Es antwortete ihr ein dumpfes Schweigen. Der Wächter flog davon. --

»Wir müssen mit einer neuen Tücke rechnen, obgleich ich nicht glaube,

daß die Hornissen noch große Kampfeslust haben«, sagte die

Bienenkönigin, als sie diesen Entschluß der Feinde hörte. Sie befahl,

daß zwei neue Abteilungen Krieger den Eingang zu decken hätten und daß

die Wachsbereiterinnen und Trägerinnen und die Nachhut die Toten aus der

Stadt schaffen sollten.

Und so geschah es. Über Berge von Toten hin wurde eine Räuberleiche nach

der andern langsam zum Eingang geschafft und hinabgeworfen. In düsterem

Schweigen verharrte drüben die Schar der Hornissen auf der Blautanne und

sah die Körper der Gefallenen einen nach dem anderen zu Boden sinken.

Es war ein Bild von grenzenloser Trauer, das die heraufsteigende Sonne

beschien. Einundzwanzig Gefallene, die einen ruhmvollen Tod gestorben

waren, häuften sich im Gras unter der geretteten Stadt. Kein Tröpflein

Honig und keine Gefangenen gingen in die Hände des Feindes über. Die

Hornissen ergriffen ihre Toten und flogen davon, die Schlacht war

beendet, und das Volk der Bienen hatte gesiegt.

Aber welche Opfer hatte dieser Sieg gekostet! Überall lagen Tote umher,

in den Straßen und Gängen und den dämmerigen Plätzen vor den Brut- und

Honigschränken. Es gab eine traurige Arbeit im Stock an diesem schönen

Sommermorgen voll Blumenblühen und Sonnenschein. Die Toten mußten

hinausgeschafft und die Verwundeten verbunden und gepflegt werden. Aber

bevor der Mittag heraufzog, begann schon wieder die gewohnte Arbeit im

Stock. Denn die Bienen feierten weder ihren Sieg, noch trauerten sie

lange Zeit um ihre Toten. Ein jeder trug seinen Stolz und seinen Schmerz

still mit sich herum und ging seiner Pflicht und Arbeit nach. Es ist ein

seltsames Volk, das Volk der Bienen.

Die Biene Maja und ihre Abenteuer · 第 18 / 20 题