Verzeichnis

der zum Kammweg führenden Eisenbahnen, der Anschlußbahnen und jener

Bahnstationen, von denen der Kammweg am gelegensten zu erreichen ist.

=1. K. k. priv. österreichische Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn.=

Strecke Pardubitz-Reichenberg-Seidenberg.

=Einbruchstationen=: Liebenau, Reichenau, Radl,

Langenbruck-Hermannstal, Heinersdorf, Reichenberg.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Pardubitz-Deutschbrod-Wien der

öst. Nordwestbahn; ~b~) Pardubitz-Brünn-Wien der öst.

Staatseisenbahngesellschaft, mit den Anschlüssen: B.

Trübau-Olmütz derselben Bahn. Olmütz-Jägerndorf-Troppau der k.

k. öst. Staatsbahnen, Olmütz-Prerau-Troppau-Oderberg der Kaiser

Ferdinands-Nordbahn und Jägerndorf-Leobschütz-Ratibor-Kattowitz

der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~)

Königgrätz-Geiersberg-Mittelwalde der öst. Nordwestbahn mit

den Anschlüssen: Wichstadtl-Lichtenau-Grulich-Hannsdorf und

Hannsdorf-Ziegenhals-Jägerndorf der k. k. öst. Stadtbahnen,

Ziegenhals-Neiße-Brieg und Mittelwalde-Glatz-Camenz-Breslau

der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~d~) Altpaka-Parschnitz der

öst. Nordwestbahn mit den Anschlüssen: Pelsdorf-Hohenelbe

und Trautenau-Freiheit-Johannisbad derselben Bahn,

Parschnitz-Liebau und Königshan-Schatzlar der südnorddeutschen

Verbindungsbahn; ~e~) Turnau-Prag der böhm. Nordbahn; ~f~)

Raspenau-Weisbach der Friedländer Bezirksbahnen; ~g~)

Friedland-Heinersdorf der Friedländer Bezirksbahnen mit den

Anschlüssen Heinersdorf-Greifenberg, Greifenberg-Kohlfurth

und Greifenberg-Löwenberg-Goldberg der kgl. preuß.

Staatsbahnen; ~h~) Friedland-Hermsdorf der Friedländer

Bezirksbahnen; ~i~) Seidenberg-Görlitz der kgl. preuß.

Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Görlitz-Lauban(-Marklissa),

Görlitz-Kohlfurth-Liegnitz-Breslau und Görlitz-Cottbus-Berlin

der kgl. preuß. Staatsbahnen.

=2. Reichenberg-Gablonz-Tannwald-Grüntaler Eisenbahn.= Strecke

Reichenberg-Grüntal.

=Einbruchstationen=: Röchlitz, Rosental, Reichenberg.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Morchenstern-Josefstal-Maxdorf

derselben Bahn: ~b~) Grüntal-Schreiberhau-Hirschberg der

königlich preußischen Staatsbahnen mit den Anschlüssen

Hirschberg-Greifenberg, Hirschberg-Schmiedeberg,

Hirschberg-Krummhübel, Hirschberg-Merzdorf-Ruhbank,

Merzdorf-Jauer, Merzdorf-Goldberg, Ruhbank-Liebau,

Ruhbank-Landeshut-Albendorf, Ruhbank-Landeshut-Schmiedeberg,

Fellhammer-Königszelt-Breslau, Fellhammer-Mittelsteine-Glatz

und Fellhammer-Halbstadt derselben Bahnen,

Halbstadt-Braunau-Mittelsteine der öst.-ung.

Staatseisenbahngesellschaft.

=3. K. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn.= Strecke

Reichenberg-Leipa-Teplitz.

=Einbruchstationen=: Deutschgabel, Lämberg-Markersdorf, Ringelshain,

Schönbach-Seifersdorf, Kriesdorf, Neuland, Christofsgrund, Karlswald,

Berzdorf, Rosental-Johannestal, Reichenberg.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Deutschgabel-Zwickau-Röhrsdorf

der böhm. Nordbahn; ~b~) Leipa-Prag der böhm. Nordbahn

mit den Anschlüssen unter 7 ~a~ und ~b~; ~c~)

Leipa-Röhrsdorf(-Zwickau)-Tannenberg und Leipa-Bensen-Tetschen

der böhm. Nordbahn; ~d~) Lokalbahn Leipa-Steinschönau;

~e~) Auscha-Wernstadt-Großpriesen der öst. Nordwestbahn

mit den Anschlüssen Leitmeritz-Wien und Leitmeritz-Außig

derselben Bahn; ~f~) Lobositz-Obernitz-Brüx der k. k. öst.

Staatsbahnen; ~g~) Teplitz-Komotau der Außig-Teplitzer

Eisenbahn mit den Anschlüssen: Dux-Bilin-Pilsen-Eisenstein

und Brüx-Moldau der k. k. öst. Staatsbahnen; ~h~)

Komotau-Eger-Franzensbad der Buschtiehrader Eisenbahn mit

den Anschlüssen: Komotau-Saaz, Komotau-Weipert-Reitzenhain,

Kaaden-Brunnersdorf-Kaschitz-Duppau, Chodau-Neudeck,

Neusattel-Elbogen und Falkenau-Graslitz-Klingental derselben

Bahn, Schlackenwert-Joachimstal, Karlsbad-Merkelsgrün,

Karlsbad-Marienbad, Karlsbad-Johanngeorgenstadt,

Tirschnitz-Schönbach, Eger-Pilsen, Plan-Tachau,

Tschernoschin-Schweißing-Haid und Asch-Roßbach der

k. k. öst. Staatsbahnen, Reitzenhain-Flöha-Chemnitz,

Weipert-Annaberg-Zwickau, Johanngeorgenstadt-Schwarzenberg

und Eger-Plauen der kgl. sächsischen Staatsbahnen,

Eger-Wiesau-Regensburg-München, Eger-Markt Redwitz-Nürnberg und

Eger-Oberkotzau-Hof der kgl. bairischen Staatsbahnen.

=4. Kgl. sächsische Staatsbahnen.= Strecke Reichenberg-Zittau-Ebersbach.

=Einbruchstationen=: Reichenberg, Machendorf, Kratzau, Weißkirchen,

Ketten, Grottau, Oberullersdorf, Zittau, Scheibe, Hainewalde,

Großschönau, Warnsdorf.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Zittau-Hermsdorf der kgl. sächs.

Staatsbahnen mit Anschluß Hermsdorf-Friedland der Friedländer

Bezirksbahnen; ~b~) Zittau-Görlitz der kgl. sächs.

Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Görlitz-Lauban(-Marklissa),

Görlitz-Liegnitz-Breslau und Görlitz-Cottbus-Berlin der

kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~) Zittau-Löbau der kgl. sächs.

Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Oderwitz-Eibau und

Löbau-Bautzen derselben Bahnen; ~d~) Ebersbach-Bischofswerda

der kgl. sächs. Staatsbahnen mit den Anschlüssen:

Wilthen-Bautzen, Niederneukirch-Schandau, Neustadt-Pirna und

Bischofswerda-Dresden der kgl. sächs. Staatsbahnen.

=5. Sekundärbahn Zittau-Oybin-Jonsdorf.= Strecke Zittau-Oybin-Jonsdorf.

=Einbruchstationen=: Zittau, Zittau-Vorstadt, Nieder-Olbersdorf,

Zeisigschenke, Bertsdorf, Bad Jonsdorf, Jonsdorf, Wittigschänke,

Teufelsmühle, Oybin.

=Anschlußbahnen=: Siehe unter 4 ~a-c~.

=6. K. k. priv. Böhmische Nordbahn.= Strecke Warnsdorf-Bodenbach.

=Einbruchstationen=: Bodenbach, Tetschen, Rabstein, B.

Kamnitz, Falkenau-Hillemühl, Falkenau, Tannenberg, Schönfeld,

Kreibitz-Teichstatt, Grund-Georgental, Niedergrund, Warnsdorf.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Bodenbach-Prag der öst.-ung.

Staatsbahngesellschaft mit den Anschlüssen:

Bodenbach-Komotau der k. k. Staatsbahnen, Außig-Komotau der

Außig-Teplitzer Eisenbahn (s. unter 3 ~g~), Komotau-Eger

der Buschtiehrader Eisenbahn (s. unter 3 ~h~); ~b~)

Bodenbach-Dresden-Riesa-Leipzig der kgl. sächsischen

Staatsbahnen (siehe unter 8); ~c~) Bensen-Leipa der böhm.

Nordbahn; ~d~) B. Kamnitz-Steinschönau derselben Bahn; ~e~)

Warnsdorf-Zittau-Reichenberg der kgl. sächs. Staatsbahnen.

=7. K. k. priv. Böhmische Nordbahn.= Strecke

Prag-Leipa-Georgswalde-Ebersbach.

=Einbruchstationen=: Neuhütte, Tannenberg, Schönfeld,

Kreibitz-Teichstatt, Schönlinde.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Prag-Wien, Prag-Budweis-Linz,

Prag-Pilsen-Furth und Stankau-Ronsperg der k. k.

öst. Staatsbahnen, Furth-Nürnberg der kgl. preuß.

Staatsbahnen; ~b~) Wschetat-Prziwor-Lissa-Wien und

Jungbunzlau-Nimburg-Wien der öst. Nordwestbahn; ~c~)

Röhrsdorf-Zwickau-Deutschgabel der böhm. Nordbahn mit Anschluß

der Strecke Deutschgabel-Reichenberg der Außig-Teplitzer

Eisenbahn (an Station Reichenberg siehe unter 1 und 2); ~d~)

Schönlinde-Herrnwalde-Nixdorf der k. k. öst. Staatsbahnen;

~e~) Rumburg-Nixdorf-Niedereinsiedel der böhm. Nordbahn mit

den Anschlüssen: Niedereinsiedel-Sebnitz, Sebnitz-Schandau

und Sebnitz-Niederneukirch der kgl. sächs. Staatsbahnen; ~f~)

Ebersbach-Löbau-Görlitz der kgl. sächs. Staatsbahnen; ~g~)

Ebersbach-Bischofswerda (siehe unter 4 ~d~).

=8. Kgl. sächsische Staatsbahnen.= Strecke

Bodenbach-Dresden-Riesa-Leipzig.

=Einbruchstationen=: Schandau, Schöna, Niedergrund, Obergrund,

Bodenbach.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Bodenbach-Prag (s. unter

6 a); ~b~) Schandau-Sebnitz der kgl. sächs.

Staatsbahnen; ~c~) Pirna-Dürrröhrsdorf derselben

Bahnen; ~d~) Sekundärbahn Pirna-Berggießhübel;

~e~) Sekundärbahn Mügeln-Geising-Altenberg; ~f~)

Sekundärbahn Dresden-Freiberg-Moldau; ~g~) Sekundärbahn

Dresden-Hainsberg-Kipsdorf; ~h~) Sekundärbahn

Dresden-Flöha-Olbernhau-Reitzenhain; ~i~) Dresden-Berlin

der kgl. sächs. und preuß. Staatsbahnen; ~k~)

Dresden-Chemnitz-Reichenbach i. V. der kgl. sächs. Staatsbahnen.

=9. K. k. priv. österreichische Nordwestbahn.= Strecke Wien-Tetschen.

=Einbruchsstation=: Tetschen.

=Anschlußbahnen=: ~a~) Kolin-Brünn-Wien der öst.-ung.

Staatseisenbahngesellschaft; ~b~) Prag-Wschetat-Prziwor der

böhm. Nordbahn; ~c~) Lokalbahn Großpriesen-Wernstadt-Auscha;

~d~) Tetschen-Leipa der böhm. Nordbahn.

=10. K. k. priv. österreichisch-ungarische

Staatseisenbahngesellschaft.= Strecke Wien-Prag-Bodenbach.

=Einbruchsstation=: Bodenbach.

=Anschlußbahnen=: ~a~) In B. Trübau (s. unter 1 ~b~);

~b~) Wildenschwert-Geiersberg derselben Bahn mit den

Anschlüssen: Geiersberg-Mittelwalde der öst. Nordwestbahn

und Mittelwalde-Glatz der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~)

Chotzen-Halbstadt derselben Bahn; ~d~) Kolin-Wien der öst.

Nordwestbahn; ~e~) in Bodenbach (s. unter 6 ~a~).

Jeschkenkoppe-Freudenhöhe (3½ Std.).

Die =Jeschkenkoppe= bildet den Mittelpunkt und zugleich die höchste

Erhebung (1010 _m_) des 24 _km_ (Luftlinie) langen und bis 7½ _km_

breiten Jeschkengebirges, d. i. jenes Teiles der Sudeten, der

beim Dorfe Paß am Trögelsberge beginnt, vom Isergebirge durchs

Neißetal geschieden wird, mit dem Kopainberge am Durchbruche der

Iser bei Kleinskal endet und einen südöstlich in fast gerader Linie

streichenden, sanftgewellten und steil abfallenden Wall mit einer

mittleren Kammhöhe von 800 _m_ darstellt, dessen nordwestliche Hälfte

bewaldet und in zwei Rücken gespalten ist, während die südöstliche

Hälfte einen einzigen, größtenteils kahlen Rücken bildet. Das

Jeschkengebirge gehört (nach Hübler's Führer) zu den ältesten Gebirgen;

die Gesteine, welche dasselbe zusammensetzen, gehören zum größeren

Teile der Urzeit -- nämlich dem Phyllit mit seinen untergeordneten

Einlagerungen (Quarzitschiefer, Kalkstein und Diorit) --, zum anderen

Teile (Przibramer Grauwacke und Schiefer, Gneisgranit, Rotliegendes)

der paläozoischen Zeit an. Den +Namen+ des Gebirges hat man von dem

keltischen ~ysga~ (kleiner Kopf), auch vom althochdeutschen ~asc~

(Esche) abzuleiten gesucht; doch dürfte die Ableitung vom slawischen

~jesenik~ (Eschengebirge) die wahrscheinlichste, weil natürlichste

sein, umsomehr, da auch das mährische »Gesenke« von demselben Worte

abgeleitet wird. Das Jeschkengebirge ist reich an +Sagen+; wie

das Riesengebirge seinen Rübezahl, so besitzt das Jeschkengebirge

seinen Jeschkengeist; mehrere Sagen von diesem und vom vorwitzigen

Schneiderlein knüpfen sich an das »Guckloch«, einen Quarzfelsen, der

auf der rechten Seite des Jeschkens wie ein Zahn hervorragt; sehr schön

sind auch die Sagen vom Zwergkönig und der Kriesdorfer Kuhhirtin, die

dessen Schätze erbte, vom Nachtjäger und von den Waldweiblein. Auch

an +naturgeschichtlichen Seltenheiten+ ist das Gebirge nicht arm; wir

erwähnen nur die prächtigen Kalkspatkrystalle und Tropfsteingebilde im

Heinersdorfer Kalkbruche, die tiefe Kalksinter-Kluft bei Padauchen,

die Achate bei Proschwitz und auf dem Jaberlich, sowie eine Reihe von

zumeist dem Hochgebirge angehörenden Pflanzen: Alpenlattich (~Homogyne

alpina Cass.~), Bergnelkenwurz (~Geum montanum L.~), eisenhutblättriger

Hahnenfuß (~Ranunculus aconitifolius L.~), echter Eisenhut (~Aconitum

Napellus L.~), Haller's Gänsekresse (~Arabis Halleri L.~), Gmelin's

Aufbart (~Epipogon aphyllus Sw.~), Riesengebirgs-Rispengras (~Poa

sudetica Haenke~), Knotenfuß (~Streptopus amplexifolius DC.~),

herzblättrige Zweiblatt-Orche (~Listera cordata R. Br.~), norwegisches

Ruhrkraut (~Gnaphalium norvegicum Gunn.~), ~Isopyrum thalictroides L.~

(Muschelblümchen), nicht zu vergessen einiger Flechten (~Cornicularia

tristis Ach.~ und ~Parmelia centrifuga Ach.~ als in erster Linie

erwähnenswert) und Moose (~Jungermannia orcadensis Hook.~ und ~Dicranum

congestum Brid. var. flexicaule Br. eur.~).

Die Koppe selbst besteht aus einem mächtigen Quarzitschieferlager,

dessen Trümmer die Abhänge besonders im Süden und Osten bedecken und

eine wahre Fundgrube für Lichenologen (Flechtenkenner) sind; die

Landkartenflechte (~Rhizocarpon geographicum DC.~), ist geradezu

charakteristisch. Auf der Südseite des Koppenkegels, wo vor einigen

Jahren Knieholz mit gutem Erfolge angepflanzt wurde, befindet sich

in einer mäßigen Vertiefung ein 1868, an Stelle einer seit 1847

dagestandenen Holzhütte, aus Holz erbautes, seit 1883 auch im Winter

bewohntes, zu Oberpassek nummeriertes +Gasthaus+ (telephonisch mit

Reichenberg verbunden, mit Nachtherberge für 20 Personen, von 1 ~K~

60 ~h~ aufwärts und 1855 angelegtem Fremdenbuche), an welches 1885

südwestlich vom D. Geb.-V. für das Jeschken- und Isergebirge eine

Glasveranda mit einem Fassungsraum für 200 Personen angebaut ist. Ein

daselbst angebrachter Briefkasten wird vom 1. Mai an täglich um 4 Uhr

Nachm. durch Postboten entleert. Nebst dem Gasthause befindet sich noch

auf der Koppe ein mit Eisen beschlagenes Häuschen mit guten Fernröhren,

ein riesiges, steinernes Kreuz, an dessen Stelle 1791 schon ein anderes

errichtet war, weiters als astronomisch-geodätischer Hauptpunkt zweiter

Ordnung ein Doppelwürfel mit der Aufschrift: »~Operatio astr. trigon.

imperante Francisco Josepho I.~«, endlich ein Denkstein an einen

Besuch des Fürsten Rohan, zu dessen Besitze die Südseite des Berges

gehört, während die Nordseite gräflich Clam-Gallas'scher Besitz ist.

Ein 1889 vom Gebirgsvereine an Stelle eines 1876 errichtet gewesen

Aussichtsgerüstes aufgestellter, 8 _m_ hoher, hölzerner Aussichtsturm

mit Orientierungskarten mußte Ende November 1904 abgetragen werden. Es

ist lebhaft zu bedauern, daß die Jeschkenkoppe, obwohl sie jährlich

von 15000 bis 20000 Personen besucht wird, immer noch nicht ein

würdiges Unterkunftshaus mit Aussichtswarte erhalten hat. Die Pläne

sind zwar da, doch kommt es zu keinem greifbaren Ergebnisse, da die

gräfl. Clam-Gallas'sche Herrschaft sich noch immer nicht zu einem

Neubaue entschließen kann. Und doch ist selbst im Winter der Besuch

so stark, daß an Sonntagen die Baude öfters überfüllt ist, trotzdem

nur +Rodelfahrten+, keine Hörnerschlittenfahrt vom Jeschken im

Schwunge ist, wie z. B. im benachbarten Isergebirge; es kann eben

letztere nur geübteren Touristen angeraten werden, da infolge der

Steilheit die Schlitten in sausendem Tempo zu Tal fahren und bei den

zahlreichen Biegungen und Furchen öfters ein Anfahren oder Umkippen

kaum zu vermeiden ist. Die Stadtgemeinde Reichenberg plant eine

mit elektrischer Kraft zu betreibende schmalspurige Kleinbahnlinie

vom Bahnhofe Reichenberg der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn die

Lastenstraße entlang nach Johannestal, Hanichen auf den Jeschken.

Die freie, isolierte Lage der Koppe macht sie zu einem Aussichtspunkte

vorzüglichster, geradezu idealer Art, der, was Großartigkeit, Umfang

und Mannigfaltigkeit der landschaftlichen Bilder anbelangt, mit den

Rundsichten der bedeutendsten Berggipfel des gesamten deutschen

Mittelgebirges, ja selbst mancher Punkte der Alpen, verglichen werden

kann. Man übersieht bis zu 113 _km_ Entfernung einen großen Teil von

Böhmen einerseits bis gegen Mähren und Baiern, andrerseits bis tief

in das benachbarte sächsische und preußische Gebiet hinein; durch das

Fernrohr wird die Grenze der +Aussicht+ in der Luftlinie sogar bis zum

Ödschloßberge bei Bergreichenstein im Böhmerwalde (145 _km_), bis zum

Keilberge im Erzgebirge (149 _km_), selbst bis zur Wallfahrtskirche

am Kremeschnik zwischen Pilgram und Iglau an der böhmisch-mährischen

Grenze (152 _km_) hinausgerückt. Der Glanzpunkt des Panoramas liegt

gegen West und Südwest auf das malerische Gewirr der vulkanischen

Bergkegel des Mittelgebirges.

Schon vom Vorraume der Koppenwirtschaft, wo das erst in neuerer Zeit

eingewanderte strahlenblumenlose Mutterkraut (~Matricaria discoidea

DC.~) üppig zu wuchern pflegt, bietet sich ein herrliches Bild, das man

sich, einige Schritte weiter, auf der gegen Norden steil abfallenden

Plattform, wo das große Kreuz steht, zum Rundbilde ergänzen kann.

Ein willkommenes Andenken und ein erwünschtes verläßliches

Orientierungsmittel ist das von Leopold Ullrich aufgenommene, von Karl

Bertrand in Stahl gestochene, von A. Schöpfer in Reichenberg 1884

verlegte »Panorama vom Jeschken« auf vier großen Blättern. Darauf seien

alle Jene verwiesen, die sich eingehender unterrichten wollen; im

Nachstehenden können wir nur ein gedrängtes Bild des Sichtbaren geben.

Nordost: Zu unseren Füßen Ober- und Niederhanichen, weiter

Johannestal, l. davon Franzendorf vor der malerisch

ausgedehnten Stadt Reichenberg, die sich von keiner Seite

so günstig zeigt; l. von Franzendorf liegt Berzdorf hinter

Karolinsfeld; r. von Reichenberg das reich besiedelte,

industriereiche Neißetal mit Röchlitz, Maffersdorf, Proschwitz

und Gablonz; dahinter das Isergebirge, u. zw. gerade hinter

Reichenberg im Hintergrunde das Taubenhaus mit Vogelkoppen

(l. daneben) und Mittagsberg, im Vordergrunde der hohe Berg,

tiefer der Turm der Hohenhabsburg neben dem Schmidtsteine;

l. von der Hohenhabsburg der Drachenberg vor der Langen

Farbe, r. von jener der Friedrichswalder Kamm mit Königshöhe

(Turm) und Seibthübel (Turm), weiter Schwarzeberg, dann

Sieghübel; weiter rückwärts l. hinten die Tafelfichte (an

ihrem r. Abhange, über dem Wittigberge, geht am längsten Tage

die Sonne auf), dann der Hinterberg und der Hochstein. Ost:

R. von Hanichen liegt Eichicht; hinten schließt sich das

Riesengebirge ans Isergebirge, u. zw. Reifträger, hohes Rad

mit Schneegrubenbaude (gerade über Gablonz), Schneekoppe mit

ihren Baulichkeiten (hinter ihr geht die Sonne genau am 22.

Sept. auf) und Brunnberg, während nach vorn zu der Spitzberg

bei Tannwald, die Stefanshöhe (Turm), die Schwarzbrunnkoppe,

die Häuser von Marschowitz und Schumburg, noch näher der

Kaiserstein l. von Langenbruck zu sehen sind. Südost: Der kahle

Jeschkenrücken, der mit dem Kopainberge (Turm) endet, dann

folgt der Kosakow vor dem Switschinberge, der Ruine Kumburg und

dem Taborberge, r. davon die Stadt Turnau und die Großskaler

Felsen, die zweizinkige Ruine Trosky, die Kegel und Kuppen der

Gitschiner Gegend (Prachower Felsen) und am äußersten Horizonte

Heuscheuer, hohe Mense (etwas r. über Langenbruck) und

Deschnaer Koppe. Süd: Die Stadt B. Aicha, davor der Hühnerberg,

dahinter der Musky und Ruine Sweretitz bei Backofen, weiter

Jungbunzlau und Schloß Neubenatek, r. davon im Vordergrunde die

Hlawitzer Kirche, dahinter die Stadt Weißwasser, am Horizonte

der Dablitzer Berg, das Sternschloß und der Laurenzibergturm

bei Prag. Südwest: Die Teufelsmauer, dann die Stadt Oschitz,

dahinter l. die beiden Bösige (Ruine) und Schloß Hauska, r. der

ruinengekrönte Dewin hinter dem Krassaberge und vor den beiden

Hirschbergen, daneben der spiegelnde Hammerteich mit dem Dorfe

Hammer und der Stadt Wartenberg vor dem Roll, l. hinter diesem

Ruine Altperstein, weiter die Nedoweska und im Hintergrunde

der Georgsberg bei Raudnitz (Kapelle); überm Roll der gewölbte

Wilsch, dann die doppeltürmige Hasenburg bei Libochowitz,

weiter der Hoblik bei Laun, noch weiter das Duppau-Karlsbader

Gebirge; r. vom Roll der spitze Ron (Ruine), die Koselspitze,

der breite Geltsch, der Kreuzberg bei Leitmeritz, dahinter der

Milleschauer (Höhenwarte) und r. hinter diesem der Keilberg im

Erzgebirge (Turm), näher das Mückentürmchen bei Graupen. West:

Zu Füßen Drausendorf, dann hinter einander der Audishorner

Spitzberg, der Tolzberg und das Schwoikaer Gebirge, l. davon

der Leipaer Spitzberg (Turm) und der Kamnitzberg (Turm), im

Hintergrunde der Zinkenstein; r. von diesem der hohe Schneeberg

(Turm); im Vordergrunde folgt auf Drausendorf der Silberstein

und die Rabensteine mit den lang sich hinziehenden Kirchdörfern

Seifersdorf und Kriesdorf dazwischen, dahinter die Stadt

Deutschgabel, dann die Stadt Zwickau und der Röhrsdorfer

Bahnhof am Fuße des Kleis; r. von diesem der Kaltenberg

(Turm) und zwischen beiden hinten der Rosenberg und der gr.

Zschirnstein; r. vom Kaltenberge der gr. Winterberg (Turm)

bei Herrnskretschen. Nordwest: Hochwald (Turm) und Lausche

(Gasthaus) hinter einander, l. davon Tannenberg (Turm), hinten

Tanzplan (Turm) und Valtenberg (Turm), r. Wolfsbergspitze

(Turm) und Botzen, im Vordergrunde der bewaldete Jeschkenrücken

mit Moiselkoppe, Kalk- und Langeberge; zwischen letzteren

beiden hindurch sieht man die Stadt Zittau, den Kottmar

(Turm) und den Löbauer Berg, im Hintergrunde den Czornebog

bei Bautzen (Turm) nebst einer Menge kleinerer Ortschaften.

Nord: Machendorf am Zusammenschlusse des Christofsgrunder mit

dem Neißetale, darüber Kratzau vor dem Gickelsberge und ganz

draußen die Stadt Görlitz mit der Landeskrone.

Auf der Jeschkenkoppe befindet sich neben dem Koppenhause eine vom

deutschen Gebirgsvereine aufgestellte große Tafel, auf welcher

die +Abstiegswege+ mit den Marken und den Zeitangaben enthalten

sind. Es sind folgende: 1. Auf dem Steilwege nördlich über den

letzten Pfennig und Karolinsfeld oder über die schöne Aussicht

und Johannestal oder auf dem Kamme südöstlich über Hanichen in je

1½--2 Stunden nach +Reichenberg+ (+Station+ der Südnorddeutschen

Verbindungsbahn, der Außig-Teplitzer, der Zittau-Reichenberger und

der Reichenberg-Grünwalder Eisenbahn); 2. Auf dem aussichtsreichen

Kamme über die Kühnei entweder zur +Station Heinersdorf+ in 1½ Stdn.

oder zur +Station Langenbruck+ in 2--2½ Stdn.; 3. Auf dem Kalkwege

über Karlswald zur +Station Machendorf+ in 1½--2 Stdn.; 4. Über den

Dänstein nach +Station Neuland+ 1¼ Std. oder weiter über Christofsgrund

nach +Station Machendorf+ in 2½ Std.; 5. Über die Moiselkoppe und den

Kriesdorfer Sattel in 1½ Std. zur +Station Kriesdorf+. Die vorletzte

Strecke deckt sich zum Teil, die letztere ganz mit unserer Kammtour.

Unser Abstieg von der Jeschkenkoppe geschieht auf dem breiten

und bequemen Wege, der längs der Fernsprechleitung in 30 Min.

hinabführt auf die, seit 1866 in ihrer heutigen Gestalt bestehende,

waldumschlossene Jeschkenstraße, und zwar auf deren höchsten Punkt

(772 _m_) im =Auerhahnsattel=, der Sattelhöhe zwischen Jeschkenkoppe

und Schwarzeberg (816 _m_), zugleich der Hauptwasserscheide zwischen

Elbe (Jeschkenbach) und Oder (Berzdorfer Bach), von wo sie sich in

vielen Windungen östlich über Hanichen nach Reichenberg, westlich über

Kriesdorf nach Wartenberg und nach B. Aicha senkt. Der Auerhahnsattel

ist die höchste Übergangslinie über das Jeschkengebirge und führt

vornehmlich den Namen »Ausgespann«, weil vor dem Baue der jetzigen

Straße die Vorspänne bis hieher verkehrten und in einer einfachen

Schankhütte Unterstand fanden. Auf den fünf Seitenflächen einer

granitischen Säule daselbst sind die Örtlichkeiten verzeichnet, welche

man von hier auf bezeichneten Wegen erreichen kann: Jeschkenkoppe,

Reichenberg, Machendorf, Christofsgrund, Kriesdorf, Hammerteich,

Oschitz und B. Aicha.

Wir folgen der Jeschkenstraße wenige Schritte nach l. und lenken

sofort r. auf einen breiten Fahrweg ab, der auf eine weite Waldblöße

hinausführt, aber schon nach 1 Min. sich wieder gabelt. Hier ist eine

Markentafel aufgerichtet, welche l. (blauer Punkt in weißem Felde) in

1--1½ Std. nach +Kriesdorf+, r. aber auf unseren Kammweg, bzw. nach

+Neuland-Christofsgrund+ (1½ Std.) verweist.

Bevor wir auf letzterem weiter wandern, machen wir auf dem

Kriesdorfer Wege einen Abstecher zu dem nur ein paar Schritte

entfernten, mächtigen, dürren Baumstumpfe, der nur noch einen

einzigen längeren Ast aufweist und ein kleines, blechumrahmtes

Bild, die schmerzhafte Muttergottes darstellend, trägt.

Die auffällige +Baumruine+, deren knorrige Rinde dicht mit

Flechten und Moosen überwuchert ist, so daß sich nicht mit

Sicherheit erkennen läßt, welcher Baum-Art sie angehört haben

mag, verdient es, daß man nicht achtlos an ihr vorübergeht,

zumal sie vom Stifte des Künstlers in Professor Paudler's

Kammwegbuche verewigt wurde; ihren Fortbestand sichert übrigens

das Heiligenbild.

Und nun weiter. In kaum 3 Min. überschreiten wir die Waldblöße.

Rückwärts lassen wir dabei die in unmittelbarer Nähe mächtig aufragende

Koppe, vor uns winkt die Moiselkoppe, zur L., in welcher Richtung ein

hübsches +Echo+ hervorgerufen werden kann, haben wir den Rollberg bei

Niemes, den Limberg bei Wartenberg und den Tolzberg bei Gabel neben

einander, davor den Spitzberg bei Audishorn. Hochstämmiger Nadelwald

nimmt uns auf, in ihm 1½ Min. abwärts, dann l. ein Hau, über welchen

hinaus nach rückwärts abermals die Jeschkenkoppe erscheint. Dann wieder

durch 5 Min. etwas abwärts zu einer Art Schneiße, die wir queren und

die wiederum rückwärts auf die Koppe und den ruinenartigen »roten

Stein« (841 _m_) an seinem westlichen Abhange, l. auf das Gelände

zwischen Oschitz und B. Aicha einen Ausblick gestattet. Nach weiteren

5 Min. auf anfangs etwas ansteigendem, dann ziemlich ebenem Waldwege,

wo man sich allenfalls an Heidelbeeren laben kann, trifft man bei einem

Wegweiser, der l. an einem Baume hängt und die Entfernung von da bis

zur Jeschkenkoppe mit ¾ Stunden angibt, abermals auf eine lichtere

Waldstelle, wo wir die Moiselkoppe vor uns, l. (durchblicksweise)

Dewin mit Hammerspitz zwischen den Bösigen und dem Roll, rückwärts

die Jeschkenkoppe, r. aber ganz nahe, auf der Höhe des +Dänsteins+

eine grell vom Horizonte sich abhebende, abenteuerlich ausgezackte

Quarzklippe erblicken. In 2 Min. sind wir in gerader Richtung etwas

abwärts schreitend, wieder in dichterem Walde, steigen in demselben

1½ Min. lang hinab und stehen sodann -- 20 Min. vom Ausgespann ab --

auf dem =Oberkriesdorfer Sattel=, einer großen, an ~Arnica~ reichen

Waldwiese, die von einem Wege gequert wird, der r. über den steilen

und waldigen westlichen Abhang des +Dänsteins+ (gelbrote Marken) aus

Neuland, und zwar aus dessen oberstem, 524 _m_ hoch gelegenen, 20 Min.

entfernten Ortsteile +Haudorf+ heraufkommt und l. nach +Oberkriesdorf+

hinüberführt, dessen oberste, 593 _m_ hoch am Jeschkenbache

waldumsäumt gelegene Häuser südöstlich zum Vorschein kommen -- ein

ebenso malerischer, wie unerwarteter Ausblick. Dahinter sieht man an

der zum Auerhahnsattel hinaufführenden Jeschkenstraße noch zwei, zu

Kriesdorf gehörige Einschichten, nämlich das bekannte Gasthaus Prokop

(Kleinsemmering) an der Gabelung der nach B. Aicha und Kriesdorf

führenden Straßenstrecken und noch ein zweites Gasthaus, l. davon den

gr. und den kl. Jeschken, der sich mächtig gegen Südwest hinlagert; r.

vom Prokop den Hühnerberg bei Zwetlai, davor einige Häuser von Hodek

an der nach B. Aicha führenden Straße. Zwei Markentafeln verweisen

auf +Neuland-Christofsgrund+ (1 Std.), Jeschken (1--1¼ Std.) und

+Moiselkoppe-Neuland+ (1 Std.).

Letzterer Weg ist der unsere. Er führt auf dem Damme, der die Wiese l.

begrenzt, an den Waldrand, längs welchem wir, die Wiese zur Rechten,

4 Min. lang aufwärts wandern, wobei wir nach r. rückwärts einen Blick

gewinnen auf die Vogelkoppen und das Taubenhaus im Sattel zwischen

der Sauplatsche (große Lichtung) und dem Dreiklafterberg. Dann sind

wir wieder im beiderseitigen Walde, wo nach 3 Min. l. eine Wiese

folgt, hinter welcher man stark bergab zu einer zweiten, reichlich

mit Arnika, hohen Schlüsselblumen (~Primula elatior Jacq.~) und

langsporniger Nackt-Orche (~Gymnadenia conopea R. Br.~) bestandenen

Wiese rechterseits gelangt mit Ausblick auf den Langenberg. Nach 3 Min.

versperrt uns wieder beiderseitiger Wald die Aussicht; erst eben, dann

abwärts kommen wir nach einander an drei +Quellen+ vorüber, Zuflüssen

des Neuländer Grundbaches. Der Weg steigt dann wieder etwas bergan

und geht später eben weiter; schöne Quarzbrocken mit eingefügtem

Chloritschiefer, eine Zierde für jedes Terrarium, besäumen ihn; nach

7 Min. treten wir auf eine Waldlichtung heraus, wo wir zum ersten

Male einen fesselnden Ausblick auf das Neuland-Christophsgrunder

Tal gewinnen; l. ist der Langeberg, r. der Sommerhau bei Berzdorf

mit der Waldstraße, im Hintergrunde in der Richtung des Tales der

Gickelsberg sichtbar. Noch ein paar Schritte und wir sehen zur L. eine

mächtige +Schutthalde+ unmittelbar am Wege, den Abraum eines darüber

gelegenen Steinbruches, in welchem, den Fundstücken nach zu schließen,

gelegentlich des Bahnbaues Grünstein gebrochen wurde, der von bis

fingerstarken Kalkspatschnüren und -platten durchzogen ist. Herr v.

Zimmermann, Chemiker in Leipa, besitzt schöne Handstücke aus diesem

Bruche.

Der Steinbruch befindet sich an der =Moiselskoppe= (750 _m_), um deren

nördl. Lehne der Kammweg herumführt; sie hat ihren Namen nach einem

früheren Grundeigentümer, einem Kriesdorfer Insassen. Um auf dieselbe

zu gelangen, braucht man bloß den grasigen Fußpfad einzuschlagen, der

hinter der Schutthalde l. aufwärts führt. In etwa hundert Schritten ist

man auf dem abgeholzten, westlichen Abfallsrücken der Koppe, von wo aus

sich ein hübscher +Ausblick+ in westlicher Richtung auftut.

Zunächst haftet er an dem lang am Jeschkenbache sich

ausdehnenden Pfarrdorf Kriesdorf zu Füßen, an das sich, am

Jeschkenbache abwärts, das teilweise hinter den klippigen

Rabensteinen (r. von der Kriesdorfer Kirche) versteckte

Kirchdorf Seifersdorf anschließt. An dieses wiederum schließt

sich Kirchdorf Hennersdorf, das sich, teilweise hinter dem

Silberstein versteckt, gegen die Stadt Wartenberg l. hinzieht,

welch letztere vom Audishorner Spitzberg verdeckt wird, hinter

welchem der Wartenberger Limberg sichtbar ist. Zwischen

Silberstein und Spitzberg hindurch hat man den Kamnitzberg

bei Reichstadt; hinter dem Silberstein rückwärts zieht der

Koselrücken; r. vom Silberstein wölbt sich der Tolzberg,

r. von diesem der Laufberg vor dem Schwoikaer Gebirge, im

Hintergrunde der Zinkensteinrücken. R. vom Laufberge bemerkt

man den Ortelsberg vor dem Sonnebergrücken. R. von Kriesdorf

liegt einschichtig der Kriesdorfer Bahnhof, die Straße dahin,

sowie Bahn und Straße nach Schönbach, dieser Marktflecken

selbst, weiter der Mergtaler Limberg, hinter diesem in gleicher

Entfernung l. Kleis, r. Tannenberg (Turm). R. vom Kriesdorfer

Bahnhofe zieht der bewaldete Jeschkenrücken mit den hinter

einander aufgesetzten Kuppen der Scheuflerkoppe -- an der l.

vorüber Hochwald (Turm) und Lausche hinter einander zu suchen

sind -- des Schönwalder Spitzberges, des Kalk- und Langeberges.

Den Blick wiederum gegen die Kriesdorfer Kirche zurückwendend,

sehen wir l. vom Audishorner Spitzberge den hochragenden

Roll, l. davon den doppelgipfligen Dewin, zwischen beiden den

Hammerteich vor dem Kummergebirge, im Hintergrunde das Daubaer

Gebirge mit der Nedoweska; l. vor dem Dewin der Krassaberg

hinter dem einschichtigen Drausendorfer Meierhofe, rückwärts

die beiden Buchberge bei Hühnerwasser und l. hinter diesen der

Burgberg Bösig. L. vom Drausendorfer Meierhofe sieht man einen

Teil von Drausendorf, die Straße von da am Friedhofe vorüber

nach Johannestal und dieses zum Teil selbst, dahinter den

Jelinkaberg und die Teufelsmauer zwischen Oschitz und B. Aicha.

-- Einen Einblick östlich ins Neuländer Tal gewinnt man vom

Rande des Steinbruches, weiter oben südlich.

Auf den Kammweg zurückgekehrt, biegen wir sogleich nach einem

überraschenden Rückblicke auf den Gipfel der Jeschkenkoppe vor der

Lichtung in hohen Wald ein, wo von l. der Fahrweg aus dem Steinbruche

mündet. Nun abwärts, r. an einer Stelle Ausblick auf den Langeberg,

dann l. ein Feld. Nach 10 Min. tritt man auf eine +Lichtung+ heraus,

wo sich r. über Jungwald hinweg ein überraschend schöner Blick auf

den großen Neuländer Viadukt, den Jägerhaustunnel dahinter und den r.

am Grundbache hinaufziehenden Ortsteil Haudorf, sowie auf den l. aus

dem Tale aufsteigenden Langeberg und den Gickelsberg r. hinter diesem

bietet.

Der Weg senkt sich zum +Waldrande+, der in 3 Min. erreicht ist; eines

der schönsten Landschaftsbilder auf unserem Kammwege breitet sich wie

mit einem Zauberschlage vor uns aus; der Blick schweift frei über

das Tal hinweg auf die bewaldeten Berghänge ringsherum: geradeaus

die Scheuflerkoppe, dahinter Spitz- und Kalkberg, daneben der

Langeberg, zur R. der Dreiklafterberg und die Sauplatsche, zwischen

alle dem eingebettet das idyllische Neuland in tiefeingeschnittenem

Tale, der schöne +Viadukt+, die Haltestelle Neuland, der 40 _m_ lange

Jägerhaustunnel im Gehänge des Dreiklafterberges (762 _m_), die

Bahnstrecke mit dem 17 _m_ hohen und 127 _m_ langen Jägerhaus-Viadukte

jenseits desselben bis zum Christofsgrunder Tunnel an der Lehne

des Brandsteines (667 _m_), und darüber hinaus im Hintergrunde der

Gickelsberg und Hohenwald mit der Windmühle.

Wir schreiten auf dem Fahrwege abwärts. Unter unseren Füßen quert

der 822 _m_ lange, fast seiner ganzen Länge nach in Urtonschiefer

eingehauene, am 6. April 1900 nach zweijähriger Arbeitszeit vollendete

»Jeschkentunnel« der Außig-Teplitzer Eisenbahn den Gebirgsrücken, worin

die Bahntrace bei 500·17 _m_ Seehöhe ihren höchsten Punkt erreicht.

Zur Ausmauerung bezw. Einwölbung des Tunnels, sowie zur Aufführung des

Neuländer Viaduktes wurde Diorit verwendet, welches Eruptivgestein

stellenweise den Jeschkenschiefer gangartig durchsetzt; einige mächtige

Blöcke dieses Gesteins lagen am Wege. Nach 2 Min. sind wir beim ersten

Hause von =Neuland=; zwischen Scheuer und Wohnhaus hindurch, um die

Scheuer nach l. herum, stehen wir auf der Bezirksstraße, die neuerer

Zeit von Christofsgrund herauf in mehreren Kehren durch Neuland über

die Kammhöhe nach Kriesdorf hinab gebaut wurde. Uns gegenüber an der

Straße r. steht noch ein zweites Haus, auf dessen Dache ein Kammzeichen

uns belehrt, daß wir die Straße nach l. zu zu wandern haben. Andere

Häuser von Neuland berühren wir also nicht. Das Dorf zählt über 90

Häuser, die sich gabelförmig am Grundbache und am Eckersbache, dessen

eine Ursprungsader bis an unseren Standpunkt auf der Kammstraße

heranreicht, hinab gegen +Christofsgrund+ ziehen, mit welchem Pfarrdorf

es unmittelbar zusammenhängt; die Bewohner sind, da der Feldbau nur

wenig erträglich ist, zumeist Wald- und Fabriksarbeiter. Der Ort

wurde mutmaßlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegt;

wenigstens erscheint er 1581 als »neu aufgebaut« in einem Kaufvertrage,

mit welchem Heinrich Berka von Dauba die Herrschaft Lämberg erwarb.

Vermöge seiner schönen Lage und guten Luft eignet sich Neuland ebenso

vorzüglich zum Sommeraufenthalte, wie es mit Christofsgrund schon

seit Jahren der Fall ist. Eine besondere Sehenswürdigkeit daselbst

ist der gewaltige +Viadukt+ über das Neuländer Grundtal, über welchem

die Bahnlinie in einem flachen, südlich ausgreifenden Bogen aus dem

Jeschkentunnel in den Jägerhaustunnel verläuft; der Viadukt steht auf

29·5 _m_ hohen Pfeilern, ist 202 _m_ lang und hat 14 Öffnungen, von

denen 11 eine Spannweite von 12 _m_, 3 eine solche von 6 _m_ haben.

Wer mit uns die Kammtour nicht weiter fortsetzen will,

erreicht die +Haltestelle Neuland+ in 20 Min., die +Station

Machendorf+ im Neißetale über =Christofsgrund= (30 Min.,

170 H., sehenswerte Holzkirche, Sitz einer Abteilung des

deutschen Gebirgsvereines für das Jeschken- und Isergebirge,

Studentenherberge) und Eckersbach längs des Eckersbaches in

1¾ Std. Wer aber bloß eine Zwischenstation machen und Einkehr

halten will, der gehe die Straße 10 Min. abwärts bis zu

Wollmann's Gasthaus l. an der Straße hinter der Schule.

Neuland den Rücken kehrend, erreichen wir die Straße aufwärts nach 4

Min. -- im ganzen 1 Stde. vom Ausgespann -- im =Kriesdorfer Sattel=

die 500 _m_ übersteigende Kammhöhe zwischen der Scheuflerkoppe

(r.) und dem Abfallsrücken der Moiselkoppe (l.), gegenwärtig neben

dem Passe von Langenbruck der wichtigste der den Jeschkenzug

querenden Übergänge. Daselbst ist die Straße durch einen tiefen

Einschnitt gelegt, in welchem der Urtonschiefer an beiden Böschungen

hobelspanartig aufblätternd bloßliegt. Aus der Ferne grüßt im Rahmen

dieses Einschnittes -- wieder ein überraschend bezauberndes Bild -- der

Roll in südwestlicher Richtung, um den herum allmählich ein prächtiges

+Panorama+ sich heraushebt.

Gerade zu Füßen in gleicher Richtung der Bahnhof Kriesdorf

und die Pietschekapelle, dann das langgestreckte Kirchdorf

Kriesdorf, die Straßen von da zum Bahnhof und am Saume des

Rabwaldes entlang gegen Schönbach; r. von der Kriesdorfer

Kirche die gezackten Rabensteine, im Hintergrunde, zwischen

Audishorner Spitzberg (l.) und Silberstein (r.) hindurch der

Wartenberger Limberg; in der Richtung der Rabensteine der

Tolz- und l. vor diesem der Kamnitzberg bei Reichstadt; r. vom

Tolzberg zeigen sich hinter einander geschoben der Laufberg

bei Brims, das Schwoikaer Gebirge und der Ortelsberg bei

Zwickau genau im Westen. L. vom Roll zeigen sich die beiden

Hirschberge, dann der Dewin und der Breite Stein, l. dahinter

die beiden Bösige, l. vorn die Kuppe des Krassaberges, und

wieder l. von diesem, in der Richtung des Drausendorfer

Meierhofes, der einschichtig auf dem Höhenzuge jenseits

Kriesdorf gelegen ist, der Kühtaler Berg vor dem Wolschner

Rücken; l. davon sieht man über ein Wegkreuz hinweg ein Stück

der Oschitzer Straße, die vom versteckten Drausendorf, am

Friedhofe vorüber, gegen Johannestal hinaufführt, r. dahinter

den Mataischeberg.

Auf der Kammhöhe, wo wiederholt Kriegsvolk verkehrte, im Jahre 1866

sogar Artillerie und Kavallerie, steht ein alter +Bildstock+, welcher

oben eine schmerzhafte Mutter Gottes mit hübschem Beiwerk, am Sockel

die Grablegung Christi ausgehauen und mit grellen Farben bemalt zeigt;

davor eine Ruhebank.

Die im Bogen westlich vom Sattel -- zugleich Hauptwasserscheide

zwischen Oder und Elbe (Eckersbach und Jeschkenbach) --

abwärts führende Bezirksstraße hat in 8 Min. Entfernung, nach

Überquerung der Bahn, Miesler's Gasthaus an seiner r. Seite,

ein einschichtig knapp unterhalb der +Station Kriesdorf+ an

der Gabelung der Bezirks- und Bahnhofstraße gelegenes, großes

Gebäude, das zu dem eine halbe Stunde entfernten, weit über

300 Häuser zählenden, alten Kirch- und Bauerndorfe =Kriesdorf=

gehört, woselbst am 1. Sept. 1813 zwischen Polen und

Österreichern ein Scharmützel stattfand; das Chor der Kirche

und eine Glocke stammen noch aus spätgothischer Zeit. Station

und Gasthaus sind sehr gelegen für Jene, welche die Tour ganz

oder nur der Einkehr halber unterbrechen wollen.

Knapp hinter dem Bildstocke zweigt der Kammweg r. von der Bezirksstraße

auf einen Wirtschaftsfahrweg ab, der ziemlich steil zumeist zwischen

Feldern (nur eine kurze Strecke l. Wald) um die Ostlehne der

+Scheuflerkoppe+ herum -- die ihren Namen nach dem Besitzer, einem

Kriesdorfer Insassen, hat -- aufwärts führt. Hiebei wird rückwärts

der Gipfel der Jeschkenkoppe sichtbar, während r. zwischen Langeberg

und Brandstein über das Christofsgrunder Tal hinaus, in das wir immer

tiefere Einblicke gewinnen, die Hemmrichberge zum Vorschein kommen.

In 15 Minuten ist man oben am Rande des bewaldeten nördlichen Rückens

der Scheuflerkoppe, wo ein +Kalksteinbruch+, dem Besitzer der oben

erwähntem Kriesdorfer Bahnhofrestauration gehörig, im Betriebe ist,

dessen besseres Material zu Kalk gebrannt wird, während das schlechtere

als Bruchstein und Schotter Verwendung findet. Neben dem Steinbruche

ist eine Markentafel. Hier empfiehlt es sich Halt zu machen, um die

Aussicht nach Nordosten aufs Isergebirge zu würdigen, wo man im

Anschlusse an die Hemmrichberge r. die Vogelkoppen, das Taubenhaus und

den Schwarzeberg vor sich hat.

Ein grün markierter Weg führt von der Markentafel am

Steinbruche vorüber l. in 8 Min. auf den Gipfel der

=Scheuflerkoppe= (679 _m_), die von Ost nach West verläuft und

gegen Norden wegen hohem Waldbestand keine Aussicht hat. Auch

die Ostseite des Gipfels ist größtenteils mit Bäumen bestanden,

die übrige Gipfelfläche aber ist berast und gestattet eine

herrliche +Aussicht+ über zwei volle Quadranten von der

Jeschkenkoppe im Südosten bis zum Hochwalde im Nordwesten,

ähnlich jener vom Kriesdorfer Sattel, die man vergleichen möge,

nur viel umfassender wegen des weit höheren Standpunktes und

der dadurch ermöglichten Zwischen- und Fernsicht. So sieht man

zunächst r. unter der Jeschkenkoppe, die breit und mächtig

hinter der Moiselkoppe hingelagert ist, den Hühnerberg bei

Zwetlai; r. davon, vor der Höhenkette der Teufelsmauer und

dem Mataischeberg, die Stadt Oschitz; im Einschnitt zwischen

Breiten Stein und Dewin die Ruinenspitze des Bösigberges --

ein überraschendes Bild --; zwischen Dewin und Roll, wo sich

der Spiegel des Hammerteiches vor den beiden Hirschbergen

zeigt, hindurch das Kummergebirge mit dem Petzberge, dahinter

den Tachaer Berg und noch weiter das Daubaer Gebirge mit der

Nedoweska; r. hinterm Silberstein der breitgewölbte Wilsch; r.

hinterm Kamnitzberg, in welcher Richtung auch der Milleschauer

zu suchen ist, die Koselspitze; hinterm Tolzberg die Höhen

von Munker und Reichen mit dem Zinkensteinrücken; zwischen

Tolz- und Laufberg die betürmte Kuppe des Leipaer Spitzberges.

R. vom Ortelsberg ist der spitzige Kleis leicht aufzufinden;

zwischen beide rückwärts schiebt sich der Sonneberger und

der anschließende Blottendorfer Rücken; r. vom Kleis, hinter

Schönbach und dem Johnswalde im Vordergrunde, der Mergtaler

Limberg, dahinter l. und r. die Buchberge bei Falkenau; weiter

r. der Falkenberg hinter Ringelshain, im Hintergrunde jenseits

des Höhenrückens zwischen Friedrichsberg und Finkenkoppe der

betürmte Tannenberg; endlich am weitesten rechts, teilweise

schon durch Bäume verdeckt, Hochwald und Lausche hinter

einander.

Wir wandern nun von der Markentafel beim Steinbruch längs des

Waldrandes (l.) am Rücken 1 Min. lang weiter und steigen dann auf

grasigem Wege in 6 Min. -- teils durch Wald, der jede Aussicht,

darunter auch die nach rückwärts auf die Moisels- und Jeschkenkoppe,

versperrt, teils am Rande des Waldes mit freier Aussicht nach r.

über Äcker und Wiesen auf den Langeberg, auf Christofsgrund und die

Hemmrichberge in der Richtung der Talspalte -- auf den waldfreien

+Sattel+ (590 _m_) zwischen Scheuflerkoppe und kleinem Kalkberg, welch

letzteren wir vor uns haben, herab, wo als ein Merkzeichen der Gegend

die =Christofskapelle= steht, eine gewöhnliche Wegkapelle mit einer in

Stein gefaßten Holztür. Hier kreuzen sich mehrere Wege: Fußwege r. von

+Christofsgrund+ (20 Min.), l. von +Kriesdorf+ (45 Min.) und Fahrwege

l. von +Schönbach+ (40 Min.), r. von +Neuland+ 15 Min.).

Auch freien +Ausblick+ hat man daselbst: l. über die Bahn

(zwischen Kriesdorf und Schönbach) zu Füßen auf den Audishorner

Spitzberg und den Roll dahinter, l. davon die Hirschberge, dann

der Dewin, dahinter die Bösige; r. ins Christofsgrunder Tal,

die Bahnstrecke dahinter und weiter die Hochstraße von Kratzau

nach Machendorf mit einigen Häusern.

Nun gehts wieder bergan, immer auf der Hauptwasserscheide, auf den

langgestreckten Rücken des =kl. Kalkberges= (687 _m_); schöner

Mischwald (Buche und Fichte) nimmt uns auf, doch hat man alsbald noch

einen Ausblick l. wie von der Christofskapelle, nur daß noch die

zusammenhängenden Kirchdörfer Kriesdorf und Seifersdorf im Vordergrunde

dazu kommen. Wir kommen hinter einer feuchten und schluchtähnlichen

Stelle mit reichlichem Pflanzenwuchs (Bingelkraut, Christofskraut u.

a.) nach 8 Min. zu einem alten +Kalksteinbruche+, der dem Berge den

Namen gegeben hat, wohl schon vor mehreren Jahrhunderten betrieben

worden sein mochte und einem in das Phyllitgestein eingebetteten

Querzuge angehört. Nach weiteren 4 Min. sind wir auf der Höhe des

Berges; der Weg mündet auf eine begraste, waldumschlossene Fläche, von

der er sich nach r. auf einen reich mit Himbeergesträuch bewachsenen

Hau wendet, wo sich über Christofsgrund hinweg ein +großartiger

Ausblick+ aufs Isergebirge mit den Hemmrichbergen, der Tafelfichte, dem

Taubenhaus und dem Schwarzenberge, sowie auf das r. sich anschließende

Riesengebirge (Reifträger) darbietet. Der Weg über den Hau nimmt 1½

Min. in Anspruch. Doch hat man den geschilderten Ausblick, wozu sich

nach rückwärts auch die Jeschkenkoppe gesellt, noch 2½ Min., während

der Weg durch mäßig hohen Jungwald eben weiterführt. Dann gehts abwärts

vom Bergrücken und die Aussicht verschwindet. Hoher Fichtenwald mit

massenhaftem Heidelbeerkraut besäumt den Weg, der nach 6 Min.,

zuletzt ziemlich steil, auf eine gelichtete Waldstelle ausmündet, die

+Einsattlung+ zwischen kl. Kalkberg und Spitzberg, wo man l. unten

einige Häuser von Schönbach sieht, dahinter Teile von Hennersdorf

und Postrum vor dem Tolz- und Ortelsberge. Auf einer anschließenden

Waldwiese trifft man auf einen Fahrweg, der l. von +Schönbach+ (30

Min.) heraufkommt und r. zum Lochförster nach +Christofsgrund+ (30

Min.) hinabführt.

Erforderlichenfalls kann man hier zur +Station

Schönbach-Seifersdorf+ nördlich beim Marktflecken =Schönbach=

hinabsteigen. Der prächtig zur Sommerfrische geeignete Ort

hat über 180 Häuser, die sich längs des Schönbaches bis knapp

an den Gebirgskamm heraufziehen, eine 1725 erbaute Kirche mit

einer wundertätigen Madonnenstatue aus dem 17. Jahrh., und

einen 1766 zur Erinnerung an den damaligen Aufenthalt Kaiser

Josef II. im Hofe des Gasthauses Nr. 47 errichteten Gedenkstein.

Im Mischwalde weiter, anfangs ziemlich eben, zuletzt steiler bergan,

an mehreren alten Reviersteinen (r.) mit der Jahreszahl 1709 vorüber,

kommt man in 12 Min. auf eine ebene, waldumschlossene Rundung, 20

Schritte im Durchmesser, wo von fünf Seiten Waldwege einmünden, die

Kuppe des =Spitzberges= (686 _m_). Von da tritt man in der Kammrichtung

nach 1 Min. auf einen alten Holzschlag heraus, die sogenannte

»+Aussicht+«, wie eine Tafel daselbst besagt. Obwohl nur über einen

Quadranten (Südwest bis Nordwest) sich erstreckend, bietet dieselbe

viel Fesselndes.

Greifbar unter sich hat man den Bahnhof und einige Häuser

vom Markte Schönbach, dahinter den Johnswald und r. davon

Pfarrdorf Ringelshain vor dem Mergtaler Limberge, an den

sich nach r. der Falkenberg jenseits Gabel und der Hochwald

(hinter dem Kirchberge bei Pankraz) anschließen; zwischen

Lim- und Falkenberg ist im Hintergrunde das Falkenauer und

Kreibitzer Gebirge eingeschoben. R. vom Hochwalde zieht

sich das waldreiche Gabler Gebirge mit dem Schwarzen- und

Welsberge bis zum ruinenartig gegipfelten Pfaffenstein und dem

Görsdorfer Spitzberge, an den sich nach vorn zu, am weitesten

r., der Trögelsberg, Schwammberg und der große Kalkberg vor

uns anreihen. In dem Winkel zwischen Hochwald und Pfaffenstein

sind rückwärts die Oybiner Berge (Jonsberg, Brand, Töpfer)

eingeschoben; zwischen dem Görsdorfer Spitzberge und dem

Schwammberge hindurch auf das scheinbar unbegrenzte, reich

besiedelte Flachland westlich Zittau. Im Südwesten schließt

der massige Tolzberg mit dem an seinen Fuß gelehnten Dorfe

Postrum das abwechslungsreiche Bild ab, in das sich zwischen

Tolz- und Mergtaler Limberg eine Reihe von Kuppen -- Laufberg

vor dem Koselrücken, Schwoikaer Gebirge, Ortelsberg vor dem

Sonnebergrücken, Kleis vor dem Blottendorfer Rücken -- einfügen.

[Illustration: Tannenberg-Turm.

Kammweg-Führer von der Jeschkenkoppe bei Reichenberg bis zum Rosenberg bei Tetschen mit Berücksichtigung der anschliessenden Kammwege · 第 3 / 8 题