und die Pollenzellen werden nach der modernen Nomenklatur als »Gameten«,
ihre Verschmelzungsprodukte als »Zygoten« bezeichnet, und zwar die
Produkte gleichveranlagter Gameten als »Homozygoten«, jene
verschiedenveranlagter als »Heterozygoten« (_W. Bateson_). Die daraus
sich entwickelnden Individuen werden als innerlich homogen oder
homozygotisch bezeichnet, somit als durchwegs gleichartige
Geschlechtszellen produzierend, bzw. als innerlich inhomogen oder
heterozygotisch, somit Geschlechtszellen verschiedener Art liefernd. Je
nach der ungleichen Veranlagungsweise in einer oder in mehreren Anlagen
unterscheidet man einfach heterozygotisch, zweifach heterozygotisch,
dreifach heterozygotisch usw. Im allgemeinen verrät sich der
heterozygotische Zustand durch sinnfällige Spaltung in der Deszendenz d.
h. durch Hervorbringung einer verschiedengestaltigen Nachkommenschaft.
-- Die von _Mendel_ gewählte mathematische Bezeichnung wird seitens der
Faktorentheorie in dem modifizierten Sinne verwendet, dass -- da
ausschliesslich Besitz und Mangel eines Faktors, nicht zwei verschiedene
positive Anlagen einander gegenübergestellt werden (Presence -- Absence
Hypothese) -- mit grossen Buchstaben (_A_, _B_, _C_) der Besitz, mit
kleinen (_a_, _b_, _c_) der Mangel bezeichnet wird. Demnach würde für
das Beispiel _Mendel's_ (rund--kantig, gelb--grün) die moderne
Formulierung lauten:
Form I (Samenpflanze): Form II (Pollenpflanze):
_A_ (Faktor für rund bzw. _a_ (betr. Faktor fehlend).
Stärkebildung vorhanden,
»epistatisch«).
_B_ (Faktor für kantig bzw. sog. _B_ (betr. Faktor vorhanden).
Zuckerbildung vorhanden,
jedoch in verdrängtem
»hypostatischen« Zustand).
_C_ (Faktor für Gelb vorhanden, _c_ (betr. Faktor fehlend).
»epistatisch«).
_D_ (Faktor für Grün vorhanden, _D_ (betr. Faktor vorhanden).
jedoch in verdrängtem
»hypostatischen« Zustand).
Heterozygoten:
_ABCDaBcD_, die Hybriden = I. Mischlingsgeneration liefernd.
Von dieser produzierte Gameten (32):
_ABCD_, _ABcD_, _aBCD_, _aBcD_ -- je 4 [fem.] und je 4 [masc.].
Davon gebildete Zygoten (16), die II. Mischlingsgeneration liefernd:
_ABCDABCD_ | _aBCDaBCD_ | _ABcDABcD_ | _aBcDaBcD_
homozygotisch | homozygotisch | homozygotisch | homozygotisch
| | |
2 _ABCDABcD_ | 2 _aBCDaBcD_ | 2 _ABcDaBcD_ |
einf. het. zyg. | einfach | einfach |
| heterozygotisch | heterozygotisch |
2 _ABCDaBCD_ | | |
einf. het. zyg. | | |
| | |
4 _ABCDaBcD_ | | |
zweif. het. zyg. | | |
| | |
Aussehen: | | |
gelb rund | gelb kantig | grün rund | grün kantig
9 | 3 | 3 | 1
[20] _Zu S. 30._ Vgl. Anmerkung 10.
[21] _Zu S. 33._ Vgl. Anmerkung 9.
[22] _Zu S. 33._ Vgl. Anmerkung 9.
[23] _Zu S. 35._ Damit erscheint im Prinzipe die Zurückführung der sog.
weiteren Spaltungsverhältnisse 15 : 1, 63 : 1, 255 : 1 auf eine
Verschiedenheit in 2, 3, 4 Elementen oder Faktoren ausgesprochen, auf
eine dihybride, trihybride, bzw. polyhybride Bastardierung -- im
Gegensatze zu der durch die Spaltungsverhältnisse 3 : 1 oder 1 : 2 : 1
charakterisierten einfaktorigen oder monohybriden Bastardierung (nach
_Nilsson-Ehle_). Neben der Möglichkeit, dass von den im Text genannten
Verbindungen »jede eine andere Farbe darstellt«, besteht die andere,
dass die einzelnen Faktoren von wesentlich =gleich=artiger Wirkung sind,
beispielsweise gleichartige Färbung von abgestufter Sättigung bewirken.
Die faktorenführenden Individuen stellen dann eine Stufenreihe dar. Eine
solche kann allerdings auch bei einfaktorigem Unterschied, also
bei monohybrider Bastardierung mit dem charakteristischen
Spaltungsverhältnis 3 : 1 vorkommen (von _Nilsson-Ehle_ auf eine
Nebenwirkung anderer Faktoren bezogen).
[24] _Zu S. 38._ Vgl. Anmerkung 3 und die Abhandlung II.
[25] _Zu S. 40._ Hier sei daran erinnert, dass zuerst _A. v. Kerner_ die
Theorie einer Vervielfältigung der Arten durch Erzeugung
samenbeständiger Bastarde von unverminderter Fruchtbarkeit aufgestellt
hat. Vgl. Pflanzenleben. Die Bedeutung der Bastardierung verschiedener
Arten als einer der Faktoren für die Neubildung konstanter Formen
erhellt aus den Arbeiten von _Focke_ über Rubus (1877), _Rosen_ über
Erophila (1889), _Malinvaud_ über Mentha (1898), _v. Wettstein_
bezüglich einzelner Fälle bei Euphrasia, Gentiana und Sempervivum (1896,
1897, 1901) und von _Solms-Laubach_ über Tulpen (1899).
[26] _Zu S. 50._ An der Bastardnatur der von _Mendel_ beobachteten,
leider nicht detailliert beschriebenen Formen ist[H] -- trotz der
Feststellung des Vorkommens von ungeschlechtlicher Fortpflanzung bei
Hieracium durch _C. Ostenfeld_ und _C. Raunkiaer_ -- durchaus nicht zu
zweifeln. Als Charakteristica seien nach _Mendel_ hervorgehoben: in
erster Linie Mehrgestaltigkeit (Pleiotypie) der ersten Generation -- mit
Ausnahme von 2 einförmigen Hieraciumbastarden --, teils Mittelstellung,
teils Reinausprägung der konkurrierenden Elternmerkmale, jedoch
selbständige Neukombinierung von Merkmalen. Nach der Faktorentheorie
lässt echte Mehrgestaltigkeit, d. h. Bestehen der I. Generation aus
differenten Typen mit charakteristischverschiedener Deszendenz auf einen
heterozygotischen Charakter, bzw. auf Bastardierungsherkunft der einen
oder gar beider Elternformen schliessen. Für Hieracium erscheint diese
Deutung gestützt durch die sichtliche Neigung zur Bastardierung schon in
der freien Natur. (Vgl. _H. Zahn_, Allg. bot. Zeitschr. v. A. Kneucker,
Nov. 1904.) Daneben ist allerdings nach _Correns_, wenigstens für
gewisse Fälle, an die Möglichkeit zu denken, dass _Mendel_ zwar
äusserlich gleich erscheinende, jedoch innerlich oder kryptomer, bzw. in
ihrem Faktorengehalte verschiedene Individuen, wie sie bei der normalen
Aufspaltung in zahlreichen Fällen mehrfaktoriger Bastardierung bereits
festgestellt sind, zur Pollengewinnung benützte. -- In zweiter Linie
erscheinen _Mendel's_ Hieraciumbastarde charakterisiert durch
Konstantbleiben der einzelnen Typen, also durch anscheinendes Fehlen von
Spaltung. Dieses auffällige Verhalten könnte allerdings, z. T.
wenigstens, durch ungeschlechtliche, bzw. apogame Fortpflanzung der
einzelnen Typen der echten Bastarde erster Generation vorgetäuscht
worden sein.
[H] Von _Mendel_ selbst sind 6 veröffentlicht, von _A. Peter_ (Ueber
spontane und künstliche Gartenbastarde der Piloselloiden etc. der
Gattung Hieracium Sect. Piloseloides. Englers botan. Jahrb. Bd. V.
J. 2, 3, 5 und Bd. VI. J. 2. 1884 -- Vgl. auch _C. v. Nägeli_ und
_A. Peter_, die Hieracien Mitteleuropas, Monographische Bearbeitung.
1885) weitere 4, von _Mendel_ wirklich dargestellt 21, und zwar zum
Theil in sehr zahlreichen Exemplaren, vgl. _C. Correns_ a. a. O.
S. 248-252.
[27] _Zu S. 51._ _A. v. Kerner_ hat -- was wohl zu weit geht -- eine
besondere Beschränkung der Fruchtbarkeit für Bastarde überhaupt
bestritten. Immerhin bleibt die Möglichkeit einer Steigerung der in
gewissen Fällen zweifellos zu Anfang verminderten Fruchtbarkeit in
späteren Generationen bestehen, worauf die obige Beobachtung _Mendel's_
hinweist. Analoges haben _v. Wettstein_ an einem Bastard von Sempervivum
alpinum × arachnoideum und _v. Tschermak_ am Bastarde Phaseolus vulgaris
× multiflorus beobachtet.
[28] _Zu S. 52._ Leider ist diese Absicht nicht zur Ausführung gekommen.
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Druck Breitkopf & Härtel, Leipzig.
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und auf Seite 66 das Symbol für "männlich" durch [masc.]
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Unterstrichen (_Text_) und fett gedruckter Text mit Dollarzeichen
($Text$) markiert.
Das Zeichen ^ wurde benutzt um hochgestellte Zeichen zu markieren.
Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem
Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
S. III: Abhandlungen. I. Bluten -> Blüthen
S. 3: endgültige Endscheidung -> Entscheidung
S. 4: Vorgelegt in den -> (Vorgelegt in den
S. 5: als nothwendig, daß -> dass
S. 7: saccharatum). -> saccharatum);
S. 10: Verbindung mit violettrother -> violett-rother
S. 13: brachten 705 violettrothe -> violett-rothe
S. 31: an der Befruchtung Theil -> theil
S. 51: Die aus Selbstbefruchtung -> 3. Die aus Selbstbefruchtung
S. 62: erfolgt in den Blüten -> Blüthen
S. 63: in einzelnen Blüten -> Blüthen
S. 66: epistatisch«.) -> epistatisch«).
S. 66: epistastisch -> epistatisch
S. 66: Möglichkeit, dass von dem -> den
End of Project Gutenberg's Versuche über Pflanzenhybriden, by Gregor Mendel