$SCHLUSS$.
_Nicht Jeremias Klagereden, sondern
Esras Taten haben das Judentum
erhalten._
_Tänzer._
$Nietzsche$ drückte sich einst drastisch aus: „Wenn die Statistik
nichts anderes könne als zu beweisen, dass es Gesetze in der
Geschichte gäbe, dann hole die Masse und die Statistik der Teufel.”
Mit ihm will ich nicht rechten. Aber mit denen, die überall eine
Moral angeklebt haben möchten oder gar mit denen, die immer von
einer $glücklichen$ Zukunft träumen.
Von jedem Arzt, der am Krankenlager die Diagnose stellt, verlangt man
eine Therapie. Vom Tode gezeichnete Kranke wollen noch Genesungstropfen.
Die Natur hat deshalb die Euphorie vorgesehen, die den Absterbenden in
eine gehobene Stimmung versetzt, ihnen ein Traumbild von Gesundheit und
Genesung vorgaukelt.
So lange das Gesetz von Ursache und Wirkung unerbittliche Wahrheit
bleibt, hofft nur der Einfältige auf Zufälliges. Zufälligkeit ist das,
was wir nicht zu erklären verstehen. Aber der Weg von der Fülle der
Fruchtbarkeit zur Kinderarmut, von der Inzucht zur Vermischung, von dem
märtyrerfreudigen Sich-hingeben an die Gemeinschaft zum feigen
Verleugnen und willenlosesten Fahrenlassen sind Symptome und Stigmata
eines großen Prozesses, dessen Stationen wir überblickten, deren
Triebkräfte, Hebel und Gewalten wir befunden haben. Die Emanzipation
hat die Schleusen geöffnet und den Strom der neuen Ideale in das Ghetto
hineingelassen; das moderne Wirtschaftsleben, das Zeitalter des
werbenden Kapitals, der Fabriken und der Technik haben ökonomische
Umwälzungen bedingt. Sollen weitere Veränderungen, neue
Wirtschaftsprobleme, politische Einflüsse, geistige Vorstellungen und
soziale Umwallungen ein Nichts bedeuten?
Gewiß! Wenn sich aber auch von Grund auf das Bild der deutschen
Judenheit ändert. $Nehmt der ökonomischen Schwere den ganzen Druck$
($und nicht ein Gramm weniger$) $und kümmert euch$ ($nicht wie impotente
Moralisten$) $um den starken Trieb der Menschen.$
Gebt aber auch der Masse, die sich national und religiös entkleidet hat,
keine neuen Surrogate, harmlosen Ersatz, Kinkerlitzchen und Firlefanz.
Bringt ihr hebräische Sprache und Kultur, eigene Sitte und Gesetz und
$zwingt den letzten, dessen kollektives Interesse erlöschen könnte, mit
fester Hand, daß er sich nicht entwinden kann, in ein marschfähiges
Ganze.$ Genug der frommen Ermahnungen und des tatenlosen Hoffens. Das
Uebel (sit venia verbo) ist viel zu fest mit der ganzen Kultur
verankert, als daß man es mit Reden oder Schriften ändern könnte.
Der Appell an den Idealismus in Ehren: Hat nicht das offizielle Judentum
auch im vorigen Jahrhundert für die altjüdischen Ideale gekämpft? Gab es
nicht ein Heer von Vorständen, Rabbinern, Lehrern, Schriftstellern, die
für die Erhaltung und Erneuerung tagtäglich warben? Hat nicht die
Pogromgefahr Tausende aufgeschreckt, die ihr Sein längst vergessen
hatten? Hat aber das Leben nicht stärker gewirkt und selbst die
Orthodoxie von der Frühehe verjagt? Gut, weckt mit Posaunen die
Hunderttausende aus der Apathie und Lethargie, erfüllt sie mit neuem
religiösen und nationalen Willen. Vor allem $schafft ein gesundes
Volkstum$, $Möglichkeiten normalen Liebeslebens$, $ökonomische
Grundlagen$, kurz reformiert an Haupt und Gliedern, werdet Juden wie die
der früheren Zeiten, modelt eine neue Welt in die opponierende Umwelt,
macht ein neues Volk mit neuen oder alten Gesetzen -- wo ihr könnt!
Esten, Irländer, und Litauer sind zu neuem nationalen Bewußtsein erweckt
worden. Ihnen kam die Einheit und die Kraft des eigenen Grund und Bodens
zustatten, Sprache, Sitte und Kultur, politische und wirtschaftliche
Interessen, Einflüsse und Beengungen. Andere untergehende Völker fanden
nicht mehr den Weg zum Leben. So die Indianer, die aus ihren alten
Lebensbedingungen verdrängt, ihrer früheren Kultur entwurzelt, der
modernen Civilisation kein Paroli bieten können. Es ist nicht unsere
Aufgabe, die Analogie ihres Schicksals mit dem der Westjuden darzulegen,
aber eines gehört festgehalten. Die Indianer haben keine Kulturwerte
geschaffen, der Welt keine Bibel, keine Sabbathruhe, kein Recht des
Fremden und keinen Menschlichkeitsgedanken gegeben.
„Ein Volk, das von Moses bis zu den Propheten, bis Hillel und Jesus
von Nazareth, von Spinoza bis Mendelssohn und Heinrich Heine bis
Karl Marx und Lombroso, mit soviel Wirklichkeit und Glanz dem
menschlichen Geist und der Civilisation diente, hat seine letzten
Worte noch nicht gesprochen,” glaubte bereits 1911 A. Valensis in
den „Dokumente des Fortschrittes” profezeihen zu können. Und weiter
heisst es dort: „Auf dem Boden seiner Väter physisch neugeboren und
der Verwirklichung eines alten durch die soziale Gerechtigkeit
verjüngten Ideals nachstrebend, wird es der Menschheit ohne Zweifel
eines Tages um so schönere und eigenartigere Früchte bieten, als sie
auf den gesegneten Feldern der Freiheit gereift werden.”
Heine meinte, Gott verläßt überhaupt kein Volk, und wenn ein Volk aus
Ermüdung oder Faulheit einschläft, so bestelle er ihm seine Wecker, die
verborgen in irgend einer Abgeschiedenheit ihre aufrüttelnde Stunde
erwarten.
Und wirklich, in den Jahren, in denen die Zersetzung das europäische
Judentum erfaßte, entstand eine nationale Bewegung, welche die Juden von
den Einwirkungen der europäischen Einflüsse befreien, die normale
soziale Struktur und die jüdische Kultur im Lande der Väter erneuern und
dort die sichernde Erhaltung der jüdischen Art bewerkstelligen will.
Und ein gesundes jüdisches Volk wird werden, allerdings abseits von den
Trümmern dieser Judenheit und diese Judenheit verachtend;
Diese Pseudojudenheit mit ihrer unjüdischen Politik, mit dem Bruderkrieg
aller gegen alle: der Unzahl der religiösen Richtungen, der Nationalen,
der Fremdgebürtigen. --
Diese absterbende Judenheit mit unverbesserlichem, fast verbrecherischem
Optimismus jener wie im Morphiumrausch Delirirenden oder der im
praktischen Pessimismus und im Zynismus Frohlockenden, die rasch das
sinkende Schiff verlassen. --
Diese demoralisierte Judenheit, deren Mitläufer im Indifferentismus nur
den Sinn auf das eigene Wohl, den Beruf und die Genüsse des Lebens
gerichtet haben.
Wie im Jahrmarktstrubel treiben unverständige Millionäre, schwerfälliger
Mittelstand, flatterhafte Juden in Ghettofurcht, Angst vor Pogromen, das
ganze Unglück einer anormalen Geschichte und eines unnatürlichen Lebens.
Und so bleibt das unglückliche Häuflein der deutschen Juden,
schaffenslustig und wissensdurstig, von Erfolgen gesegnet und von Neid
und Mißgunst verfolgt. Und ihrem Tun und Leben scheint die alte
verklärende Sonne, unbekümmert um die Frage: Ob ihre Gemeinschaft
erfolgreich dieses Jahrtausend durchsegeln wird zum sicheren Port, oder
ob es wie ein Wrack auf hohem Meer nach vielen glücklichen und schweren
Fahrten, von allen Wellen und Winden getrieben, zuletzt ziel- und
zwecklos umher gepeitscht, sich mühselig über Wasser hält bis die
Fluten über dem lecken Schiff zusammenschlagen.[34].....
Anmerkungen:
[1] Deut. XXXII, 47. „Es ist kein leeres Wort für Euch, sondern es
ist Euer Leben ...” und Deut. XXX., 19: „Siehe ich nehme heute den
Himmel und Erde zu Zeugen, daß ich vor dich gestellt Leben und Tod,
Segen und Fluch. So wähle denn das Leben, auf daß du lebst, du und
deine Nachkommenschaft!”
[2] Eine übersichtliche, kurze und systematische Zusammenstellung der
praktischen Gebote des Talmud wurde unter diesem Namen von Joseph
Karo im 16. Jahrhundert zusammengefaßt. „An diesen Codex hat sich die
orthodoxe Judenschaft in den letzten Jahrhunderten gehalten.” (Nossig
a. O.).
[3] Trotzdem oder vielleicht eben deshalb, war es mir nicht möglich,
die Segallschen Einzelheiten, soweit sie statistisch irreführend
waren, in der Zeitschrift für Statistik einer Entgegnung zu
unterziehen. Der Vorsitzende des Verbandes, Geheimrat Dr. Maretzki,
hatte mir zwar die Aufnahme des Artikels zugesichert, die Redaktion
verweigerte aber seine Aufnahme.
[4] Vor allem erwiesen sich hier durchaus entgegenkommend: Das
Hamburger Israel. Fam.-Blatt, die Frankfurter Jüd. Presse und die
Jüd. Rundschau, sowie das Schweizer Israel. Wochenblatt.
[5] Levit. XXVI: „Und wo Ihr mir entgegenwandelt -- sollt Ihr
untergehen unter der Umwelt und deren Geist wird Euch aufsaugen. Und
der Rest wird verdorren, infolge seiner Sünden und infolge der Sünden
ihrer Väter ...”
[6] Azulai, der große italienische Talmudgelehrte hat in seinem Schem
ha Ketolim vor 100 Jahren die These aufgestellt, daß es das Los der
Juden sei, in der Diaspora in einem Lande zu blühen und in einem
anderen zu sterben, nur im Wechsel ruhe sozusagen das Gleichmaß.
[7] Für Hessen findet sich die Zahl im Staatsarchiv zu Marburg.
Im Jahre 1689 wurden 2566 Juden gezählt. Eine Feststellung für
Deutschland ist m. E. noch nicht getroffen.
[8] Die gesetzestreuen Kreise zählen nach Schätzungen, die (u.
a. geben die Anmeldungen zum Bezug von rituellen Lebensmitteln
einen Anhaltspunkt) etwa 1/5 der deutschen Juden, wobei man als
gesetzestreu alle die bezeichnen kann, die den Sabbath heiligen und
die Speisegesetze beobachten. Wer die als gesetzestreu anerkennen
wollte, die die Sexualvorschriften befolgen, würde in Deutschland
wenige finden, die sich an das Gesetz halten. Denn so peinlich
stellenweise die Sabbathheiligung durchgeführt wird, so lax stehen
dieselben Kreise den sexuellen Forderungen gegenüber. Die Zahl der
orthodoxen Juden nimmt übrigens beständig trotz des östlichen Zuzuges
ab. Ein Blick in die Verschiebung des Wohnaufenthaltes bezeugt diese
Tatsache insofern, als die dörfischen und kleinstädtischen Juden zum
kleinsten Teil neolog, die Großstädte in der Hauptsache freisinnig
sind. Darüber kann uns nicht hinwegtäuschen, daß die Orthodoxie der
Städte neuerdings besser organisiert ist und das sie infolge des
starken Zuzuges an Zahl gewonnen hat. Wir können annehmen, daß 1870
noch die Hälfte der deutschen Juden als gesetzestreu anzusprechen
war, während die im letzten Krieg ermittelten Zahlen von 25% rituell
lebenden Juden noch Teile bergen, die nur zu Hause die jüdische Küche
beachten, im übrigen aber nicht mehr als Anhänger der Orthodoxie
anzusprechen sind.
[9] Noch im Jahre 1462 erließ Markgraf Albrecht von Brandenburg
die Erklärung: „... denn so ein yeder Romische Konig oder Kayser
gekrönet wird, mag er den Juden allenthalben im Rich alle jr güt
nemen, dazu jr leben und sie töten bis auf ein anzal, der lutzel
(klein) sein soll, zu einer Gedechtnis zu enthalten ...” zitiert
nach der Schrift von Dr. $Ludwig Davidsohn$ „Beiträge zur Sozial-
und Wirtschaftsgeschichte der Berliner Juden vor der Emanzipation”
(Verlag L. Lamm Berlin 1920).
[10] 1832: 874, 1849: 1022, 1867: 2103.
[11] Wenn Segall trotz allem die Einwanderung als eine vorübergehende
Erscheinung abtut, die das Bild der Entwicklung der deutschen Juden
nicht aufs wesentlichste mitbestimmt, dann gehört diese Annahme zu
den willkürlich getroffenen Konstruktionen, die zur Verdunkelung des
Tatbestandes dienen sollen.
Segall schrieb diese Behauptung im Jahre 1911 in seiner Abfertigung
meiner Arbeit, als ihn jede großstädtische Synagogengemeinde an der
Hand der Steuern, der Eheschließungen, der Todesfälle belehren hätte
können, (was er übrigens von jedem Kinde in der Grenadierstraße auch
so erfahren haben würde). Wissenschaftlich hätte er sich an Hand
der Zählkarten der Stadt Berlin der Tatsachen überführen können.
Leichtfertig, wie Segall mit seinen wissenschaftlichen Behauptungen
auftritt, fiel es ihm garnicht ein, irgendwelche Unterlagen für seine
Thesen zu suchen.
[12] 1840: sogar 70%.
[13] 1840: sogar 58%.
[14] Nach Heinrich Löwe waren 1817 2/3 der preußischen Juden
polnischer Abkunft, woraus die Bedeutung der Ostmark für die
preußischen Juden klar hervorgeht.
[15] In der Februarnummer 1920 der Neuen jüdischen Monatshefte habe
ich in einem Aufsatz „Die Nemesis des deutschen Antisemitismus”
weiteres Material zur Ostmarkenpolitik niedergelegt.
[16] Rückgang erst seit 1905.
[17]
1885: 65611 = 4,45 %
1895: 94391 = 4,48 %
1900: 130487 = 4,3 %
1910: 142289 = 4,05 %
[18] Die Zunahme von Groß Berlin war
1880/90 = 19000
1891/00 = 26000
1901/10 = 35000
[19] Eine ähnliche Umschichtung nimmt in jeder gemischten Bevölkerung
der geistig regsamere Teil vor. In Amerika und im Orient werden
die schwerfälligeren und stumpferen Nationalitäten länger in den
schlechter entlohnten Arbeitsformen festgehalten, während die
agileren und sensibleren das großstädtische, kommerzielle und
akademische Element stellen, (z. B. im Orient: Griechen, Juden,
Armenier, Türken, in Amerika: Juden, Deutsche, Engländer, Iren,
Italiener, Polen, Neger). Selbst in Deutschland zeigen sich ähnliche
Differenzierungen zwischen der katholischen und evangelischen
Bevölkerung, diese dringt in katholische Gegenden ein und besetzt die
lohnenderen Berufsarten. Der ewige Jammer darüber, daß die Katholiken
in Deutschland so wenig an der Spitze der Nation stehen, hatte neben
der sicher unberechtigten Zurücksetzung auch seine Ursache in der
tatsächlich geringeren Zahl von Akademikern, Großindustriellen und
Großkaufleuten, wobei den Katholiken, die in den alten Kulturgebieten
Deutschlands am Rhein und in Süddeutschland wohnen, alle
Wirtschaftsvorteile und alle geistigen Vorbedingungen gegeben waren.
[20] Von mir ergänzt.
[21] Ueber die Zahl der Austritte siehe in dem betr. Kapitel.
[22] Die schönfärbenden Statistiker belieben diese Ziffer zu
unterschätzen.
[23] Ohne die Kriegsverluste bei gedachter günstiger
Friedenssterblichkeit.
[24] Darunter 129 Militärpersonen.
[25] Nur die über 14jährigen. Die Taufe der Kinder ist damit nicht
erfaßt.
[26] Die Bevölkerungsabnahme der Juden Wiens war somit vor dem
Weltkrieg jährlich über 500, da die Austrittsziffer nur die amtlich
registrierten ausscheidenden über 14 Jahre alten Personen erfaßt.
[27] Es handelt sich um Berlin allein, Groß Berlin würde noch
beweiskräftigere Zahlen liefern. Für den Westen liegt kein Material
vor.
[28] Der eine Sohn war der Bassist Lindeck, der andere, allerdings
nicht getauft aber wohl Dissident, der bekannte Münchener
Hofkapellmeister und Wagnerdirigent.
[29] Emin Pascha, der als Jude geboren, später getauft wurde, trat
zum Mohammedanismus über und wurde schließlich wieder Christ.
Familien in denen die Kinder z. T. katholisch z. T. evangelisch
getauft waren, sind keine Seltenheit.
[30] Von den in Preußen ermittelten Mischehen befindlichen 3643
Kinder waren 792 im jüd. Glauben erzogen. Also 22%, eine Ziffer, die
fast in allen Auszählungen wiederkehrt, wonach jedes 4.-5. Kind aus
Mischehen in der mosaischen Religion erzogen wird.
[31] Das XIX. Jahrhundert erfüllte der Kampf um die politischen
Rechte des Individuums und die nationale Selbstständigkeit
der Völker. Dem neuen Zeitabschnitt scheinen grosse soziale
Auseinandersetzungen vorbehalten zu sein. Ob es gelingt, das einzelne
Individuum vom Druck der Wirtschaftsverhältnisse frei zu machen, kann
nur die Zukunft lehren. Vorerst hängen die Juden wie keine zweite
Klasse von allen Vibrationen des Wirtschaftsmarktes ab und reagieren
wie ein feines Metall auf alle Stösse des ökonomischen Lebens.
Im Mittelalter waren die Juden die Träger des Geldhandels, in der
neuen Zeit sind sie die Träger des Kapitalismus, Begriffe, die man
nicht ohne weiteres gleichsetzen darf. Es wäre lohnend auf alle diese
Probleme einzugehen.
[32] Hierher gehören auch die sich mehrenden Fälle anormalen
Sexualempfindens oder minderer Potenz.
[33] Denn es bleibt eine Tatsache, daß die Ostjuden sehr rasch die
Sitten und Gewohnheiten der Westjuden annehmen, weil sie in denselben
Kulturkreis unter denselben Voraussetzungen und Bedingungen eintreten.
[34] Jenseits der deutschen Grenze vollzieht sich in umgekehrtem
Maßstab der Neuaufbau eines jüdischen Palästina und löst so das Wort
des Profeten $Jesaias$ ein: „Und wenn auch nur ein zehntel bliebe:
-- wie eine Eiche oder eine Terebinthe, wenn sie das Laub abgeworfen
doch den Schein behält: so wird auch der heilige Stamm Bestand haben,
und Amos beschließt diese Profetie in dem letzten seiner Bücher:
Alle Sünder in meinem Volk sollen durchs Schwert sterben, die da
sagen: Es wird das Unglück nicht so nahe sein, noch uns begegnen. Zur
selben Zeit will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten
und ihre Lücken verzäunen, und was abgebrochen ist wieder aufrichten
und will sie bauen wie sie vorzeiten gewesen ist.
Denn ich will das Verhängnis meines Volkes Israel wenden, daß sie
sollen die wüsten Städte bauen und bewohnen, Wein, zu pflanzen und
Wein davon trinken, Gärten machen und Früchte daraus essen.
Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, daß sie nicht mehr aus ihrem
Lande ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der
Herr, dein Gott.”
Und in dem Sinne kann das Wort des Propheten Jeremias gelten:
„$Es bleibt Hoffnung für Deine Zukunft$!”
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| Anmerkungen zur Transkription |
| |
| Der Schmutztitel wurde entfernt, das Inhaltsverzeichnis vom Ende |
| des Buchs an den Anfang verschoben. |
| |
| Interpunktion wurde ohne gesonderte Erwähnung korrigiert. Die |
| Zahlen in den letzten beiden Spalten der ersten Tabelle auf |
| Seite 92 stimmen nicht mit den Summen der vorderen Spalten |
| überein. Die Werte wurden so belassen. Auf Seite 103 gab es |
| einen Fußnotenanker "*" ohne Fußnote. Dieser bezog sich |
| anscheinend auf die Fußnote auf der vorhergehenden Seite und |
| wurde an beiden Stellen so belassen. Die Summen in der zweiten |
| Tabelle dieser Seite sind im Originaltext fett markiert, es ist |
| keine Markierung in diesem Text vorhanden. Auf Seite 145 sind in |
| der Tabelle zum Steueraufkommen die Werte korrigiert worden bei |
| Katholiken von 5950 auf 595000 und bei Evang. von 4,9 % auf |
| 49,0 %. |
| |
| Im Text wurden weiterhin folgende Änderungen vorgenommen: |
| |
| S. 7 Anführungszeichen entfernt. |
| S. 8 "Noa" in "Noah" geändert. |
| S. 9 "festumrissenem" in "festumrissenen" geändert. |
| S. 14 "Neomalthusionismus" in "Neomalthusianismus" geändert. |
| S. 15 "R. Elasar, b. Asarja" in "R. Elasar b. Asarja" geändert. |
| S. 16 "Famile" in "Familie" geändert. |
| S. 17 "Work" in "Werk" geändert. |
| S. 18 "vorteihafteste" in "vorteilhafteste" geändert. |
| S. 18 "Andrée" in "Andree" geändert. |
| S. 26 Anführungszeichen entfernt. |
| S. 42 "Sabbatheiligung" in "Sabbathheiligung" geändert. |
| S. 44 Anführungszeichen ergänzt (Fußnote). |
| S. 52 ")" eingefügt. |
| S. 53 "11,9%" in "11,9 0/00" geändert. |
| S. 53 "13,6%" in "13,6 0/00" geändert. |
| S. 56 Anführungszeichen ergänzt. |
| S. 72 "deuschen" in "deutschen" geändert. |
| S. 77 "enstammen" in "entstammen" geändert. |
| S. 78 "löken" in "löcken" geändert. |
| S. 85 "blutsverwandschaftlichen" in "blutsverwandtschaftlichen" |
| geändert. |
| S. 90 "jahrlang" in "jahrelang" geändert. |
| S. 96 "treibt" in "treiben" geändert. |
| S. 97 "Neumaltusianismus" in "Neomalthusianismus" geändert. |
| S. 102 Anführungszeichen ergänzt. |
| S. 105 "wiederspiegelt" in "widerspiegelt" geändert. |
| S. 105 "fundamenter" in "fundamentaler" geändert. |
| S. 108 "bei der allgemein" in "bei der allgemeinen" geändert. |
| S. 108 ")" ergänzt. |
| S. 108 "Kinder" und "Erwachsene" in der Tabelle vertauscht. |
| S. 116 ")" ergänzt. |
| S. 120 ")" ergänzt. |
| S. 123 "einem Komponenten" in "einer Komponente" geändert. |
| S. 125 "übeu" in "über" geändert. |
| S. 129 "Sanhedrion -- bekannt" in "Sanhedrion bekannt --" |
| geändert. |
| S. 133 "Durchschnittssjude" in "Durchschnittsjude" geändert. |
| S. 134 "bei den Erörterung" in "bei der Erörterung" geändert. |
| S. 136 "Hoffmannsthal" in "Hofmannsthal" geändert. |
| S. 137 "stossen" in "stoßen" geändert. |
| S. 148 Anführungszeichen ergänzt. |
| S. 149 "alljhrlich" in "alljährlich" geändert. |
| S. 149 "Vorgnge" in "Vorgänge" geändert. |
| S. 149 "betrchtliche" in "beträchtliche" geändert. |
| S. 149 "Kulturschdigungen" in "Kulturschädigungen" geändert. |
| S. 149 "wren" in "wären" geändert. |
| S. 150 "ethischen" in "ethnischen" geändert. |
| S. 151 Anführungszeichen ergänzt. |
| S. 151 "Wiederschein" in "Widerschein" geändert. |
| S. 158 Anführungszeichen ergänzt. |
| S. 160 "ungekehrtem" in "umgekehrtem" geändert (Fußnote 34). |
| |
| Folgende Inkonsistenzen wurden belassen, da beide Schreibweisen |
| üblich waren: |
| |
| 50jährigen -- 50-jährigen |
| ausser -- außer |
| äussere -- äußere |
| Descendenz -- Deszendenz |
| dreissig -- dreißig |
| Elementes -- Elements |
| Friedenschluß -- Friedensschluss |
| Geburtenüberschuß-Berechnungen -- Geburtenüberschußberechnung |
| gefasst -- gefaßt |
| gross -- groß |
| Groß-Berlin -- Gross-Berlin |
| Preussen -- Preußen |
| proportional -- proportionell |
| schliesst -- schließt |
| selbständig -- selbstständig |
| Zufluss -- Zufluß |
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| Anmerkungen zu nicht vorgenommenen Korrekturen: |
| |
| S. 61 Verstädtichung wurde nicht geändert. |
| S. 122 Konkruluz ist vermutlich ein Setzfehler. Es könnte |
| Kongruenz gemeint sein, wurde aber unverändert belassen. |
| S. 130 Die Summe der angegebenen Mischehen Preußens besträgt |
| 12484 statt der angegebenen 12384, das wurde unverändert |
| belassen. |
| S. 149 Die idiomatische Schreibweise "Karrikatur" wurde nicht |
| geändert. |
| "Profezeiungen" / "profezeihen" (in Zitataten) wurde nicht |
| geändert. "garnicht" wurde nicht geändert. |
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