Der junge Herr.
Ah, bei dir ist der Himmel.
Die junge Frau.
Aber jetzt muß ich wirklich fort.
Der junge Herr.
Ach, laß deine Schwester warten.
Die junge Frau.
Nach _Haus_ muß ich. Für meine Schwester ist's längst zu spät. Wie viel
Uhr ist es denn eigentlich?
Der junge Herr.
Ja, wie soll ich das eruieren?
Die junge Frau.
Du musst eben auf die Uhr sehen.
Der junge Herr.
Meine Uhr ist in meinem Gilet.
Die junge Frau.
So hol' sie.
Der junge Herr (steht mit einem mächtigen Ruck auf).
Acht.
Die junge Frau (erhebt sich rasch).
Um Gotteswillen .... Rasch, Alfred, gib mir meine Strümpfe. Was soll ich
denn nur sagen? Zu Hause wird man sicher schon auf mich warten ... acht
Uhr ....
Der junge Herr.
Wann seh' ich dich denn wieder?
Die junge Frau.
Nie.
Der junge Herr.
Emma! Hast du mich denn nicht mehr lieb?
Die junge Frau.
Eben darum. Gib mir meine Schuhe.
Der junge Herr.
Niemals wieder? Hier sind die Schuhe.
Die junge Frau.
In meinem Sack ist ein Schuhknöpfler. Ich bitt' dich, rasch ....
Der junge Herr.
Hier ist der Knöpfler.
Die junge Frau.
Alfred, das kann uns beide den Hals kosten.
Der junge Herr (höchst unangenehm berührt).
Wieso?
Die junge Frau.
Ja, was soll ich denn sagen, wenn er mich fragt: Woher kommst du?
Der junge Herr.
Von der Schwester.
Die junge Frau.
Ja, wenn ich lügen könnte.
Der junge Herr.
Na, du mußt es eben tun.
Die junge Frau.
Alles für so einen Menschen. Ach, komm her .... laß dich noch einmal
küssen. (Sie umarmt ihn.) -- Und jetzt -- -- laß mich allein, geh' ins
andere Zimmer. Ich kann mich nicht anziehen, wenn du dabei bist.
Der junge Herr (geht in den Salon, wo er sich ankleidet. Er ißt etwas
von der Bäckerei, trinkt ein Glas Cognac).
Die junge Frau (ruft nach einer Weile).
Alfred!
Der junge Herr.
Mein Schatz.
Die junge Frau.
Es ist doch besser, daß wir nicht geweint haben.
Der junge Herr (nicht ohne Stolz lächelnd).