5) =Weissager=, =Betrüger=, =Verblender=, welche Mirakel nachahmen und
Böses thun, wie die Schlange der Eva. Der Oberste heißt _Satan_.
6) =Wettermacher.= Es sind ihrer vier, nach den vier Hauptwinden, und
der Oberste heißt _Merizim_.
7) =Furien=, Stifter der Zwietracht und des Kriegs. Der Oberste heißt
_Abaddon_.
8) =Verläumder=. Die Griechen nennen sie _Diabolos_, unsere =Teufel=.
Der Oberste ist _Astaroth_.
9) =Versucher=, böse Geister. Der Oberste heißt _Mammon_ (Begierde
nach Reichtum).
Man hat sehr verschiedene Auslegungen des Namens Teufel. Einige sagen,
das Wort Teufel bedeute einen =Zerstörer=; andere – einen =Verführer=;
die Griechen nennen ihn =Verläumder=; daher kann auch das Wort nicht
allein eine =Person=, sondern mehr =Handlungen= und =Gewohnheiten=
bedeuten.
Wenn nun auch dieser Teufel in den Abgrund gestürzt und gebunden ist,
so bleibt er doch in dem Munde des Volkes, und hat sogar noch manchen
Gegenständen seinen Namen geliehen.
So giebt es unter vielen andern die =Teufels-Inseln= (die Bermuden),
von den Spaniern zuerst entdeckt, welche sie wegen ihrer fürchterlichen
Felsen _los Diabolos_ nannten.
Der =Blocksberg= auf dem Harz, berüchtigt durch die Hexenversammlung.
Die =Teufelshochzeit= ist ein Berg in Ungarn, unweit dem Bergstädtchen
Boza, und wird wegen der daselbst häufig aufsteigenden großen Gewitter
so genannt.
Der =Teufelsgrund= ist ein tiefes Thal im Riesengebirge unweit
Greifenberg.
Die =Teufelsgrube= wird eine Höhle in dem bei Goslar gelegenen
Rummelsberge genannt, wo der Teufel ein Bergwerk gehabt haben soll.
Das =Teufels-Mör= ist eine Gegend bei Bremen, unweit der Weser, wo
zwischen Moor eine Viehweide liegt.
Der =Teufelsweg= auf den Gebirgen, welche Savoyen von Piemont scheiden,
ist unter mehreren Pässen einer, welcher _le Pas de Diable_ heißt,
wegen der Gefahr der Reisenden, in Abgründe zu stürzen.
Die =Teufelskirche=. In dem fürchterlichen Thale bei Altdorf, zwischen
Weihofen und Grunsberg, ist eine große Tiefe oder Kluft am Fuße eines
waldbewachsenen Berges, welche so genannt wird.
Die =Teufelsleiter= ist ein steiler Berg bei dem Flecken Lorch, wo ein
steiler Weg hinauf geht.
Die =Teufelsmauer=. Sie ist ein Werk der Römer, welche einen Wall oder
Pfahlhecke zur Sicherheit gegen die Teutschen erbauten. Noch kann man
ihre Ruine sehen, welche bei Pföring an der Donau anfängt und bis an
den Neckar läuft.
Auch wird ein Berg einige Stunden von Quedlinburg die =Teufelsmauer=
genannt, weil er wie von über einander liegenden Steinen
zusammengetragen erscheint.
Die =Teufelsbrücke=, am St. Gotthardsberge in der Schweiz.
Die =Regensburger Brücke= soll auch durch Beihülfe des Teufels erbaut
worden seyn.
Der =Teufelsthurm=, ein auf einem Felsen stehender Thurm, unfern des
Strudels in der Donau.
So giebt es auch =Teufelsmühlen=, z. B. zwischen Corvey und Hameln, wo
ein starkes, aus einem Felsen strömendes Wasser ein Mühlrad treibt.
=Teufelssteine= nennt der gemeine Mann große Blöcke, weil er ihren
Ursprung nicht kennt.
Sogar ein Fisch muß den Namen Teufel tragen – der =Seeteufel=.
Auch unter Vegetabilien finden wir den Namen Teufel, z. B.:
Teufels-Abbiß (_Morsus Diaboli_), Teufels-Aepfel (Coloquinten),
Teufels-Dreck (_Assa foetida_), Teufels-Ingber (_Arum_), Teufels-Scheu
(_Daemonum fuga_, Johanniskraut) u. s. w.
Zuletzt müssen wir noch den Paracelsus hören, was er von der =Erkennung
einer Hexe= sagt: Sie liebt ihren Mann nicht, feiert besonders den
Samstag und den Freitag, hat besondere Zeichen an sich, als krumme
Glieder, besonders eine krumme Nase, ist leicht am Gewicht u. s. w.
Sie hängt auch Zaubereien an sich, kocht selten und wäscht sich nicht,
kehrt in der Kirche rücklings um und will gern allein und für sich
seyn. (S. Abth. III. die Hexenwage.)
=Elben, Holder und Hulderchen, die bösen und guten Dinger, die
reisenden und fahrenden Kinder.=
Durch diese Dinger stifteten die Hexen Krankheiten und vielerlei
Unfälle. Bei dem Teufelsbündniß erhielt jede Hexe ihren =Geist=,
oder einen besondern =Leibteufel=. Im funfzehnten Jahrhundert war es
nichts Ungewöhnliches, daß eine Hexe mit ihrem Geiste menschliche
Kinder zeugte. Mit diesen Geschöpfen, welches gewöhnlich Würmer waren,
stifteten sie das Unheil: z. B. das Anthun, Behexen (s. Abtheil. III.
die Behexte, Bezauberung des Viehes), Krankmachen, sogar Tödten. Diese
Geburten, Elben, Holder u. s. w., wurden pulverisirt, welches das
Hexenpulver wurde.
Die Hexen konnten auch Menschen und Vieh krank machen:
1) durch =bloße Worte=, wenn sie z. B. die Kinder =beschrieen=. Man
lobte die Kinder ohne Neid, setzte aber hinzu: Gott behüte es! –
Die Hexen aber sagten: Ei, daß dich mein Gott behüte! Dadurch aber
sollen sie nicht den wahren Gott, sondern den Satan verstehen.