Wird er wieder drunten auf dem Weg vorüberschreiten, ohne einen einzigen
Blick empor nach ihrem Fenster zu tun? --
Wie in zitternder, qualvoller Angst preßt sie die Hände gegen das Herz.
Sie sieht es plötzlich wieder vor sich, sein ernstes, gleichgültiges, so
ganz verändertes Gesicht, mit welchem er ihr begegnete, so lange sie
hier weilt. Lebt kein Fünkchen jenes zärtlichen Interesses, welches er
in der Residenz für sie empfand, mehr in seinem Herzen?
Gabriele schlingt wie in bebender Verzweiflung die Hände ineinander.
Wehe ihr, -- und ihrem armen, armen, törichten Herzen!
Und doch ... jener Blick, als er von ihr schied, als er zum letzten Male
noch ihre Hände faßte, ehe er zu jener furchtbaren Fahrt in das Boot
sprang ... jener Blick war nicht mehr kühl und fremd, er war so
liebesinnig -- so heiß und weh ...
* * * * *
Gabriele schlägt plötzlich die Hände vor das Antlitz und schauert
zusammen, -- als ob er Abschied nahm für ewige Zeit! --
O, diese Qual der letzten Stunden!