selbst anzusehen, und da Hr. /von

Bretschneider/, woran wohl die verlöschte Schrift Schuld ist, nicht

durchaus richtig gelesen zu haben scheint, so mag das Lied, so wie ich

es lese, mit beygefügter Interpunction, hier stehen._

Traget us dy schamel und dy stuͤle!

Heist dy schragen

Vuͤrder tragen!

Talank suln wir tanczes werden muͤde.

Tůt uns uf dy stůbe, so ist uns kuͤle,

Das der wint

An dy kint

Wee ein lúczel durch dy úbir muͤde.

Do wirt wol czu czeche vor gesungen;

Durch dy venster gink der galm.

Adelhalm

Tanczet nicht wenne czwischen czweien jungen.

Loz us! ich hor in der stůben tanczen.

Jungen man,

Nempt ewchs an!

Do ist der dorf meite ein michel truͤnne;

Do gesicht man vil geribe swanczen.

Czwene gingen,

Do si swingen:

Das was geiler getelinge wunne.

Als dy vorsinger denne sweigen,

So seit alle des gebeten,

Das wir treten

Aber ein abent tenczel nach der geigen.

Gosprecht, Wilprecht, Gumprecht unde Eppe,

Willeprecht,

Meyer knecht,

Wernbolt und auch der junge Cunze,

Megenbolt, des meyers sun und Reppe,

Irrenbart,

Brochselhart;

Darnach springet der vil wilde Runse;

Der ist ein tummer, geiler hohlingere,

Her get vreien durch das jar,

(Des nemt war)

Und ist doch den meiden gar unmere.

In sach ny gebowern so gemeiten,

Denne er ist,

Wisse Crist!

Er get als czu vordrist an der schoyen.

Einen vessel czweier spannen breiten

Hat sin swert.

Harte wert

Dunket er sich seiner newen troyen;

Dy ist von cleinen vier und czwenczik tůchen;

Dy ermel gingen uf dy hant;

Sein gewant

Sol man an eim oden kragen sůchen.

Hofelich ist alles sein gerúste,

Das er treit.

Mir ist geseit,

Er wolle Engelbolden tochtir haben.

Den gewerb teil ich im czu vorlúste;

Sy ist ein weip,

Das ir leip

Czeme wol czu minne einem graven.

Dorab lasse er sich richten tougen;

Seh er anderthalben hin!

Den gewin

Trug er wol czu meins in seinen augen.

Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur. Erster Band. Theil 1. · 第 8 / 9 段