VII. Die Religion

In den bisherigen Gestaltungen, die sich im allgemeinen als

_Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft_ und _Geist_ unterscheiden,

ist zwar auch die _Religion_, als Bewußtsein des _absoluten Wesens_

überhaupt, vorgekommen; allein vom _Standpunkte des Bewußtseins_ aus,

das sich des absoluten Wesens bewußt ist; nicht aber ist das absolute

Wesen _an und für sich_ selbst, nicht das Selbstbewußtsein des

Geistes in jenen Formen erschienen.

Schon das _Bewußtsein_ wird, insofern es _Verstand_ ist, Bewußtsein

des _Übersinnlichen_ oder _Innern_ des gegenständlichen Daseins.

Aber das Übersinnliche, Ewige, oder wie man es sonst nennen mag, ist

_selbstlos_; es ist nur erst das _Allgemeine_, das noch weit entfernt

ist, der sich als Geist wissende Geist zu sein.--Alsdenn war das

_Selbstbewußtsein_, das in der Gestalt des _unglücklichen_

Bewußtseins seine Vollendung hat, nur der sich zur Gegenständlichkeit

wieder herausringende, aber sie nicht erreichende _Schmerz_ des

Geistes. Die Einheit des _einzelnen_ Selbstbewußtseins und seines

unwandelbaren _Wesens_, zu der jenes sich bringt, bleibt daher ein

_Jenseits_ desselben.--Das unmittelbare Dasein der _Vernunft_, die

für uns aus jenem Schmerz hervorging, und ihre eigentümlichen

Gestalten haben keine Religion, weil das Selbstbewußtsein derselben

_sich_ in der _unmittelbaren_ Gegenwart weiß oder sucht.

Hingegen in der sittlichen Welt sahen wir eine Religion, und zwar die

_Religion_ der _Unterwelt_; sie ist der Glauben an die furchtbare

unbekannte Nacht des _Schicksals_, und an die Eumenide des

_abgeschiednen Geistes_;--jene die reine Negativität in der Form der

Allgemeinheit, diese dieselbe in der Form der Einzelnheit. Das

absolute Wesen ist in der letztern Form also zwar das _Selbst_, und

_gegenwärtiges_, wie das Selbst nicht anders ist; allein das

_einzelne_ Selbst ist _dieser_ einzelne Schatten, der die

Allgemeinheit, welche das Schicksal ist, getrennt von sich hat. Er

ist zwar Schatten, _aufgehobner Dieser_, und somit allgemeines Selbst;

aber noch ist jene negative Bedeutung nicht in diese positive

umgeschlagen, und daher bedeutet zugleich das aufgehobne Selbst noch

unmittelbar diesen besondern und wesenlosen.--Das Schicksal aber ohne

das Selbst bleibt die bewußtlose Nacht, die nicht zur Unterscheidung

in ihr noch zur Klarheit des Sich-selbst-wissens kommt.

Dieser Glauben an das Nichts der Notwendigkeit und an die Unterwelt

wird zum _Glauben_ an den _Himmel_, weil das abgeschiedne Selbst mit

seiner Allgemeinheit sich vereinen, in ihr das, was es enthält,

auseinanderschlagen und so sich klar werden muß. Dieses _Reich_ des

Glaubens aber sahen wir nur im Elemente des Denkens seinen Inhalt

ohne den Begriff entfalten, und es darum in seinem Schicksale,

nämlich in der _Religion_ der _Aufklärung_, untergehen. In dieser

stellt sich das übersinnliche Jenseits des Verstandes wieder her,

aber so, daß das Selbstbewußtsein diesseits befriedigt steht, und das

übersinnliche, das _leere_ nicht zu erkennende noch zu fürchtende

jenseits weder als Selbst noch als Macht weiß.

In der Religion der Moralität ist endlich dies wiederhergestellt, daß

das absolute Wesen ein positiver Inhalt ist, aber er ist mit der

Negativität der Aufklärung vereinigt. Er ist ein _Sein_, das ebenso

ins Selbst zurückgenommen und darin eingeschlossen bleibt, und ein

_unterschiedner Inhalt_, dessen Teile ebenso unmittelbar negiert, als

sie aufgestellt sind. Das Schicksal aber, worin diese

widersprechende Bewegung versinkt, ist das seiner, als des Schicksals

der _Wesenheit_ und _Wirklichkeit_, bewußte Selbst.

Der sich selbst wissende Geist ist in der Religion unmittelbar sein

eignes reines _Selbstbewußtsein_. Diejenigen Gestalten desselben,

die betrachtet worden--der wahre, der sich entfremdete, und der

seiner selbst gewisse Geist--, machen zusammen ihn in seinem

_Bewußtsein_ aus, das seiner _Welt_ gegenübertretend in ihr sich

nicht erkennt. Aber im Gewissen unterwirft er sich wie seine

gegenständliche Welt überhaupt, so auch seine Vorstellung und seine

bestimmten Begriffe, und ist nun bei sich seiendes Selbstbewußtsein.

In diesem hat er für sich, als _Gegenstand vorgestellt_, die

Bedeutung, der allgemeine Geist zu sein, der alles Wesen und alle

Wirklichkeit in sich enthält; ist aber nicht in der Form freier

Wirklichkeit oder der selbstständig erscheinenden Natur. Er hat zwar

_Gestalt_ oder die Form des Seins, indem er _Gegenstand_ seines

Bewußtseins ist, aber weil dieses in der Religion in der wesentlichen

Bestimmung, _Selbst_bewußtsein zu sein, gesetzt ist, ist die Gestalt

sich vollkommen durchsichtig; und die Wirklichkeit, die er enthält,

ist in ihm eingeschlossen oder in ihm aufgehoben, gerade auf die

Weise, wie wenn wir _alle Wirklichkeit_ sprechen; sie ist die

_gedachte_, allgemeine Wirklichkeit.

Indem also in der Religion die Bestimmung des eigentlichen

Bewußtseins des Geistes nicht die Form des freien _Andersseins_ hat,

so ist sein _Dasein_ von seinem _Selbstbewußtsein_ unterschieden, und

seine eigentliche Wirklichkeit fällt außer der Religion; es ist wohl

_ein_ Geist beider, aber sein Bewußtsein umfaßt nicht beide zumal,

und die Religion erscheint als ein Teil des Daseins und Tuns und

Treibens, dessen anderer Teil das Leben in seiner wirklichen Welt ist.

Wie wir nun es wissen, daß der Geist in seiner Welt und der seiner

als Geist bewußte Geist oder der Geist in der Religion dasselbe sind,

so besteht die Vollendung der Religion darin, daß beides einander

gleich werde, nicht nur daß seine Wirklichkeit von der Religion

befaßt ist, sondern umgekehrt, daß er sich als seiner selbst bewußter

Geist wirklich und _Gegenstand seines Bewußtseins_ werde.--Insofern

der Geist in der Religion sich ihm selbst _vorstellt_, ist er zwar

Bewußtsein, und die in ihr eingeschloßne Wirklichkeit ist die Gestalt

und das Kleid seiner Vorstellung. Der Wirklichkeit widerfährt aber

in dieser Vorstellung nicht ihr vollkommnes Recht, nämlich nicht nur

Kleid zu sein, sondern selbstständiges freies Dasein; und umgekehrt

ist sie, weil ihr die Vollendung in ihr selbst mangelt, eine

_bestimmte_ Gestalt, die nicht dasjenige erreicht, was sie darstellen

soll, nämlich den seiner selbst bewußten Geist. Daß seine Gestalt

ihn selbst ausdrückte, müßte sie selbst nichts anderes sein als er,

und er sich so erschienen oder wirklich sein, wie er in seinem Wesen

ist. Dadurch allein würde auch das erreicht, was die Foderung des

Gegenteils zu sein scheinen kann, nämlich daß der _Gegenstand_ seines

Bewußtseins die Form freier Wirklichkeit zugleich hat; aber nur der

Geist, der sich als absoluter Geist Gegenstand ist, ist sich eine

ebenso freie Wirklichkeit, als er darin seiner selbst bewußt bleibt.

Indem zunächst das Selbstbewußtsein und das eigentliche Bewußtsein,

die _Religion_ und der Geist in seiner Welt oder das _Dasein_ des

Geistes unterschieden wird, so besteht das letztere in dem Ganzen des

Geistes, insofern seine Momente als auseinandertretend und jedes für

sich sich darstellt. Die Momente aber sind das _Bewußtsein_, das

_Selbstbewußtsein_, die _Vernunft_ und der _Geist_;--der Geist

nämlich als unmittelbarer Geist, der noch nicht das Bewußtsein des

Geistes ist. Ihre _zusammengefaßte_ Totalität macht den Geist in

seinem weltlichen Dasein überhaupt aus; der Geist als solcher enthält

die bisherigen Gestaltungen in den allgemeinen Bestimmungen, den

soeben genannten Momenten. Die Religion setzt den ganzen Ablauf

derselben voraus und ist die _einfache_ Totalität oder das absolute

Selbst derselben.--Der Verlauf derselben ist übrigens im Verhältnisse

zur Religion nicht in der Zeit vorzustellen. Der ganze Geist nur ist

in der Zeit, und die Gestalten, welche Gestalten des ganzen _Geistes_

als solchen sind, stellen sich in einer Aufeinanderfolge dar; denn

nur das Ganze hat eigentliche Wirklichkeit, und daher die Form der

reinen Freiheit gegen anderes, die sich als Zeit ausdrückt. Aber die

_Momente_ desselben, Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft und Geist

haben, weil sie Momente sind, kein voneinander verschiednes Dasein.

--Wie der Geist von seinen Momenten unterschieden wurde, so ist noch

drittens von diesen Momenten selbst ihre vereinzelnte Bestimmung zu

unterscheiden. Jedes jener Momente sahen wir nämlich wieder an ihm

selbst sich in einem eignen Verlaufe unterscheiden und verschieden

gestalten; wie z.B. am Bewußtsein die sinnliche Gewißheit,

Wahrnehmung sich unterschied. Diese letztern Seiten treten in der

Zeit auseinander und gehören einem _besondern Ganzen_ an.--Denn der

Geist steigt aus seiner _Allgemeinheit_ durch die _Bestimmung_ zur

_Einzelnheit_ herab. Die Bestimmung oder Mitte ist _Bewußtsein,

Selbstbewußtsein_ u.s.f. Die _Einzelnheit_ aber machen die Gestalten

dieser Momente aus. Diese stellen daher den Geist in seiner

Einzelnheit oder _Wirklichkeit_ dar und unterscheiden sich in der

Zeit, so jedoch, daß die folgende die vorhergehenden an ihr behält.

Wenn daher die Religion die Vollendung des Geistes ist, worin die

einzelnen Momente desselben, Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft

und Geist, als in ihren _Grund zurückgehen_ und _zurückgegangen_ sind,

so machen sie zusammen die _daseiende Wirklichkeit_ des ganzen

Geistes aus, welcher nur _ist_ als die unterscheidende und in sich

zurückgehende Bewegung dieser seiner Seiten. Das Werden _der

Religion überhaupt_ ist in der Bewegung der allgemeinen Momente

enthalten. Indem aber jedes dieser Attribute, wie es nicht nur im

allgemeinen sich bestimmt, sondern wie es _an und für sich_ ist, d.h.

wie es in sich selbst sich als Ganzes verlauft, dargestellt wurde, so

ist damit auch nicht nur das Werden der Religion _überhaupt_

entstanden, sondern jene vollständigen Verläufe der _einzelnen_

Seiten enthalten zugleich die _Bestimmtheiten der Religion_ selbst.

Der ganze Geist, der Geist der Religion, ist wieder die Bewegung, aus

seiner Unmittelbarkeit zum _Wissen_ dessen zu gelangen, was er _an

sich_ oder unmittelbar ist, und es zu erreichen, daß die _Gestalt_,

in welcher er für sein Bewußtsein erscheint, seinem Wesen vollkommen

gleiche, und er sich anschaue, wie er ist.--In diesem Werden ist er

also selbst in _bestimmten_ Gestalten, welche die Unterschiede dieser

Bewegung ausmachen; zugleich hat damit die bestimmte Religion ebenso

einen _bestimmten wirklichen_ Geist. Wenn also dem sich wissenden

Geiste überhaupt Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft und Geist

angehören, so gehören den _bestimmten_ Gestalten des sich wissenden

Geistes die _bestimmten_ Formen an, welche sich innerhalb des

Bewußtseins, Selbstbewußtseins, der Vernunft und des Geistes an jedem

besonders entwickelten. Die _bestimmte_ Gestalt der Religion greift

für ihren wirklichen Geist aus den Gestalten eines jeden seiner

Momente diejenige heraus, welche ihr entspricht. Die _eine_

Bestimmtheit der Religion greift durch alle Seiten ihres wirklichen

Daseins hindurch und drückt ihnen dies gemeinschaftliche Gepräge auf.

Auf diese Weise ordnen sich nun die Gestalten, die bis hieher

auftraten, anders, als sie in ihrer Reihe erschienen, worüber vorher

noch das Nötige kurz zu bemerken ist.--In der betrachteten Reihe

bildete sich jedes Moment, sich in sich vertiefend, zu einem Ganzen

in seinem eigentümlichen Prinzip aus; und das Erkennen war die Tiefe,

oder der Geist, worin sie, die für sich kein Bestehen haben, ihre

Substanz hatten. Diese Substanz ist aber nunmehr herausgetreten; sie

ist die Tiefe des seiner selbst gewissen Geistes, welche es dem

einzelnen Prinzip nicht gestattet, sich zu isolieren und in sich

selbst zum Ganzen zu machen, sondern diese Momente alle in sich

versammelnd und zusammenhaltend, schreitet sie in diesem gesamten

Reichtum ihres wirklichen Geistes fort, und alle seine besondern

Momente nehmen und empfangen gemeinschaftlich die gleiche

Bestimmtheit des Ganzen in sich.--Dieser seiner selbst gewisse Geist

und seine Bewegung ist ihre wahrhafte Wirklichkeit und das _An- und

Für-sich_-sein, das jedem einzelnen zukommt.--Wenn also die bisherige

_eine_ Reihe in ihrem Fortschreiten durch Knoten die Rückgänge in ihr

bezeichnete, aber aus ihnen sich wieder in _eine_ Länge fortsetzte,

so ist sie nunmehr gleichsam an diesen Knoten, den allgemeinen

Momenten, gebrochen und in viele Linien zerfallen, welche in _einen_

Bund zusammengefaßt, sich zugleich symmetrisch vereinen, so daß die

gleichen Unterschiede, in welche jede besondre innerhalb ihrer sich

gestaltete, zusammentreffen.--Es erhellt übrigens aus der ganzen

Darstellung von selbst, wie diese hier vorgestellte Beiordnung der

allgemeinen Richtungen zu verstehen ist, daß es überflüssig wird, die

Bemerkung zu machen, daß diese Unterschiede wesentlich nur als

Momente des Werdens, nicht als Teile zu fassen sind; an dem

wirklichen Geiste sind sie Attribute seiner Substanz; an der Religion

aber vielmehr nur Prädikate des Subjekts.--Ebenso sind _an sich_ oder

_für uns_ wohl alle Formen überhaupt im Geiste und in jedem enthalten;

aber es kommt bei seiner Wirklichkeit überhaupt allein darauf an,

welche Bestimmtheit für ihn in seinem _Bewußtsein_ ist, in welcher er

sein Selbst ausgedrückt oder in welcher Gestalt er sein Wesen weiß.

Der Unterschied, der zwischen dem _wirklichen_ Geiste und ihm, der

sich als Geist weiß, oder zwischen sich selbst als Bewußtsein und als

Selbstbewußtsein gemacht wurde, ist in dem Geiste aufgehoben, der

sich nach seiner Wahrheit weiß; sein Bewußtsein und sein

Selbstbewußtsein sind ausgeglichen. Wie aber hier die Religion erst

_unmittelbar_ ist, ist dieser Unterschied noch nicht in den Geist

zurückgegangen. Es ist nur der _Begriff_ der Religion gesetzt; in

diesem ist das Wesen das _Selbstbewußtsein_, das sich alle Wahrheit

ist, und in dieser alle Wirklichkeit enthält. Dieses

Selbstbewußtsein hat als Bewußtsein sich zum Gegenstande; der erst

sich _unmittelbar_ wissende Geist ist sich also Geist in der _Form_

der _Unmittelbarkeit_, und die Bestimmtheit der Gestalt, worin er

sich erscheint, ist die des _Seins_. Dies Sein ist zwar weder mit

der Empfindung oder dem mannigfaltigen Stoffe, noch mit sonstigen

einseitigen Momenten, Zwecken und Bestimmungen _erfüllt_, sondern mit

dem Geiste, und wird von sich als alle Wahrheit und Wirklichkeit

gewußt. Diese _Erfüllung_ ist auf diese Weise ihrer _Gestalt_, er

als Wesen seinem Bewußtsein nicht gleich. Er ist erst als absoluter

Geist wirklich, indem er, wie er in der _Gewißheit seiner selbst_,

sich auch in seiner _Wahrheit_ ist, oder die Extreme, in die er sich

als Bewußtsein teilt, in Geistsgestalt füreinander sind. Die

Gestaltung, welche der Geist als Gegenstand seines Bewußtseins

annimmt, bleibt von der Gewißheit des Geistes als von der Substanz

erfüllt; durch diesen Inhalt verschwindet dies, daß der Gegenstand

zur reinen Gegenständlichkeit, zur Form der Negativität des

Selbstbewußtseins herabsänke. Die unmittelbare Einheit des Geistes

mit sich selbst ist die Grundlage oder reines Bewußtsein, _innerhalb_

dessen das Bewußtsein auseinandertritt. Auf diese Weise in sein

reines Selbstbewußtsein eingeschlossen, existiert er in der Religion

nicht als der Schöpfer einer _Natur_ überhaupt; sondern was er in

dieser Bewegung hervorbringt, sind seine Gestalten als Geister, die

zusammen die Vollständigkeit seiner Erscheinung ausmachen, und diese

Bewegung selbst ist das Werden seiner vollkommnen Wirklichkeit durch

die einzelnen Seiten derselben, oder seine unvollkommnen

Wirklichkeiten.

Die erste Wirklichkeit desselben ist der Begriff der Religion selbst,

oder sie als _unmittelbare_ und also _natürliche Religion_; in ihr

weiß der Geist sich als seinen Gegenstand in natürlicher oder

unmittelbarer Gestalt. Die _zweite_ aber ist notwendig diese, sich

in der Gestalt der _aufgehobnen Natürlichkeit_ oder des _Selbsts_ zu

wissen. Sie ist also die _künstliche Religion_; denn zur Form des

_Selbsts_ erhebt sich die Gestalt durch das _Hervorbringen_ des

Bewußtseins, wodurch dieses in seinem Gegenstande sein Tun oder das

Selbst anschaut. Die _dritte_ endlich hebt die Einseitigkeit der

beiden ersten auf; das _Selbst_ ist ebensowohl ein _unmittelbares_,

als die _Unmittelbarkeit Selbst_ ist. Wenn in der ersten der Geist

überhaupt in der Form des Bewußtseins, in der zweiten--des

Selbstbewußtseins ist, so ist er in der dritten in der Form der

Einheit beider; er hat die Gestalt des _An_und _Für-sich-seins_; und

indem er also vorgestellt ist, wie er an und für sich ist, so ist

dies die _offenbare Religion_. Ob er aber in ihr wohl zu seiner

wahren _Gestalt_ gelangt, so ist eben die _Gestalt_ selbst und die

_Vorstellung_ noch die unüberwundne Seite, von der er in den

_Begriff_ übergehen muß, um die Form der Gegenständlichkeit in ihm

ganz aufzulösen, in ihm, der ebenso dies sein Gegenteil in sich

schließt. Alsdann hat der Geist den Begriff seiner selbst erfaßt,

wie wir nur erst ihn erfaßt haben, und seine Gestalt oder das Element

seines Daseins, indem sie der Begriff ist, ist er selbst.

Phänomenologie des Geistes · 第 42 / 46 题