Ja wie leicht wäre alles für den Glauben, könnte der Mensch sich nur
gewöhnen, in dem Wort, womit er seit mehr als tausend Jahren spielt, daß
er in Gott lebt und webt und ist, mehr als ein Wort zu sehen. Dann ist
der Glaube an Gottes und sein eigenes ewiges Leben nur #einer#, er sieht
sein eigenes ewiges Leben zum ewigen Leben Gottes selbst gehörig, und in
der Höhe seines künftigen über seinen jetzigen Leben nur einen höhern
Aufbau über einem niedern in Gott, wie er selbst schon solchen in sich
hat; er faßt am kleinen Beispiel das Höhere und im Zusammenhange beider
das Ganze, wovon er nur der Teil.
Die Anschauung in dir zerrinnt, und die Erinnerung steigt daraus in dir
auf; dein ganzes diesseitiges Anschauungsleben in Gott zerrinnt, und ein
höheres Erinnerungsleben steigt daraus in Gott auf; und wie die
Erinnerungen in deinem Haupte, verkehren die Geister des Jenseits im
göttlichen Haupte. Nur eine Stufe über der Stufe derselben Treppe, die
nicht zu Gott, sondern in Gott aufwärts führt, der in sich zugleich den
Grund und Gipfel hat. Wie leer war Gott mit jenem leer gedachten Worte,
wie reich ist Gott mit seinem vollen Sinne.
Weißt du denn, wie das Jenseits der Anschauungen in deinem Geiste
möglich ist? Du weißt nur, daß es wirklich ist; doch nur in einem Geiste
ist es möglich. Also kannst du auch leicht, unwissend wie es möglich
ist, an die Wirklichkeit eines Jenseits deines ganzen Geistes in einem
höhern Geiste glauben; du mußt nur glauben, daß ein höherer Geist ist
und daß du in ihm bist.
Und wieder: wie leicht wäre alles für den Glauben, wenn der Mensch sich
gewöhnen könnte, eine Wahrheit in dem zweiten Worte zu sehen, daß Gott
in allem lebt und webt und ist. Dann ist es nicht eine tote, sondern
eine durch Gott lebendige Welt, aus welcher der Mensch sich seinen
künftigen Leib erbaut und damit ein neues Haus in Gottes Haus
hineinbaut.
Wenn aber wird dieser lebendig machende Glaube lebendig werden?
Daß er lebendig macht, wird ihn lebendig machen.