DIE DIRNE UND DER SOLDAT

Spät Abends. An der Augartenbrücke.

Soldat (kommt pfeifend, will nach Hause).

Dirne.

Komm, mein schöner Engel.

Soldat (wendet sich um und geht wieder weiter).

Dirne.

Willst du nicht mit mir kommen?

Soldat.

Ah, _ich_ bin der schöne Engel?

Dirne.

Freilich, wer denn? Geh', komm' zu mir. Ich wohn' gleich in der Näh'.

Soldat.

Ich hab' keine Zeit. Ich muß in die Kasern'!

Dirne.

In die Kasern' kommst immer noch zurecht. Bei mir is besser.

Soldat (ihr nahe).

Das ist schon möglich.

Dirne.

Pst. Jeden Moment kann ein Wachmann kommen.

Soldat.

Lächerlich! Wachmann! Ich hab' auch mein Seiteng'wehr!

Dirne.

Geh', komm' mit.

Soldat.

Laß mich in Ruh'. Geld hab' ich eh kein's.

Dirne.

Ich brauch' kein Geld.

Soldat (bleibt stehen. Sie sind bei einer Laterne).

Du brauchst kein Geld? Wer bist denn du nachher?

Dirne.

Zahlen tun mir die Zivilisten. So einer wie du, kann's immer umsonst bei

mir haben.

Soldat.

Reigen: Zehn Dialoge · 第 12 / 87 题