In seiner großen Harmlosigkeit fiel es ihm nicht einen Augenblick auf,
daß Gräfin Thea ebenso großstädtisch lange schlief, wie ihre Freundin
Gabriele, -- und sie hatte das doch gestern abend noch so scharf
verurteilt. Zum Bahnhof! Fort! Fort von hier! -- Er stirbt vor Sehnsucht
nach der Heimat.
Der Zug setzt sich langsam in Bewegung und fährt in den kalten, nebligen
Wintermorgen hinein, und als die Häuser und Türme der Stadt hinter dem
modernen Parzival versinken, da atmet er tief auf, wie erlöst von einer
unseligen Last. --
Da wird es allmählich wieder still und ruhig in seinem Herzen, -- und
als er endlich im Schlitten sitzt und durch die heimatlichen Wälder
dahinjagt, als er mit aufleuchtendem Blick und weitgeöffneten Armen das
bleigrau rollende Meer begrüßt ... da schaut er plötzlich um sich, wie
ein Mensch, welcher aus tiefem Schlaf erwacht, wie ein Mensch, welchen
ein böser, quälender Traum befangen hielt.
* * * * *
Gräfin Thea war nie so aufgeregt, so übellaunig und nervös von einem
Balle heimgekehrt, wie von dem Tanzfest in dem Hotel St. Petersburg.
Ihre Augen brannten wie im Fieber, mit unsicheren Händen riß sie den
Kranz aus ihrem Haar. --
Warum hatte der Graf das Fest so unvermittelt hastig, ohne ein Wort des
Abschieds verlassen? --