1875 1900 1905 1920
in % 31,6 50 60 70?
auf dem Lande
1840 1895 1905 1920
51097 24065 15053 10000?
in % d. J.
86,2 41,8 27,2 18?
Durch das Abfluten der Dorfjuden sollte man meinen, würde sich die Zahl
der Juden in den Städten vermehren; dem ist aber nicht so. Es gab zu
Beginn unseres Jahrhunderts über 70 Städte in Preußen, die mehr als 500
Juden zählten. Von diesen verloren 1900-1910 an Juden:
1. Hohensalza 440
2. Gnesen 391
3. Posen 382
4. Lissa 359
5. Stettin 371
6. Gleiwitz 298
7. Beuthen 204
8. Krotoschin ca. 200
9. Ratibor 187
10. Oppeln 161
11. Altona 182
12. Glogau 147
13. Schneidemühl 155
14. Thorn 161
15. Rogasen 150
16. Breslau 144
17. Danzig 170
18. Bromberg 170
19. Liegnitz 132
20. Memel 114
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4518
21. Frankfurt O. 121
22. Tilsit 102
23. Stolp 98
24. Ostrowo 78
25. Mülheim 41
26. Görlitz 41
27. Krefeld 67
28. Trier 72
29. Graudenz 113
30. Magdeburg 82
31. Kreuznach 54
32. Samter 50
33. Schönlanke 50
34. Halberstadt 28
35. Hanau 20
36. Hildesheim 20
37. Königshütte 24
38. Aachen 17
39. Bochum 10
40. Eschwege 13
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1101
Außerdem schieden aus der Reihe der Großgemeinden mit über 500 jüdischen
Gemeindemitgliedern aus im Jahre 1905 resp. 1910: 41. Czarnikau,
42. Rawitsch, 43. Myslowitz, 44. Coblenz, 45. St. Johann, 46.
Zempelburg, 47. Krotoschin, 48. Landsberg a. W. Ueber 500 Juden hatten
neu 1900/10 nur vier Orte (also nur die Hälfte der Ausfallenden), Hagen,
Zabrze, Marburg, Kattowitz. Insgesamt nahmen in ihrer absoluten Zahl ca.
24 Großgemeinden Preußens in ihrer Bevölkerung zu und in 48 -- das ist
die doppelte Zahl -- ging die jüdische Einwohnerschaft zurück. Die
Zersetzung der kleinen Gemeinden hier anzuführen, ist leider zur Zeit
wegen Platzmangels unmöglich.
Es handelt sich um die Großgemeinden. Wir finden die niedergehenden
jüdischen Großgemeinden in Städten mit über 100000 Einwohnern, wie
Danzig, Stettin, Posen, Krefeld, Altona, sodann von bedeutenden
Industriezentren Beuthen, Bochum, Königshütte, Magdeburg, Görlitz,
Mülheim und Breslau, das Zentrum der schlesischen Juden. Insgesamt
verloren in nur 10 Jahren allein 40 der judenreichsten $Städte$ über
6000 ihrer Seelen.
Nun sollte man in den restlichen 24 Städten einen großen
Zuwanderungsgewinn vermuten, der die Juden über ihr Verhältnis stärkte;
das gerade Gegenteil $ist richtig$. Trotz des Zuzugs vom Lande, der
Kleinstadt, der zu erwartenden eigenen Vermehrung und der ausländischen
Einwanderung, ist auch hier $ein relativer Rückgang der Juden$ in der
Bevölkerung eingetreten.