gepflegt werden soll, als es für die Gesundheit eines Einzelnen,
eines Volkes oder einer Kultur nötig ist. Worauf es ihm ankommt,
ist: "besser lernen, Historie zum Zwecke des Lebens zu treiben"
(Historie § 1). Er spricht dem Menschen das Recht zu, die Geschichte
so zu treiben, daß sie möglichst zur Förderung der Antriebe einer
bestimmten Gegenwart wirkt. Von diesem Gesichtspunkte aus ist er
ein Gegner jener Geschichtsbetrachtung, die nur in der "historischen
Objektivität" ihr Heil sucht, die nur sehen und erzählen will, wie es
in der Vergangenheit "thatsächlich" zugegangen ist, die nur die "reine,
folgenlose" Erkenntnis oder deutlicher "die Wahrheit, bei der nichts
herauskommt", sucht (Historie § 6). Eine solche Betrachtung kann nur
aus einer schwachen Persönlichkeit entspringen, deren Empfindungen
nicht flut- und ebbeartig auf- und abwogen, wenn sie den Strom der
Ereignisse an sich vorübergehen sieht. Eine solche Persönlichkeit
"ist zum nachtönenden Passivum geworden, das durch sein Ertönen
wieder auf andere derartige Passiva wirkt: bis endlich die ganze
Luft einer Zeit von solchen durcheinander schwirrenden zarten und
verwandten Nachklängen erfüllt ist." (Historie § 6.) Daß aber eine
solche schwache Persönlichkeit wirklich die Kräfte nachempfinden
kann, die in den Menschen der Vergangenheit gewaltet haben, glaubt
Nietzsche nicht: "Doch scheint es mir, daß man gleichsam nur die
Obertöne jedes originalen und geschichtlichen Haupttons vernimmt:
das Derbe und Mächtige des Originals ist aus dem sphärisch-dünnen
und spitzen Saitenklange nicht mehr zu erraten. Dafür weckte der
Originalton meistens Thaten, Nöte, Schrecken, dieser lullt uns
ein und macht uns zu weichlichen Genießern; es ist, als ob man die
heroische Symphonie für zwei Flöten eingerichtet und zum Gebrauch
von träumenden Opiumrauchern bestimmt habe." (Historie § 6.) Nur der
kann die Vergangenheit wirklich verstehen, der auch in der Gegenwart
machtvoll lebt, der kräftige Instinkte hat, durch die er die Instinkte
der Vorfahren erraten und erschließen kann. Dieser kümmert sich
weniger um das Thatsächliche, als um das, was aus den Thatsachen
sich erraten läßt. "Es wäre eine Geschichtsschreibung zu denken, die
keinen Tropfen der gemeinen empirischen Wahrheit in sich hat und doch
im höchsten Grade auf das Prädikat der Objektivität Anspruch machen
dürfte." (Historie § 6.) Der Meister einer solchen Geschichtsschreibung
wäre der, der überall in den historischen Personen und Ereignissen
das aufsuchte, was hinter dem bloß Thatsächlichen steckt. Dazu muß
er aber ein mächtiges Eigenleben führen, denn Instinkte und Triebe
kann man unmittelbar nur an der eigenen Person beobachten. "Nur aus
der höchsten Kraft der Gegenwart dürft ihr das Vergangene deuten: nur
in der stärksten Anspannung eurer edelsten Eigenschaften werdet ihr
erraten, was in dem Vergangenen wissens- und bewahrenswürdig und groß
ist. Gleiches durch Gleiches! Sonst zieht ihr das Vergangene zu euch
nieder." "Alle Geschichte schreibt der Erfahrene und Überlegene. Wer
nicht einiges größer und höher erlebt hat als alle, wird auch nichts
Großes und Hohes aus der Vergangenheit zu deuten wissen." (Historie
§ 6.)
Dem Überhandnehmen des historischen Sinnes in der Gegenwart gegenüber
macht Nietzsche geltend, "daß der Mensch vor allem zu leben lerne, und
nur im Dienste des erlernten Lebens die Historie gebrauche". (Historie
§ 10.) Er will vor allen Dingen eine "Gesundheitslehre des Lebens",
und die Historie soll nur insoweit getrieben werden, als sie einer
solchen Gesundheitslehre förderlich ist.
Was ist an der Geschichtsbetrachtung lebenfördernd? Diese Frage stellt
Nietzsche in seiner "Historie", und er steht damit bereits auf dem
Boden, den er in dem S. 9 f. angeführten Satz aus "Jenseits von Gut
und Böse" bezeichnet.
39.
In besonders starkem Grade wirkt der gesunden Entwickelung der
Eigenpersönlichkeit jene Gesinnung entgegen, die in dem bürgerlichen
Philister zur Erscheinung kommt. Ein Philister ist der Gegensatz zu
einem Menschen, der in dem freien Ausleben seiner Anlagen Befriedigung
findet. Der Philister will dieses Ausleben nur insoweit gelten
lassen, als es einem gewissen Durchschnittsmaß der menschlichen
Begabung entspricht. So lange der Philister innerhalb seiner Grenzen
bleibt, ist gegen ihn nichts einzuwenden. Wer ein Durchschnittsmensch
bleiben will, der hat das mit sich abzumachen. Nietzsche fand unter
seinen Zeitgenossen solche, die ihre philisterhafte Gesinnung
zur Normalgesinnung für alle Menschen machen wollten, die ihre
Philisterhaftigkeit als das einzige, wahre Menschentum ansahen. Zu
ihnen rechnet er Dav. Friedr. Strauß, den Ästhetiker Friedr. Theodor
Vischer u. A. Vischer, glaubt er, habe das Philisterbekenntnis
unumwunden abgelegt in einer Rede, die er zum Andenken Hölderlins
gehalten hat. Er sieht es in den Worten: "Er (Hölderlin) war
eine der unbewaffneten Seelen, er war der Werther Griechenlands,
ein hoffnungslos Verliebter; es war ein Leben voll Weichheit und
Sehnsucht, aber auch Kraft und Inhalt war in seinem Leben, Fülle und
Leben in seinem Stil, der da und dort sogar an Aeschylus gemahnt. Nur
hatte sein Geist zu wenig vom Harten; es fehlte ihm als Waffe der
Humor; er konnte es nicht ertragen, daß man noch kein Barbar ist,
wenn man ein Philister ist." (David Strauß § 2.) Der Philister will
hervorragenden Menschen nicht geradezu die Existenzberechtigung
absprechen; aber er meint: sie gehen an der Wirklichkeit zu Grunde,
wenn sie sich nicht abzufinden wissen mit den Einrichtungen, die
der Durchschnittsmensch seinen Bedürfnissen entsprechend geschaffen
hat. Diese Einrichtungen seien einmal das Einzige, was wirklich,
was vernünftig ist, und in sie müsse sich auch der große Mensch
fügen. Aus dieser Philistergesinnung heraus hat David Strauß sein Buch
"Der alte und der neue Glaube" geschrieben. Gegen dieses Buch oder
vielmehr gegen die in ihm zum Ausdruck gekommene Gesinnung wendet
sich die erste der Nietzscheschen "Unzeitgemäßen Betrachtungen":
"David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller" (1873). Der Eindruck
der neueren naturwissenschaftlichen Errungenschaften auf den Philister
ist ein solcher, daß er sagt: "Der christliche Ausblick auf ein
unsterbliches, himmlisches Leben ist, samt den andern Tröstungen
der christlichen Religion, unrettbar dahingefallen." (David Strauß §
4.) Er will sich das Leben auf der Erde gemäß den Vorstellungen der
Naturwissenschaft behaglich, d. h. so behaglich, wie es dem Philister
entspricht, einrichten. Nun zeigt der Philister, wie man glücklich
und zufrieden sein kann, trotzdem man weiß, daß kein höherer Geist
über den Sternen waltet, sondern die starren, gefühllosen Kräfte der
Natur über alles Weltgeschehen herrschen. "Wir haben während der
letzten Jahre lebendigen Anteil genommen an dem großen nationalen
Krieg und der Aufrichtung des deutschen Staates, und wir finden uns
durch diese so unerwartete als herrliche Wendung der Geschicke unserer
vielgeprüften Nation im Innersten erhoben. Dem Verständnis dieser
Dinge helfen wir durch geschichtliche Studien nach, die jetzt mittelst
einer Reihe anziehend und volkstümlich geschriebener Geschichtswerke
auch dem Nichtgelehrten leicht gemacht sind; dabei suchen wir unsere
Naturerkenntnisse zu erweitern, wozu es an gemeinverständlichen
Hülfsmitteln gleichfalls nicht fehlt; und endlich finden wir in
den Schriften unserer großen Dichter, bei den Aufführungen der
Werke unserer großen Musiker eine Anregung für Geist und Gemüt, für
Phantasie und Humor, die nichts zu wünschen übrig läßt. So leben wir,
so wandeln wir beglückt." (Strauß, Der alte und neue Glaube § 88.)
Es ist das Evangelium des trivialsten Lebensgenusses, das aus diesen
Worten spricht. Alles, was über das Triviale hinausgeht, nennt der
Philister ungesund. Strauß sagt von der "Neunten Symphonie" Beethovens,
daß diese nur bei denen beliebt sei, welchen "das Barocke als das
Geniale, das Formlose als das Erhabene gilt" (Der alte und neue
Glaube § 109); von Schopenhauer weiß der Messias des Philistertums
zu verkünden, daß man an eine so "ungesunde und unersprießliche"
Philosophie wie die Schopenhauersche keine Gründe, sondern höchstens
nur Worte und Scherze verschwenden dürfe. (David Strauß § 6.) Gesund
nennt der Philister nur das, was der Durchschnittsbildung entspricht.
Als sittliches Urgebot stellt Strauß den Satz auf: "Alles sittliche
Handeln ist ein Sichbestimmen des Einzelnen, nach der Idee der
Gattung." (Der alte und neue Glaube § 74.) Nietzsche erwidert
darauf: "Ins Deutliche und Greifbare übertragen heißt das nur:
lebe als Mensch und nicht als Affe oder Seehund. Dieser Imperativ
ist leider nur durchaus unbrauchbar und kraftlos, weil unter dem
Begriff Mensch das Mannigfaltigste zusammen im Joche geht, z. B. der
Patagonier und der Magister Strauß, und weil niemand wagen wird,
mit gleichem Rechte zu sagen: lebe als Patagonier! und: lebe als
Magister Strauß!" (Dav. Strauß § 7.)
Es ist ein Ideal, und zwar ein Ideal jämmerlichster Art, das Strauß
den Menschen vorsetzen will. Und Nietzsche protestiert dagegen; er
protestiert, weil in ihm ein lebhafter Instinkt ruft: lebe nicht,
wie der Magister Strauß, sondern lebe, wie es dir angemessen ist!
40.
Erst in der Schrift: "Menschliches, Allzumenschliches" (1878) erscheint
Nietzsche frei von dem Einflusse der Schopenhauerschen Denkweise. Er
hat es aufgegeben, übernatürliche Ursachen für die natürlichen
Ereignisse zu suchen; er strebt nach natürlichen Erklärungsgründen. Er
sieht jetzt alles Menschenleben als eine Art natürlichen Geschehens an;
in dem Menschen sieht er das höchste Naturprodukt. Man lebt "zuletzt
unter den Menschen und mit sich wie in der Natur, ohne Lob, Vorwürfe,
Ereiferung, an vielem sich wie an einem Schauspiel weidend, vor dem
man sich bisher nur zu fürchten hatte. Man wäre die Emphasis los und
würde die Anstachelung des Gedankens, daß man nicht nur Natur oder mehr
als Natur sei, nicht weiter empfinden ..... es muß ein Mensch, von dem
in solchem Maße die gewöhnlichen Fesseln des Lebens abgefallen sind,
daß er nur deshalb weiter lebt, um immer besser zu erkennen, auf alles,
ja fast auf alles, was bei den anderen Menschen Wert hat, ohne Neid und
Verdruß verzichten können; ihm muß als der wünschenswerteste Zustand
jenes freie, furchtlose Schweben über Menschen, Sitten, Gesetzen und
den herkömmlichen Schätzungen der Dinge genügen." (Menschliches I. §
84.) Nietzsche hat bereits allen Glauben an Ideale aufgegeben; er sieht
in den menschlichen Handlungen nur noch Folgen natürlicher Ursachen,
und in dem Erkennen dieser Ursachen findet er seine Befriedigung. Er
findet, daß man eine unrichtige Vorstellung von den Dingen bekommt,
wenn man bloß das an ihnen sieht, was von dem Lichte der idealistischen
Erkenntnis beleuchtet wird. Es entgeht einem dann das, was von den
Dingen im Schatten liegt. Nietzsche will jetzt nicht nur die Sonnen-,
sondern auch die Schattenseite der Dinge kennen lernen. Aus diesem
Streben ging die Schrift: "Der Wanderer und sein Schatten" hervor
(1879). Er will in diesem Buche die Erscheinungen des Lebens von allen
Seiten erfassen. Er ist "Wirklichkeitsphilosoph" im besten Sinne des
Wortes geworden.
In der "Morgenröte" (1881) schildert er den moralischen Prozeß in der
Menschheitsentwickelung als einen Naturvorgang. Schon in dieser Schrift
zeigt er, daß es keine überirdische sittliche Weltordnung, keine
ewigen Gesetze des Guten und Bösen giebt, und daß alle Sittlichkeit
entsprungen ist aus den in den Menschen waltenden natürlichen Trieben
und Instinkten. Nun war die Bahn frei gemacht für den originellen
Wandergang Nietzsches. Wenn keine außermenschliche Macht dem Menschen
eine bindende Verpflichtung auferlegen kann, dann ist er berechtigt,
das eigene Schaffen frei walten zu lassen. Diese Erkenntnis ist das
Leitmotiv der "fröhlichen Wissenschaft" (1882). Keine Fessel ist nun
dieser "freien" Erkenntnis Nietzsches mehr angelegt. Er fühlt sich
berufen, neue Werte zu schaffen, nachdem er den Ursprung der alten
erkannt und gefunden hat, daß sie nur menschliche, keine göttlichen
Werte sind. Er wagt es jetzt, das zu verwerfen, was seinen Instinkten
widerspricht, und anderes an die Stelle zu setzen, was seinen
Trieben gemäß ist: "Wir Neuen, Namenlosen, Schlechtverständlichen,
wir Frühgeburten einer noch unbewiesenen Zukunft -- wir bedürfen zu
einem neuen Zwecke auch eines neuen Mittels, nämlich einer neuen
Gesundheit, einer stärkeren, gewitzteren, zäheren, verwegeneren,
lästigeren, als alle Gesundheiten bisher waren. Wessen Seele darnach
dürstet, den ganzen Umfang der bisherigen Werte und Wünschbarkeiten
erlebt und alle Künste dieses idealischen "Mittelmeeres" umschifft zu
haben, wer aus den Abenteuern der eigensten Erfahrungen wissen will,
wie es einem Eroberer und Entdecker des Ideals zu Mute ist ... der
hat zu allererst Eins nötig, die große Gesundheit .... Und nun,
nachdem wir lange dergestalt unterwegs waren, wir Argonauten des
Ideals, mutiger vielleicht, als klug ist ... will es uns scheinen,
als ob wir, zum Lohn dafür, ein noch unentdecktes Land vor uns haben
.... Wie könnten wir uns, nach solchen Ausblicken und mit einem
solchen Heißhunger in Gewissen und Wissen, noch am gegenwärtigen
Menschen genügen lassen!" (Fröhliche Wissenschaft § 382.)
41.
Aus der in den vorstehenden Sätzen charakterisierten Stimmung heraus
erwuchs Nietzsche das Bild seines Übermenschen. Es ist das Gegenbild
des Gegenwartsmenschen; es ist vor allem das Gegenbild des Christen. Im
Christentum ist der Widerspruch gegen die Pflege des starken Lebens
Religion geworden. (Antichrist § 5.) Der Stifter dieser Religion
lehrte: daß vor Gott das verächtlich ist, was vor den Menschen
Wert hat. In dem "Gottesreich" will der Christ alles verwirklicht
finden, was ihm auf Erden mangelhaft erscheint. Das Christentum ist
die Religion, die dem Menschen alle Sorge für das irdische Leben
benehmen will; es ist die Religion der Schwachen, die sich gerne als
Gebot vorsetzen lassen: "Widerstrebe nicht dem Bösen und dulde alles
Ungemach", weil sie nicht stark genug sind zum Widerstande. Der Christ
hat keinen Sinn für die vornehme Persönlichkeit, die aus ihrer eigenen
Wirklichkeit ihre Kraft schöpfen will. Er glaubt, der Blick für das
Menschenreich verderbe die Sehkraft für das Gottesreich. Auch die
vorgeschritteneren Christen, die nicht mehr glauben, daß sie am Ende
der Tage in ihrer leibhaftigen Gestalt wieder auferstehen werden, um
entweder in das Paradies aufgenommen oder in die Hölle verstoßen zu
werden, träumen von "göttlicher Vorsehung", von einer "übersinnlichen"
Ordnung der Dinge. Auch sie sind der Ansicht, daß sich der Mensch
über seine bloß irdischen Ziele erheben und in ein ideales Reich
einfügen müsse. Sie glauben, daß das Leben einen rein geistigen
Hintergrund habe, und daß es erst dadurch einen Wert erhalte. Nicht
die Instinkte für Gesundheit, Schönheit, Wachstum, Wohlgeratenheit,
Dauer, für Häufung von Kräften will das Christentum pflegen, sondern
den Haß gegen den Geist, gegen Stolz, Mut, Vornehmheit, gegen das
Selbstvertrauen und die Freiheit des Geistes, den Haß gegen die Freuden
der sinnlichen Welt, gegen die Freude und Heiterkeit der Wirklichkeit,
in der der Mensch lebt. (Antichrist § 21.) Das Christentum bezeichnet
das Natürliche geradezu als "verwerflich". Im christlichen Gotte
ist ein jenseitiges Wesen, d. h. ein Nichts vergöttlicht, es ist
der Wille zum Nichts heilig gesprochen. (Antichrist § 18.) Deshalb
bekämpft Nietzsche im ersten Buche seiner "Umwertung aller Werte"
das Christentum. Und er wollte im zweiten und dritten Buche auch
die Philosophie und Moral der Schwachen bekämpfen, die sich nur in
der Rolle von Abhängigen wohlgefallen. Weil der Typus des Menschen,
den Nietzsche gezüchtet sehen will, das diesseitige Leben nicht
gering schätzt, sondern dieses Leben mit Liebe umfaßt und es zu hoch
stellt, um glauben zu können, daß es nur einmal gelebt werden solle,
deshalb ist er nach "der Ewigkeit brünstig" (Zarathustra, 3. Teil,
die sieben Siegel) und möchte, daß dieses Leben unendlich oft gelebt
werden könne. Nietzsche läßt seinen "Zarathustra" den "Lehrer der
ewigen Wiederkunft" sein. "Siehe, wir wissen ....., daß alle Dinge ewig
wiederkehren und wir selber mit, und daß wir schon ewige Male dagewesen
sind, und alle Dinge mit uns." (Zarath. 3. Teil, der Genesende.) Eine
bestimmte Meinung darüber zu haben, welche Vorstellung Nietzsche mit
dem Worte "ewige Wiederkunft" verknüpfte, scheint mir gegenwärtig
nicht möglich zu sein. Man wird darüber erst Genaueres sagen können,
wenn die Aufzeichnungen Nietzsches zu den unvollendeten Teilen seines
"Willens zur Macht" in der zweiten Abteilung der Gesamtausgabe seiner
Werke vorliegen werden.