2. Die häufigsten Ursachen der Erblindung.

Die Blindheit kann +angeboren+ oder +erworben+ sein. Die Fälle der

ersten Art sind bei weitem seltener als die der zweiten.

+Angeborene+ Blindheit wird bedingt durch Mißbildungen des Auges

während der Entwickelung im Mutterleibe. Hierher gehören: Angeborener

Star, Fehlen des Augapfels, Fehlen der Iris, angeborene Kurzsichtigkeit

mit Netzhautablösung, Mißbildungen des Sehnervs.

Als +erworben+ wird die Blindheit dann bezeichnet, wenn sie aufgetreten

ist, nachdem das betreffende Individuum vorher sehfähige Augen gehabt

hat. Nachstehend seien einige Ursachen der Erblindung genannt.

Die Erblindung infolge der +Pockenkrankheit+ war früher außerordentlich

häufig. Die Pockenblasen greifen oft die Hornhaut an und zerstören

sie. In Deutschland hatten im vorigen Jahrhundert 35% aller Blinden

ihr Augenlicht durch die Pocken verloren. In neuerer Zeit ist infolge

der obligatorischen Impfung die Krankheit und mit ihr die Gefahr der

Erblindung durch die Pocken nahezu verschwunden.

Einen großen Anteil an Augenerkrankungen und Erblindungen hat die

+Augenentzündung der Neugeborenen+ (Blennorrhoea neonatorum). Die

Krankheit äußert sich dadurch, daß in den ersten Lebenstagen das Auge

einen eitrigen Schleim absondert, der weit herausspritzt, wenn man

die Augenlider des Kindes auseinanderzieht. Die Eiterabsonderung wird

hervorgerufen durch Mikroorganismen, die sogenannten Eiterkokken.

Diese können verschiedener Art sein, so kann z. B. der Erreger der

Lungenentzündung, der Pneumokokkus, Blennorrhöe hervorrufen. In

den meisten, und zwar den schweren Fällen, handelt es sich um den

Gonokokkos, jenen Eiterkokkos, welcher sich in den Schleimabsonderungen

der Tripperkrankheit findet. Die Übertragung auf das Auge geschieht

in der Regel während des Geburtsaktes, indem etwas Eiter aus den

mütterlichen Geschlechtswegen an den Augenlidern des Kindes haften

bleibt und von da aus in die Lidspalte hineingelangt. Aber auch

später kann durch die infizierten Hände der Wöchnerin oder der

Pflegerin eine Übertragung auf das kindliche Auge stattfinden. Die

Krankheit macht sich gewöhnlich in der Zeit vom zweiten bis fünften

Tage nach der Geburt bemerkbar. Es entsteht eine Bindehautentzündung

mit starker Eiterabsonderung. +Der Eiter ist auch für andere Augen

sehr ansteckend.+ Bei längerem Bestande der Krankheit und nicht

entsprechender Behandlung und Pflege wird die Hornhaut angegriffen,

mit deren Zerstörung auch das Sehvermögen schwindet. Nach Ablauf der

Entzündung ist der Augapfel entweder zu einem grauweißen Gebilde

zusammengeschrumpft oder er bildet eine übergroße, bläulich-schwarze

Kugel, die sich oft rastlos hin- und herbewegt.

Bei Erwachsenen entsteht Blennorrhöe ebenfalls durch Übertragung des

Tripperschleims auf das Auge.

Die durch die Augenentzündung der Neugeborenen hervorgerufenen

Erblindungen sind in neuerer Zeit erheblich zurückgegangen, doch ist

der Prozentsatz immer noch ein hoher. Nach den Feststellungen des

Professors Cohn in Breslau waren im Jahre 1901 von den Insassen der

deutschen Blindenanstalten im Durchschnitt 20% infolge von Blennorrhöe

erblindet. Es ist dies um so bedauerlicher, als durch geeignete

ärztliche Maßnahmen der Ausbruch der Krankheit +sicher vermieden werden

kann+.

Das Verdienst, den sichern Weg zur Verhütung der Blennorrhöe

gewiesen zu haben, gebührt dem Arzt Credé († 1892). Als Leiter der

Entbindungsanstalt und Hebammenschule in Leipzig hatte er Gelegenheit,

an einer großen Zahl von Neugeborenen sein Verfahren zu erproben.

Es besteht darin, daß +allen Kindern ohne Ausnahme unmittelbar nach

dem ersten Bade ein Tropfen einer zweiprozentigen Höllensteinlösung

in jedes Auge eingeträufelt wird+. Jede weitere Behandlung ist

überflüssig. Das bereits infizierte Auge wird durch diese Einträufelung

mit Sicherheit gerettet; das gesunde Auge hat davon keinen Schaden[1].

Das Credésche Verfahren wird in den öffentlichen Entbindungsanstalten

durchweg mit absolutem Erfolge angewandt. Auch die Hebammen werden bei

ihrer Ausbildung in der Anwendung des Mittels geübt. In den meisten

deutschen Staaten ist ihnen das Credéisieren zur Pflicht gemacht. Wenn

trotzdem immer noch eine große Zahl von Erblindungen durch Blennorrhöe

vorkommt, so liegt dies daran, daß besonders auf dem Lande nicht immer

geprüfte Hebammen als Geburtshelferinnen zugezogen werden.

+Die Körnerkrankheit oder Trachom+ wird auch wohl ägyptische

Augenentzündung genannt, weil sie angeblich zur Zeit der napoleonischen

Kriege am Anfange des 19. Jahrhunderts aus Ägypten nach Europa

eingeschleppt worden ist. Tatsächlich ist dies ein Irrtum; die

Krankheit war schon seit dem Altertum in Europa bekannt. Wohl aber

gewann das Trachom durch die erwähnten Kriege große Ausdehnung, da

es sehr ansteckend ist; in der preußischen Armee erkrankten in der

Zeit von 1813-1817 an 25000 Mann daran. In Rußland und Ungarn ist die

Krankheit sehr häufig; auch im Osten Deutschlands tritt sie epidemisch,

besonders in Schulen, auf.

+Das Trachom besteht in einer Bindehautentzündung mit Körnerbildung

in der Übergangsfalte der Lider zum Augapfel.+ (Trachom = Rauhigkeit;

die Bindehaut wird nämlich rauh durch die eingelagerten Wucherungen.)

Später schrumpft die Bindehaut; in der Hornhaut bilden sich neue

Gefäße, und es entstehen in ihr Geschwüre und tiefe Zerstörungen.

+Jedes Trachom ist heilbar+, nur muß der Patient zum Arzt kommen,

solange das Leiden sich im ersten Stadium befindet, d. h. auf die

Bindehaut beschränkt ist. Er muß aber auch lange genug in der

Behandlung bleiben, da das Trachom ein langwieriges Leiden ist.

Nach Magnus („Die Jugendblindheit“) beträgt die Zahl der durch die

Körnerkrankheit Erblindeten 9,5%.

Zahlreiche Erblindungen treten auch durch +äußere Verletzungen+ ein; es

sind 4 bis 10%. Verletzungen der Augen erfolgen entweder bei der Arbeit

oder außerhalb derselben durch üble Zufälle, durch Leichtsinn oder

Böswilligkeit. Bei Kindern treten Verletzungen vielfach beim Spiel ein.

Das berüchtigte Quartett: Messer, Gabel, Schere und Licht spielt dabei

eine verhängnisvolle Rolle. Auch durch die Armbrust, durch Zündhütchen,

durch Schießpulver und Kalk gehen viele Augen verloren. Die Eltern

können nicht dringend genug gewarnt werden, ihre Kinder vor solchen

gefährlichen Spielzeugen zu bewahren.

Zu erwähnen ist auch, daß zuweilen eine Erblindung infolge eines

Selbstmordversuchs eintritt, weil die Kugel einen oder beide Sehnerven

durchtrennt hat.

Viele Augen gehen auch durch die +sympathische Entzündung+ zugrunde.

Wenn nämlich ein Auge durch eine schwere Verletzung sich entzündet

und vereitert, so muß es in den meisten Fällen entfernt werden, weil

sonst auch auf dem andern Auge eine Entzündung auftreten würde, die

fast durchweg zur Erblindung führt, eben die sogenannte sympathische.

Oft geht schon nach vier Wochen das unverletzte Auge ganz schleichend

zugrunde, zuweilen ohne wesentlichen Schmerz. Ist die sympathische

Entzündung erst +ausgebrochen+, dann nützt das Herausnehmen des

verletzten Auges meist nichts mehr, und der Kranke verliert beide

Augen. Das Publikum muß daher immer wieder belehrt werden, daß bei

jeder Verletzung eines Auges das andere stets gefährdet ist und daß nur

+schnellste sachverständige ärztliche Hilfe+ Rettung bringen kann.

Die bisher genannten Erblindungsursachen sind +sicher vermeidbar+.

Bei einigen der nun folgenden Erkrankungen kann die Kunst des Arztes

zuweilen die Katastrophe abwenden oder wenigstens mildern, bei den

andern ist Hilfe meist ausgeschlossen.

Die +Skrophulose+ führt in vielen Fällen zu mehr oder weniger schweren

Erkrankungen der Hornhaut. In allen augenärztlichen Kliniken der

Großstädte stellen die schwächlichen, bleichen, schlecht genährten

skrophulösen Kinder das größte Kontingent. Allgemeine Kräftigung des

Körpers durch gute Nahrung, gesunde Wohnung, frische Luft etc. kommt

bei solchen Kindern natürlich auch den Augen zugute. Skrophulöse

Erkrankungen der Augen führen übrigens nur selten zu +völliger+

Erblindung, meist hinterlassen sie nur mehr oder weniger erhebliche

Sehstörungen.

Nach manchen +Infektionskrankheiten+, z. B. Masern, Scharlach, Typhus

und epidemischer Genickstarre, treten zuweilen Augenentzündungen

ein, die zur Erblindung führen können. Infolge dieser Erblindungen

verschrumpft das Auge entweder ganz, oder die durchsichtige Hornhaut

wird durch Geschwüre mit zurückbleibenden Narben so getrübt, daß ein

hinreichender Lichteinfall nicht mehr möglich ist.

Die Erblindungen infolge von +Syphilis+ betragen zwar nur ½%. Allein es

darf nicht vergessen werden, daß im Gefolge dieser Krankheit, oft erst

nach vielen Jahren, Gehirn- und Rückenmarksleiden auftreten, die zur

Erblindung führen. Auch unter den weiter unten erwähnten Erblindungen

durch Regenbogenhaut- oder Aderhautentzündungen besteht oft ein

Zusammenhang mit der Syphilis. Nach Katz läßt sich der Beweis liefern,

daß 12% sämtlicher Augenkranken früher syphilitisch waren.

Der +grüne Star oder das Glaukom+ besteht in einer Vermehrung der

Flüssigkeitsmenge im Augapfel. Dadurch wird die Spannung, unter der die

äußeren Augenhäute stehen, vermehrt, der Augendruck wird erhöht. Die

Pupille erweitert sich und nimmt eine grünliche Färbung an. Mit der

Erhöhung des Augendrucks entwickelt sich ein Schwund, eine „Aushöhlung“

des Sehnervs, die die Ursache der Erblindung wird. Der große Augenarzt

Graefe hat die häufige Heilbarkeit des Glaukoms durch die ungefährliche

Operation der künstlichen Pupillenbildung nachgewiesen.

Ist das Glaukom angeboren oder tritt es in der ersten Kindheit auf, so

dehnen sich infolge der Drucksteigerung im Innern des Auges die noch

zarten Hüllen desselben so stark aus, daß das Auge sich unnatürlich

vergrößert. So entsteht das +Ochsenauge+ (Buphthalmus). Die Erblindung

geschieht wie beim Erwachsenen durch Aushöhlungsschwund des Sehnervs.

Die +Regenbogenhautentzündung+ (Iritis) führt nur dann zur

Erblindung, wenn sie in komplizierter Form auftritt. Es entstehen

dann Verwachsungen des Randes der Pupille mit der dahinter liegenden

Linse, wodurch sich die Pupille verengt, unrund und zackig begrenzt

wird. Die komplizierten Formen der Iritis sind meist die Folgen von

Allgemeinerkrankungen, z. B. Syphilis, Tuberkulose, Diabetes.

Die +Netzhautablösung+ (Amotio retinae) ist zwar nicht immer, aber

doch vorwiegend die Folge hochgradiger Kurzsichtigkeit. Verliert die

Netzhaut durch Erkrankung des Auges ihren natürlichen Zusammenhang mit

der Aderhaut, von welcher sie ernährt wird, so geht sie ihrer Funktion

verlustig, und das Auge erblindet. Bei dieser Krankheit und auch bei

der folgenden liegt die Grundursache häufig in der Blutsverwandtschaft

der Eltern. Durch Einschränkung der Verwandtenehen ließen sich die

Erblindungsfälle verringern.

Die +Pigmentdegeneration+ (Retinitis pigmentosa), auch getigerte

Netzhaut genannt, besteht in der Einwanderung von schwarzen

Farbstoffkörnchen in die Netzhaut, wodurch eine langsame Abnahme des

Sehvermögens hervorgerufen wird, bis völlige Erblindung eintritt.

Die Krankheit tritt meist im jugendlichen Alter auf, kann aber auch

schon im Mutterleibe erworben sein. Nach Magnus haben 13¼% aller

Jugendblinden ihr Sehvermögen durch die Retinitis pigmentosa verloren.

Häufig bestehen gleichzeitig noch andere Gebrechen, z. B. Taubheit.

Die +Sehnervenentzündung+ (Neuritis optica) führt je nach dem Grade,

in welcher sie auftritt, zu geringen oder erheblichen Sehstörungen bis

zu völliger Erblindung (Sehnervenschwund, Atrophia nervi optici). Die

Krankheit kann selbstständig auftreten, oder sie ist die Folge einer

Erkrankung des gesamten Organismus (Syphilis, chronische Blei-, Tabak-

oder Alkoholvergiftung), oder sie hat endlich ihren Grund in Gehirn-

und Rückenmarksleiden. Auch Schädelmißbildungen, z. B. Wasserkopf

und Turmschädel, führen oft zu einem Schwund der Sehnerven. Das Auge

bleibt äußerlich meist normal, aber die Pupille, die bald abnorm weit,

bald abnorm enge sein kann, ist auf Lichteinfall unveränderlich. Die

Krankheit ist unheilbar, der Prozentsatz der Erblindungen infolge von

Sehnervenschwund ist ein hoher.

Der +graue Star+ (Cataracta) besteht in einer Trübung der Kristallinse.

Das Auge erscheint äußerlich normal, die Hornhaut durchsichtig und

glänzend, die Pupille rund und beweglich, aber grau gefärbt; der

Lichtschein des Auges ist erhalten.

Der graue Star tritt meist im höheren Alter auf. Durch Entfernung der

getrübten Linse und Ersatz derselben durch ein starkes Konvexglas kann

wieder ein gutes Sehvermögen geschaffen werden.

Der graue Star kann auch angeboren sein. Eine erfolgreiche Operation

ist in diesem Falle aber nur dann möglich, wenn sie im ersten oder

spätestens im zweiten Lebensjahre ausgeführt wird[2].

Da das Auge in engster Beziehung zum Nervensystem steht, so kann

durch Erkrankung desselben, insbesondere des +Zentralorgans+, auch

das Auge in Mitleidenschaft gezogen werden. Tatsächlich werden

viele Erblindungen durch organische Erkrankungen des Nervensystems

hervorgerufen. Hierher gehören die bereits erwähnte Retinitis

pigmentosa und die Entzündungen des Sehnervs. Ferner können Geschwülste

des Gehirns, Entzündungen der Hirnhaut, Wucherungen in der Hirnhaut,

wie sie häufig infolge von Syphilis entstehen, Gehirnerweichung,

Rückenmarksschwindsucht und andere Erkrankungen des Nervensystems zur

Erblindung führen.

40 Prozent aller Erblindungen sind als vermeidbar anzusehen. Würde es

gelingen, diese vermeidbaren Erblindungen tatsächlich fernzuhalten,

so gäbe es nach der Schätzung von Fuchs in Europa etwa 100000 Blinde

weniger. Durch Aufklärung des großen Publikums könnte dieses Ziel

wenigstens zum Teil erreicht werden. Insbesondere müßten die Eltern

belehrt werden, wie sie ihre Kinder vor der Blindheit bewahren

können. Zu diesem Zwecke wird von den Standesämtern der Rheinprovinz

ein Flugblatt jedem Vater ausgehändigt, der die Geburt eines Kindes

anmeldet. Das Blatt enthält zwei kurze Abhandlungen: 1. Was sollen

die Eltern tun, um ihre sehenden Kinder vor der Blindheit zu behüten?

2. Wie sollen die Eltern ihre blinden Kinder in der ersten Jugend zu

Hause behandeln und erziehen? Das Beispiel der Rheinprovinz hat auch in

anderen deutschen Landesteilen Beachtung und Nachahmung gefunden.

Andeutungsweise mögen hier noch einige Formen von Sehstörungen erwähnt

sein, welche die Sprache mit der Bezeichnung „blind“ in Zusammenhang

bringt.

Die +Nachtblindheit+ besteht darin, daß die von ihr heimgesuchten

Personen nur bei heller Beleuchtung gut sehen, in der Dämmerung aber

nichts wahrnehmen, so daß sie kaum noch allein gehen können. Die

Ursache liegt wahrscheinlich in einer verlangsamten Anpassung der

Netzhaut, die in Stoffwechselstörungen ihren Grund hat.

Die +Schneeblindheit+ hat mit Blindheit nichts zu tun. Sie besteht in

einer Entzündung der Bindehaut des Auges infolge der Einwirkung von

ultravioletten Strahlen, wie sie sich bei längeren Gebirgswanderungen

über Schneefelder und Gletscher bemerkbar macht. Bei derartigen

Wanderungen müssen die Augen durch eine Schneebrille geschützt werden,

um die scharfen, ätzenden und zerstörenden ultravioletten Strahlen

abzufangen.

Die +Chininblindheit+ besteht in einer zeitweiligen Trübung des

Gesichtsfeldes, die durch den Genuß von Chinin in größerer Menge

hervorgerufen wird. Chinin hat nämlich eine giftige Wirkung auf

die Nervenzellen der Netzhaut. Ähnliche Sehstörungen werden durch

Antifebrin und gewöhnlichen Alkohol hervorgerufen. Schlimmer sind die

Schädigungen des Auges durch Methylalkohol (Genuß desselben in Likör

oder Einatmen der Dämpfe); in 90 von 100 Fällen tritt sogar eine

dauernde Schwächung des Sehvermögens ein.

Die +Seelenblindheit+ wird hervorgerufen durch Erkrankung oder

Zerstörung des optischen Erinnerungsfeldes im Gehirn. Seelenblinde

+sehen+ alle Dinge, aber sie +erkennen+ sie nicht. Bekannte Personen,

Vater, Mutter, Geschwister, kommen ihnen fremd vor. Ein Kranker

erkannte sein eigenes Spiegelbild nicht und bat es, ihm Platz zu

machen. Eine seelenblinde Dame verwechselte einen Hund mit ihrem Arzt,

ihr Dienstmädchen sogar mit einem gedeckten Tisch. Zum Glück kommt die

Seelenblindheit sehr selten vor.

+Magnus+, Die Jugendblindheit. Wiesbaden 1886.

+Cohn+, Lehrbuch der Hygiene des Auges. Wien und Leipzig 1892.

+Hirsch+, Entstehung und Verhütung der Blindheit. Jena 1902.

+Neuburger+, Die häufigsten Ursachen der Erblindung und deren

Verhütung. Bldfrd. 1897 S. 129 u. 1898 S. 16.

+Greeff+, Über Ursachen und Verhütung der Blindheit.

Kongr.-Ber. Steglitz-Berlin 1898. S. 40.

An die Eltern sehender und blinder Kinder. Flugblatt der

rheinischen Prov.-Blindenanstalt zu Düren.

Erziehung und Unterricht der Blinden · 第 7 / 37 题