Immer glüht der Tod um unsre Glieder.
Schaut sein Flammen armen Leib umlohn!
Tage schmelzen uns und Stunden nieder.
Schon auf toten Vätern schreit der Sohn.
Alles Tun rinnt ab von unserm Wollen.
Seht, wie Tod bereite Schale hebt!
Alles Schlürfen ist Verrat am Vollen!
In sein Sterben reift, was immer lebt.
Wessen Schwur sich reißt vom Mutterschoße,
sinkt schon hin in tödlicher Magie,
brennt sich ab nach dem erzwungnen Lose,
bis ihn letzte Stufe niederzieh.
Wort, das in das große Lauschen hallte,
schlägt sich ein in Wellenmeer und stirbt.
Tod ist Freundschaft, die hinüberwallte.
Liebesblick, erloschner, nie mehr wirbt.
Schritt, den ich getan, ist Raub des Todes,
da ihn furchtbar großer Raum verschlingt.
Liebes Gestern, grausam hin verloht es.
Melodie ins Nichtmehrsein verklingt.
Wir sind Wälder nur dem Tod zu pflücken
-- Sonne winkt vergeblich blau und rot --
Tropfen nur, die sich im Fall verzücken.
Schwankend unten füllt sich Schale Tod.
Einer doch wandelt ...
Einer doch wandelt
unter allen Menschen
und noch einer wohl,
der trägt und trachtet
Leid und Last seiner Welt.
Hat sein Erbarmen gestachelt ein voriges Schicksal,
Blutet er unterm Erinnern des lächelnden Gotts?
Plötzlicher Schreck dolcht sein Lachen und trinken nimmer in Frieden
kann er der gütenden Nächte Beruhigung,
denn ewig rafft ihn der Schrei:
Grausames Mißtun der Erde!
Notverkrampfte Arme zucken nach Sonnen hin
und Mutterhände, fiebernd gefaltete, würgen sein Träumen.
Heiß überm Lärmen umgellt ihn die Klage der Väter,
wenn sie am Abend gehn, siech um den Märtyrer Sohn.
So wandelt der eine durch schreiende Tage und Länder.
Tief in sein Aug ist gekerbt alles Leiden der Welt.
Frierender Kinder und stinkender muß er erbarmen.
Hunger der Vielen durchschüttelt ihn und noch der Huren
anklagend Geheul reißt sein teilendes Herz in Zerrüttung.
Silbernes Lachen der Mädchen kann ihn nicht trösten.
Jubellust Gieriger stampft unter Füße sein blutendes Menschsein.
Wild aus Erinnern und Vorschaun auftobt ihm Verzweiflung.
Dann wird er Mensch sein!
Aufstemmt ihn rasende Lust
zu tragen, zu leiden,
der Tiefste zu tauchen in ausgeschüttete Qualen der Welt.
Nottrank der Nächte schlürft er, bitteren Balsam dem Wunden der
Tage.
O, Phalangen Schwerterglut pflückt er mit selig erwachender Brust!
Aus Krämpfen und Krümmung der schreienden Glieder dann
-- Tobe du Seliger --
Aufblüht sein siegender Tanz.