KAPITEL XV.

$SCHLUSS$.

_Nicht Jeremias Klagereden, sondern

Esras Taten haben das Judentum

erhalten._

_Tänzer._

$Nietzsche$ drückte sich einst drastisch aus: „Wenn die Statistik

nichts anderes könne als zu beweisen, dass es Gesetze in der

Geschichte gäbe, dann hole die Masse und die Statistik der Teufel.”

Mit ihm will ich nicht rechten. Aber mit denen, die überall eine

Moral angeklebt haben möchten oder gar mit denen, die immer von

einer $glücklichen$ Zukunft träumen.

Von jedem Arzt, der am Krankenlager die Diagnose stellt, verlangt man

eine Therapie. Vom Tode gezeichnete Kranke wollen noch Genesungstropfen.

Die Natur hat deshalb die Euphorie vorgesehen, die den Absterbenden in

eine gehobene Stimmung versetzt, ihnen ein Traumbild von Gesundheit und

Genesung vorgaukelt.

So lange das Gesetz von Ursache und Wirkung unerbittliche Wahrheit

bleibt, hofft nur der Einfältige auf Zufälliges. Zufälligkeit ist das,

was wir nicht zu erklären verstehen. Aber der Weg von der Fülle der

Fruchtbarkeit zur Kinderarmut, von der Inzucht zur Vermischung, von dem

märtyrerfreudigen Sich-hingeben an die Gemeinschaft zum feigen

Verleugnen und willenlosesten Fahrenlassen sind Symptome und Stigmata

eines großen Prozesses, dessen Stationen wir überblickten, deren

Triebkräfte, Hebel und Gewalten wir befunden haben. Die Emanzipation

hat die Schleusen geöffnet und den Strom der neuen Ideale in das Ghetto

hineingelassen; das moderne Wirtschaftsleben, das Zeitalter des

werbenden Kapitals, der Fabriken und der Technik haben ökonomische

Umwälzungen bedingt. Sollen weitere Veränderungen, neue

Wirtschaftsprobleme, politische Einflüsse, geistige Vorstellungen und

soziale Umwallungen ein Nichts bedeuten?

Gewiß! Wenn sich aber auch von Grund auf das Bild der deutschen

Judenheit ändert. $Nehmt der ökonomischen Schwere den ganzen Druck$

($und nicht ein Gramm weniger$) $und kümmert euch$ ($nicht wie impotente

Moralisten$) $um den starken Trieb der Menschen.$

Gebt aber auch der Masse, die sich national und religiös entkleidet hat,

keine neuen Surrogate, harmlosen Ersatz, Kinkerlitzchen und Firlefanz.

Bringt ihr hebräische Sprache und Kultur, eigene Sitte und Gesetz und

$zwingt den letzten, dessen kollektives Interesse erlöschen könnte, mit

fester Hand, daß er sich nicht entwinden kann, in ein marschfähiges

Ganze.$ Genug der frommen Ermahnungen und des tatenlosen Hoffens. Das

Uebel (sit venia verbo) ist viel zu fest mit der ganzen Kultur

verankert, als daß man es mit Reden oder Schriften ändern könnte.

Der Appell an den Idealismus in Ehren: Hat nicht das offizielle Judentum

auch im vorigen Jahrhundert für die altjüdischen Ideale gekämpft? Gab es

nicht ein Heer von Vorständen, Rabbinern, Lehrern, Schriftstellern, die

für die Erhaltung und Erneuerung tagtäglich warben? Hat nicht die

Pogromgefahr Tausende aufgeschreckt, die ihr Sein längst vergessen

hatten? Hat aber das Leben nicht stärker gewirkt und selbst die

Orthodoxie von der Frühehe verjagt? Gut, weckt mit Posaunen die

Hunderttausende aus der Apathie und Lethargie, erfüllt sie mit neuem

religiösen und nationalen Willen. Vor allem $schafft ein gesundes

Volkstum$, $Möglichkeiten normalen Liebeslebens$, $ökonomische

Grundlagen$, kurz reformiert an Haupt und Gliedern, werdet Juden wie die

der früheren Zeiten, modelt eine neue Welt in die opponierende Umwelt,

macht ein neues Volk mit neuen oder alten Gesetzen -- wo ihr könnt!

Esten, Irländer, und Litauer sind zu neuem nationalen Bewußtsein erweckt

worden. Ihnen kam die Einheit und die Kraft des eigenen Grund und Bodens

zustatten, Sprache, Sitte und Kultur, politische und wirtschaftliche

Interessen, Einflüsse und Beengungen. Andere untergehende Völker fanden

nicht mehr den Weg zum Leben. So die Indianer, die aus ihren alten

Lebensbedingungen verdrängt, ihrer früheren Kultur entwurzelt, der

modernen Civilisation kein Paroli bieten können. Es ist nicht unsere

Aufgabe, die Analogie ihres Schicksals mit dem der Westjuden darzulegen,

aber eines gehört festgehalten. Die Indianer haben keine Kulturwerte

geschaffen, der Welt keine Bibel, keine Sabbathruhe, kein Recht des

Fremden und keinen Menschlichkeitsgedanken gegeben.

„Ein Volk, das von Moses bis zu den Propheten, bis Hillel und Jesus

von Nazareth, von Spinoza bis Mendelssohn und Heinrich Heine bis

Karl Marx und Lombroso, mit soviel Wirklichkeit und Glanz dem

menschlichen Geist und der Civilisation diente, hat seine letzten

Worte noch nicht gesprochen,” glaubte bereits 1911 A. Valensis in

den „Dokumente des Fortschrittes” profezeihen zu können. Und weiter

heisst es dort: „Auf dem Boden seiner Väter physisch neugeboren und

der Verwirklichung eines alten durch die soziale Gerechtigkeit

verjüngten Ideals nachstrebend, wird es der Menschheit ohne Zweifel

eines Tages um so schönere und eigenartigere Früchte bieten, als sie

auf den gesegneten Feldern der Freiheit gereift werden.”

Heine meinte, Gott verläßt überhaupt kein Volk, und wenn ein Volk aus

Ermüdung oder Faulheit einschläft, so bestelle er ihm seine Wecker, die

verborgen in irgend einer Abgeschiedenheit ihre aufrüttelnde Stunde

erwarten.

Und wirklich, in den Jahren, in denen die Zersetzung das europäische

Judentum erfaßte, entstand eine nationale Bewegung, welche die Juden von

den Einwirkungen der europäischen Einflüsse befreien, die normale

soziale Struktur und die jüdische Kultur im Lande der Väter erneuern und

dort die sichernde Erhaltung der jüdischen Art bewerkstelligen will.

Und ein gesundes jüdisches Volk wird werden, allerdings abseits von den

Trümmern dieser Judenheit und diese Judenheit verachtend;

Diese Pseudojudenheit mit ihrer unjüdischen Politik, mit dem Bruderkrieg

aller gegen alle: der Unzahl der religiösen Richtungen, der Nationalen,

der Fremdgebürtigen. --

Diese absterbende Judenheit mit unverbesserlichem, fast verbrecherischem

Optimismus jener wie im Morphiumrausch Delirirenden oder der im

praktischen Pessimismus und im Zynismus Frohlockenden, die rasch das

sinkende Schiff verlassen. --

Diese demoralisierte Judenheit, deren Mitläufer im Indifferentismus nur

den Sinn auf das eigene Wohl, den Beruf und die Genüsse des Lebens

gerichtet haben.

Wie im Jahrmarktstrubel treiben unverständige Millionäre, schwerfälliger

Mittelstand, flatterhafte Juden in Ghettofurcht, Angst vor Pogromen, das

ganze Unglück einer anormalen Geschichte und eines unnatürlichen Lebens.

Und so bleibt das unglückliche Häuflein der deutschen Juden,

schaffenslustig und wissensdurstig, von Erfolgen gesegnet und von Neid

und Mißgunst verfolgt. Und ihrem Tun und Leben scheint die alte

verklärende Sonne, unbekümmert um die Frage: Ob ihre Gemeinschaft

erfolgreich dieses Jahrtausend durchsegeln wird zum sicheren Port, oder

ob es wie ein Wrack auf hohem Meer nach vielen glücklichen und schweren

Fahrten, von allen Wellen und Winden getrieben, zuletzt ziel- und

zwecklos umher gepeitscht, sich mühselig über Wasser hält bis die

Fluten über dem lecken Schiff zusammenschlagen.[34].....

Anmerkungen:

[1] Deut. XXXII, 47. „Es ist kein leeres Wort für Euch, sondern es

ist Euer Leben ...” und Deut. XXX., 19: „Siehe ich nehme heute den

Himmel und Erde zu Zeugen, daß ich vor dich gestellt Leben und Tod,

Segen und Fluch. So wähle denn das Leben, auf daß du lebst, du und

deine Nachkommenschaft!”

[2] Eine übersichtliche, kurze und systematische Zusammenstellung der

praktischen Gebote des Talmud wurde unter diesem Namen von Joseph

Karo im 16. Jahrhundert zusammengefaßt. „An diesen Codex hat sich die

orthodoxe Judenschaft in den letzten Jahrhunderten gehalten.” (Nossig

a. O.).

[3] Trotzdem oder vielleicht eben deshalb, war es mir nicht möglich,

die Segallschen Einzelheiten, soweit sie statistisch irreführend

waren, in der Zeitschrift für Statistik einer Entgegnung zu

unterziehen. Der Vorsitzende des Verbandes, Geheimrat Dr. Maretzki,

hatte mir zwar die Aufnahme des Artikels zugesichert, die Redaktion

verweigerte aber seine Aufnahme.

[4] Vor allem erwiesen sich hier durchaus entgegenkommend: Das

Hamburger Israel. Fam.-Blatt, die Frankfurter Jüd. Presse und die

Jüd. Rundschau, sowie das Schweizer Israel. Wochenblatt.

[5] Levit. XXVI: „Und wo Ihr mir entgegenwandelt -- sollt Ihr

untergehen unter der Umwelt und deren Geist wird Euch aufsaugen. Und

der Rest wird verdorren, infolge seiner Sünden und infolge der Sünden

ihrer Väter ...”

[6] Azulai, der große italienische Talmudgelehrte hat in seinem Schem

ha Ketolim vor 100 Jahren die These aufgestellt, daß es das Los der

Juden sei, in der Diaspora in einem Lande zu blühen und in einem

anderen zu sterben, nur im Wechsel ruhe sozusagen das Gleichmaß.

[7] Für Hessen findet sich die Zahl im Staatsarchiv zu Marburg.

Im Jahre 1689 wurden 2566 Juden gezählt. Eine Feststellung für

Deutschland ist m. E. noch nicht getroffen.

[8] Die gesetzestreuen Kreise zählen nach Schätzungen, die (u.

a. geben die Anmeldungen zum Bezug von rituellen Lebensmitteln

einen Anhaltspunkt) etwa 1/5 der deutschen Juden, wobei man als

gesetzestreu alle die bezeichnen kann, die den Sabbath heiligen und

die Speisegesetze beobachten. Wer die als gesetzestreu anerkennen

wollte, die die Sexualvorschriften befolgen, würde in Deutschland

wenige finden, die sich an das Gesetz halten. Denn so peinlich

stellenweise die Sabbathheiligung durchgeführt wird, so lax stehen

dieselben Kreise den sexuellen Forderungen gegenüber. Die Zahl der

orthodoxen Juden nimmt übrigens beständig trotz des östlichen Zuzuges

ab. Ein Blick in die Verschiebung des Wohnaufenthaltes bezeugt diese

Tatsache insofern, als die dörfischen und kleinstädtischen Juden zum

kleinsten Teil neolog, die Großstädte in der Hauptsache freisinnig

sind. Darüber kann uns nicht hinwegtäuschen, daß die Orthodoxie der

Städte neuerdings besser organisiert ist und das sie infolge des

starken Zuzuges an Zahl gewonnen hat. Wir können annehmen, daß 1870

noch die Hälfte der deutschen Juden als gesetzestreu anzusprechen

war, während die im letzten Krieg ermittelten Zahlen von 25% rituell

lebenden Juden noch Teile bergen, die nur zu Hause die jüdische Küche

beachten, im übrigen aber nicht mehr als Anhänger der Orthodoxie

anzusprechen sind.

[9] Noch im Jahre 1462 erließ Markgraf Albrecht von Brandenburg

die Erklärung: „... denn so ein yeder Romische Konig oder Kayser

gekrönet wird, mag er den Juden allenthalben im Rich alle jr güt

nemen, dazu jr leben und sie töten bis auf ein anzal, der lutzel

(klein) sein soll, zu einer Gedechtnis zu enthalten ...” zitiert

nach der Schrift von Dr. $Ludwig Davidsohn$ „Beiträge zur Sozial-

und Wirtschaftsgeschichte der Berliner Juden vor der Emanzipation”

(Verlag L. Lamm Berlin 1920).

[10] 1832: 874, 1849: 1022, 1867: 2103.

[11] Wenn Segall trotz allem die Einwanderung als eine vorübergehende

Erscheinung abtut, die das Bild der Entwicklung der deutschen Juden

nicht aufs wesentlichste mitbestimmt, dann gehört diese Annahme zu

den willkürlich getroffenen Konstruktionen, die zur Verdunkelung des

Tatbestandes dienen sollen.

Segall schrieb diese Behauptung im Jahre 1911 in seiner Abfertigung

meiner Arbeit, als ihn jede großstädtische Synagogengemeinde an der

Hand der Steuern, der Eheschließungen, der Todesfälle belehren hätte

können, (was er übrigens von jedem Kinde in der Grenadierstraße auch

so erfahren haben würde). Wissenschaftlich hätte er sich an Hand

der Zählkarten der Stadt Berlin der Tatsachen überführen können.

Leichtfertig, wie Segall mit seinen wissenschaftlichen Behauptungen

auftritt, fiel es ihm garnicht ein, irgendwelche Unterlagen für seine

Thesen zu suchen.

[12] 1840: sogar 70%.

[13] 1840: sogar 58%.

[14] Nach Heinrich Löwe waren 1817 2/3 der preußischen Juden

polnischer Abkunft, woraus die Bedeutung der Ostmark für die

preußischen Juden klar hervorgeht.

[15] In der Februarnummer 1920 der Neuen jüdischen Monatshefte habe

ich in einem Aufsatz „Die Nemesis des deutschen Antisemitismus”

weiteres Material zur Ostmarkenpolitik niedergelegt.

[16] Rückgang erst seit 1905.

[17]

1885: 65611 = 4,45 %

1895: 94391 = 4,48 %

1900: 130487 = 4,3 %

1910: 142289 = 4,05 %

[18] Die Zunahme von Groß Berlin war

1880/90 = 19000

1891/00 = 26000

1901/10 = 35000

[19] Eine ähnliche Umschichtung nimmt in jeder gemischten Bevölkerung

der geistig regsamere Teil vor. In Amerika und im Orient werden

die schwerfälligeren und stumpferen Nationalitäten länger in den

schlechter entlohnten Arbeitsformen festgehalten, während die

agileren und sensibleren das großstädtische, kommerzielle und

akademische Element stellen, (z. B. im Orient: Griechen, Juden,

Armenier, Türken, in Amerika: Juden, Deutsche, Engländer, Iren,

Italiener, Polen, Neger). Selbst in Deutschland zeigen sich ähnliche

Differenzierungen zwischen der katholischen und evangelischen

Bevölkerung, diese dringt in katholische Gegenden ein und besetzt die

lohnenderen Berufsarten. Der ewige Jammer darüber, daß die Katholiken

in Deutschland so wenig an der Spitze der Nation stehen, hatte neben

der sicher unberechtigten Zurücksetzung auch seine Ursache in der

tatsächlich geringeren Zahl von Akademikern, Großindustriellen und

Großkaufleuten, wobei den Katholiken, die in den alten Kulturgebieten

Deutschlands am Rhein und in Süddeutschland wohnen, alle

Wirtschaftsvorteile und alle geistigen Vorbedingungen gegeben waren.

[20] Von mir ergänzt.

[21] Ueber die Zahl der Austritte siehe in dem betr. Kapitel.

[22] Die schönfärbenden Statistiker belieben diese Ziffer zu

unterschätzen.

[23] Ohne die Kriegsverluste bei gedachter günstiger

Friedenssterblichkeit.

[24] Darunter 129 Militärpersonen.

[25] Nur die über 14jährigen. Die Taufe der Kinder ist damit nicht

erfaßt.

[26] Die Bevölkerungsabnahme der Juden Wiens war somit vor dem

Weltkrieg jährlich über 500, da die Austrittsziffer nur die amtlich

registrierten ausscheidenden über 14 Jahre alten Personen erfaßt.

[27] Es handelt sich um Berlin allein, Groß Berlin würde noch

beweiskräftigere Zahlen liefern. Für den Westen liegt kein Material

vor.

[28] Der eine Sohn war der Bassist Lindeck, der andere, allerdings

nicht getauft aber wohl Dissident, der bekannte Münchener

Hofkapellmeister und Wagnerdirigent.

[29] Emin Pascha, der als Jude geboren, später getauft wurde, trat

zum Mohammedanismus über und wurde schließlich wieder Christ.

Familien in denen die Kinder z. T. katholisch z. T. evangelisch

getauft waren, sind keine Seltenheit.

[30] Von den in Preußen ermittelten Mischehen befindlichen 3643

Kinder waren 792 im jüd. Glauben erzogen. Also 22%, eine Ziffer, die

fast in allen Auszählungen wiederkehrt, wonach jedes 4.-5. Kind aus

Mischehen in der mosaischen Religion erzogen wird.

[31] Das XIX. Jahrhundert erfüllte der Kampf um die politischen

Rechte des Individuums und die nationale Selbstständigkeit

der Völker. Dem neuen Zeitabschnitt scheinen grosse soziale

Auseinandersetzungen vorbehalten zu sein. Ob es gelingt, das einzelne

Individuum vom Druck der Wirtschaftsverhältnisse frei zu machen, kann

nur die Zukunft lehren. Vorerst hängen die Juden wie keine zweite

Klasse von allen Vibrationen des Wirtschaftsmarktes ab und reagieren

wie ein feines Metall auf alle Stösse des ökonomischen Lebens.

Im Mittelalter waren die Juden die Träger des Geldhandels, in der

neuen Zeit sind sie die Träger des Kapitalismus, Begriffe, die man

nicht ohne weiteres gleichsetzen darf. Es wäre lohnend auf alle diese

Probleme einzugehen.

[32] Hierher gehören auch die sich mehrenden Fälle anormalen

Sexualempfindens oder minderer Potenz.

[33] Denn es bleibt eine Tatsache, daß die Ostjuden sehr rasch die

Sitten und Gewohnheiten der Westjuden annehmen, weil sie in denselben

Kulturkreis unter denselben Voraussetzungen und Bedingungen eintreten.

[34] Jenseits der deutschen Grenze vollzieht sich in umgekehrtem

Maßstab der Neuaufbau eines jüdischen Palästina und löst so das Wort

des Profeten $Jesaias$ ein: „Und wenn auch nur ein zehntel bliebe:

-- wie eine Eiche oder eine Terebinthe, wenn sie das Laub abgeworfen

doch den Schein behält: so wird auch der heilige Stamm Bestand haben,

und Amos beschließt diese Profetie in dem letzten seiner Bücher:

Alle Sünder in meinem Volk sollen durchs Schwert sterben, die da

sagen: Es wird das Unglück nicht so nahe sein, noch uns begegnen. Zur

selben Zeit will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten

und ihre Lücken verzäunen, und was abgebrochen ist wieder aufrichten

und will sie bauen wie sie vorzeiten gewesen ist.

Denn ich will das Verhängnis meines Volkes Israel wenden, daß sie

sollen die wüsten Städte bauen und bewohnen, Wein, zu pflanzen und

Wein davon trinken, Gärten machen und Früchte daraus essen.

Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, daß sie nicht mehr aus ihrem

Lande ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der

Herr, dein Gott.”

Und in dem Sinne kann das Wort des Propheten Jeremias gelten:

„$Es bleibt Hoffnung für Deine Zukunft$!”

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| Anmerkungen zur Transkription |

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| Der Schmutztitel wurde entfernt, das Inhaltsverzeichnis vom Ende |

| des Buchs an den Anfang verschoben. |

| |

| Interpunktion wurde ohne gesonderte Erwähnung korrigiert. Die |

| Zahlen in den letzten beiden Spalten der ersten Tabelle auf |

| Seite 92 stimmen nicht mit den Summen der vorderen Spalten |

| überein. Die Werte wurden so belassen. Auf Seite 103 gab es |

| einen Fußnotenanker "*" ohne Fußnote. Dieser bezog sich |

| anscheinend auf die Fußnote auf der vorhergehenden Seite und |

| wurde an beiden Stellen so belassen. Die Summen in der zweiten |

| Tabelle dieser Seite sind im Originaltext fett markiert, es ist |

| keine Markierung in diesem Text vorhanden. Auf Seite 145 sind in |

| der Tabelle zum Steueraufkommen die Werte korrigiert worden bei |

| Katholiken von 5950 auf 595000 und bei Evang. von 4,9 % auf |

| 49,0 %. |

| |

| Im Text wurden weiterhin folgende Änderungen vorgenommen: |

| |

| S. 7 Anführungszeichen entfernt. |

| S. 8 "Noa" in "Noah" geändert. |

| S. 9 "festumrissenem" in "festumrissenen" geändert. |

| S. 14 "Neomalthusionismus" in "Neomalthusianismus" geändert. |

| S. 15 "R. Elasar, b. Asarja" in "R. Elasar b. Asarja" geändert. |

| S. 16 "Famile" in "Familie" geändert. |

| S. 17 "Work" in "Werk" geändert. |

| S. 18 "vorteihafteste" in "vorteilhafteste" geändert. |

| S. 18 "Andrée" in "Andree" geändert. |

| S. 26 Anführungszeichen entfernt. |

| S. 42 "Sabbatheiligung" in "Sabbathheiligung" geändert. |

| S. 44 Anführungszeichen ergänzt (Fußnote). |

| S. 52 ")" eingefügt. |

| S. 53 "11,9%" in "11,9 0/00" geändert. |

| S. 53 "13,6%" in "13,6 0/00" geändert. |

| S. 56 Anführungszeichen ergänzt. |

| S. 72 "deuschen" in "deutschen" geändert. |

| S. 77 "enstammen" in "entstammen" geändert. |

| S. 78 "löken" in "löcken" geändert. |

| S. 85 "blutsverwandschaftlichen" in "blutsverwandtschaftlichen" |

| geändert. |

| S. 90 "jahrlang" in "jahrelang" geändert. |

| S. 96 "treibt" in "treiben" geändert. |

| S. 97 "Neumaltusianismus" in "Neomalthusianismus" geändert. |

| S. 102 Anführungszeichen ergänzt. |

| S. 105 "wiederspiegelt" in "widerspiegelt" geändert. |

| S. 105 "fundamenter" in "fundamentaler" geändert. |

| S. 108 "bei der allgemein" in "bei der allgemeinen" geändert. |

| S. 108 ")" ergänzt. |

| S. 108 "Kinder" und "Erwachsene" in der Tabelle vertauscht. |

| S. 116 ")" ergänzt. |

| S. 120 ")" ergänzt. |

| S. 123 "einem Komponenten" in "einer Komponente" geändert. |

| S. 125 "übeu" in "über" geändert. |

| S. 129 "Sanhedrion -- bekannt" in "Sanhedrion bekannt --" |

| geändert. |

| S. 133 "Durchschnittssjude" in "Durchschnittsjude" geändert. |

| S. 134 "bei den Erörterung" in "bei der Erörterung" geändert. |

| S. 136 "Hoffmannsthal" in "Hofmannsthal" geändert. |

| S. 137 "stossen" in "stoßen" geändert. |

| S. 148 Anführungszeichen ergänzt. |

| S. 149 "alljhrlich" in "alljährlich" geändert. |

| S. 149 "Vorgnge" in "Vorgänge" geändert. |

| S. 149 "betrchtliche" in "beträchtliche" geändert. |

| S. 149 "Kulturschdigungen" in "Kulturschädigungen" geändert. |

| S. 149 "wren" in "wären" geändert. |

| S. 150 "ethischen" in "ethnischen" geändert. |

| S. 151 Anführungszeichen ergänzt. |

| S. 151 "Wiederschein" in "Widerschein" geändert. |

| S. 158 Anführungszeichen ergänzt. |

| S. 160 "ungekehrtem" in "umgekehrtem" geändert (Fußnote 34). |

| |

| Folgende Inkonsistenzen wurden belassen, da beide Schreibweisen |

| üblich waren: |

| |

| 50jährigen -- 50-jährigen |

| ausser -- außer |

| äussere -- äußere |

| Descendenz -- Deszendenz |

| dreissig -- dreißig |

| Elementes -- Elements |

| Friedenschluß -- Friedensschluss |

| Geburtenüberschuß-Berechnungen -- Geburtenüberschußberechnung |

| gefasst -- gefaßt |

| gross -- groß |

| Groß-Berlin -- Gross-Berlin |

| Preussen -- Preußen |

| proportional -- proportionell |

| schliesst -- schließt |

| selbständig -- selbstständig |

| Zufluss -- Zufluß |

| |

| Anmerkungen zu nicht vorgenommenen Korrekturen: |

| |

| S. 61 Verstädtichung wurde nicht geändert. |

| S. 122 Konkruluz ist vermutlich ein Setzfehler. Es könnte |

| Kongruenz gemeint sein, wurde aber unverändert belassen. |

| S. 130 Die Summe der angegebenen Mischehen Preußens besträgt |

| 12484 statt der angegebenen 12384, das wurde unverändert |

| belassen. |

| S. 149 Die idiomatische Schreibweise "Karrikatur" wurde nicht |

| geändert. |

| "Profezeiungen" / "profezeihen" (in Zitataten) wurde nicht |

| geändert. "garnicht" wurde nicht geändert. |

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Der Untergang der Deutschen Juden: Eine Volkswirtschaftliche Studie · 第 71 / 71 题