Die junge Frau.
Sie wissen, was ich meine, Alfred ... _Mit_ Ihnen! _Bei_ Ihnen!
Der junge Herr.
Mit mir -- hier -- Emma! -- Es ist nicht schön, daß Sie an so etwas
denken können.
Die junge Frau.
Also Sie haben .... wie soll ich .... Aber nein, ich will Sie lieber
nicht fragen. Es ist besser, wenn ich nicht frage. Ich bin ja selbst
schuld. Alles rächt sich.
Der junge Herr.
Ja, was haben Sie denn? Was ist Ihnen denn? Was rächt sich?
Die junge Frau.
Nein, nein, nein, ich darf nicht zum Bewußtsein kommen ... Sonst müßte
ich vor Scham in die Erde sinken.
Der junge Herr (mit der Karaffe Wasser in der Hand, schüttelt traurig
den Kopf).
Emma, wenn Sie ahnen könnten, wie weh' Sie mir tun.
Die junge Frau (schenkt sich ein Glas Cognac ein).
Der junge Herr.
Ich will Ihnen etwas sagen, Emma. Wenn Sie sich schämen, hier zu sein --
wenn ich Ihnen also gleichgültig bin -- wenn Sie nicht fühlen, daß Sie
für mich alle Seligkeit der Welt bedeuten -- -- so geh'n Sie lieber. --
Die junge Frau.
Ja, das werd' ich auch tun.
Der junge Herr (sie bei der Hand fassend).
Wenn Sie aber ahnen, daß ich ohne Sie nicht leben kann, daß ein Kuß auf
Ihre Hand für mich mehr bedeutet, als alle Zärtlichkeiten, die alle
Frauen auf der ganzen Welt .... Emma, ich bin nicht wie die anderen
jungen Leute, die den Hof machen können -- ich bin vielleicht zu naiv
.... ich ....
Die junge Frau.
Wenn Sie aber doch sind wie die anderen jungen Leute?
Der junge Herr.
Dann wären Sie heute nicht da -- denn Sie sind nicht wie die anderen
Frauen.
Die junge Frau.
Woher wissen Sie das?
Der junge Herr (hat sie zum Divan gezogen, sich nahe neben sie gesetzt).
Ich habe viel über Sie nachgedacht. Ich weiß, Sie sind unglücklich.
Die junge Frau (erfreut).
Ja.
Der junge Herr.
Das Leben ist so leer, so nichtig -- und dann, -- so kurz -- so
entsetzlich kurz! Es gibt nur _ein_ Glück .... einen Menschen finden,
von dem man geliebt wird --
Die junge Frau (hat eine kandierte Birne vom Tisch genommen, nimmt sie
in den Mund).
Der junge Herr.
Mir die Hälfte! (Sie reicht sie ihm mit den Lippen).
Die junge Frau (faßt die Hände des jungen Herrn, die sich zu verirren
drohen).
Was tun Sie denn, Alfred .... Ist das Ihr Versprechen.
Der junge Herr (die Birne verschluckend, dann kühner).
Das Leben ist so kurz.
Die junge Frau (schwach).