DER MENSCH

Im heißen Rotsommer, über dem staubschäumenden Drehen der rollenden Erde,

unter hockenden Bauern, stumpfen Soldaten, beim rasselnden Drängen der

runden Städte

Sprang der Mensch in die Höh.

O schwebende Säule, helle Säulen der Beine und Arme, feste strahlende Säule

des Leibs, leuchtende Kugel des Kopfes!

* * * * *

Er schwebte still, sein Atemzug bestrahlte die treibende Erde.

Aus seinem runden Auge ging die Sonne heraus und herein. Er schloß die

gebogenen Lider, der Mond zog auf und unter. Der leise Schwung seiner Hände

warf wie eine blitzende Peitschenschnur den Kreis der Sterne.

Um die kleine Erde floß der Lärm so still wie die Nässe an Veilchenbünden

unter der Glasglocke.

Die törichte Erde zitterte in ihrem blinden Lauf.

Der Mensch lächelte wie feurige gläserne Höhlen

durch die Welt,

Der Himmel schoß in Kometenstreif durch ihn,

Mensch, feurig durchscheinender!

In ihm siedete auf und nieder das Denken, glühende

Kugeln.

Das Denken floß in brennendem Schaum um ihn,

Das lohende Denken zuckt durch ihn,

Schimmernder Puls des Himmels, Mensch!

O Blut Gottes, flammendes getriebnes Riesenmeer

im hellen Kristall.

Mensch, blankes Rohr: Weltkugeln, brennende

Riesenaugen schwimmen wie kleine hitzende

Spiegel durch ihn,

Mensch, seine Öffnungen sind schlürfende Münder, er schluckt und speit die

blauen, herüberschlagenden Wellen des heißen Himmels.

Der Mensch liegt auf dem strahlenden Boden des

Himmels,

Sein Atemzug stößt die Erde sanft wie eine kleine

Glaskugel auf dem schimmernden Springbrunnen

O weiß scheinende Säulen, durch die das Denken

im Blutfunkeln auf und nieder rinnt.

Er hebt die lichten Säulen des Leibs: er wirft um sich wildes Ausschwirren

von runden Horizonten hell wie die Kreise von Schneeflocken

Blitzende Dreiecke schießen aus seinem Kopf um

die Sterne des Himmels,

Er schleudert die mächtigen verschlungenen göttlichen Kurven umher in der

Welt, sie kehren zu ihm zurück, wie dem dunklen Krieger, der den Bumerang

schnellt.

In fliegenden Leuchtnetzen aufglühend und löschend

wie Pulsschlag schwebt der Mensch,

Er löscht und zündet, wenn das Denken durch ihn

rinnt,

Er wiegt auf seinem strahlenden Leib den Schwung,

der wiederkehrt,

Er dreht den flammenden Kopf und malt um sich die abgesandten, die sinkend

hinglühenden Linien auf schwarze Nacht:

Kugeln dunstleuchtend brechen gekrümmt auf wie Blumenblätter, zackige

Ebenen im Feuerschein rollen zu schrägen Kegeln schimmernd ein, spitze

Pyramidennadeln steigen aus gelben Funken wie Sonnenlichter.

* * * * *

Der Mensch in Strahlenglorie hebt aus der Nacht seine Fackelglieder und

gießt seine Hände weiß über die Erde aus,

Die hellen Zahlen, o sprühende Streifen wie geschmolznes

Metall.

Aber wenn es die heiße Erde beströmt (sie wölbt

sich gebäumt),

Schwirrt es nicht später zurück? dünn und verstreut

hinauf, beschwert mit Erdraum:

Tiergeblöke. Duft von den grünen Bäumen, bunt auftanzender Blumenstaub,

Sonnenfarben im Regenfall. Lange Töne Musik.

O Erde! Der Mensch schwebt zu seiner Erde hinab,

Gottes Blutstropfen fror im eisigen Draußen dunkel

und spitz.

Sein Schnitt dringt in die Erde, und hinter ihm

zischt die blaue Luft wie Wolkenschwung von

tausend Geschützen.

Der Mensch drang in die Erde, die blaue Eishülle

seines Willens umstrahlt ihn noch.

Der Mensch drang in die Erde wühlend und scharf

wie ein Keim, der zum Schoß feindlich saust,

Die Erde barst klaffend, die Berge stoben zu grünem

Staub, die grauen Türme der Städte tanzten in

seiner Faust.

Er stieg aus den dunklen Höhlen, um ihn bebte

Trümmersturz und qualmender Brand.

Er schritt durch wehende Menschenrotten. Das

himmlische Licht war verborgen. Er blieb unerkannt.

Das himmlische Licht: Gedichte · 第 9 / 13 题