Treibender Du,
den alles Wesen verkündet,
Geburt und alle Gebärde jubelt
und noch jauchzt das Vergehn,
zu groß sind, ach! Deine Welten
meinem Umklammern,
zu groß noch -- daß ich Hingerissener wagte
mich ganz Dir zu nahn: --
meinem rasenden Zerstören.
Siehe, Deiner Tage sind viel
und bunt sind ihre Gewänder und flattern im Sturm. --
und lockt doch in ihrem verschlungenen Reigen
verborgen ein Spiel!
Laß es mich künden, Erhabener!
Tiefer sind Deine Nächte und ihre Weihn
schlingen wie Brücken von Tag zu Tage sich hin, --
doch ihren letzten Gesang
Du läßt ihn mich schweigen.
Dumpf aus den Gründen verhöhnen mich
Fetzen Antworts.
Träume ewigen Beginnens wüten
um endliche Gestalt.
Traumstümpfe züngeln hinauf in den dunkeln Raum,
aber in meinen gierigen Händen
zerbrechen alle Bilder,
zerbrechen an Deinem Allsein,
das uns verschmäht.
Berstend von Deinem Rufen entfloh ich,
-- mühselige Gedankenflucht! --
Immer doch warst Du über mir
und ich erkannte Dich nicht.
Entfernt Dich nur immer weiter mein dunkles Sehnen?
Wie härmt ich mich, Vater!
Bis mich dein Sinn in tiefes Träumen rief.
O lockend süßer Grund! Weg über Moore!
Wie sank ich gern ins ewige Zurück.
Und goldne Kreise schwingend mit mir sanken.
Tiefblaue Räume perlten klares Taun,
Goldkreise zogen milddurchstrahlten Reigen,
Glanzschächte brachen auf, in ihrem Blaun
flammende Pfeile sah ich sinken, steigen.
Wie brach ich wunschlos ganz in mir zusammen!
War frohe Beute grenzenlosem Spiel.
O Bad in violetten Wolkenflammen,
hier ist mein Wesen klar geschautes Ziel.
Hier quillt kein Fragen: Deutung alles Werden;
im Gleichklang strömen volle Welten hin,
und ewig wechselnd tauschen sich Gebärden;
doch über allem: Lächeln ist ihr Sinn.
So schweb ich in der Gunst der Harmonien,
aus tief verborgenem Grund ein Singen quillt,
schon rhythmen sich die Spiele, Kreise sprühen:
Aus dem Gewoge taucht der Leier Bild,
wächst höher, strebt hinauf in mein Erwachen,
Spätabend tönt ihr süßen Willkomm dar.
Jetzt gib mir eine liebe Welt zum Spiele.
Der mich im Traum erhört, Du sei mein Tag,
daß ich die Leier, Deiner Träume Gabe,
den Welten, Deinem Spiegel schlagen mag.
Du laß mich lieben, bis ich wunderbar
in meinem Rausch das All umschlungen habe.
Was schmerzt dich, Bruder Mensch? O, traue, sage!
Haßt du mich noch, da ich dir singend nah?
Gib her dein Leid, ich will es mit dir tragen
und will dir künden, was ich träumend sah.
Ihr lieben Tiere, daß ihr noch müßt toben!
Noch habt ihr solches Singen nicht gehört.
In Dumpfheit Arme, kommt, auch ihr dürft loben,
wenn euch der wilde Schreck nicht mehr umstört.
Ihr Blumen, duldende! Ihr kühlen Steine!
Hier ist ein Trank, der alle hüpfen macht.
Ihr Hügel, lernt nun endlich euer Weinen,
in goldnen Spielen sei es euch gebracht.
Ihr Welten, stürzt zusammen solcher Einung!
Ein Stern in eure armen Seelen fällt.
Frohlocken heißt die göttliche Beweinung!
Erlösung blutet immer durch die Welt.
Was durft ich schauen! O, was durft ich singen!
Geh ich nicht, Rasender, am Rand des Nichts?
Lauert nicht Schwäche hinter meinem Schreiten,
stößt mich ein böser Blick hinab, hinab!
Ach, werden nicht die Dinge sich empören?
Wütende Dinge, die ich in Liebe gebannt!
Wird nicht ein Zauber ausbrechen,
dem ich das Siegel entwand?
Ach, einmal werden mich alle Bilder hassen,
zurück mich schleudern aus ihrem sichern Verband!
Nichts wird mehr mein sein,
nichts auf der grünen Erde!
Verstoßen wird sein, wer das All zu früh erkannt.
Dämonen werden sich auf mich stürzen.
Bestien geknechteten Leids.
Rache der Zeichen!
Schlotternd werde ich hingehn
und nicht mehr wissen mein Lied.
Träume hetzen mich,
Fieber züngeln um meinen brennenden Leib.
Mänaden! Mänaden über mir!
O, blaues Meer wird mich nicht retten,
wird dampfen von meinem Blut!
Schreien werde ich, schreien
und Dich nicht mehr kennen, mein Vater!
Dann bleib mir nah!
O walte Du in meinem irren Traum!
Du schwebe mild in meinem irren Lächeln,
Du sei die Glut, die noch im Fieber loht!
Mit Deiner milden Hand nimm auf mein Rasen
und friede es gütig
zu einem Beten in Deinem
mildlösenden Busen.