Es war

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im Jahr | | |

durchschnittlich | die Zahl d. Juden | der Geburten | in Proz.

------------------+-------------------+--------------+---------

1820-30 | 153688 | 5512 | 37,0

1831-40 | 174000 | 6212 | 35,5

1841-50 | 214000 | 7446 | 35,1

1851-60 | 234000 | 7933 | 35,0

1861-66 | 262000 | 8473 | 33,4

1875-80 | 350000 | 11151 | 31,0

1881-90 | 366000 | 9650 | 27,1

1891-1900 | 380000 | 8250 | 21,4

1901-05 | 400000 | 6995 | 17,5

1906-10 | 412000 | 6790 | 16,5

===============================================================

im Jahr. | die Zahl d. Juden | der Geburten | in Proz.

durchschnittlich | | |

------------------+-------------------+--------------+---------

1911 | | 6350 | 15,3

1912 | | 6250 | 15,0

1913 | ? 416000 | 6100 | 14,75

1914 | | 5800 | 14,0

1915 | | 4800 | 11,4

1916 | | 3500 | 8,3

1917 | ? 420000 | 2900 | 7,1

diese Ziffer umschließt

1. die eh. jüd. Geborenen

2. die unehelichen

3. 25% der Kinder aus Mischehen.

Die deutschen Juden halten den Weltgeburtenrekord nach unten.

Frankreich, das in der Wissenschaft als das kinderärmste Volk gilt,

hatte 1905-1910 noch 19-21 0/00 (gegen 16,5 der preußischen Juden).

Für Frankreich ist längst erwiesen, daß bei dieser Ziffer eine

Volksvermehrung aufhört. Die jüdische Sterblichkeit war allerdings

niedriger als die französische, dagegen war die Geburtenziffer ebenso

viel geringer, ohne daß die Taufen und Austritte dabei berücksichtigt

sind. Wenn man trotzdem noch an eine Bevölkerungszunahme der Juden

„glaubt”, so gehört diese Anschauung in den Kreis der Vorstellungen,

die jenseits der Wissenschaft stehen.

Die jüdischen Eheschließungen in Preußen schwankten (siehe voriges

Kapitel) zwischen 2500 (Mitte der 70er Jahre) bis 3000 (Anfang des

Jahrhunderts), und stellten sich allmählich wieder auf 2500 (1912/13)

ein. Dementsprechend müßten wir logischerweise erwarten, daß die

Geburten, die in der Mitte der siebziger Jahre über 11000 betrugen, sich

bis zum Ende des Jahrhunderts gleichfalls um 1/5 vermehren würden (also

auf 13200), um dann wieder auf 11000 zu fallen.

Einen deutlichen Einblick in den Rückgang der Geburten bekommen wir bei

einer Gegenüberstellung der Geburten und der Eheschließungen. Der

Redakteur der Zeitschrift für Stat. u. Dem. d. Juden, Segall, spricht

zwar „Theilhabers Ergebnisse beruhen auf dieser Berechnungsweise, die

sich bei näherer Betrachtung als durchaus unzuverlässig darstellt und

von der Wissenschaft jetzt vollständig abgelehnt ist”.

Die Zeitschrift für die Statistik und Demographie der Juden benutzte

selbst diese „unzuverlässige” Methode und brachte im Heft 8, Jahrgang

1905 eine Untersuchung, wonach in Bayern auf eine jüd. Eheschließung

Geburten trafen:

1876/80 4,75

1881/85 4,15

1886/90 3,5

1891/95 3,0

1896/1900 2,5

1901/05 2,25[20]

1906/10 2,15

1912/13 1,9

Es wurden nämlich in Bayern ermittelt:

jüd. Eheschließungen jüd. Geburten

1891/95 364 1093

1896/00 392 977

1901/05 427 934

1906/10 388 873

1913/14 384 738

Auf eine Eheschließung von Juden kamen jüdische Geburten dementsprechend

in Preußen:

1820/30 5,2

1841/50 5,0

1875/84 4,3

1885/90 3,5

1895/1900 2,8

1901/05 2,7

1906/08 2,4

1910/14 2,15

Rost hat in der „Sozialen Kultur” (August 1912) ganz richtig berechnet,

daß 1876/80 auf 1000 Eheschließungen 4640 Geburten und 1910 auf 1000

Eheschließungen nur noch 2160 Geburten kamen.

Man muß nicht jahrelang Statistiken geschrieben haben, um zu begreifen,

daß wenn in den ersten Jahrzehnten des XIX. Jahrh. 5,2 Geburten auf eine

jüdische Eheschließung kamen und von 1910-13 nur 2,15 -- durch diese

Gegenüberstellung ein anschauliches Bild gewonnen ist. Um das Werk nicht

zu sehr auszuspinnen, verzichte ich auf die Wiedergabe aller einzelnen

Zahlen, die ohnedies das Unglück der jüdischen Statistiker geworden

sind, weil diese vor lauter Ziffern die Dinge selbst nicht mehr zu

entziffern verstehen.

Es wurden in Preußen gezählt:

jüdische Geburten

Eheschließungen (aus jüd. Ehen)

1910: 2667 1911: 5737

1911: 2581 1912: 5541

1912: 2546 1913: 5497

1913: 2482 1914: 5279

Wir waren also auch vor und ohne den Krieg beim Zweikindersystem

angelangt und jedes Bestreiten dieser Tatsache beweist nur den Mangel

statistischen Wissens und loyalen Denkens.

Einen Ueberblick über die Entwicklung der Fruchtbarkeit in Stadt und

Land gibt die bayrische Statistik. Danach gab es Geburten:

=======================================================

| in den | im übrigen |

anno | größ. Städten | Land | zusammen

-------------+----------------+-------------+----------

1879 | 584 | 973 | 1557

1881-85 | 563 | 892 | 1455

1886-91 | 500 | 722 | 1222

1891-95 | 488 | 595 | 1083

1897-00 | 496 | 470 | 966

1901-05 | 473 | 460 | 933

1906-10 | 460 | 374 | 834

1912-13 | 444 | 294 | 738

(1917 | 216 | 118 | 334)

Seit dem Jahre 1879 haben sich die Juden in den bayrischen Städten mehr

als verdoppelt. Ihre Eheschließungsziffer ist entsprechend größer

geworden. Trotzdem hat ihre $Geburtenzahl$ keineswegs zugenommen,

sondern sich sogar absolut um 20% vermindert. Aber auch auf dem Lande

ist die Fruchtbarkeit, mehr als ihrer Eheziffer entsprach,

zurückgegangen und der Ausgleich fehlt, welcher der nichtjüdischen

Bevölkerung der Großstädte durch das flache Land erwächst. Im Jahre 1905

war die spezifische Geburtenhäufigkeit der Kleinstadt- und Dorfjuden

zwar um ca. 33% größer als die der Städte, gleichwohl um 100% geringer,

als die der Christen. Wir sehen ferner aus dem raschen Rückgange der

Fruchtbarkeit in den Kleinstädten und auf dem Lande: der minimale

Nachwuchs des Landes kommt fast garnicht mehr in Betracht und kann so

keine Kompensation der gesunkenen städtischen Fertilität herbeiführen.

Mit den jungen Landjuden, die in die Städte „strömen”, wird es bald aus

sein.

Ich habe eigene Untersuchungen in den Dörfern Unterfrankens angestellt,

die von Großstädten weit ab liegen und deren Juden den Boden bebauen und

auch hier eine überaus starke Reduktion der Kinderzahl nachweisen

können. Statistischen Institutionen der Juden ist es ein leichtes, sich

durch Enquêten eine Uebersicht zu verschaffen und es erscheint mir

mindestens ebenso wichtig, dieser Frage nachzugehen, als der endlos

beackerten Frage der jüdischen Berufstätigkeit Arbeiten folgen zu

lassen. Trotzdem sind in den letzten 10 Jahren auf dem Gebiet der

jüdischen Bevölkerungspolitik, abgesehen von meinen Untersuchungen, nur

kleine Zeitschriftenabhandlungen erschienen, die meist in abgeschwächter

Form meine Ergebnisse wieder brachten, zumeist allerdings ohne meine

eingehenderen Arbeiten zu berühren.

Um Lesern, die mit der Statistik nicht zu sehr vertraut sind, die Dinge

zu erleichtern, kann man diese Ziffern auch in folgender Aufmachung

verständlich zeigen.

Es wurden Jüdinnen gezählt in Preußen:

========================================================================

| a) | b) | | | zusammen

| als Hei- | als Ge- | als Hei- | als | Hei- | ehelich

| ratende | bärende | ratende | Gebärende | ratende |

| in jüd. | in jüd. | in | in | über- | Gebärende

| Ehen | Ehen | Mischehen | Mischehen | haupt | überhaupt

-----+----------+---------+-----------+-----------+---------+-----------

1910 | 2667 | 5864 | 316 | 371 | 2983 | 6235

1911 | 2581 | 5835 | 301 | 375 | 2882 | 6216

1912 | 2546 | 5779 | 334 | 354 | 2886 | 6133

1913 | 2482 | 5497 | 327 | 355 | 2819 | 5852

Nach solchen Ziffern muß man sich fragen, was für eine Ausrede können

noch die Schönfärber erfinden, um die klare Lage der Dinge zu verleugnen

und zu verwischen?

Das Bild wäre noch eindeutiger, wenn nicht die Einwanderung

fortpflanzungsfreudiger Ostjuden die völlige Auflösung verhinderten.

Segall selbst hat für München vom Jahre 1894 bis 1905 nachgewiesen, daß

70% der Kinder von auswärts beheimateten Eltern stammten und er selbst

schloß auf einen höheren Anteil der Ausländer! Das Rabbinat und die

Aufzeichnungen des Münchener Mohels haben mir auch eine ungebührlich

hohe Nachwuchsziffer von ausländischen Müttern angegeben.

Für Groß-Berlin entnehme ich der Zeitschr. f. Statistik d. J.

(10. Jahrg. Heft 9/10) einer Zahlenkompilation Segalls eine brauchbare

Ziffer. Danach waren 6-15 Jahre alte jüdische Kinder:

==============================================

in | davon Ausländer | in %

---------------------+-----------------+------

Berlin 11645 | 2718 | 23,3

Charlottenbg. 2463 | 342 | 15,9

Schöneberg 1248 | 195 | 15,6

Wilmersdorf 1185 | 205 | 17,3

Neukölln 321 | 81 | 25,2

Lichtenberg 180 | 58 | 32,2

---------------------+-----------------+------

insgesamt 16040 | 3649 | 22,8

Der Untergang der Deutschen Juden: Eine Volkswirtschaftliche Studie · 第 36 / 71 题