[19] _Zu S. 25._ (Zur 2. Formelgruppe.) Die Keimzellen bzw. Eizellen

und die Pollenzellen werden nach der modernen Nomenklatur als »Gameten«,

ihre Verschmelzungsprodukte als »Zygoten« bezeichnet, und zwar die

Produkte gleichveranlagter Gameten als »Homozygoten«, jene

verschiedenveranlagter als »Heterozygoten« (_W. Bateson_). Die daraus

sich entwickelnden Individuen werden als innerlich homogen oder

homozygotisch bezeichnet, somit als durchwegs gleichartige

Geschlechtszellen produzierend, bzw. als innerlich inhomogen oder

heterozygotisch, somit Geschlechtszellen verschiedener Art liefernd. Je

nach der ungleichen Veranlagungsweise in einer oder in mehreren Anlagen

unterscheidet man einfach heterozygotisch, zweifach heterozygotisch,

dreifach heterozygotisch usw. Im allgemeinen verrät sich der

heterozygotische Zustand durch sinnfällige Spaltung in der Deszendenz d.

h. durch Hervorbringung einer verschiedengestaltigen Nachkommenschaft.

-- Die von _Mendel_ gewählte mathematische Bezeichnung wird seitens der

Faktorentheorie in dem modifizierten Sinne verwendet, dass -- da

ausschliesslich Besitz und Mangel eines Faktors, nicht zwei verschiedene

positive Anlagen einander gegenübergestellt werden (Presence -- Absence

Hypothese) -- mit grossen Buchstaben (_A_, _B_, _C_) der Besitz, mit

kleinen (_a_, _b_, _c_) der Mangel bezeichnet wird. Demnach würde für

das Beispiel _Mendel's_ (rund--kantig, gelb--grün) die moderne

Formulierung lauten:

Form I (Samenpflanze): Form II (Pollenpflanze):

_A_ (Faktor für rund bzw. _a_ (betr. Faktor fehlend).

Stärkebildung vorhanden,

»epistatisch«).

_B_ (Faktor für kantig bzw. sog. _B_ (betr. Faktor vorhanden).

Zuckerbildung vorhanden,

jedoch in verdrängtem

»hypostatischen« Zustand).

_C_ (Faktor für Gelb vorhanden, _c_ (betr. Faktor fehlend).

»epistatisch«).

_D_ (Faktor für Grün vorhanden, _D_ (betr. Faktor vorhanden).

jedoch in verdrängtem

»hypostatischen« Zustand).

Heterozygoten:

_ABCDaBcD_, die Hybriden = I. Mischlingsgeneration liefernd.

Von dieser produzierte Gameten (32):

_ABCD_, _ABcD_, _aBCD_, _aBcD_ -- je 4 [fem.] und je 4 [masc.].

Davon gebildete Zygoten (16), die II. Mischlingsgeneration liefernd:

_ABCDABCD_ | _aBCDaBCD_ | _ABcDABcD_ | _aBcDaBcD_

homozygotisch | homozygotisch | homozygotisch | homozygotisch

| | |

2 _ABCDABcD_ | 2 _aBCDaBcD_ | 2 _ABcDaBcD_ |

einf. het. zyg. | einfach | einfach |

| heterozygotisch | heterozygotisch |

2 _ABCDaBCD_ | | |

einf. het. zyg. | | |

| | |

4 _ABCDaBcD_ | | |

zweif. het. zyg. | | |

| | |

Aussehen: | | |

gelb rund | gelb kantig | grün rund | grün kantig

9 | 3 | 3 | 1

[20] _Zu S. 30._ Vgl. Anmerkung 10.

[21] _Zu S. 33._ Vgl. Anmerkung 9.

[22] _Zu S. 33._ Vgl. Anmerkung 9.

[23] _Zu S. 35._ Damit erscheint im Prinzipe die Zurückführung der sog.

weiteren Spaltungsverhältnisse 15 : 1, 63 : 1, 255 : 1 auf eine

Verschiedenheit in 2, 3, 4 Elementen oder Faktoren ausgesprochen, auf

eine dihybride, trihybride, bzw. polyhybride Bastardierung -- im

Gegensatze zu der durch die Spaltungsverhältnisse 3 : 1 oder 1 : 2 : 1

charakterisierten einfaktorigen oder monohybriden Bastardierung (nach

_Nilsson-Ehle_). Neben der Möglichkeit, dass von den im Text genannten

Verbindungen »jede eine andere Farbe darstellt«, besteht die andere,

dass die einzelnen Faktoren von wesentlich =gleich=artiger Wirkung sind,

beispielsweise gleichartige Färbung von abgestufter Sättigung bewirken.

Die faktorenführenden Individuen stellen dann eine Stufenreihe dar. Eine

solche kann allerdings auch bei einfaktorigem Unterschied, also

bei monohybrider Bastardierung mit dem charakteristischen

Spaltungsverhältnis 3 : 1 vorkommen (von _Nilsson-Ehle_ auf eine

Nebenwirkung anderer Faktoren bezogen).

[24] _Zu S. 38._ Vgl. Anmerkung 3 und die Abhandlung II.

[25] _Zu S. 40._ Hier sei daran erinnert, dass zuerst _A. v. Kerner_ die

Theorie einer Vervielfältigung der Arten durch Erzeugung

samenbeständiger Bastarde von unverminderter Fruchtbarkeit aufgestellt

hat. Vgl. Pflanzenleben. Die Bedeutung der Bastardierung verschiedener

Arten als einer der Faktoren für die Neubildung konstanter Formen

erhellt aus den Arbeiten von _Focke_ über Rubus (1877), _Rosen_ über

Erophila (1889), _Malinvaud_ über Mentha (1898), _v. Wettstein_

bezüglich einzelner Fälle bei Euphrasia, Gentiana und Sempervivum (1896,

1897, 1901) und von _Solms-Laubach_ über Tulpen (1899).

[26] _Zu S. 50._ An der Bastardnatur der von _Mendel_ beobachteten,

leider nicht detailliert beschriebenen Formen ist[H] -- trotz der

Feststellung des Vorkommens von ungeschlechtlicher Fortpflanzung bei

Hieracium durch _C. Ostenfeld_ und _C. Raunkiaer_ -- durchaus nicht zu

zweifeln. Als Charakteristica seien nach _Mendel_ hervorgehoben: in

erster Linie Mehrgestaltigkeit (Pleiotypie) der ersten Generation -- mit

Ausnahme von 2 einförmigen Hieraciumbastarden --, teils Mittelstellung,

teils Reinausprägung der konkurrierenden Elternmerkmale, jedoch

selbständige Neukombinierung von Merkmalen. Nach der Faktorentheorie

lässt echte Mehrgestaltigkeit, d. h. Bestehen der I. Generation aus

differenten Typen mit charakteristischverschiedener Deszendenz auf einen

heterozygotischen Charakter, bzw. auf Bastardierungsherkunft der einen

oder gar beider Elternformen schliessen. Für Hieracium erscheint diese

Deutung gestützt durch die sichtliche Neigung zur Bastardierung schon in

der freien Natur. (Vgl. _H. Zahn_, Allg. bot. Zeitschr. v. A. Kneucker,

Nov. 1904.) Daneben ist allerdings nach _Correns_, wenigstens für

gewisse Fälle, an die Möglichkeit zu denken, dass _Mendel_ zwar

äusserlich gleich erscheinende, jedoch innerlich oder kryptomer, bzw. in

ihrem Faktorengehalte verschiedene Individuen, wie sie bei der normalen

Aufspaltung in zahlreichen Fällen mehrfaktoriger Bastardierung bereits

festgestellt sind, zur Pollengewinnung benützte. -- In zweiter Linie

erscheinen _Mendel's_ Hieraciumbastarde charakterisiert durch

Konstantbleiben der einzelnen Typen, also durch anscheinendes Fehlen von

Spaltung. Dieses auffällige Verhalten könnte allerdings, z. T.

wenigstens, durch ungeschlechtliche, bzw. apogame Fortpflanzung der

einzelnen Typen der echten Bastarde erster Generation vorgetäuscht

worden sein.

[H] Von _Mendel_ selbst sind 6 veröffentlicht, von _A. Peter_ (Ueber

spontane und künstliche Gartenbastarde der Piloselloiden etc. der

Gattung Hieracium Sect. Piloseloides. Englers botan. Jahrb. Bd. V.

J. 2, 3, 5 und Bd. VI. J. 2. 1884 -- Vgl. auch _C. v. Nägeli_ und

_A. Peter_, die Hieracien Mitteleuropas, Monographische Bearbeitung.

1885) weitere 4, von _Mendel_ wirklich dargestellt 21, und zwar zum

Theil in sehr zahlreichen Exemplaren, vgl. _C. Correns_ a. a. O.

S. 248-252.

[27] _Zu S. 51._ _A. v. Kerner_ hat -- was wohl zu weit geht -- eine

besondere Beschränkung der Fruchtbarkeit für Bastarde überhaupt

bestritten. Immerhin bleibt die Möglichkeit einer Steigerung der in

gewissen Fällen zweifellos zu Anfang verminderten Fruchtbarkeit in

späteren Generationen bestehen, worauf die obige Beobachtung _Mendel's_

hinweist. Analoges haben _v. Wettstein_ an einem Bastard von Sempervivum

alpinum × arachnoideum und _v. Tschermak_ am Bastarde Phaseolus vulgaris

× multiflorus beobachtet.

[28] _Zu S. 52._ Leider ist diese Absicht nicht zur Ausführung gekommen.

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Druck Breitkopf & Härtel, Leipzig.

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und auf Seite 66 das Symbol für "männlich" durch [masc.]

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Unterstrichen (_Text_) und fett gedruckter Text mit Dollarzeichen

($Text$) markiert.

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Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem

Originaltext vorgenommenen Korrekturen.

S. III: Abhandlungen. I. Bluten -> Blüthen

S. 3: endgültige Endscheidung -> Entscheidung

S. 4: Vorgelegt in den -> (Vorgelegt in den

S. 5: als nothwendig, daß -> dass

S. 7: saccharatum). -> saccharatum);

S. 10: Verbindung mit violettrother -> violett-rother

S. 13: brachten 705 violettrothe -> violett-rothe

S. 31: an der Befruchtung Theil -> theil

S. 51: Die aus Selbstbefruchtung -> 3. Die aus Selbstbefruchtung

S. 62: erfolgt in den Blüten -> Blüthen

S. 63: in einzelnen Blüten -> Blüthen

S. 66: epistatisch«.) -> epistatisch«).

S. 66: epistastisch -> epistatisch

S. 66: Möglichkeit, dass von dem -> den

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Versuche über Pflanzenhybriden · 第 6 / 6 段