DER TABAK
VON
C. J. KONING.
DER TABAK
Studien über seine Kultur und Biologie
VON
C. J. KONING.
AMSTERDAM, LEIPZIG,
J. H. & G. VAN HETEREN. WILHELM ENGELMANN.
1900.
=J. FORSTER=, M. D., LL. D. (Edinburgh),
Professor der Hygiene und Bacteriologie an der Universität
Strassburg, Correspondierendem Mitglied der Kgl. Academie der
Wissenschaften zu Amsterdam, u. s. w.,
gewidmet.
_Bei den chemischen Prozessen der Bildung und Zersetzung von Stoffen,
die in der Natur täglich stattfinden, spielt die Lebensthätigkeit
kleinster Organismen eine mächtige, einflussreiche Rolle. Nicht
bloss für den Biologen, auch für die Entwicklung des Chemikers
ist es demnach von hervorragender Bedeutung, neben der Chemie,
die Bacteriologie, die Lehre von diesen Organismen, zu betreiben.
Von dieser Erwägung ausgehend wünschte ich mich, nachdem ich mein
Fachstudium an der Amsterdamer Universität vollendet hatte, auch mit
dieser jungen Wissenschaft zu beschäftigen, die seit kurzem eine hohe
Flucht genommen hat und in die verschiedensten Gebiete eingreift. Die
günstige Lage meines Wohnortes in der Nähe von Amsterdam ermöglichte
mir den weiteren Besuch der Universitätsanstalten, und so wendete ich
mich an Sie, verehrter_ ~Professor Forster~, _mit der Bitte, mir den
Weg auf dem mir fremden Terrain zu zeigen. Freundlich haben Sie mich
in Ihr Laboratorium aufgenommen und mich mit den bacteriologischen
Untersuchungsmethoden bekannt gemacht._
_Ich erinnere mich noch lebhaft, wie Sie nun vor vier Jahren mich auf
die Fermentation des Tabaks aufmerksam machten, mit welcher Sie sich
seit längerer Zeit schon gelegentlich beschäftigt hatten. Sie legten
mir diesen Gegenstand besonders ans Herz und wiesen mich damit auf ein
Gebiet, das nach verschiedenen Richtungen hin urbar gemacht werden
könne._
_Nachdem ich nun einmal unter Ihrer Leitung begonnen hatte, auf
diesem Gebiete zu arbeiten, trat mir bald, wie Sie voraus gesagt,
der hohe Nutzen deutlich vor Augen, den die eingehende Untersuchung
der Tabakskultur vom wissenschaftlichen Standpunkte aus und mit
Zuhilfenahme des durch die Bacteriologie gewonnenen Wissens bietet.
Die Beschäftigung hiermit wurde mir täglich lieber und regte mich zu
fortwährender neuer Arbeit an._
_Ihnen, verehrter_ ~Professor Forster~, _fühle ich mich zu Dank
verpflichtet. Sie haben mir den Weg eröffnet, auf dem ich das Kleine
in der Natur, das so mächtige Wirkung übt, kennen lernte. Sie haben
mir in den freundlichen Räumen des Laboratoriums an der Amsterdamer
Universität stets Ihre Beihilfe verliehen._
_Ihnen verdanke ich meine Entwicklung in dieser biologischen
Wissenschaft, zu der meine Neigung mich hin zog; und deshalb ist es mir
eine angenehme Pflicht, Ihnen hiermit die Frucht meiner Arbeit in der
Form dieses Buches zuzueignen._
Bussum, November 1899.
C. J. KONING.
DER TABAK
VON
C. J. KONING.
~Hanausek~ erwähnt im Anschluss an das von ~Suchsland~
vorgeschlagene verbesserte Tabaksgährungsverfahren durch
reingezüchtete Bakterien, dass nach ~Semmler~ in Cuba einige
beschädigte Tabakblätter von untadelhaftem Aroma in Wasser
zum Faulen gebracht werden und dieses Wasser zum Besprengen
des ausgegohrenen Tabaks gebraucht wird, wodurch das Aroma
verbessert werden soll.
~Koch's~ Jahresbericht über die Fortschritte in der Lehre von
den Gährungsorganismen 1892.
Vor mehr als zwei Jahren lenkte Professor ~Forster~ in Amsterdam
meine Aufmerksamkeit auf die Untersuchung der Gährung des Tabaks.
Die Vermutung lag nahe, dass entweder die Hefen, oder die Bakterien
bei der Gährung eine Funktion ausübten (~Suchsland~). Die Proben
sind also von mir in der Richtung hin genommen worden, dass ich in
erster Linie ungebrühten Tabak im Laboratorium künstlich zum Gähren
brachte, um später die natürliche Gährung mit dem erhaltenen Resultate
vergleichen zu können. Ich habe, durch verschiedene Umstände dazu
gebracht, die Untersuchung ausgedehnt und sowohl den anatomischen Bau
der Pflanze, besonders des Blattes, als die Düngung und die chemische
Zusammensetzung des lebenden, des sterbenden und des toten Gewebes
untersucht. Dann habe ich die Gährung und die dabei hervortretenden
Erscheinungen genau betrachtet und schliesslich die Krankheiten, welche
sich am meisten bei den Pflanzen zeigen, studiert.
Ehe ich diese Gegenstände zu beschreiben anfange, spreche ich zuerst
Herrn Professor ~Forster~, jetzt in Strassburg, meinen Dank aus, der
mir zum Anstellen der Versuche seinen Rath und sein Laboratorium
zur Verfügung stellte, dann den Herren ~Herschel~ in Amersfoort und
~de Hartog~ in Wageningen, die mir den nichtfermentierten Tabak
zusandten und mir Gelegenheit gaben, öfters die gährenden Haufen
Tabak in Wageningen zu untersuchen und mich dadurch in den Stand
setzten, die Kulturen zu den bakteriologischen Untersuchungen an Ort
und Stelle anlegen zu können, dem Herrn ~N. v. Os~ in Amerongen für
seine Bereitwilligkeit, mir die lebenden, toten und kranken Pflanzen
zuzuschicken und für seine vielen wichtigen Mitteilungen bei meinem
wiederholten Besuche in den Tabaksfeldern. Allen meinen Dank für ihre
Hülfe und Freundlichkeit, deren ich mich stets erfreut habe.
Als ~Columbus~ 1492 auf der Insel Guanahani landete, sah er, wie
die Rothäute aus Nase und Mund Rauchwolken bliesen. Sie hatten ein
Kraut, welches, nachdem es getrocknet war, in ein Maisblatt hinein
gewickelt, an der einen Seite angezündet und am andern Ende im Munde
gehalten wurde. Dieses aufgerollte Kraut trug den Namen »Tabaco«.
Andere behaupten, der Name Tabak stamme von einer zu den Antillen
gehörigen Insel Tabago her. Wie dem auch sei, soviel ist sicher, dass
im Jahre 1558 in Lissabon eine Tabakspflanze aus Florida von ~Gonzales
Hernandes~ eingeführt wurde, wovon ~Jean Nicot~ allda im Jahre 1560
mittels Samen viele Pflanzen aufzog und diese in verschiedene Länder
Europas mit wunderlichen Erzählungen verbreiten liess. Allmählich wurde
die Pflanze in verschiedenen Gegenden angepflanzt, bald mit mehr,
bald mit weniger Erfolg. Von den am meisten kultivierten Arten können
genannt werden: _Nicotiana Tabacum_, _N. rustica_ und _N. macrophylla_.
Die Pflanze gehört nach dem System von ~Eichler~ zu den _Tubiflorae_
und zwar zu der Unterabteilung der _Solonaceae_. Sie ist also der
_Datura Stramonium_, _Hyoscyamus niger_, _Capiscum annuum_, _Solanum
tuberosum_, _Lycopersicum esculentum_, _Atropa belladonna_ u. a. nahe
verwandt. Die Familie hat also zahlreiche Vertreter, welche kräftig
wirkende Gifte bilden.
In den Tabaksblättern zeigt sich das bekannte flüssige Alcaloid
Nicotin, gebunden an Apfelsäure und zwar in wechselnden Quantitäten
von 0,7-5%, abhängig vom Alter der Pflanze und den verschiedenen
Witterungsverhältnissen. Die schönen Untersuchungen von ~Ladenburg~,
~Hoffmann~ und ~Pinner~ liessen das Nicotin als ein Derivat von Pyridin
erkennen. Die chemische Structur dieses kräftig wirkenden Giftes ist
bekannt geworden und daher die Synthese möglich.
Handel und Anwendung.
Ein jeder, welcher die Gegend um Wageningen, Elst und Amerongen, von
Amersfoort und Nijkerk, die Dörfer in der Betuwe und in Maaswaal
besucht und dort durch die Tabaksfelder geht, wird den Eindruck
bekommen, dass die Tabakskultur hier im Lande noch eine grosse
Ausdehnung hat. Besonders fiel mir überall die aussergewöhnliche
Sorgfalt auf, welche auf die Kultur, auf die Ernte, auf das Trocknen
und auf die Brühung verwendet wurde. Es möge den holländischen
Tabakspflanzern ein erfreuliches Zeichen sein, dass diese wirklich
grosse Kultur und dieser grosse Handel in den letzten zwei Jahren
wiederum Fortschritte machen. Ehemals brachte der getrocknete, noch
nicht fermentierte Tabak 25 Gulden per 100 Pfund ein, in den schlechten
Jahren (87-92), als viele Züchter die Kultur einstellten, 7-12 Gulden,
und jetzt wieder 17-20 Gulden.
Man unterscheidet im Handel:
1^o _Boden- oder Sandgut._ Dies sind Tabaksblätter, welche zuerst
gepflückt werden, die untersten Blätter, welche viel Erde und Sand
enthalten und schon Ende Juli geerntet werden.
2^o _Erdgut._ Dies sind die mittelsten Blätter, die wohl den besten
Teil der Pflanze bilden.
3^o _Bestgut._ Dies ist weniger gut und wird vom oberen, der Knospe
beraubten Teil der Pflanze, erhalten.
4^o _Geizen._ Es sind diejenigen Blätter, welche nach dem Pflücken noch
am Stengel wachsen, es sind Ausläufer, welche die Pflanze so viel wie
nur möglich aussaugen.
Die Durchschnittsernte ist gewöhnlich 2 à 3 Millionen Pfund.
Von unserm holländischen Tabak geht 7/8 der Ernte nach Deutschland,
Belgien, Österreich, Italien, Schweden, Norwegen und England; 1/8
bleibt im Lande zu verschiedenen Zwecken als Kerbtabak und Deckblatt.
Der Schnupf- und Kautabak wird hauptsächlich geliefert von Amerongen,
Nijkerk, Wageningen, Rhenen und Umgegend; es ist »Bestgut« und wird zum
grössten Teil nach England, Belgien, Italien und Deutschland versandt,
während das »Erdgut« nach Österreich, Frankreich und auch nach Italien
und Deutschland geht.
Das Blatt aus Nijkerk ist, wie man es nennt »üppiger«; es ist
elastischer und »piepst«, wenn man es mit den Fingern spannt. Es sieht
auch fetter und dicker aus und eignet sich daher besser zum schweren
Kautabak und zum Schnupftabak. Die Betuwe liefert mit ihrem schweren
Lehmboden immer den besten Cigarrentabak, der deshalb mit 2 Gulden
per 100 Pfund mehr bezahlt wird. Der Tabak von Valburg jedoch mit
seinem hellgefärbten Blatt zeichnet sich vor allen andern aus und ist
sogar 8 Gulden per 100 Pfund mehr wert.--Der Tabak, der nach Schweden,
Norwegen, Dänemark und Deutschland »ungebrüht« versandt wird, kommt
aus Valburg und Bemmel und zum kleinen Teil von Maaswaal. Er wird im
getrockneten Zustande, »kalt gebrüht«, wie man es nennt, also ohne der
Fermentation ausgesetzt gewesen zu sein, sofort gebraucht. Dieser Tabak
hat eine helle, goldgelbe Farbe. Der Schnupf- und Kautabak hat ein
dickes Blatt; schon mit der Hand kann man bei gleich grossen Büscheln
den Gewichtsunterschied von dem Cigarrentabak deutlich herausfühlen
(Betuwe).
Um die hohen Zollabgaben in England, Deutschland und Belgien zu
umgehen, wird die Mittelnarbe aus den Blättern herausgenommen, die
Blatthälften auf einander gelegt und in zierliche Büschel gebunden.
Den gleichen Erfolg erhält man, wenn man den Tabak »ausdämpft« d. h. das
Gewicht vermindert, indem man den Wassergehalt verringert. Auf diese
Weise ist es möglich, 50 kg auf ein Gewicht von 35 herabzudrücken. Ich
meine, dass die englische Regierung eine bestimmte Grenze gezogen hat,
und dass der Tabak also nicht so trocken gedämpft werden darf, wie man
dies früher that.
Der Einfluss ausländischer Ernten kann hier durch die Änderung des
Preises zu Tage treten. Wenn das Ausland eine Missernte oder weniger
gute Ernte hat, so steigen die Preise hier und umgekehrt.
Die Zeit für den Verkauf ihres Tabaks kann von den Züchtern selbst
bestimmt werden; der Grosshandel bezieht die getrockneten Blätter von
ihnen, wenn die Preise annehmbar sind.
Dieser Handel beruht hauptsächlich bei den Herren ~Herschel~ in
Amersfoort, ~de Hartog~, ~de Voogt~ und ~Koch~ in Wageningen, ~Frowein~
in Arnheim und ~de Block~ und C^o. in Amsterdam, nebst einigen
Spekulanten in Maaswaal.
Düngung.
Das Klima, der Boden, die Düngung, die Trocknungsweise der Blätter und
die Fermentation üben einen grossen Einfluss auf die so sehr erwünschte
gute Qualität der Tabaksblätter aus. Es ist also nicht möglich, alle
diese Bedingungen künstlich hervorzurufen oder zu beeinflussen.
Eine gute Ernte ist sehr abhängig von den Witterungsverhältnissen. Ein
einziger Hagelschauer kann in einigen Minuten ein zu Felde stehendes
Gewächs fast vernichten, während auf der anderen Seite eine Krankheit
unter den Pflanzen bisweilen zahlreiche Opfer heischt. Auch beim
Tabak findet ein Wechsel im Anbau statt; wozu die Leguminosen gewählt
werden. Durch die eingehenden Untersuchungen von ~Hellriegel~, ~Nobbe~
und ~Hiltner~ ist dieser Wechsel studiert und erklärt worden. Die
Pflanze, die im Allgemeinen viel Stickstoff zum Aufbau des Eiweisses
bedarf, erhält diesen Stickstoff aus dem Boden und der zugeführten
Nahrung. Wenn ein und dasselbe Gewächs während einiger Jahre auf einem
Acker gezogen wird, so wird dieser Acker ungeachtet der Düngung stets
ärmer an der gewünschten Nahrung für die Pflanze werden. Durch die
Abwechslung in der Anpflanzung, die man nicht erklären konnte, wurde
diesem Übel einigermassen abgeholfen. Man findet in den Leguminosen
(Erbsen, Bohnen m. a. W. Hülsenfrüchte) Pflanzen, die den Acker für
das nächste Jahr verbessern. Jetzt hat sich herausgestellt, dass
die kleinen Wurzelknöllchen jener Hülsenfrüchte eine sehr wichtige
Funktion bei der Assimilation des Stickstoffs ausüben. Die Besprechung
des höchst interessanten Baues jener kleinen Knollen, sowohl als
die Entwicklung der Bakterien, welche da hinein dringen, das Gewebe
angreifen und dieses umbilden, würde zu weit führen.
Jedoch sei darauf hingewiesen, dass bestimmte Arten von Bakterien durch
die Wurzelhaare oder Verletzungen in die Wurzeln hineindringen, sich
stark vermehren und ein neues Pflanzengewebe hervorbringen, welches
sich in knollenartigen Verdickungen zeigt. Die Wirkung dieser kleinen
Knollen fängt erst dann an, wenn die auflösbaren Stickstoffverbindungen
aus dem Boden verbraucht sind.
[Illustration: Fig. 1. Nicht-geimpfte und mit bacterien-geimpfte
Serradella (Ornithopus sativus).]
Reinkulturen von verschiedenen Bakterien, welche augenscheinlich
dieselben kleinen Knollen bilden, habe ich jetzt unter dem
Namen »Stikstofverzamelaars« (Stickstoffsammler) in den Handel
gebracht. Eine Weinflasche dieser Kultur genügt für 1/4 ha. So hat
man »Stikstofverzamelaars« für _Pisum Sativum_ (gewöhnliche Erbse) _für_
_P. arvense_ (Sanderbse), _Lupinus_, _Ornithopus sativus_, _Trifolium
pratense_, _Lathyrus Sylvestris_ u. s. w.
Vergleichende Proben, mit diesen Kulturen genommen, zeigen in der
That den grossen Unterschied in der Entwicklung und in dem Wachstum
der Pflanze auf einem Acker mit solchen Reinkulturen gedüngt, und dem
gleichen Acker, welcher im natürlichen Zustande geblieben ist[A].
Jeder Züchter ist davon überzeugt, dass die Anwendung einer bestimmten
Art Dünger für ein bestimmtes Gewächs die Ernte bedeutend verbessern
kann. Das schwierige Problem, welcher Dünger in unserm Lande für unsern
Tabak verwendet werden muss, ist zwar noch nicht ganz gelöst, doch ist
ein Fortschritt in der Kulturweise der Pflanzen schon zu bemerken, dank
der Sorgfalt, die viele Pflanzer ihrem Gewächse widmen. Die Anweisung
tüchtiger wissenschaftlich gebildeter Agronomen, Chemiker, und in der
letzten Zeit Bakteriologen ist von höchster Wichtigkeit, um Versuche
nach einer bestimmten Richtung hin anzustellen.
Die Erfahrung lehrt, dass ein hoher Gehalt an Chlorsäure die
Brennbarkeit des Tabaksblattes nicht fördert, sondern sie stark
verringert. Ebenso wie in Ostindien hat man auch hier die Erfahrung
gemacht, dass derselbe Boden nicht jedes Jahr ein gleich gut brennendes
Produkt liefert (Salm 1877).
Viele aufmerksame Pflanzer meinen, ein tüchtig beregneter Tabak liefere
meistens ein besser brennbares Produkt. In der Asche gut brennbaren
Tabaks findet sich viel kohlensaures Kali, in derjenigen des schlecht
brennbaren sehr wenig von diesem Salze; dahingegen viel schwefelsaures
Kali und Chlorkalium. Das kohlensaure Kali ist in diesem Zustande nicht
im Blatte anwesend, sondern entsteht beim Verbrennen aus Apfelsäure,
Citronensäure und oxalsaurem Kalium. Die sehr verbreitete Meinung, dass
der Salpeter die Brennbarkeit vermehre, ist nicht ganz richtig. Denn
Algier liefert Tabaksarten, welche viel Salpeter enthalten und doch
schlecht brennen. Dagegen bestehen andere Arten, welche keinen Salpeter
enthalten und doch gut brennen.
Man hat Recht, wenn man Zusammenhang sucht zwischen der Brennbarkeit
und dem Vorhandensein von organischen Salzen, und dies kann man
erklären und beweisen. (Indische Kulturen von ~Van Gorkom~.)
Unbrennbarer Tabak, welcher durch eine Auflösung eines organischen
Kalisalzes gezogen und nachher getrocknet wird, ist durch diese
Behandlung wirklich brennbar geworden. Macht man die nämliche Probe
mit gut brennbarem Tabak und einem anorganischen, einem Magnesium- oder
Kalk-Salze, so ergiebt sich, dass die Brennbarkeit gewichen ist. Die
Asche wird in diesem Falle kein kohlensaures Kali enthalten, das
wohl nach dem ersten Experimente gefunden wurde. Der Tabak erheischt
Kalium, viel Kalium, und damit jene Salze in die Pflanze aufgenommen
oder in ihr gebildet werden, muss man die Chlorverbindung vermeiden.
Die kohlensauren-, salpetersauren und schwefelsauren Salze des Kalium
dahingegen werden von den organischen Säuren analysiert. Alljährlich
werden von unsern Züchtern Tausende von Gulden auf die Düngung ihrer
Felder verwendet. Die Tabakspflanze braucht eine kräftige Nahrung,
wodurch sie zu gleicher Zeit eine gewisse Immunität den fungischen
Sporen gegenüber erhält.
Es ist sehr beachtenswert, dass die Pilzarten im Tabak, welcher in
unfruchtbaren Boden gepflanzt war, welcher also wenig gedüngt wurde,
sich später gerne in der Pflanze entwickeln. Der schlechte finanzielle
Zustand des Pflanzers ist indirekt Ursache davon. Allgemein kann man
bei sorgfältiger Behandlung des Tabaks annehmen, dass ein Hektar von
Boden, welcher schon in Kultur genommen ist, 35000 kg. Schafsmist
braucht, mit einem Durchschnittswert von 350 Gulden (etwa 600 Mk.)
Die Experimente mit der Tabakskultur in Zeeland haben bis jetzt nicht
den erwünschten Erfolg gehabt. Der hohe Gehalt des Meeresthons an
Chloriden ist höchst wahrscheinlich Ursache davon. Im Zusammenhang mit
dem dortigen Futter der Schafe ist auch der Mist dieser Tiere (_f_
1,50 per 1300 kg.) weniger wert als derjenige, welcher aus der Provinz
Utrecht und Süd-Holland angeführt wird. Im grossen Ganzen ist die
Düngung unsrer Tabaksfelder noch sehr verschieden. Einen sehr guten
Erfolg erzielt man durch Anwendung von 45000 kg. Schafsmist und 500
kg. Chilisalpeter- Superphosphat per Hektar. Gleich günstig wirkt eine
Düngung mit 45000 kg. Schafsmist und 350 kg. gemalenem (= aufgelöstem)
Peruguano.
Die Zusammensetzung dieser Düngstoffe ist für 1000 kg. frischen
Schafsmistes in ihren wirksamsten Bestandteilen angegeben: Stickstoff
8.3, Phosphorsäure 2.3, Kali 6.7, Natron 2.2, Kalk 3.3, Chlor und Fluor
1.7 im Werte von _f_ 8,-- per 1000 kg., welche durch die Kosten für
Fracht, Arbeitslohn, bis zu _f_ 9,-- steigen. Chilisalpeter enthält 15%
Stickstoff im Werte von _f_ 11,50 à _f_ 12,50 per 100 kg.
Aufgelöster (= gemalener) Peruguano: 7% Stickstoff und 9.5% auflösbare
Phosphorsäure im Werte von _f_ 10,-- per 100 kg.
Ebenso wie die meisten anderen künstlichen Düngstoffe, welche
unter Kontrolle gestellt werden können, wird der Gehalt für
Chilisalpeter-Superphosphat angegeben mit 7% Stickstoff und 9%
Phosphorsäure etwa im Werte von _f_ 8,50 per 100 kg. Unter dem
Namen »Delidünger« der besonders nach Indien geschafft wurde, war eine
Mischung im Handel, welche 6% Stickstoff, 5% Phosphorsäure und 5% Kali
enthielt. Man behauptete, durch Anwendung dieses Kunstdüngers erhielte
man ein hell gefärbtes Blatt.
In der letzten Zeit ist die Aufmerksamkeit auf die Torfstreu gelenkt
worden, welche aus den Pferdeställen herstammt. Sie zeichnet sich vor
allen anderen tierischen Düngstoffen dadurch aus, dass mit ihr der
Boden porös bleibt und deshalb mehr Feuchtigkeit festhält als bei einer
Düngung mit Kuhmist.
Ein mir bekannter Züchter, der eine Reihe von Jahren Versuche mit
verschiedenen Düngstoffen machte, einzeln und gemischt, hat es jetzt so
weit gebracht, dass ein für Holland sehr gutes Produkt erzielt wird,
zu gleicher Zeit noch mit dem Vorteile, dass die Kosten für Düngung
bedeutend geringer sind.
Einige Züchter gebrauchen nebst Schafs- oder Kuhmist noch Taubenmist auf
ihren Feldern und zwar 20 bis 30 h.l. per h.a. Die Erfahrung lehrt,
dass so der Tabak kräftiger ist, schwerer wiegt und mehr Glanz besitzt.
Ein gleiches Resultat wird hervorgebracht mit dem viel billigeren
Peruguano.
Alle 4 bis 5 Jahre werden auf dem Felde Leguminosen gezogen und noch
nachher im nämlichen Jahre weisse Rüben, auch wohl Futtermöhren. In
diesem Falle wird im Monat März der Möhrensamen zu gleicher Zeit mit
Erbsen ausgesät, die Rüben hingegen erst Ende Juli, nachdem die Erbsen
eingeerntet sind. Im darauffolgenden Jahre wächst auf solchem Acker
die Tabakspflanze üppiger, trägt ein dünneres, schöneres Blatt, das
besser brennt, doch weniger Gewicht hat bei gleicher Düngung als auf
anderem Boden. Wir sehen hier nochmals die kräftige Nachwirkung der
Leguminosen, das Resultat des Wechselbaues.
Allgemein wird bemerkt, dass ein warmer, trockner Sommer ein dickeres,
schwerer brennbares Blatt liefert, ein feuchter regnerischer Sommer ein
dünneres, besser brennbares Blatt. ~Nessler~ suchte die Erklärung dafür
in der verschiedenen Absorptionsfähigkeit des Bodens dem Chlor und
Kalium gegenüber, wonach in trocknen Sommern besonders die Chlorsalze
(NaCl.) mit dem Grundwasser aufsteigen sollten, indem diese in nassen
Sommern hinweggespült würden. Wie dem auch sei, es scheint mir, dass
der anatomische Bau des Blattes einen nicht unbedeutenden Anteil an
der Brennbarkeit hat. Ein Tabaksfeld in der Nähe von Amerongen war zum
Teil gelegen an einer mit schweren Buchen bewachsenen Allee; dieser
Teil wurde fast den ganzen Tag beschattet, war also feuchter als der
von der Sonne beschienene. Die Pflanzen im Schatten waren höher und mit
grösseren Blättern versehen.
Die mikroskopischen Untersuchungen zeigen in der That, dass
die Struktur der Blätter feiner ist, und dass besonders das
Schwammparenchym mit grösseren Luftgefässen versehen ist als dasselbe
Gewebe der von der Sonne beschienenen Blätter. Ebenso, jedoch in
schwächerem Grade, kennzeichneten sich die Blätter der Pflanzen, welche
durch den Schatten der Trockenscheunen nach 1 Uhr Nachmittags keine
Sonne mehr bekamen. Im Anschluss hieran lehrten mich die Versuche,
dass ein Blattteil ohne Hauptrippen einer beschatteten Pflanze weniger
wog als ein ebensogrosser Teil von einem besonnten Blatte. Als
Durchschnittswert bei frischen Blattteilen fand ich für die im Schatten
wachsenden Pflanzen, bei einer Oberfläche von 23 cm^2, 0.530 Gramm, für
die im Sonnenlicht wachsenden Pflanzen 0.650 Gramm, also im Verhältnis
von 100 zu 122.
Zugleicherzeit muss hier die Bemerkung gemacht werden, dass Pflanzen,
welche im Schatten wachsen, im grossen Ganzen ein besser brennbares
Blatt liefern.
Aus diesen Betrachtungen erhellt die Macht der Düngung und der Einfluss
des Lichtes auf den anatomischen Bau des Blattes[B].
[Fußnote A: Siehe meine Abhandlung im »Indische Mercuur«, 17 Dec. 1898:
De Stikstofvoeding der Leguminosen.]
[Fußnote B: Siehe meine Abhandlung im »Indische Mercuur«, 13 Mai
1899, »Martellin, een nieuwe meststof.«]
Kultur
Anfang März wird der Samen der Tabakspflanze auf eine sehr
eigentümliche Weise zur Aussaat präpariert. Zu einem Hektar braucht man
nur 18 Fingerhütchen von diesem sehr winzigen Samen. Man bringt weissen
Sand in Blumentöpfe und oben darauf den ein wenig angefeuchteten Samen.
Eine Reihe dieser Töpfe, meistens für verschiedene Züchter, wird in
ein kaltes mit Glasscheiben verschlossenes Mistbeet gestellt, in
welchem durch Brühung des hineingebrachten Pferdemistes die erwünschte
Temperatur erhalten wird, um die Saat keimen zu lassen. Sobald das
Würzelchen sich zeigt, wird der Samen mit trocknem Sande vermischt
und dann in die Mistbeete ausgesät. Der Boden dieser Mistbeete ist
mit Pferdemist und etwas Taubenmist zubereitet. In der Gegend von
Wageningen und Amerongen ist dieser Vogelmist leicht zu bekommen,
durch das Recht, welches einigen Herrlichkeiten gewährt ist, hunderte
ja sogar tausende meist verwilderte Tauben halten zu dürfen. Von
diesen uralten Herrlichkeiten können genannt werden: _Amerongen_,
_Molenstein_, _Zandenburg_ und _Leeuwenburg_. Der Handelswert dieses
Taubenmistes ist etwa 2 Gulden per Malter.
Die Kiste oder das Mistbeet, wovon der Glasrahmen mit geöltem Papier
verklebt ist, wird jetzt derartig behandelt, dass der Pferdemist etwa 1
cm., der Taubenmist dahingegen etwa 3 à 4 cm. unter den Boden zu liegen
kommt. Nachher wird das Mistbeet triefnass gemacht, und der Samen mit
Sand vermischt darüber gestreut. Die ersten 10 Tage braucht es nicht
begossen zu werden. Etwa am 15-30 Mai sind die Pflänzchen so gross,
dass die besten ausgesucht und gepflanzt werden können. Dies geschieht
auf dem schon schwer gedüngten Land und zwar so, dass zwei Reihen der
Pflänzchen auf einen einigermassen erhöhten Erdrücken gestellt werden.
Man erhält hierdurch eine gute ~Ab~-wässerung und zugleicherzeit eine
sehr gute Gelegenheit, um später beim Einernten zwischen die Pflänzchen
zu gelangen.
Auf einem ha. stehen ungefähr 38000 Pflanzen, welche je 45 cm. von
einander entfernt sind. Die Umgebung der jungen Pflänzchen wird immer
sorgfältig mittels Schaufel und Hacke vom Unkraute gesäubert.
Die gefürchteten Feinde der Pflanzen sind nun die »Käfer- und
Grauwürmer«, die auf allen Tabaksfeldern, und die Erdraupen, die nur
auf einigen Feldern gefunden werden. Nicht selten werden während des
ersten Monats 2000 per ha. mit der Hand, also durch Ablesen entfernt.
Nach dieser Zeit verschwinden diese gefürchteten Eindringlinge von
selbst. Die Anpflanzung einer Reihe Salat längs der hohen Erbsen- und
Bohnenhecken, scheint ein Lockmittel für die Erdraupen zu sein; auf
diese Weise wird das Suchen und Entfernen erleichtert.
Der Geldersche Landmann versteht unter Käferwürmern »Engerlinge«, das
sind die Larven des Maikäfers, _Melolontha vulgaris_. Unter Grauwürmern
versteht man gewöhnlich die »Emelten«, die Larven der Erdschnaken:
_Tipula oleracea_, _T. paludosa_, _T. maculosa_, u. s. w. Unter
Nadelwürmern versteht man gewöhnlich Erdraupen: _Agrotis segetum_,
_A. tritici_, _A. exclamationis_ u. s. w. Die Züchter verwechseln
gewöhnlich diese Namen. Herr ~Professor Ritzema Bos~ hatte die Güte,
mir hier die richtigen Benennungen anzugeben. Nach 6 bis 7 Wochen ist
die Pflanze schon so gross, dass sie »geköpft« werden kann, d. h. in den
Morgenstunden wird mit geölten oder mit Speck eingeriebenen Fingern die
Knospe herausgenommen. Die Pflanze trägt bald darauf 14 à 15 tüchtige
Blätter. An einer geringen Zahl gut gewählter Pflanzen lässt man Samen
schiessen, entfernt die kleinen Blumen oder Früchte und lässt die
Grösseren zur vollen Reife kommen. Der Samen, der von überseeischen
Besitzungen zum Anstellen von Versuchen hierher gebracht wurde, ist
im Laufe der Jahre durch die natürliche Kreuzbestäubung stets zurück
gegangen. Man hält jetzt auf die beschriebene Weise eine Auslese zur
Ziehung der besten Arten. Ende Juli werden die untersten fünf Blätter,
das sogenannte Sandgut, gepflückt, 2 bis 3 Wochen später das Erdgut,
und wieder nach derselben Zeit das Bestgut.
Die Blätter werden nach jeder Ernte in dem Hauptnerv eingeschnitten,
an Stäbe oder Stangen gesteckt und dicht auf einander 3 bis 4 Wochen
in dazu hergerichteten, gut ventilierten, meistens hölzernen Scheunen
zum Trocknen aufgehängt. Bei feuchtem Wetter geschieht dies Trocknen
nicht immer nach Wunsch, die Blätter trocknen schlecht und in Folge
dessen entsteht die sogenannte »Anschwellung«, die in Fäulnis übergehen
kann. Dadurch, dass man niedrige Feuer unter die trocknenden Blätter
anlegt, kann diesem Übel abgeholfen werden, besonders im Spätsommer:
am 10^{ten} Tag der Trocknung wird dies beim Bestgut beobachtet,
die »Anschwellung« zeigt sich dann dadurch, dass die hängenden Blätter
sich gerade ausbreiten.
Das Sandgut, Bestgut und Erdgut, von dem beim Anfange der Trocknung
etwa 30 à 40 Blätter an einer Stange hingen, wird nach 3 bis 4 Wochen
umgesteckt und zwar derartig, dass die Blätter von 4 Stäben auf eine
Stange gesteckt werden. Dann werden diese Stangen zu Haufen aufgetürmt
und zwar so, dass ein Kubus gebildet wird, dessen Höhe aus etwa 20 bis
25 Schichten besteht, wovon die Blätter alle nach innen gerichtet sind.
So bleiben sie liegen bis zum Oktober oder November, um dann sortiert
und in Büschel zusammen gebunden zu werden.
Anatomie und Physiologie.
Die Brennbarkeit des Tabaksblattes, wie wir schon sahen, ist abhängig
von der Anwesenheit organischer Kaliumsalze.
Die Art, wie die Pflanze diese bildet und aus welchen Salzen sie
entstehen, ist nicht mit Bestimmtheit anzugeben. Jede lebende Pflanze
(die meisten Parasiten ausgenommen) baut aus anorganischen Stoffen
diejenigen Körper auf, welche sie braucht. In welcher Weise das Nicotin
von der Tabakspflanze aufgebaut wird, ist unbekannt. Dies Alcaloid
scheint sich in allen Teilen der Pflanze zu finden.
Mit den allgemeinen Alcaloidreagentien wird überall im
Pallissadengewebe wie im Schwammparenchym eine Reaktion beobachtet.
Die Funktionen, welche die Organe der Pflanze ausüben, sind genau
bekannt; man kennt die Rolle vom Xylem, Phloëm, Parenchym, Collenchym,
Sclerenchym und von sovielen andern. Weniger bekannt ist die Weise,
in welcher die Pflanze die organischen Stoffe aufbaut, Stoffe, welche
so zusammengesetzt sind, dass man noch nicht den mindesten Begriff
hat von ihrer Konstitution oder ihrem chemischen Bau. Vor einigen
Jahren gab ~Baeyer~ seine Hypothese über die Bildung der Kohlhydrate
unter dem Einflüsse des Chlorophylls. Nach dieser Vermutung, die noch
nicht widerlegt worden ist, geht die Kohlensäure in Ameisensäure
über, diese mittels Reduktion in Aldehyd, und dieses wieder unter
Polymerisation in ein Kohlhydrat, einen Zucker, ein Monosaccharid.
Nach den Untersuchungen von ~Curtius~, die im Anfange des Jahres
1897 bekannt gemacht wurden, ist es ihm gelungen, aus dem Brei der
Pappel- und Eschenblätter, mittels M--Nitrobenzhydrazid, ein Aldehyd
auszuscheiden und anzuzeigen, (C_{7} H_{11} O C O H). Weiter ist
bekannt, dass Asparagin oder Amido- Apfelsäure ein stickstoffreicher,
kristallisirbarer Körper ist, welcher mit Traubenzucker Eiweiss bilden
kann, und umgekehrt, dass das Eiweiss den Stickstoff wieder abgeben
kann, um Asparagin aufzubauen, welches durch die Gewebe nach den
Myristemen geführt werden kann, um da zur Stelle wieder das erwünschte
Eiweiss entstehen zu lassen.
Der Bau des Tabaksblattes ist dem Typus der Dicotylenblätter gleich.
Wenn wir ein Tabaksblatt mikroskopisch auf dessen Querdurchschnitt
betrachten, sehen wir zu allererst die Cuticula, welche mit Wachs
überzogen ist; sie bildet einen Teil der Epidermis, die in unserm Falle
sowohl an der Aussen- als Innenwand cuticularisiert ist. Diese Epidermis
besteht aus flachen tafelförmigen Zellen, welche mit unregelmässig
wellenden Linien in einander schliessen und hier und da Spaltöffnungen
zwischen sich lassen.
Obgleich die Spaltöffnungen in der Regel sich nur an der Unterseite der
Blätter zeigen, ist dieses beim Tabak nicht der Fall; sie finden sich
da an beiden Seiten.
[Illustration: Fig. 2. Querdurchschnitt eines jungen Tabaksblättchens
aus der Knospe genommen (Amerongen), 150 Male vergrössert.]
Viele Zellen der Epidermis sind zu Haaren ausgewachsen. Die Form
dieser Haare ist sehr verschieden und kennzeichnend. Die meisten
sind mehrzellig, sehr lang und tragen oben einen mit ätherischem
Öl gefüllten mehrzelligen Körper; eine zweite Art ist gleichfalls
lang, doch endigt in einer Spitze, während eine dritte Art auf einem
kurzen einzelligen Stiele einen grossen angeschwollenen, mehrzelligen
Körper trägt. An beiden Seiten der Blätter zeigen sich Haare. Im
allerjüngsten Zustande des Blattes sah ich sogar einige, welche stark
verzweigt waren. Unter der Epidermis liegt das Pallissadengewebe,
welches aus langen blattgrünreichen Zellen besteht, die sich dicht an
einander anschliessen. Darunter laufen, doch nicht an allen Stellen,
die Gefässbündel, welche aus Xylem und Phloëm bestehen, von denen das
erstere zur Weiterbeförderung des Wassers, das letztere zum Transporte
des Eiweisses dient.
Die Holz- oder Xylemgefässe zeigen durch die eigentümlichen bandförmigen
Anschwellungen die wohlbekannte Spirale, die Phloëmgefässe kennzeichnen
sich durch die durchbohrten Zwischenwände oder Siebplatten; weiter
treffen wir das Schwammparenchym, dass aus sehr grossen, gleichfalls
chlorophyllreichen Zellen besteht, welche zahlreiche grosse Luftröhren
zwischen sich einschliessen. Dann folgt wieder nach der Unterseite die
Epidermis mit ihren vielen Spaltöffnungen und zu Haaren ausgewachsenen
Zellen.
In beigehender Zeichnung, die nach einem Querdurchschnitt von mir
angefertigt wurde, sehen wir die Lage der Organe. Der Durchschnitt
eines jungen Blattes, aus dem Keimpunkte genommen 12 cm. lang, ist
derartig, dass der Nerv und an beiden Seiten davon der Anfang der
beiden Blatthälften mit einem Teil des Gefässbündels, der sich nach
dem Blatte zuwendet, deutlich sichtbar ist. Wir sehen in der Mitte den
Xylembündel, aus Holzgefässen bestehend, ringförmig umschlossen vom
Phloëm. Um den Gefässbündel herum liegt das Collenchym, kenntlich an
den Anschwellungen der Zellenwände in den Ecken. Das Collenchym ist
sehr dehnbar und in geringem Masse elastisch; daher kommt es, dass es
nach Ausreckung nicht wieder vollkommen die frühere Länge annimmt. Es
besteht aus langen Zellen mit platten Enden; die Wände sind weich und
wasserreich, wodurch es unter dem Mikroskop bläulich aussieht.
Was die chemische Zusammensetzung betrifft, finden wir in den
Zellenwänden und in den cuticulären Schichten Suberin, einen Stoff, der
mit dem Korkstoff identisch ist. In den frischen Blättern sind Spuren
von Asparagin deutlich nachzuweisen (Alcohol abs.) Dieser Körper ist
quantitativ mit Nitras hydrargyrosus zu bestimmen, wozu vorerst der
Farbstoff mit basischem Bleiacetat niedergeschlagen wird. Quantitative
Bestimmungen von Asparagin und Eiweiss (letztere Bestimmung nach der
Methode ~Stutzer~) in den reifen Blättern, und während des Trocknens
der Blätter gemacht, deuten auf einen Übergang von Eiweiss in
Asparagin. Je länger die Blätter trocknen, desto reicher werden sie an
diesem Crystalloid.
Weiter kann im Blatte ein inversionsfähiges Kohlhydrat erkannt werden,
mutmasslich Rohrzucker. Von organischen Salzen sind anwesend: die der
Apfelsäure, Citronensäure und Oxalsäure, von denen das letztere als
Calciumoxalat durch mikrochemische Reaktionen im Parenchym dargethan
werden kann (man sehe die Figur). Von den anorganischen Salzen müssen
die Chloride, Phosphate und Sulfate erwähnt werden. Das Kalium ist
teils an organische Säuren, teils an Salpetersäure gebunden.
Unmittelbar hier anschliessend wünsche ich die Prozesse zu behandeln,
die beim Trocknen der Blätter stattfinden. Sobald die Blätter in den
Trockenscheunen aufgehängt werden, sehen wir, wie in den ersten Tagen
schon grosse Änderungen vor sich gehen: die Farbe der Blätter geht über
in ein fahles Gelb und läuft durch verschiedene Farben bis ins Braune.
Wir haben nach dem Pflücken nicht sofort mit einem toten, abgestorbenen
Blatte zu thun, sondern die Lebensfunktionen dauern noch Tage, ja
Wochen lang fort. Das sterbende Blatt schafft in seinem Gewebe völlige
Wandlungen, die schon durch die sichtbare Farbenänderung angezeigt
werden. Durch Plasmolyse und durch Verwendung von Farbstoffen, wie
Eosin und Picro-Carminsaures-Ammoniak, kann dargethan werden, dass die
Zelle noch Tage lang eine zum Leben gehörige Function vollbringen kann.
Ich fand für Blätter, die von mir selbst gepflückt und aufgehängt
wurden, dass dies 15 bis 20 Tage dauern kann.
Wenn Schnitte eines reifen Blattes in eine Jod-jodkaliumlösung gebracht
werden, sehen wir, dass das Stärkemehl in äusserst kleinen Körnchen
in grosser Zahl vorhanden ist; die Chlorophyllkörner erscheinen
wie Riesen daneben. Während des Trocknens des Blattes nehmen sie
in Anzahl ab, indem sie Zucker bilden. Die Versuche sind leicht zu
machen. Ein Blatt oder ein Teil davon wird in Wasser gekocht, mit
Kalilauge durchscheinend gemacht, nachher mit Essigsäure neutralisiert
und weiter auf einen Porzellanteller ausgebreitet, in welchen man
Jodalcohol mit Wasser gebracht hat. Nach einiger Zeit zeigt sich aus
der Intensität der Färbung die Lage des Stärkemehls. Wenn hingegen ein
Blatt mittels Chloroformdampf getötet wird, so findet die Umsetzung
nicht statt, die Farbe verwandelt sich nicht in Gelb, ein Beweis,
dass das sterbende Blatt Lebensfunktionen besitzt und zeigt. Die
Verschwindung des Stärkemehls geht zusammen mit der Entstehung von
Glucose, aber auch dieses Kohlhydrat ist während des Trocknens nicht
bleibend, verschwindet jedoch auch nicht ganz. Ich meine, dass einige
amerikanische Tabaksarten künstlich schnell getrocknet werden; doch
dann fragt es sich, ob sich dieser Prozess günstig für den Tabak
erweist. Während der Trocknung wächst auch der Gehalt an organischen
Säuren, und da wir sahen, dass ein grosser Teil dieser Säuren an
Kalium gebunden war, muss dies wieder die Brennbarkeit des Blattes
beeinflussen.
Quantitative Bestimmungen des Nicotin nach der Methode ~Kissling~
zeigen, dass dies Alcaloid während der Trocknung keiner Änderung
unterworfen ist; ebensowenig werden die Nitrate angegriffen. Die
Eiweisse hingegen vermindern und als Produkte hiervon zeigen sich Amine
(~Behrens~).
Aus diesen Versuchen und Betrachtungen geht hervor, dass die Trocknung
der Tabaksblätter langsam geschehen muss. Die chemischen Prozesse,
welche unter dem Einfluss des Lebens während der Trocknung durchgemacht
werden, sind von grosser Wichtigkeit für die hierauf folgende
Fermentation. Wir werden da sehen, dass lebende Organismen, Bakterien,
den Gährungsprozess einleiten und beendigen.
Fermentation. Physische und chemische Untersuchung.
Durch die Fermentation wird der Tabak einer völligen Änderung
unterzogen, und ohne Zweifel üben die Brühungsweise, die Temperatur und
die Bakterien einen grossen Einfluss aus auf die Bildung derjenigen
Zersetzungsprodukte, welche was Geruch und Geschmack betrifft,
kennzeichnend sind. Ich bin fest überzeugt, dass hauptsächlich die
Bakterien und nicht die ~Loew'~schen Enzyme[C], die Hauptrolle spielen.
Wir werden später sehen, dass bei künstlicher Impfung mit Reinkulturen
ganz andere Prozesse stattfinden. ~Suchsland~ war der erste, welcher in
einer vorläufigen Mitteilung bekannt machte, dass Geruch und Geschmack
durch die Lebensprozesse der Mikroben entstehen; jedoch hat er später
nie wieder diesen höchst interessanten Gegenstand aufgenommen.
In der Einleitung erwähnte ich schon, dass die Herren ~Herschel~ in
Amersfoort und ~de Hartog~ in Wageningen mir immer bereitwilligst Hilfe
verliehen, und dass in den Scheunen, wo die gährenden Haufen Tabak
umgesetzt wurden, ein improvisiertes kleines Laboratorium mit den
allernötigsten Instrumenten von uns eingerichtet war.
Mit der grössten Sorgfalt wird ein Haufen Tabak zusammengesetzt. Die
musterhaft zusammengebundenen Büschel werden aufgeschichtet, so dass
man Haufen von etwa 3 m. hoch, 3.5 m. breit und 3.5 m. lang bekommt.
Diese Ziffern sind nicht normal, sondern Form und Grösse richten sich
nach dem anwesenden Raum, ein Haufen ist desshalb grösser als der
andere. Das Gewicht variiert gleichfalls, man hat solche von 15000
bis 30000 Pfund. Wenn ein Haufen fertig da steht, ist es wirklich
ein reizender Anblick. Man sieht von allen Seiten die »Köpfe« der
sorgfältig zusammengebundenen Büschel, welche dem Ganzen das Ansehen
eines Flechtwerks geben. Wenn ein Haufen einige Tage steht, fängt er
an zu sinken. Indem man lange Stangen hineinsteckt, kann man, wenn
man dieselben herauszieht und mit der Hand anfühlt, die Temperatur
beobachten und zugleicherzeit den Geruch beurteilen. Die Personen,
welche sich hiermit beschäftigen, haben, was dies betrifft, eine
jahrelange Erfahrung. Es währt nicht lange so wird der Haufen warm und
feucht, die Brühung oder Fermentation fängt an. Weil die Temperatur
immer steigt, kommen von allen Seiten Insekten hinzu, welche mit dem
Namen »Läuse« angedeutet werden. Bei meiner Anwesenheit habe ich
dieselben nicht gesehen und habe also keine Gelegenheit gehabt, sie zu
bestimmen.
[Illustration: Fig. 3.
Eine Fermentationsscheune des Herrn ~Herschel~in Amersfoort.]
In Wageningen hat man die Erfahrung gemacht, dass Tabak aus der Veluwe
wohl, der aus der Betuwe nicht diese Insekten bei der Gährung zeigt.
Ein Haufen bleibt ungefähr 3 oder 4 Monate in Gährung, doch wird
während dieser Zeit meistens 3 mal umgesetzt, wodurch die äusseren
Teile, welche frei an die Luft grenzen, sich auch an der Brühung
beteiligen können.
Eine bestimmte Regel ist hierfür nicht anzugeben, die Erfahrung ist
die beste Lehrerin. Ein Haufen von 20000 Pfund Bestgut von der Veluwe,
von einem mit Schafsmist gedüngten Acker, wird, nachdem er 4 Wochen
gestanden hat, umgesetzt. Dieses Umsetzen, womit 5 Personen 2 bis 3
Tage beschäftigt sind, geschieht meisten 3-mal. Erd- und Sandgut aus der
Betuwe (Valburg 60000 kg. Kuhmist per ha., ± 200 Gulden an Wert) wird
gleichfalls 3-mal umgesetzt. Doch braucht man 4 Monate, um die Gährung
zum erwünschten Ziel zu bringen.
Gemischte Haufen, das sind Haufen, welche Tabak von verschiedenen
Gegenden, Sandgut, Erdgut, Bestgut oder Geizen enthalten, brauchen eine
nicht zu bestimmende Gährungszeit, die Erfahrung muss dies entscheiden.
Einige Male geschieht es wohl, dass Tabak schwer oder gar nicht zum
Gähren kommt (Erd- und Sandgut von 94 und 96); dies werde ich sofort
erklären.
Zu gleicher Zeit glaube ich unsern Tabakspflanzern und Händlern eine
Mitteilung machen zu müssen, die vielleicht Veranlassung zu einem
Versuche geben könnte. Die Vermutung liegt nämlich nahe, dass ein hoher
Stickstoffgehalt des Tabaks die Gährung zwar nicht bedingt aber doch
stark dazu beiträgt. Durch das Hineinbringen von gewöhnlichem Klee
(Trifolium pratense) zwischen die Haufen sollte sie zu erreichen sein.
Man weiss, dass die Leguminosen stickstoffreich sind.
Wenn die Gährung beendigt ist, werden die Büschel zu schmalen Reihen
angehäuft. Hierdurch beugt man der Nachgährung soviel wie nur möglich
vor.
Bei einer Gelegenheit, wo ein Haufen zum zweiten Male umgesetzt wurde,
nahm ich auf ungefähr 60 cm. Tiefe eine Temperatur von 56° C. wahr. Der
Wassergehalt der Blätter war etwa von 25-35 %, welcher natürlicherweise
wechselt mit dem kürzeren oder längeren Stand des Haufens. Im
Algemeinen kann festgestellt werden, dass Tabak, welcher im Dezember
oder Januar gekauft wurde, nach der Brühung 6 % an Gewicht verloren
hat. Bei der Fermentation findet also Verlust an Gewicht statt.
Beim Umsetzen des Haufens zeigte sich deutlich ein honigsüsser, etwas
prickelnder Geruch, zugleicherzeit stieg ein feuchter Dunst empor, der
als Dampf sichtbar war.
Lackmuspapier, rotes und blaues, und ebenso Curcumapapier zeigten,
nachdem sie eine halbe Stunde zwischen den feuchten Blättern auf gut
1/2 m. Tiefe gelegen hatten, keine Reaktion, sodass man als sicher
annehmen darf, dass dieser Haufen im Augenblicke der Gährung neutral
reagierte. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Tabak aus der Betuwe
entwickelt kein oder sehr wenig Ammoniak, der von der Veluwe hingegen
liefert als Zersetzungsprodukt Ammoniak. Später werden wir sehen, dass
auch hier Bakterien Ursache davon sind, und dass dies durch künstliche
Impfung entsteht. Es gelang mir, einige dieser Ammoniakbilder zu
isolieren. Nach diesen wenigen vorhandenen Angaben, ist die Vermutung
berechtigt, dass in unsern überseeischen Besitzungen sich Mikroben
finden werden, die ihre eigenen Zersetzungsprodukte bilden; wir
sahen ja in dem Augusthefte der Monatsschrift »de Natuur«, dass
~Hansen~ »Gährungszellen« gefunden hat, die in kleinen Entfernungen von
Baumschule zu Baumschule übersiedeln konnten, und auf der Oberfläche
süsser, saftiger Früchte lebten und Umsetzungen vollzogen[D].
Bei einigen Tabakgährungen wird angegeben, dass Kohlensäure entsteht,
aber es ist mir nicht gelungen, in den gährenden Haufen oder im Raume
der Scheunen einen höheren CO_{2}-Gehalt der Luft darzuthun als
in der umgebenden Aussenluft. Auch die Versuche in den V-förmigen
Gährungsröhren gaben dies zu erkennen. Glaubwürdige Mitteilungen,
dass bisweilen CO_{2} entsteht, würden einen Beweis mehr liefern:
_dass Tabaksarten von bestimmten Gegenden von bestimmten Bakterien
beeinflusst werden und ungleiche Zersetzungsprodukte abgeben_.
Mutmasslich jedoch wird zu einer bestimmten Zeit im Haufen CO_{2}
entstehen können. Wenn sich zugleicherzeit NH_{3} bildet, so werden
beide im Status nascens ein Salz liefern. Das Gas hat also keine
Gelegenheit zu entweichen. Bei einem gährenden Haufen haben wir
es wahrscheinlich mit Anaëroben zu thun, es sei fakultativen oder
obligaten, oder mit obligaten Aëroben.
Was den chemischen Teil betrifft, so finden wir einen grossen
Unterschied in der Zusammensetzung des Tabaks beim Anfange und beim
Ende der Gährung. Allen stattfindenden Zersetzungen nachzuforschen
ist unmöglich bei dem gegenwärtigen Stand der analytischen Chemie;
wir haben es nicht nur mit Lebensprozessen zu thun, sondern auch mit
den Umsetzungen der Stoffe, welche vom Leben herstammen. Von einer
Tabaksart fand ich die folgende Analyse, welche gemacht war vor und
nach der Fermentation (~Behrens~).
V = trockne, sandfreie Blätter vor und N = die Blätter nach der
Fermentation.
V. N.
Totaler Stickstoffgehalt 3.09 % 3.24 %
Eiweissstickstoff 1.30 1.36
Nicotin 1.464 1.075
Ätherextract 9.41 8.34
Darin anwesende Säure, als
Milchsäure berechnet 0.446 0.450
Organische, nicht flüchtige Säure,
als Apfelsäure berechnet 16.81 14.45
Mit Wasserdampf flüchtige Säuren,
als Buttersäure berechnet 0.124 0.299
Reduzierender Zucker, nach
Klärung mit Bleiessig 1.26 0.
Salpetersäure (N_{2} O_{5}) 0.201 0.
Schwefelsäure (SO_{3}) 2.147 2.201
Sandfreie Asche 19.83 21.01
Unter dem Einflusse verschiedener Düngerarten und verschiedener
Mikroben, die bei der Gährung wirksam sind, variiert die Analyse. Nach
den Personen, welche sich bei uns mit der Fermentation beschäftigen,
sollte der Veluwer Tabak durch die Düngung mit Schafsmist nicht
selten viel NH_{3} entwickeln, was natürlich den Stickstoffgehalt
beeinflusst. Nach obiger Analyse sinkt der Nicotingehalt, jedoch nicht
durch Verflüchtigung des Alcaloids, da der totale Stickstoffgehalt
ungefähr konstant bleibt. Nicht unwahrscheinlich werden bestimmte
Mikroorganismen sich daran beteiligen.
Dass das Nicotin auf niedrige Organismen bisweilen nicht als Gift
wirkt, lehrt die _Botrytis cinereae_, welche lebt und sich vermehrt in
einem Nahrungsboden, welcher dieses Alcaloid enthält.
Die Versuche, welche ich mit den Reinkulturen der NH_{3}-Bildner nahm,
deuten darauf hin, dass höchstwahrscheinlich das N von dem Eiweiss
(Protoplasma) herstammt. Es ist mir jedoch später gelungen, die
Nitrate, Asparagin und Ammoniumsalze derartig zu ändern, dass NH_{3}
als Zersetzungsprodukt auftrat. Das Asparagin, die Amido-Apfelsäure,
ist nach der Fermentation des Tabaks nicht mehr zu finden und hat sich
also auch an den Zersetzungsprozessen beteiligt.