Nahrung in weißen Knollen auf; diese entstehen aus Knospen, die mit
so viel Nahrung versehen sind, daß sie dadurch stark verdickt werden.
Die Sumpfdotterblume und die schöne gelbe Schwertlilie, die am Flusse
wächst, brauchen den unterirdischen Stamm als Speicher. Man muß den
Stamm der Sumpfdotterblume verfolgen, bis man bis dicht an die Wurzeln
kommt, und dort wird man den dicken Knoten finden, der durch den ganzen
Winter hindurch weiterlebt und im Frühling frische Blätter treibt.
Wenn man ein langes Stück von dem kriechenden Wurzelstock der gelben
Schwertlilie bekommen kann, so wird man leicht die Stellen erkennen
können, wo die Blütenstengel in jedem Jahre ausgetrieben sind. Man
kann sie am Stocke entlang verfolgen, bis man zum diesjährigen
Stengelansatze kommt. Und weiter hin sitzt die Knospe für das nächste
Jahr.
Es gibt eine andere sehr hübsche Pflanze, Salomonssiegel oder
vielblumige Maiblume genannt, die einen hohen Blütenstengel mit
ziemlich schmalen Blättern und lieblichen, weißen, mit grünen Zipfeln
versehenen Blüten hat. Die letzteren hängen alle auf einer Seite des
Stengels. Wenn man den Wurzelstock dieser Pflanze durchschneidet, so
wird man große Narben finden, die wie ein Siegel aussehen. Das sind die
Stellen, wo die Blütenstengel Jahr für Jahr getrieben worden sind, und
deshalb hat die Pflanze den Namen Salomonssiegel.
[Illustration: Schlüsselblume und Salomonssiegel.
Zeigt die unterirdischen Stengel (Wurzelstock), in denen Nahrung
aufgespeichert ist.]
Du kannst selbst untersuchen, daß auch am Wurzelstock der
Schlüsselblume Knospen für das nächste Jahr sitzen. Ich will euch jetzt
auf eine andere unterirdische Knospe oder Knolle aufmerksam machen.
Grabt eine Hyazinthe aus. Ihr werdet finden, daß sie unten einen dicken
Knoten hat, aus dem kleine Wurzeln hervorwachsen. Schneidet diesen
Knoten entzwei, und ihr werdet sehen, daß es eine Zwiebel ist, die aus
schuppigen, übereinanderliegenden Blättern besteht, genau wie bei einer
Küchenzwiebel.
Wenn man diese Zwiebel im Frühling ausgräbt, steht der Blütenstengel
aus deren Mitte hervor, und wenn man die schuppigen Blätter fortnimmt,
so wird man noch eine sehr kleine Knospe dicht unten am Blütenstengel
finden. Wenn man eine andere Zwiebel im Herbst ausgräbt, so ist der
Blütenstengel verwelkt, und die kleine Knospe sieht aus der Spitze der
Zwiebel hervor.
Nachdem nämlich die Hyazinthe zu blühen aufgehört hat, werden die
Blätter lang, bereiten Nahrung und senden diese zu den schuppigen
Blättern unter der Erde hinab. Die Zwiebel wird dadurch dick und
kräftig, und auch die kleine Knospe im Innern wird größer. Dann liegt
sie den ganzen Winter hindurch ruhig, und wenn nun der Frühling kommt,
wird die kleine Knospe aus den dicken schuppenförmigen Blättern Nahrung
nehmen und zu einer neuen Pflanze heranwachsen.
Suche sechs Pflanzen, zwei, die Nahrung in der Wurzel, zwei, die
Nahrung im Wurzelstock und zwei, die solche in Knollen aufspeichern.
Lektion 15.
Unterirdische Gemüse.
(Achtes Vollbild.)
Nun werdet ihr imstande sein zu verstehen, wie es kommt, daß wir solche
nahrhaften Gemüse aus dem Küchengarten erhalten. Die Bienen nehmen
Honig und Blütenstaub aus den Blüten der Pflanzen. Wir nehmen den
Zucker und die Stärke und andere Nahrung, die sie in ihren Blättern,
Wurzelstöcken und Stengeln aufspeichern.
Die Mohrrübe, die Pastinake und die Rübenarten sind Pflanzen, die
im ersten Jahre Nahrung in ihren Wurzeln aufhäufen und im zweiten
Jahre blühen. Deshalb säen wir sie im ersten Jahre in fruchtbares
Erdreich, und wenn sie dann einen ordentlichen Vorrat von süßer Nahrung
aufgespeichert haben, ziehen wir sie aus und essen sie, ehe sie blühen
können.
Wenn man eine dieser Pflanzen bis zum zweiten Jahre im Boden ließe, so
würde sie blühen und Samen bilden. Aber eine Kohlrübe wird im ersten
Jahre blühen, wenn man sie ganz früh im Frühling sät und den ganzen
Sommer über stehen läßt. Deshalb säen wir unseren größten Vorrat von
Kohlrüben im Juni und Juli, so daß sie nicht blühen, bevor wir sie im
Winter gebrauchen.
Da höre ich jemand sagen: „Weshalb wird hier die Kartoffel nicht
genannt?“ Aber Kartoffeln sind keine Wurzeln wie Mohrrüben und Rüben.
Wenn man eine Kartoffel genau ansieht, so wird man einige vertiefte
Stellen in der Schale finden, die „Augen“ genannt werden. Besonders
deutlich treten sie hervor, wenn man die Kartoffel wäscht und
sorgfältig betrachtet.
Jedes dieser Augen ist ein kleiner Keim mit einer wachsenden Spitze
und den Anlagen zu Blättern. Nun wißt ihr aber, daß eine Wurzel keine
Blätter tragen kann. Sie kann nur eine Knospe auf der Spitze haben, wo
der Stengel beginnt. Die Kartoffel kann also keine Wurzel sein.
Wenn ihr einige Kartoffeln ausgrabt und die Wurzeln sorgfältig
betrachtet, so werdet ihr sehen, daß jede einzelne am Ende eines
weißen Stengels wächst, der von den Wurzeln sehr verschieden ist. Eine
Kartoffel ist eine Verdickung am Ende eines Stengels, der unter dem
Boden wächst. Sie ist ein Knollengewächs.
Wenn ihr entweder eine Kartoffel oder eine Batate in Stücken schneidet
und an jedem eine „Augenknospe“ laßt, so wird jedes dieser Stücke zu
einer neuen Pflanze heranwachsen, die Nahrung in den unterirdischen
Stamm heruntersendet und weitere Knollen bildet. Jährlich blüht die
Kartoffel und bildet Samen in weißlichen Beeren, die wie die ganze
Pflanze anderer Nachtschattengewächse giftig sind. Der sehr giftige
schwarze Nachtschatten mit seinen schwarzen Beeren gehört auch dazu.
Man sollte niemals Beeren oder andere Früchte essen, die man nicht
kennt, denn selbst viele Beeren, welche von Vögeln gefressen werden,
sind für andere Tiere und für den Menschen giftig. Die Kartoffel
speichert ihr Gift nur in ihrer grünen Beere auf, die Knolle selbst
ist nicht giftig. Die Kartoffelkrankheit, die uns so viele Sorgen
bereitet, wird verursacht durch eine kleine Pflanze, die dem Schimmel
auf Eingemachtem gleicht. Sie zerstört die Kartoffel vollständig.
Beim Sellerie essen wir die knollenartig verdickten Stengel, die über
der Erde wachsen. Aber wir bedecken sie mit Erde, um sie weiß zu
halten, denn im Sonnenlichte würden sie grün werden. Beim Spargel essen
wir die Stengel mit der Knospe an der Spitze. Diejenigen, welche wir
nicht verzehren, wachsen im Sommer heran und haben nadelförmige, schöne
Blätter und glänzende, rote Beeren.
Bei der Zwiebel, beim Lauch und bei den Schalotten endlich essen wir
die Zwiebel. Sie hat in den schuppigen Blättern eine Menge guter
Nahrung aufgespeichert.
Nun laßt einmal sehen, was man tun muß, um möglichst gute Rüben,
Zwiebeln und Spargel zu ziehen. Erstens muß man den Boden trocken
legen, wenn es nötig ist, und ihn tief umgraben, so daß den Wurzeln
keine harten Erdklumpen im Wege sind, damit sie gerade und kräftig
werden können. Dann muß man düngen. Sei sorgfältig und grabe den Dünger
recht tief ein, denn Larven und Maden mögen Wurzeln und Zwiebeln ebenso
gern wie wir. Die Schädlinge liegen nun im Herbst und Frühling, wenn
man den Garten umgräbt, in ihren Kokons überall umher. Gräbt man sie
nun mit dem Dünger tief in den Boden ein, so können sie, wenn sie sich
in Insekten verwandeln, nicht heraus, um Eier zu legen.
Es gibt noch ein anderes Mittel, diese Larven und Maden unschädlich
zu machen. Jede Pflanze hat ihre besonderen Feinde, die sich von
ihr nähren. Als solche kennen wir die Larven der Zwiebelfliege, der
Mohrrübenfliege und mancher anderen. Wenn man nun bei der Aussaat die
Mohrrüben dahin sät, wo im vorigen Jahre die Zwiebeln standen, und
die Zwiebeln in das Pastinakenbeet, so findet das Insekt, wenn es
ausgekrochen ist, die Blätter für seine Eier nicht unmittelbar in der
Nähe, und man kann auf diese Weise manche Pflanze retten.
Dann muß man bei Pflanzen, wie Zwiebeln und Mohrrüben die Zwiebeln und
Wurzeln gut mit Erde bedeckt halten und wenn man solche herauszieht,
muß man den Erdboden wieder festdrücken. Denn die Insekten legen ihre
Eier auf den unter dem Boden befindlichen Teil der Pflanze, und wenn
sie nicht in den Erdboden hinein kommen können, ist die Wurzel in
Sicherheit.
[Illustration: Gemüse aus der Erde.
Eine Möhre schlecht (links) und gut gewachsen (Mitte). Spargel in der
Entwicklung (wie wir ihn essen); dahinter ein Zweig mit reifen roten
Beeren, die den Samen enthalten. Zwiebel, rechts, quer durchschnitten,
um die schuppigen Blätter zu zeigen, in denen Nahrung aufgespeichert
ist.
III. 8.]
Endlich kennt ihr wohl den schädlichen Drahtwurm, der sich dicht
unter dem Boden hinwindet und alles frißt, was er findet. Um ihn zu
beseitigen, muß man den Boden sehr rein halten, denn er liebt es,
sich in allen möglichen Abfällen zu verstecken. Man tut auch gut, etwas
Kali oder Kalk unter die Erde zu mischen. Wenn es auch sehr mühsam ist,
so kann man auch einige Kartoffelscheiben dicht unter die Erde legen
und einen kleinen Zweig hineinstecken, um zu zeigen, wo sie zu finden
sind; der Wurm wird dann am frühen Morgen leicht unter diesen zu fangen
sein.
Suche Gemüse mit: 1. einer Wurzel, 2. einer Zwiebel, 3. einem
Stengel, 4. einer Knolle.
Lektion 16.
Wie der Samen wandert.
Im Herbst, wenn die Pflanzen aufgehört haben zu blühen, haben wir genug
zu tun, um die Früchte zu betrachten und zu untersuchen, wie sie ihre
Samen verbreiten.
Einige streuen sie ganz in ihrer Nähe aus. Die Klatschrose hat, wie wir
sahen, eine harte Frucht mit kleinen Öffnungen unter dem Deckel. Wenn
sich der Stengel biegt, so fällt der Samen durch dieselben hindurch und
keimt auf dem Boden ringsherum.
Wenn man die trockenen Samenkapseln des wilden Storchschnabels
betrachtet, so wird man finden, daß jede derselben sich von unten auf
zusammengerollt hat. Dann lösen sich die fünf kleinen Röllchen von dem
Stab in der Mitte, und die Samen wandern weg.
Auch das gelbblühende Springkraut, das in ganz Deutschland wild wächst,
und von dem man eine ausländische Art, die vielfarbige Balsamine,
sehr häufig in unseren Gärten findet, hat eine besonders interessante
Samenkapsel. Wenn sie reif ist, springt sie auf und schleudert den
Samen umher. Man kann sich einen hübschen Scherz machen, wenn
man jemand veranlaßt, eine reife Kapsel zu berühren, und dieser
plötzlich zurückfährt, wenn sie mit einem kleinen Knall in seiner Hand
zerspringt. Deshalb wird die Pflanze oft „Rührmichnichtan“ genannt.
[Illustration: 1. Klette. 2. Storchschnabel, bei ~s~ sind fünf
Samenkapseln aufgerollt.]
Aber manche Pflanzen haben das Bedürfnis, ihre Samen noch weiter
fortzutragen, als es auf diese Weise geschehen kann. Denkt nur daran,
wie viele Blumen an einer Hecke zusammengedrängt stehen. Wenn die
Samen alle dicht um sie her fielen, so würden sie einander ersticken.
Deshalb versuchen die Pflanzen ihre Samen auf alle mögliche Art und
Weise zu zerstreuen.
Sicher habt ihr schon die federartigen Kronen, „Laternen“, des
Löwenzahns ausgeblasen, wenn ihr von der Schule nach Hause gingt. Wenn
ihr es das nächste Mal wieder tut, so seht euch einmal eine der kleinen
dahinschwebenden Früchte näher an. Wir haben früher darüber gesprochen,
daß der Löwenzahn einen Blütenkopf mit Hunderten von winzigen Blüten,
und daß jede Blüte unten eine ovale Samenkapsel hat mit einer Menge von
feinen Haaren auf ihrer oberen Seite und eine gelbe Blumenkrone mit
einer langen Zunge.
Diese gelbe Blumenkrone ist nun verwelkt und der obere Teil der
Samenkapsel ist zu einem langen Halse ausgewachsen, auf dem die
behaarten Kelchblätter sitzen (siehe Bild Seite 24). Und wenn der
Wind diese Haare faßt, so trägt er die winzige Frucht fort, manchmal
meilenweit, und läßt sie dann auf den Boden sinken.
Disteln, Kreuzkraut, Löwenzahn und eine Anzahl anderer Blumen haben
diese federartigen Früchte. Wenn man sie also auf eigenem Boden wachsen
läßt, so schadet man auch dem anderer Leute.
Auf diese Weise trägt der +Wind+ den Samen fort.
Andere Samenarten werden von Flüssen fortgespült und auf deren Ufern
zurückgelassen. Andere wieder werden oft mit dem Schmutz fortgetragen,
der an den Füßen der Vögel haftet.
An anderen Samen wachsen kleine Häkchen, so daß die +Tiere+ und
+Menschen+ sie forttragen. Dies ist z. B. der Fall beim klebrigen
Labkraut. Wir sahen auf Seite 53, daß sein Stamm und seine Blätter mit
kleinen Häkchen bedeckt sind, die es zum Klettern gebraucht. Dieselben
Häkchen hat es an seinen Früchten. Wenn man eine derartige Pflanze in
die Hand nimmt, so werden eine Menge der sehr kleinen Samenkapseln
daran hängen bleiben.
Aber welch merkwürdiges Gewächs ist das da! Es ist die Samenkapsel
der gemeinen Klette, die überall in den Hecken wächst. Es ist eine
stattliche Pflanze mit sehr großen herzförmigen Blättern und roten
Blütenköpfen, die denen der Distel ähnlich sehen. Man bringt oft
Kletten mit nach Hause in den Kleidern, Hunde tragen sie im Fell
und Schafe in der Wolle. Jede dieser Kletten ist ein aus einzelnen
röhrenartigen Blüten zusammengesetztes, kugeliges Köpfchen, deren
Kelche aus einer großen Menge schuppiger Blättchen mit Häkchen
bestehen. Wenn man eine reife Klette öffnet, wird man die winzigen
Samen im Inneren finden.
So tragen also Menschen und Tiere die Samen für die Pflanzen in die
Weite.
Ganz eigenartig wird der Fall, wenn der Fruchtknoten sich zu einer
Schlehe oder Kirsche oder einer anderen glänzenden Beere auswächst, wie
es bei den Beeren des Schwarzdorns und des Geißblatts der Fall ist.
Denn die Vögel kommen, um die hübsche Frucht zu fressen, und wenn sie
dieselbe dann auf irgend einen Baum in der Nähe tragen, so lassen sie
den Stein, d. h. also den Samen, an einem anderen Platze fallen. Oder
sie fressen die Beere, und die harten Samen gehen durch den Körper und
werden irgendwo in weiter Entfernung wieder ausgeschieden.
Nun seht ihr auch, weshalb die Brombeere und die Himbeere ein
fleischiges Mark um ihre Samen herum bilden, und weshalb die kleinen
harten Samenkörner der Erdbeere in der saftigen Erhöhung stecken. Alles
dies geschieht, um die Vögel anzulocken, die Samen zu fressen und sie
fortzutragen.
So wird auch bei der Hagebutte der wilden Rose der grüne Blütenboden
groß und weich und färbt sich glänzend rot, gerade wenn der Winter
kommt, und es nicht viele Nahrung mehr gibt. Die Vögel kommen und
picken daran, und die Früchte in ihrem Innern hängen sich an ihre
Schnäbel oder werden mit gefressen und so fortgetragen.
Ihr wißt, daß in einem harten Winter die Beeren der Eberesche und der
Mistel, die Hagebutten und die Mehlbeeren und selbst die Beeren der
Eibe und des Geißblattes schon vor Weihnachten verschwunden sind. Aber
vermutlich wußtet ihr nicht, daß die Vögel den Samen umhertragen, so
daß er im nächsten Jahre anderswo wächst.
Aber wenn ihr die Augen offen haltet, so könnt ihr noch viele ähnliche
Dinge wie diese lernen, die Kinder, welche in Städten eingeschlossen
sind, gar nicht zu sehen bekommen. Ihr könnt euch glücklich schätzen,
daß ihr auf dem Lande zwischen Vögeln und Blumen lebt. Ihr atmet die
frische Luft, die von Blumenduft erfüllt ist, ihr pflückt eure eigenen
Blumen und zieht eure eigenen Gemüse und Früchte und könnt beobachten,
wie die Pflanzen in eurem Garten unter eurer Pflege in jedem Jahre
schöner werden.
Suche die Früchte des wilden Storchschnabels, des Springkrautes,
des Löwenzahns, der verschiedenen Distelarten, des Klebekrauts, der
Klette, der Rose, des Weißdorns, des Geißblatts, der Eibe und anderer
Pflanzen.
[Illustration]
Kinderaugen in der Natur
Erstes Buch
Tiere und Pflanzen in Wald und Feld
Zweites Buch
Am Teich- und Flußufer
Drittes Buch
Pflanzenleben in Feld und Garten
Viertes Buch
Aus dem Leben unserer Vögel
Fünftes Buch
Bäume und Sträucher
Sechstes Buch
Aus dem Leben der Insekten
Bisheriger Absatz ungefähr 50000 Stück
Verlag von Hermann Gesenius in Halle (Saale)
Von 8 bis 10 Jahren.
~Dr.~ Hartmanns Jungmädchenbücher:
Band 1. =Rotschwanz und Büschelohr=, verfaßt von +Magda Schelling+.
Gebunden M. 1.20.
Band 2. =Kriemhilds Rosengarten.= Alten Volkssagen nacherzählt von
+Ilse Treu+. Gebunden M. 1.20.
Band 3. =Walhall.= Alten Volkssagen nacherzählt von +Ilse Treu+.
Gebunden M. 1.20.
Band 4. =Vogelgesellschaft bei Buchfinks=, verfaßt von +Magda
Schelling+. Gebunden M. 1.20.
Band 5. =Das Stuttgarter Hutzelmännlein.= +Eduard Mörike+ nacherzählt
von +Elfriede Kittelmann+. Gebunden M. 1.20.
=Die höheren Mädchenschulen=: Die Bücher wollen dem Mangel an
gediegenem Lesestoff für Mädchen von 8 bis 10 Jahren abhelfen. Sie
erfüllen ihren Zweck in jeder Weise aufs beste. Die äußere Ausstattung
mit dem Buntbild der zwei lesenden Mädchen ist sehr gefällig und
lockt die Kinder; Papier und Druck sind sehr gut und die Einteilung
in kurze Geschichten oder Kapitel für dieses Alter sehr glücklich.
Die Stoffe sind aufs günstigste gewählt. Band 1 und 4 bieten
Naturwissenschaftliches. Die Erzählungen sind so lebendig, daß man
fast menschlichen Anteil an dem Schicksal der Tiere und Pflanzen
nimmt. Dabei lernen die Kinder eine Menge, ohne die Absicht irgendwie
zu merken. Die Geschichten sind in hohem Maße geeignet, Anteil und
Liebe an der Natur bei den Kindern zu wecken. In Band 2 und 3 werden
in ebenso ansprechender Weise altdeutsche und nordische Sagen erzählt.
Der Heldenkreis um Dietrich von Bern und die Götter Walhalls treten den
Kindern nahe. In Band 5 wird die allerliebste Erzählung vom Stuttgarter
Hutzelmännchen nacherzählt. All die krausen Ranken in Stil und
Erzählweise sind abgeschnitten, die für die Kinder -- und nicht nur für
diese -- das reizende Märchen so schlimm verwirren, so daß sich alle an
seinem humorvollen Kern freuen können. Für Schülerinnen-Büchereien sind
die Bändchen eine wertvolle Bereicherung. Für den Familienkreis haben
sie noch den Vorzug, daß Knaben sie ebenso gern lesen, und daß sie sich
vorzüglich zum Vorlesen eignen, so daß sie recht zum Handbuch geeignet
sind.
J. L.
Verlag von Hermann Gesenius in Halle.
Nützliche und schädliche Insekten in Garten und Feld
von =+Kuno Lohrenz+=.
Mit 250 Abbildungen auf 16 nach der Natur gezeichneten kolor. Tafeln.
+Anhang+: Gesetz, betreffend die Bekämpfung der Reblaus vom Juli 1904.
In Pappband gebunden M. 3.50.
Das Land. Das Buch wendet sich ganz besonders an den Landmann, Gärtner,
an Obst- und Gemüsezüchter usw. Es legt in anschaulicher Weise dar,
welche Art Nutzen viele Insekten bringen, und wie diese zu schützen
und zu hegen sind, anderseits, welche Schäden und Gefahren der
Landwirtschaft von den Insekten drohen, und mit welchen Mitteln die
Gefahren bekämpft und beseitigt werden können. Die bunten Tafeln sind
in Zeichnung und Farbengebung mit der größten Naturtreue hergestellt
und stellen die Insekten in ihrer ganzen Entwickelung dar, meist sind
auch Blatt-, Rinden- oder Fruchtstücke, in denen sich das Insekt
entwickelt, beigegeben. Wegen seiner hervorragenden Nützlichkeit sollte
das Buch in keiner ländlichen Fortbildungsschul- und Dorfbibliothek
fehlen.
=Lohrenz=, Kuno, =Nützliche und schädliche Insekten im Walde=.
Mit 194 Abbildungen auf 16 nach der Natur gezeichneten kolorierten
Tafeln. In Pappband gebunden M. 3.50.
Aus =Landwirtschaftlicher Wochenschrift f. d. Provinz Sachsen=.
Besonders günstig und empfehlenswert wirkt das Buch durch die dem Texte
beigegebenen reichlichen und gut ausgeführten farbig hergestellten
Tafeln, nach deren Besichtigung ein im Walde gefundenes Insekt leicht
bestimmt und dann das Erforderliche nachgelesen werden kann. Durch
den billigen Preis von M. 3,50 ist somit jedermann, der Interesse
für den Wald und die in ihm lebenden Insekten hat, und der nicht nur
immer Erträge aus demselben herausnehmen, sondern ihn auch schützen
und pflegen will, sehr gute Gelegenheit geboten, sich Unterweisung und
guten Rat zu holen.
=_Lorentz, R._=, Direktor des Technikums in Stargard i. Meckl.,
=Rätsel im Obstbau=. Praktisch wissenschaftliche Erklärung der
natürlichen Ursachen früher Tragbarkeit, sowie der künstlichen Mittel
zur Erzielung derselben, des Nichtwachsens von Veredlungen usw., mit
besonderer Berücksichtigung des Erwerbs-Obstbaues.
Brosch. M. 1.50, geb. M. 2.20.
Völlig neue Methode, auf wissenschaftlicher Grundlage beruhend,
praktische Durchführbarkeit erprobt und erwiesen, schnellen und reichen
Gewinn verheißend.
=_Stefan, Theodor_=, Lehrer, =Obstbaumzucht=. Eine leicht
verständliche, kurze Anleitung über =Obstbaumpflege=. In steifem
Umschlag geheftet M. 0.40.
+Mitteilungen über Bienen- und Geflügelzucht, Gartenbau und Fischerei.+
Stefans Obstbaumzucht ist ein kleines, aber sehr gutes Büchlein, das
jeder, der nur ein Fleckchen Erde sein eigen nennt, sich beschaffen
sollte. Am Schlusse ist ein Arbeitskalender für die einzelnen Monate
des Jahres angefügt.