Das Meer

Es war in meinem Leben

Das Meer mein treuster Freund,

Drum bleib' ich mit ihm ewig

In Leid und Freud' vereint!

Wenn einst mein Herz geschlagen

In tiefster Traurigkeit,

Dann hat sein lindes Rauschen

Gestillt mein Herzeleid.

Und wenn in Not und Schmerzen

Mein Herz sich wild gebäumt,

Dann grollte es und tobte

Und hat vor Wut geschäumt! --

Und zog dann Glück und Wonne

In meine Seele ein,

Dann glänzten seine Wogen

Wie heller Edelstein!

Es kräuselte ein Lächeln

Sein leuchtend Angesicht

Am Auge blitzten Tropfen

Wie eitel Sonnenlicht! --

So ist das Meer gewesen

Mein Freund in Glück und Leid,

Drum bleib' ich ihm ergeben

in Liebe allezeit!

Aus »Schiffslieder« von Gabriele von Rochow

geb. v. Pachelbl-Gehag

Die Bären von Hohen-Esp: Roman · 第 7 / 110 题