Wenn es für jeden Menschen möglich ist, den Weg zu Gott zu finden, so
ist es schwer denkbar, weshalb dieser Weg nur denen offen stehen solle,
welche den Zugang zu einem bestimmten Buch haben finden können. Wenn
Gott zu uns dauernd durch die Stimme unseres Gewissens und die Wunder
seiner Werke spricht, wozu bedarf es der Kenntnis bestimmter Ereignisse,
die einmal gewesen sind und von denen wir keine direkte Anschauung, kein
unmittelbares Gefühl haben? Ist es wirklich denkbar, daß der gütige
Gott alle diejenigen unter seinen Geschöpfen mit seinem Zorn und harten
Strafen bedroht, welche sich nicht von der Wahrheit dieser Berichte
überzeugen können? Nein, das will, das kann der Vikar nicht glauben.
Wenn dem aber doch so wäre, so käme offenbar alles darauf an, den Sinn
dieser heiligen Schrift richtig zu fassen, denn ein Irrtum in dieser
Hinsicht würde ja von den erheblichsten Folgen für unser ewiges Heil
sein müssen. Nun sind aber diese Schriften in fremden Sprachen verfaßt,
sie erzählen von Ländern, Sitten und Gebräuchen, die wir nicht selber
kennen, ohne diese Kenntnis aber müssen diese Worte für uns ein leerer
Schall bleiben. Man wende hier nicht ein, daß wir gute Übersetzungen
dieser Bücher haben, und weise Lehrer, welche uns die Wahrheit dieser
Schriften vermitteln; wenn ich sehe, wie verschieden diese Übersetzungen
sind, wenn ich erwäge, wie diese weisen Männer über die wichtigsten
Stellen der heiligen Bücher miteinander hadern, so schmilzt mein
Vertrauen auf diese Hilfsmittel sehr zusammen; trotzdem kommt alles für
mich darauf an, den wahren Sinn der Offenbarung mir zu eigen zu machen.
Ich werde also diese fremden Sprachen lernen müssen, ich werde die
verschiedenen Lesarten miteinander zu vergleichen haben, um die richtige
herauszufinden, ich werde Reisen in das Heilige Land unternehmen müssen,
ich werde es niemals wagen dürfen, mich mit einem »vielleicht« zu
begnügen, denn meiner Seele Seligkeit ist daran geknüpft, daß ich
hier zur Sicherheit gelange. Kann Gott dies gewollt haben, und ist es
wahrscheinlich, daß ich auf diesem mühevollen und langwierigen Wege
aller meiner Zweifel Herr werde? Und wenn mich der Tod früher hinrafft,
was dann? Und all die Millionen Menschen, die diesen Weg nicht
beschreiten können, und die geboren werden, leben und sterben, ohne
jemals etwas vom Evangelium gehört zu haben? Nein, der Glaube an eine
Offenbarung kann keine notwendige Voraussetzung der Seligkeit sein!
Hat nun deshalb, wie der Erzbischof von Paris folgern zu müssen meinte,
für den savoyischen Vikar die Bibel keinen Wert mehr? Ist die Gestalt
Christi für ihn bedeutungslos geworden? Dagegen hat sich Rousseau, der
Zeit seines Lebens ein eifriger Bibelleser war, entrüstet verwahrt,
und sein Vikar glaubt sogar, das Amt eines Seelsorgers innerhalb der
katholischen Kirche trotz oder vielmehr gerade wegen seiner Ansichten
versehen zu können. Er wird freilich nicht Unduldsamkeit und Haß gegen
Andersgläubige predigen, aber alles Gute, alle Frömmigkeit, die er
in den Herzen seiner Pfarrkinder findet, wird er durch seine Worte zu
stärken bemüht sein, er wird teilnehmen an ihren Freuden, er wird sie im
Unglück trösten, er wird in Krankheit und bei ihrem Hinscheiden an ihrem
Bette nicht fehlen, er wird sie Gott mehr lieben als fürchten lehren,
und er wird damit glauben, dem Beispiel Christi zu folgen. Die Bibel
wird für ihn ein erhabenes Buch sein voll großer Gedanken über Gott und
göttliche Dinge, und Christus der Vertreter der reinsten Moral und der
innigsten Frömmigkeit. Aber ebenso wie Christus sich an alle Menschen
wendete, die guten Willens waren, so vermag auch Rousseau nicht auf das
zu sehen, was die Menschen in ihren religiösen Überzeugungen voneinander
trennt, sondern nur das ist wertvoll, was allen gemeinsam ist; denn das
Trennende sind die zufälligen historischen Gestaltungen, die in der Zeit
entstanden sind und mit der Zeit wieder vergehen werden. Das Gemeinsame
aber, der Kern, der in allen diesen zeitlichen und vergänglichen Hüllen
steckt, ist das Verhältnis der menschlichen Seele zu Gott; das fromme
Gefühl, das Gott selber jedem, der Menschenantlitz trägt, in die Seele
gelegt hat. Dies zu achten, in welcher Form es auch auftrete, dies zu
immer höherer Reinheit zu entwickeln in sich und anderen, das ist die
Aufgabe des wahren Frommen und des wahren Geistlichen; bei aller Demut,
bei allem Bewußtsein der eigenen Schwäche und Unzulänglichkeit glaubt
sich der Vikar dieses Namens und dieses Amtes nicht unwert.
Es ist vielleicht hier der Ort, auf die angebliche Geschichtslosigkeit
des achtzehnten Jahrhunderts und den Anteil, den sie auf Rousseaus
Gedankenbildung gehabt, mit einigen Worten einzugehen. Vor allem
darf diese Geschichtslosigkeit nicht als Mangel an Interesse für die
Vergangenheit aufgefaßt werden. Einige der größten Historiker aller
Zeiten und Völker haben nicht nur im achtzehnten Jahrhundert gelebt,
sondern sind, wie Hume und Gibbon, unter die größten Vertreter der
Aufklärungstendenzen des achtzehnten Jahrhunderts zu rechnen.
Ebenso haben wir bereits bei Rousseau auf sehr genaue und eingehende
historische Kenntnisse, namentlich in der Geschichte seiner Vaterstadt
hinweisen können, die es ihm ermöglichten, dem besten Kenner der
Genfer Verfassungsgeschichte gegenüber, Tronchin, siegreich das Feld zu
behaupten. Trotzdem liegt der landläufigen Redensart vom unhistorischen
achtzehnten Jahrhundert ein guter Sinn zugrunde, den wir durch
Windelbands und Rickerts methodologische Untersuchungen genau zu
formulieren gelernt haben.
In zwei Richtungen kann sich unser theoretisches Interesse an den Dingen
betätigen. Wir können einerseits an ihnen das hervorheben, was ihnen mit
allen anderen Dingen gemeinsam ist, die allgemeinen Gesetze ergründen,
welche für alles Geschehen an jedem Ort und zu jeder Zeit gelten; dies
ist das Interesse, welches die Naturwissenschaft leitet. Wir
können andererseits danach streben, die Dinge in ihrer Eigenart und
Einzigartigkeit zu erkennen, an ihnen nicht das hervorzuheben, was
ihnen mit allen übrigen Dingen oder auch nur mit denen derselben Gattung
gemeinsam ist; wir wollen wissen, »wie es eigentlich gewesen«, wir
verfahren als Historiker. Natürlich wird auch der Naturforscher das
Einzelding betrachten, von ihm ausgehen müssen, aber dies Einzel=ding=
interessiert ihn nur insofern, als es ein Einzel=fall= ist, sei es einer
allgemeinen Regel, sei es eines allgemeinen Typus. Betrachten wir
unter diesem Gesichtspunkt das Verfahren der Historiker des achtzehnten
Jahrhunderts, so werden wir sie ausnahmslos naturwissenschaftlich
interessiert finden; selbstverständlich ist es auch ihr Bestreben, die
vergangene Wirklichkeit kennen zu lernen, aber das, was sie in dieser
Vergangenheit als wertvoll erblicken, sind die allgemeinen Züge, die
in der Natur des Menschen angelegt, zu jeder Zeit und an jedem Ort
wiederkehren, sobald dieselben Bedingungen gegeben sind. So will uns
Gibbon zeigen, welchen verderblichen Einfluß religiöser Aberglaube und
Fanatismus auf den Bestand großer Reiche habe; so kommt es Montesquieu
nicht darauf an, uns die Gesetzgebung der Vergangenheit kennen zu
lehren, sondern er will aus dieser Kenntnis den »Geist der Gesetze«
verstehen; so überließ es Voltaire untergeordneten Mitarbeitern, die
trockenen Einzelheiten der deutschen Reichsgeschichte zu durchforschen
und für ihn zu exzerpieren; er selbst zog dann das allgemein
Interessante, die philosophischen Schlußfolgerungen heraus, welche erst
die eigentliche Bedeutung der Arbeit ausmachten. Vielleicht ist hier
am deutlichsten der Unterschied der naturwissenschaftlichen und
der historischen Betrachtungsweise ersichtlich. Was den Historiker
Rankescher Richtung allein interessieren würde, fiel überhaupt gar nicht
in den Arbeitsbereich des philosophischen -- wir würden heute sagen
naturwissenschaftlichen -- Geschichtsforschers des achtzehnten
Jahrhunderts.
Wenden wir von diesem Standpunkt aus unseren Blick auf Rousseaus
Stellung zu den Religionen, so wird uns diese gleichfalls als an der
naturwissenschaftlichen Begriffsbildung orientiert erscheinen. Rousseau
trat an die einzelnen Religionen mit einem analogen Interesse heran, wie
es der Naturforscher gegenüber einer Mannigfaltigkeit von Dingen
hat, die es in Arten und Gattungen einzuteilen gilt. Die wertvollen
Eigenschaften dieser Dinge werden ihm die sein, welche sich bei
sämtlichen Exemplaren vorfinden, die als das Allgemeine in ihnen
gegenüber dem Individuellen, das für die Klassifikation wertlos ist,
angesehen werden können. Ganz ebenso gilt Rousseau als das Wertvolle
in den einzelnen historischen Religionen das, was er in jeder derselben
antreffen zu können glaubt, alles andere ist zufällige historische
Bildung, die im besten Fall als unwesentlich beiseite gelassen
werden kann, im schlimmeren aber da, wo sie die gemeinsamen Merkmale
überwuchert und verzerrt, ihre Gläubigen gegen diese Gemeinsamkeit blind
macht, nicht nur als wertfrei, sondern als wertlos und wertfeindlich
anzusehen ist. Als das Ideal dieser Betrachtungsweise der Religionen,
als der reinste Ausdruck dieses auf das Allgemeine gerichteten
Interesses, auf jenes Allgemeine, das eint, während das Besondere
trennt, wird für alle Zeiten Lessings unsterblicher Nathan gelten.
Was uns diese Betrachtungsweise heute teilweise fremd erscheinen
läßt, ist eben der Umstand, daß wir durch die Arbeit des neunzehnten
Jahrhunderts die Möglichkeit gewonnen haben, die Dinge nicht nur
naturwissenschaftlich, sondern auch historisch zu betrachten. Nicht das
interessiert uns an Bismarck, was er mit allen übrigen Staatsmännern
gemeinsam hat, sondern was ihn von allen übrigen unterscheidet, einzig
und allein =ihm= zukommt. Bei aller Würdigung dessen, was Goethe mit den
Stürmern und Drängern verbindet, kommt es uns namentlich doch darauf an,
zu erkennen, worin die Einzigartigkeit seines Götz und seines Werther
besteht. Und so ist auch unsere Stellung zu den Religionen eine durchaus
andere geworden. Wir streben nicht mehr danach, aus allem, was irgendwo
und irgendwann einmal geglaubt worden ist, das _caput mortuum_ einer
»natürlichen« Religion herauszudestillieren. Das, was allen Religionen
gemeinsam ist, ist für diese Betrachtungsweise gerade das, worauf
es nicht ankommt, was im besten Fall gerade gut genug ist, um die
Paragraphen eines schlechten Kolleghefts über Religionsphilosophie
mit magerem Stoff zu erfüllen. Das Wertvolle aber in den einzelnen
Religionssystemen, das, woran das 18. Jahrhundert achtlos vorbeiging,
ist gerade das, was sie von allen übrigen Religionen spezifisch
unterscheidet. Wie wir nicht eine Frau überhaupt, einen Gattungsbegriff,
heiraten können, sondern diese individuelle Persönlichkeit für dieses
individuelle Leben zu gewinnen streben, so kann auch die Religion nur
durch den Mund eines individuellen Menschen für uns zur Lebensmacht
werden. Nicht darauf kommt es an, was immer, was überall, was von allen
geglaubt worden ist; das kann mich alles nicht retten; sondern darauf
kommt es an, daß ich den Mittler finde, der mich meinen Weg zu Gott
führt. Es ist interessant zu beobachten, wie an einer Stelle dieser
Gedanke, daß nur im Individuellen Leben ist, sich auch schon bei
Rousseau und gerade bei ihm anmeldet. In der _Nouvelle Héloïse_
haben wir gesehen, wie sich das Interesse auf die ganz persönlichen
Geschehnisse St. Preux' und Julies konzentriert. Um ihr individuelles
Wohl und Wehe handelt es sich hier, so sehr auch das allgemein
Menschliche in ihrem Kampf gegen die gesellschaftlichen Vorurteile
betont wird. Die Verbindungen zwischen dem Roman und der Geschichte sind
alt. Schwartz hat uns gezeigt, wie bei den Griechen aus dem Erzählen des
Geschehnisses der Roman herauswächst. Vielleicht läßt sich in unserer
Zeit das Umgekehrte feststellen. Nachdem das individuelle Schicksal
erdichteter Personen im Roman die Menschen an diese Art und Betrachtung
gewöhnt hatte, konnte sich auch dies Interesse auf den wirklichen
Menschen der Gegenwart und dann auf den der Vergangenheit übertragen.
Die Biographie und namentlich die Autobiographie ist die Brücke, die
hinüberführt zur modernen Geschichtsbetrachtung, und auch hier finden
wir Rousseau mit seinen _Confessions_ als den bedeutendsten Pionier
einer künftigen Zeit. Die engste Verbindung aber dieser beiden Gebiete
erblicken wir dann, wenn wir den Wilhelm Meister mit dem historischen
Werke vergleichen, das nicht umsonst den Titel »Dichtung und Wahrheit«
führt.
Es ist im Verlauf unserer Darstellung dauernd des Einflusses gedacht
worden, den Rousseau auf die ganze Gedankenbewegung des deutschen
Idealismus gehabt hat. Ihr gegenüber erscheint der Einfluß Rousseauscher
Gedanken auf die politische und literarische Entwickelung in Frankreich
fast als geringfügig. Gewiß, die Bergpartei stritt ebenso unter dem
Zeichen Rousseaus wie die Gironde unter dem Voltaires, gewiß in _Maine
de Biran_ wurden die Konsequenzen der Gedanken Rousseaus für die
Philosophie ebenso gezogen wie in _George Sand_ für die Literatur.
Aber schon bei der romantischen Richtung in der französischen Literatur
erscheint es mitunter zweifelhaft, ob ihre Prinzipien direkt aus
Rousseau entwickelt, oder aus den deutschen Fortbildungen dieser
Gedanken übernommen sind. Im wesentlichen vollzieht sich die Fernwirkung
auf deutschem Boden; hier wurde Rousseau nicht das Fundament einer
Guillotine, sondern einer neuen Kultur. In den mannigfaltigsten
Wendungen begegnen wir hier Rousseaus Gedanken, vertieft, erweitert,
geläutert, aber doch unverkennbar Geist von seinem Geist. Kant und
Herder, Goethe und Schiller, sie sind ohne Rousseau nicht zu denken, und
durch sie bildete sich die neue Wissenschaft, die neue Philosophie, die
neue Dichtung des deutschen Idealismus. So tritt Rousseau ein unter die
Heroen eines Volkes, auf dessen Boden er niemals den Fuß gesetzt,
bei welchen eine Freistätte zu suchen, er selbst in der äußersten Not
verschmäht hat. Wir haben mehr aus Rousseau gewonnen, als wenn wir ihn
unseren Landsmann hätten nennen können. Wir haben seinen Geist zu uns
herübergezogen, wir haben ihn uns zugeeignet. Die tausend Anregungen,
die er verschwenderisch ausgestreut hat, sind in Deutschland auf guten
Boden gefallen und haben hundertfältig Frucht getragen. Daher haben wir
ein Recht auf Rousseau, wie der der rechte Erbe ist, der das überkommene
sich zueignet, indem er es nützt. Und wenn wir an der Fortbildung des
deutschen Idealismus weiter arbeiten, wenn wir in ihm das Heil für die
schweren Zweifel und Schäden auch unserer Zeit erblicken, dann ziemt es
sich auch, des Mannes zu gedenken, der allen den Großen unseres Volkes
teuer war als ihr Lehrer, des großen Heimatlosen an der Grenze zweier
Zeitalter.
Synchronistische Tabelle
über Leben und Schriften Jean-Jacques Rousseaus.
+------------------------------------+---------------------------------+
| | |
| =Leben.= | =Schriften.= |
| | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1712 28. Juni zu Genf geboren, Vater| |
| Uhrmacher, Mutter eine geborene| |
| Bernard, stirbt nach der | |
| Geburt. | |
+------------------------------------+ |
|1722 Sein Vater verläßt Genf; J.-J. | |
| kommt zu einem Onkel Bernard, | |
| dann zu Pfarrer Lambercier | |
| nach Bossey bei Genf. | |
+------------------------------------+ |
|1724 Zurück zu seinem Onkel; | |
| Lehrling beim Gerichtsschreiber| |
| Masseron. | |
+------------------------------------+ |
|1725 Lehrling beim Graveur Ducommun | |
| (S. 4). | |
+------------------------------------+ |
|1728 März, verläßt Genf (S. 4) | |
| Ostern, lernt Mme de Warens | |
| kennen. 27. April, tritt in | |
| Turin zur kath. Kirche über, | |
| wird Lakei bei der Gräfin | |
| Vercellis, nach deren Tode zum | |
| Grafen Gouvon; lernt | |
+------------------------------------+ |
|1729 den Abbé Gaime (S. 80) | |
| kennen. Verläßt den Dienst | |
| und kehrt nach Annecy zu Mme | |
| de Warens zurück. Ein Versuch, | |
| Priester zu werden, scheitert | |
| (S. 7). | |
+------------------------------------+ |
|1730 Studiert Musik bei Le Maître, | |
| begleitet ihn nach Lyon und | |
| verläßt ihn dort (S. 11), gibt | |
| in Annecy Musikunterricht, | |
| trifft mit Frl. Galley und | |
| Graffenried zusammen | |
| (S. 10, 72). | |
+------------------------------------+ |
|1731 Streift abenteuernd in der | |
| Schweiz und Frankreich umher, | |
| kehrt | |
+------------------------------------+ |
|1732 zu Mme de Warens nach | |
| Chambéry zurück, Mme de | |
| Warens wird seine | |
| Geliebte (S. 9), wird Geometer,| |
| später wieder Musiklehrer. | |
+------------------------------------+ |
|1736 Zur Wiederherstellung seiner | |
| Gesundheit Aufenthalt in Les | |
| Charmettes. | |
+------------------------------------+ |
|1737 Sept. Reise nach Montpellier, | |
| um Heilung zu suchen. | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1738 Rückkehr zu Mme de Warens. |1738 _Réponse au Mémoire anonyme,|
| | intitulé: Si le monde |
| | que nous habitons est une |
| | sphère._ |
| +---------------------------------+
| |1739 _Le Verger des Charmettes_, |
| | philosophisches Gedicht. |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1740 Hauslehrer in Lyon bei Herrn |1740 Schrift über das Notensystem|
| von Mably (S. 63). | (S. 6). |
+------------------------------------+ |
|1741 Rückkehr nach Chambéry. | |
| Trennt sich von Mme de | |
| Warens, geht nach Paris, um | |
| seine Theorie der Musik der | |
| Akademie vorzulegen. | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1742 22. Aug., Sitzung der Akademie,|1742 Oper _Les Muses galantes_, |
| Rousseau legt seine Schrift | Lustspiel _Les Prisonniers_.|
| vor, wird beim Finanzpächter | |
| Dupin eingeführt. | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1743 Geht als Sekretär des Gesandten|1743 _Sur la Musique moderne._ |
| Montaigue nach Venedig (S. 44).| |
+------------------------------------+ |
|1745 Rückkehr nach Paris, | |
| Bekanntschaft mit Thérèse | |
| Levasseur (S. 10), Aufführung | |
| der _Muses galantes_, Tod | |
| des Vaters. Wird Kollaborator | |
| bei Francueil. Freundschaft mit| |
| Grimm und Diderot (S. 8). | |
| +---------------------------------+
| |1747 Lustspiel: _L'Engagement |
| | téméraire_, Gedicht: |
| | _L'Allée de Sylvie_. |
+------------------------------------+ |
|1749 Gefangenschaft Diderots in | |
| Vincennes (S. 8, 15). Rousseau | |
| gibt sein Amt als Kollaborator | |
| auf. Kopiert Noten. | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1750 Rousseau gewinnt den Preis der |1750 _Discours qui a remporté le |
| Akademie von Dijon (S. 15). | prix à l'Académie de Dijon |
| | en 1750; Si le |
| | rétablissement des sciences |
| | et des arts a contribué à |
| | épurer les moeurs_ (S. 13). |
| +---------------------------------+
| |1751 _Observations sur une |
| | réfutation du Discours par |
| | le roi de Pologne_ (S. 17). |
| +---------------------------------+
| |1752 Aufführung des _Devin du |
| | Village_ in Fontainebleau |
| | (S. 6). |
| +---------------------------------+
| |1753 _Lettre sur la Musique |
| | française. L'origine de |
| | l'inégalité parmi les |
| | Hommes_, gedruckt 1755 |
+------------------------------------+ (S. 13 ff.). |
|1754 Reise nach Genf, tritt zum | |
| Kalvinismus über, erlangt das | |
| Bürgerrecht (S. 4). | |
| +---------------------------------+
| |1755 Artikel: _Économie |
| | politique_ in der |
| | _Encyclopédie_ (S. 22). |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1756 9. April zieht in das Landhaus |1756 _La Reine fantasque_, |
| der Mme d'Epinay L'Ermitage | komisches Märchen. Schreibt |
| bei Montmorency. Verhältnis | _la Nouvelle Héloïse_ |
| zur Gräfin d'Houdetot (S. 9). | (erscheint 1761) (S. 69), |
| | _Extrait de la paix |
| | perpétuelle de l'Abbé de St.|
| | Pierre._ _Extrait du traité |
| | sur la polysynodie._ _Lettre|
| | à Voltaire_ (S. 86). |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1757 Verläßt die Ermitage. Bruch |1757 _Lettre à d'Alembert sur les|
| mit Mme d'Epinay, Grimm und | Spectacles_ (S. 24). |
| Diderot (S. 9). | |
+------------------------------------+ |
|1759 Zieht in das dem Marschall | |
| von Luxembourg gehörige | |
| kleine Schloß von Montmorency. | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1762 Haftbefehl des Parlaments. |1762 _Contrat social_ (S. 27) |
| 8. Juni verläßt Rousseau | _Émile_ (S. 49). |
| Montmorency, Flucht nach der | |
| Schweiz. Der Emile in Genf | |
| verbrannt (S. 50). Rousseau | |
| aus Bern ausgewiesen, findet | |
| Zuflucht in Motiers-Travers | |
| im preußischen Neufchatel. | |
| Freundschaft mit Lord Maréchal | |
| Keith (S. 9). | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1763 (12. Mai) Rousseau gibt sein |1763 _Lettre à Christophe de |
| Genfer Bürgerrecht auf. | Beaumont, Archevêque de |
| | Paris._ (S. 91). |
| +---------------------------------+
| |1764 _Lettres écrites de la |
| | Montagne_ (S. 45). |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1765 Sept., wird aus Motiers |1765 Entwurf zu einer Verfassung |
| vertrieben, flüchtet nach der | für Korsika (S. 46). |
| Isle St. Pierre im Bieler See, | |
| von da ausgewiesen, nach | |
| Straßburg. 2. Nov. mit David | |
| Hume nach England. | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1766 Nach Wootton zu Davenport. |1766 Schreibt an den |
| Beginn der Geisteskrankheit. | _Confessions_ (erschienen |
| (S. 12). | 1782) (S. 3-13). |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1767 Flucht nach Frankreich, |1767 _Dictionnaire de Musique._ |
| Aufenthalt im Jagdschloß Trye | |
| des Prinzen Conti. | |
+------------------------------------+ |
|1768 Reise durch Frankreich; | |
| längerer Aufenthalt in | |
| Bourgoin, dort Eheschließung | |
| mit Thérèse, (August). | |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1769 Monquin (Beschäftigung mit |1769 »_Quelle est la vertu la |
| Botanik) (S. 6). | plus nécessaire aux héros?_«|
+------------------------------------+---------------------------------+
|1770 Paris. Liest die _Confessions_ |1770 _Considérations sur le |
| vor, diese Vorträge polizeilich| gouvernement de Pologne_ |
| verboten. | (erschien 1782) (S. 46). |
| | _Rêveries d'un promeneur |
| | solitaire_ (erschien 1782) |
| | (S. 13). |
+------------------------------------+---------------------------------+
|1774 Zusammentreffen mit Gluck. |1772-1776 _Rousseau juge de Jean-|
| | Jacques, Dialogues_ (S. 13) |
+------------------------------------+ |
|1778 (20. Mai) Nach Ermenonville | |
| zu M. de Girardin. 2. Juli | |
| Tod (S. 13). | |
+------------------------------------+---------------------------------+
* * * * * *
Textänderungen im Rahmen der Transkription
Offensichtliche Satzfehler wurden korrigiert, sonst der Originaltext
beibehalten. Änderungen sind in der nachstehenden Liste ausgewiesen.
Seitenangabe
originaler Text
geänderter Text
Seite 5
an einem Werk, der _Nouvelle Heloïse_, mit
an einem Werk, der _Nouvelle Héloïse_, mit
Seite 8
Ahnung davon hatten, ihn verletzt zuhaben
Ahnung davon hatten, ihn verletzt zu haben
Seite 9
Schöpfung seiner Julie (in der _Nouvelle Héloise_)
Schöpfung seiner Julie (in der _Nouvelle Héloïse_)
Seite 26
in ihren Schöpfungen nur überindividuelle Wert entstehen
in ihren Schöpfungen nur überindividuelle Werte entstehen
Seite 32
Hobbes' Staatvertrag ist eine Realität
Hobbes' Staatsvertrag ist eine Realität
ein Recht sei, das im Naturzustand gegolten hate
ein Recht sei, das im Naturzustand gegolten hatte
Seite 52
in seinen Häunden wie bildsames Wachs werden
in seinen Händen wie bildsames Wachs werden
Seite 97
bei der Gräfin Vercellis, nach nach deren Tode
bei der Gräfin Vercellis, nach deren Tode