Endlich kam der Tag, da der Kranke sich erhob und Lust äußerte, am
Arme eines Dieners seine Schritte zu versuchen. Dieser führte ihn in
einen großen anstoßenden Saal, dessen kalte Fliesen man aus Vorsorge
für den Kardinal mit feinen Strohteppichen belegt hatte.
Während er, auf den Diener gestützt, Fuß vor Fuß setzte, haftete sein
Blick auf der langen Strohmatte, über die er wandelte und deren
reinliche und geschmackvolle Arbeit ihm auffiel.
"Wo wurde das gekauft?... Wer hat das geflochten?" fragte er. Und
der Diener antwortete verlegen:
"Beim Kerkermeister. Prinz Julius liebt solche Arbeit."
Da war es dem Kardinal, als sehe er feine königliche Hände webend
über die Matten huschen. Zu seiner Rechten und Linken, vor ihm,
neben ihm, aller Enden webten und regten sich zu Hunderten die weißen,
fleißigen Geisterhände.
Ihn schwindelte, und er fiel dem begleitenden Diener in die Arme.