Die nördliche Halbkugel ist so weit als möglich der Sonne zugewandt,
die südliche so weit als möglich von ihr abgewandt. Auf dem Äquator
sind, wie an allen Tagen, Tag und Nacht gleich, _auf allen anderen
Punkten der Erde ungleich_. Alle Örter der nördlichen Halbkugel
haben den längsten Tag und die kürzeste Nacht; umgekehrt ist es auf
der südlichen Halbkugel. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht für
einen Ort ist um so größer, je weiter er vom Äquator entfernt ist. Der
nördliche Wendekreis wird mittags senkrecht beschienen, seine Bewohner
sind am Mittag unschattig; in allen Örtern nördlich davon hat die
Sonne die größte Mittagshöhe, die sie dort erreichen kann; am Äquator
steht die Sonne nur 66½° hoch; dafür fällt sie aber auch 90° − 66½° =
23½° über den Nordpol hinaus, das heißt bis zum äußersten Rande des
nördlichen Polarkreises. Dieser liegt ganz im Lichte, hat 24 Stunden
Tag; der südliche Polarkreis liegt ganz im Schatten, hat 24 Stunden
Nacht. Für die nördliche Halbkugel beginnt der Sommer, für die südliche
der Winter.
Die Erde geht bis zum 23. September durch die Zeichen: Steinbock,
Wassermann und Fische. Vom 21. März bis 23. September ist am Nordpole
Tag, am 21. Juni ist der Mittag dieses 6 Monate dauernden Tages. Am
Südpole ist 6 Monate Nacht.