Darum rief ich, wie ich sterben sollte, nach diesen Bäumen.«

Er sann nach. Und plötzlich schien Furchtbares auf ihn zu stürzen.

Aber bald formte sich sein verzerrter Mund in lächelnde Ruhe, und er

flüsterte halb singend, somnambul: »Die Bäu . . . me --«

Dann schüttelte er kurz den Kopf, lächelte rasch und sagte: ». . . Liebe

Schwester -- müssen Sie nicht bei all diesem auch dem Tode näher sein als

dem Leben?«

»Nein,« sagte die Pflegende unendlich mild und fest, »es ist das

Gegenteil.«

Er sah sie staunend an.

Dann aber war es, als rase das entsetzliche Erleben in einer letzten

grauenhaften Spannung noch einmal in ihm hoch.

Er warf die Hände in die Luft und rannte hinaus.

Die Pflegende ging ans Fenster und lehnte sich ruhig hinaus. Sie sah ihn

eilig hinauslaufen und in den Hof einbiegen.

Dort stolperte er über eine Gießkanne, schwebte kurz in der Luft und

taumelte dann zur Seite. Er fiel, die Hände vorgestreckt, in einen Hügel

und bohrte auch sein Gesicht hinein.

Es war Kuhdünger aus den Ställen vom Morgen her.

Der Hügel dampfte in einer weißen Wolke warm und schön.

Er aber tat den Kopf nicht gleich zurück, sondern ließ ihn wenige

Herzschläge lang da noch liegen, denn er fühlte in einem wunderbaren

Gefühl, daß diese Lage unschön sei und schmutzig vielleicht und auch wohl

manchem großen Ekel machend, aber (was viel größer sei) tief und warm und

so unendlich voll Dasein.

Die Pflegende am Fenster hob ihr Gesicht ein wenig höher und dachte: O

diese Hölle in _einer_ Brust. Er wird das Leben furchtbar packen wie eine

unendliche Geliebte. Wie ich ihn lieben muß.

Das rasende Leben: Zwei Novellen · 第 21 / 21 题