4) Die =Rächer der Laster=. Der Oberste heißt _Asmodeus_.

5) =Weissager=, =Betrüger=, =Verblender=, welche Mirakel nachahmen und

Böses thun, wie die Schlange der Eva. Der Oberste heißt _Satan_.

6) =Wettermacher.= Es sind ihrer vier, nach den vier Hauptwinden, und

der Oberste heißt _Merizim_.

7) =Furien=, Stifter der Zwietracht und des Kriegs. Der Oberste heißt

_Abaddon_.

8) =Verläumder=. Die Griechen nennen sie _Diabolos_, unsere =Teufel=.

Der Oberste ist _Astaroth_.

9) =Versucher=, böse Geister. Der Oberste heißt _Mammon_ (Begierde

nach Reichtum).

Man hat sehr verschiedene Auslegungen des Namens Teufel. Einige sagen,

das Wort Teufel bedeute einen =Zerstörer=; andere – einen =Verführer=;

die Griechen nennen ihn =Verläumder=; daher kann auch das Wort nicht

allein eine =Person=, sondern mehr =Handlungen= und =Gewohnheiten=

bedeuten.

Wenn nun auch dieser Teufel in den Abgrund gestürzt und gebunden ist,

so bleibt er doch in dem Munde des Volkes, und hat sogar noch manchen

Gegenständen seinen Namen geliehen.

So giebt es unter vielen andern die =Teufels-Inseln= (die Bermuden),

von den Spaniern zuerst entdeckt, welche sie wegen ihrer fürchterlichen

Felsen _los Diabolos_ nannten.

Der =Blocksberg= auf dem Harz, berüchtigt durch die Hexenversammlung.

Die =Teufelshochzeit= ist ein Berg in Ungarn, unweit dem Bergstädtchen

Boza, und wird wegen der daselbst häufig aufsteigenden großen Gewitter

so genannt.

Der =Teufelsgrund= ist ein tiefes Thal im Riesengebirge unweit

Greifenberg.

Die =Teufelsgrube= wird eine Höhle in dem bei Goslar gelegenen

Rummelsberge genannt, wo der Teufel ein Bergwerk gehabt haben soll.

Das =Teufels-Mör= ist eine Gegend bei Bremen, unweit der Weser, wo

zwischen Moor eine Viehweide liegt.

Der =Teufelsweg= auf den Gebirgen, welche Savoyen von Piemont scheiden,

ist unter mehreren Pässen einer, welcher _le Pas de Diable_ heißt,

wegen der Gefahr der Reisenden, in Abgründe zu stürzen.

Die =Teufelskirche=. In dem fürchterlichen Thale bei Altdorf, zwischen

Weihofen und Grunsberg, ist eine große Tiefe oder Kluft am Fuße eines

waldbewachsenen Berges, welche so genannt wird.

Die =Teufelsleiter= ist ein steiler Berg bei dem Flecken Lorch, wo ein

steiler Weg hinauf geht.

Die =Teufelsmauer=. Sie ist ein Werk der Römer, welche einen Wall oder

Pfahlhecke zur Sicherheit gegen die Teutschen erbauten. Noch kann man

ihre Ruine sehen, welche bei Pföring an der Donau anfängt und bis an

den Neckar läuft.

Auch wird ein Berg einige Stunden von Quedlinburg die =Teufelsmauer=

genannt, weil er wie von über einander liegenden Steinen

zusammengetragen erscheint.

Die =Teufelsbrücke=, am St. Gotthardsberge in der Schweiz.

Die =Regensburger Brücke= soll auch durch Beihülfe des Teufels erbaut

worden seyn.

Der =Teufelsthurm=, ein auf einem Felsen stehender Thurm, unfern des

Strudels in der Donau.

So giebt es auch =Teufelsmühlen=, z. B. zwischen Corvey und Hameln, wo

ein starkes, aus einem Felsen strömendes Wasser ein Mühlrad treibt.

=Teufelssteine= nennt der gemeine Mann große Blöcke, weil er ihren

Ursprung nicht kennt.

Sogar ein Fisch muß den Namen Teufel tragen – der =Seeteufel=.

Auch unter Vegetabilien finden wir den Namen Teufel, z. B.:

Teufels-Abbiß (_Morsus Diaboli_), Teufels-Aepfel (Coloquinten),

Teufels-Dreck (_Assa foetida_), Teufels-Ingber (_Arum_), Teufels-Scheu

(_Daemonum fuga_, Johanniskraut) u. s. w.

Zuletzt müssen wir noch den Paracelsus hören, was er von der =Erkennung

einer Hexe= sagt: Sie liebt ihren Mann nicht, feiert besonders den

Samstag und den Freitag, hat besondere Zeichen an sich, als krumme

Glieder, besonders eine krumme Nase, ist leicht am Gewicht u. s. w.

Sie hängt auch Zaubereien an sich, kocht selten und wäscht sich nicht,

kehrt in der Kirche rücklings um und will gern allein und für sich

seyn. (S. Abth. III. die Hexenwage.)

=Elben, Holder und Hulderchen, die bösen und guten Dinger, die

reisenden und fahrenden Kinder.=

Durch diese Dinger stifteten die Hexen Krankheiten und vielerlei

Unfälle. Bei dem Teufelsbündniß erhielt jede Hexe ihren =Geist=,

oder einen besondern =Leibteufel=. Im funfzehnten Jahrhundert war es

nichts Ungewöhnliches, daß eine Hexe mit ihrem Geiste menschliche

Kinder zeugte. Mit diesen Geschöpfen, welches gewöhnlich Würmer waren,

stifteten sie das Unheil: z. B. das Anthun, Behexen (s. Abtheil. III.

die Behexte, Bezauberung des Viehes), Krankmachen, sogar Tödten. Diese

Geburten, Elben, Holder u. s. w., wurden pulverisirt, welches das

Hexenpulver wurde.

Die Hexen konnten auch Menschen und Vieh krank machen:

1) durch =bloße Worte=, wenn sie z. B. die Kinder =beschrieen=. Man

lobte die Kinder ohne Neid, setzte aber hinzu: Gott behüte es! –

Die Hexen aber sagten: Ei, daß dich mein Gott behüte! Dadurch aber

sollen sie nicht den wahren Gott, sondern den Satan verstehen.

Bilder der Wunderkunst und des Aberglaubens · 第 2 / 21 题