_UNTERREICHENBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Dorf-K.* Schon 810 erwaehnt; jetziger Bau 1748. -- _Doppelgrabstein_ zweier
Graefinnen v. Weilnau 1364.
_UNTERRISSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* rom. Der Turm, wie in dieser Gegend haeufig, ohne Tuer, d. h. zur
Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an den
Kaempfern rom. Ornamente, Seitentuer mit rom. Tympanon.
_UNTERROeBLINGEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Beispiel einer groesseren rom. *Dorf-K.* Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2
Tueren; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden geoeffnet; quadr.
Vorchor und 1/2kr. Apsis. -- Eine aehnliche Kirche in Ober-Roeblingen.
_UNTERSIEMAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gemaelde der
Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. -- _Ikon. Grabstein_ 1557.
*Schloss.* Das obere 2. H. 16. Jh., erhoeht 1682; das untere 16. Jh. mit
neuklassischem Saal.
*Pyramide* zum Gedaechtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst
Friedrich 1799.
_UNTERSTEINACH._ OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II, BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* Schiff sprom., netzgewoelbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in
schoener Schnitzarbeit 1631.
_UNTERSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* 1615. Merkwuerdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis
ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm.
_UNTERTHERES._ UFranken BA Hassfurt.
*Pfarr-K.* 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altaere gegen 1760.
_UNTERWEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* 1719. OTurm von alter Anlage. -- Ummauerte _Dorflinde_, bez.
1578.
_UNTERWEISSBACH._ Schwarzbg.-Rudolst. LA Koenigsee.
*Dorf-K.* 1767. Gut erhaltenes _Altarwerk_, Saalfelder Arbeit von 1510.
_UNTERWELLENBORN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark veraendert, das Innere mit
bar. Emporen gefuellt. -- _Schnitzaltar_ 1512, die Figuren ungewoehnlich
gross.
_UNTERWOeLLNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 1743. Baeuerlicher Zentralbau.
_UNTERZELL_ b. Wuerzburg s. Zell.
_UTENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener
quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp.
Stilcharakter verwischt.
_UTENBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu
urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; uebel verunstaltet
und verbaut.
_UTTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Dorf-K.* Chor 1520, Sch. 1767. -- 2 _Sandsteinreliefs_, S. Georg und
Kreuztragung, spaetestgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar
eingemauert.
_UeTTINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* 1730 mit beachtenswertem Oelgemaelde, bez. _J. J. __ Siecht_
1621.
_V_
_VACHA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Stadt-K.* Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. Portal und
kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoss 16. Jh. -- in der Sakristei 2
_Bildnisgrabsteine_ 1621; sorgfaeltige Kostuembilder.
*Klst.-K. der Serviten.* Der allein erhaltene Chor um 1400 dient als
Friedhofs-K. -- _Wandgemaelde_ E. 15. Jh. (rest.). _Rittergrabsteine_ v.
Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.
*Haus Widemark,* sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoss,
erb. 1613 von _Hans Weber_ aus Hersfeld in hessischem Charakter. Die
innere Ausstattung z. T. erhalten. -- Auch sonst mehrere gute
*Fachwerkhaeuser,* namentlich das ehem. Rathaus. (1878 brannten 64
Wohnhaeuser ab.)
Der *Brunnen* von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schoensten in
Thueringen gerechnet.
*Stadtbefestigung* in betraechtlichen Teilen erhalten. -- In der Naehe die
vorgeschichtliche *Burg Oechsen*.
_VACHDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. Kirche nach 1626.
Einfache, ansprechende _Ausstattung_ aus derselben Zeit.
_VARGULA._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Dorf-K.* Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.
_VEITHOeCHSHEIM._ UFranken BA Wuerzburg.
*Pfarr-K.* von 1690 mit sprom. Turm. _Ausstattung_ aus der gleichen und
der naechstfolgenden Zeit.
*Friedhofs-Kap.* einfach rom. 12. Jh., Veraenderung 1589. -- Gute _Bar.
Plastik_.
*Schloss.* Erste noch bescheidene Anlage fuer Fuerstbischof v. Dernbach,
(1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche 1748. Erweiterung des
Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, nach Plaenen von _Neumann_. Im
Treppenhaus bmkw. Skulpturen von _P. Wagner_ um 1770. Die huebsche, doch
nicht bedeutende Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. -- Den
Ruhm Veithoechsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen des
Fuerstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1763-75 (Leiter, doch kaum
Erfinder, der Bauamtmann _Geigel_). Der kleinere aeltere Teil liegt in der
Achse des Schlosses, der juengere seitlich, Verbindung durch Terrassen. --
Die raeumliche Ausdehnung nicht sehr gross (der untere Garten 300m lang, 200
m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und See, ganz
verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in der Veithoechsheim
unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Kuenstler (mit Gehilfen): _Auwera_,
noch in bar. Tradition (Figg. des Schlossparterres, Neptun an der noerdl.
Gartenmauer), _Dietz_, ein leichtsinniger, ueberbeweglicher Rokokogeist
(der sog. Helikon im grossen See, die grosse Orpheusgruppe mit den Tieren,
die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer Tracht), _P.
Wagner_, ein gediegener Vertreter des eigentlichen Zopfes, d. h. des
Ueberganges vom Rok. zum Klassizismus (grosse Ruinenkaskade mit Neptun,
Ceres, Saturn). Wagner arbeitete ueber 1775 hinaus. -- Obschon der Eindruck
der Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und auch die
Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten von Veithoechsheim
einer der anschaulichsten Vertreter der Gartenkunst des 18. Jh., die wir
noch haben.
_VEITLAHM._ OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. mit
eingebautem Treppen-Turm. -- Gute ikon. _Grabsteine_ der Herren v. Kuensberg
16. und 17. Jh. _Bronzeepitaph _ 1551 gegossen von _Kunz Neilich_. --
Befestigter Kirchhof.
_VEITSBERG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.
*Kirche.* Aeltester Bestandteil der OSchluss des noerdl. Ssch., vielleicht
von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle der Grafen v.
Gleisberg) und in diesem Fall der aelteste erhaltene kirchliche Bau im
thueringischen Vogtland. Das Kreuzrippengewoelbe unmoeglich von 974 (Lehfeldt
nach Mothes); immerhin ist die Konstruktion altertuemlich, indem der eine
Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei Armen gegen ihn
stoesst. -- Die uebrigen Teile der K. zeigen eine verworrene Folge von
Erweiterungen und wiederum Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. --
gAltarwerk um 1480. Aussen an den Streben _Reliefs_ aus der Passion (nach
Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). -- Got. _Wandmalerei_ am Triumphbg.
und am Chorgwb. -- _Glasbilder_ in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210
(?).
_VESSRA._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Kloster-K.* (Praemonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum von
umfassend zerstoerender Wirkung. Kreuzf. flachged. Basilika mit strenger
Quadratur in den Abmessungen des Gr. und Triangulatur des Querschnittes.
Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches
Profil, am Kaempfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des suedl.
Ssch. rundbg. und einfach abgeschraegt, die des noerdl. Ssch. got.
erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. Gegen N und S sind
keine Vierungsbgg. vorhanden. Der quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die
1/2kr. Nebenapsiden zerstoert, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine
Krypta; (die Gewohnheiten der Praemonstratenser in dieser Hinsicht
dieselben wie die der Hirsauer und spaeter der Cistercienser). Pfll. und
Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. -- Der WBau wohl nach dem
Brand von 1201. Zwei vierseitige Tuerme flankieren die rck. Vorhalle;
Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil rck. mit vorgelegtem Plaettchen und leicht
geschaerftem Rundstab; auf Ecksaeulchen mit dekorierten Wuerfelkapitellen
ruhend. Nach aussen oeffnet sich die Vorhalle in einer weiten rundbg.
Arkade, in das Schiff fuehrt ein reiches, dreifach abgetrepptes sprom.
Portal. Die Fassade beginnt mit energisch profiliertem Sockel. Die
wagerechte Teilung durch Gesims und Bogenfries entspricht der
Hoehenabstufung der Schiffe; schmaelere und breitere Lisenen vollenden die
wohlproportionierte, von keinen Fenstern unterbrochene Flaechengliederung.
Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoss mit
spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach, an der niederen Wand
eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse aus spaeterer got. Zeit und in
schlechterer Technik. Am noerdl. Qsch. die Begraebniskap. der Grafen v.
Henneberg, gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist
ungewiss; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? -- Rom. _Taufstein_,
breite Schale mit saeulenartigem Fuss. -- In der Klostermauer eine
_Torfahrt_; das Gewaende dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die
Bg.Laeufe mit Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche
kleinere Tuer vermauert. Die jetzige Schmiede wird als ehemalige Pfoertnerei
gedeutet.
_VIERZEHNHEILIGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.*, frueher Wallfahrt, geraeumiger Bau aus M. 15. Jh.
_VIERZEHNHEILIGEN._ OFranken BA Staffelstein.
*Wallfahrts-K.* und *Cistercienserpropstei*. Beg. 1743 von _Balthasar
Neumann_; nach seinem Tode (1753) genau in seinem Sinne weitergefuehrt;
voll. 1772. -- Die immer weiter ausgreifende Phantasie des grossen
Rokokomeisters wagt in diesem Alterswerk ein Aeusserstes. Zwar die
Aussenansicht verraet noch nichts Ungewoehnliches; sie scheint einer
kreuzfoermigen Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich keiner
einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist moeglich, dass _Neumann_ die
erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche Banz empfangen hat; nur
erscheint _Dientzenhofers_ Kuehnheit im Vergleich mit dem, was hier
unternommen wurde, schuechtern. Der erste Anblick laesst das geometrische
Prinzip, nach dem die Gewoelbe und ihre Stuetzen geordnet sein koennten
durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie statisch
unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern und Saeulen; alle zur
Grundflaeche parallel laufenden Linien sind Kurven, und zwar Kurven zweiter
Ordnung, ebenso die Gewoelblinien. Nach und nach entdeckt man dann
folgendes (vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Laengsachse
steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; ueber ihm eine ovale
Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen korinth. Sll.
getragen; hieran schliesst sich nach der Laengsachse im O und W je ein
kleineres Oval; wo sie sich mit dem mittleren tangieren, werden Querachsen
gebildet; eine kuerzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W;
eine laengere, auch nach, aussen als Qsch. sich geltend machend, zwischen
dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren werden jedoch nur in den
Gewoelben selbst erkennbar, die Grundrissstellung der Stuetzen bringt von
ihnen nur Segmente zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhaengenden
Kaempferlinien, da ueber allen Intervallen Stichkappen in die Kuppelflaechen
eingreifen. An den Kreuzungspunkten der beiden Querraeume mit dem
Laengsraum, wo man sonst eine zusammenhaengende Form oder eine
Hoehensteigerung zu finden gewohnt war, fliehen sich hier die Gewoelbelinien
und sinken sie ein. Im Sinne der Hochrenss. waere dies alles barbarische,
antiarchitektonische Willkuer; was _Neumann_ sucht, ist die Poesie des
Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem abstrakt gewordenen
Denken durch einige schwere Fehler sein eigenes Werk gestoert. Die ganz
entsetzliche Gestalt der Nebenraeume, in denen man auf der einen Seite
gerade Linien, auf der anderen unverstaendliche Kurven hat, mag noch
hingehen. Unentrinnbar stoerend sind aber die Fenstereinschnitte, die
voellig ausser Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das Bild an zahllosen
Stellen durchloechern. Sie sind es auch, die keinen vollen Genuss an dem fuer
sich sehr harmonischen Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit
Marmorstuck aufkommen lassen. -- Die Frage, ob diese Architektur dem Bar.
oder dem Rok. zuzuzaehlen sei, ist muessig. Entschiedenen, programmatischen
Rokokocharakter haben aber die Altaere, soweit sie von _Neumann_ selbst
herruehren, vor allem der zentrale Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an
die architektonische Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltaere
von _J. M. Feichtmayer_. Das Hochaltarblatt und saemtliche Fresken von
_Giuseppe Appiani_ (mehrere nach dem Brand 1835 erneuert). -- Die Fassade
bildet in der Mitte eine vorspringende Kurve und wird von zwei von unten
auf 8eck. Tuermen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht
beitragen.
_VIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. -- Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die _Figuren_ aus
spgot. Altarwerken.
_VITZENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Schloss* 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von 1587 gab
den Baumeisternamen _Nickel Delitzscher_. NFluegel 1694. Treppenpavillon
1767. Alle Einzelheiten stark rest.
_VOIGTSBERG._ K Sachsen AH Oelsnitz.
Grosse *Burg,* im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches Interesse.
_VOLKACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
*Stadtpfarrk.* 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor (Baubeginn
1413) mit spgot. Netzgewoelbe und urspr. 3sch. Lhs. (um 1474), das im 18.
Jh. durch Herausschlagen der Pfll. und Einziehung einer stuckierten
Spiegeldecke 1sch. umgestaltet wurde. Das Aeussere besitzt reiche spgot.
Gliederung. Details in der Art des Meisters _Hans Bock_ (Dommeister um
1500 in Wuerzburg), der um 1512 erwaehnt wird. Turm noerdl. vom Chor mit
Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und Kuppel. -- Einrichtung Rok.;
Wuerzburger Charakter um 1750. -- Taufstein um 1600 mit Wappen. -- _Pietas_
Gussstein, suedbairischer Import um 1420. -- Reiche Paramente des 17. und 18.
Jh.
*St. Michaels-Kap.* Vor dem Suedtor. _Tympanon_ um 1400-1420; Kroenung
Mariae.
*Wallfahrts-K.* auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, jetzt
1sch. -- Im Hochaltar _Pietas_ (Gnadenbild); um 1380-1400 mit Resten der
alten Fassung. -- _Rosenkranzmadonna_ um 1500; hervorragende Arbeit, wohl
mit Recht _Riemenschneider_ zugeschrieben. _Epitaphe_ 16.-17. Jh.
Ueberreste einer lebensgrossen _Wachsgruppe_, einen Ritter und dessen Frauen
darstellend; erhalten nur einige Koepfe und der Holzkern. _Grosses
Steinkruzifix_ bez. _TK_ (_Thomas Kistner_) 1555. -- Am Weg zur Kirche drei
spgot. _Reliefs_, Stationsbilder (1521). -- 2 _Glasfenster_ mit
Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, um 1450-80.
*Rathaus.* Renss.Bau mit Freitreppe (1544).
*Amtsgericht.* Guter Renss. Bau um 1600; eine schoene Kassettendecke.
Behaebige *Buergerhaeuser,* spbar. und rok. -- Eine hervorragende Leistung des
Wuerzburger Spaetbar. Greisingscher Richtung das "Schelfenhaus". Stuckierte
Zimmer. Reicher und ansehnlicher, grossfiguriger, schwarz glasierter
Kachelofen um 1700.
Von der *Stadtbefestigung* stehen noch 2 Tore; spgot. in der Anlage, mit
huebschen Renss.Giebeln.
_VOLKENRODE._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Klst.-K.* Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils duerftig wieder
hergestellt. Ursp. regelmaessige Kreuzbasilika. Quaderbau. Hauptapsis
erhalten, Nebenapsiden untergegangen. Am Triumphbogen abgebrochene
Pfeilervorlagen (fuer Triumphkreuz). Reste des Kreuzgangs rom. und got.
_VOLKERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister wie Geisleden.
_VOLKERSBERG._ U Franken BA Brueckenau.
*Einsiedelei* von 1113 zum Klst. erweitert 1661.
_VOeLKERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Kirche* 1731. Typisch protest. Emporensaal, ueber dem Altar Kanzel und
Orgel.
*Schloss* der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung
erhalten.
*Oberfoersterei* 1613. Mehrere Haeuser in geschnitztem Fachwerk.
_VOLKMARITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* Im W rom. Turm, tuerlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. geoeffnet, im
Obergeschoss gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterroeblingen).
_VOLKMARSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Pfarr-K. S. Maria.* Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit quadr. Chor und
vortretendem WTurm. Msch. doppelt so breit wie die Sschiffe, 3 Joche,
starke Rundpfll. mit 4 alten und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten,
reiche Laubkaptt. Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen
mit Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das suedl. sehr reich und
zierlich, _Marienstatue_ im Tympanon, _Petrus_ und _Paulus_ unter den
Fialen des Wimpergs. Ein drittes Portal am Turm, im Tympanon _thronender
Heiland_. Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluss zur Aufnahme der
Wasserausguesse. Der Turm mit spgot. Obergeschoss und welscher Haube. -- Zwei
_Wandtabernakel_, E. 13. und E. 14. Jh.
*Holzhaeuser* des 16. und 17. Jh.
*Stadtmauer* im SO erhalten.
_VOLSBACH._ OFranken BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung.
Innendekoration 1680.
_W_
_WABERN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Lustschloss* 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von _S. L. Du Ry_ (jetzt
Strafanstalt). 3 Gebaeude in Hufeisenstellung, durch Galerien verbunden.
_WACHAU._ K. Sachsen Dresden-N.
*Dorf-K.* ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet.
*Schloss* seit 1730 fuer Graf Schoenfeld. Grossartige Vestibuel- und
Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.
_WACHSENBURG._ Sachsen-Gotha LA. Gotha.
*Burg* (eine der "drei Gleichen"). Nach 1710 zur Festung eingerichtet. Die
ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr entstellt.
_WAeCHTERSBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Stadt-K.* mit WTurm von 1519.
Isenburgisches *Schloss,* bedeutende ehem. Wasserburg mit 4 Ecktuermen, von
denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode um 1525 die zierlichen Erker am
WTurm. Dritter Umbau um 1650.
_WAHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfaengliche Emporen machen den
evangel. Charakter in dem sonst kathol. Kreise sofort kenntlich. Die Decke
und alle Holzteile 1775 von dem Schullehrer geschickt ausgemalt.
_Grabsteine_ der Herren von Hanstein.
_WAHREN._ K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.*, frgot. Kernbau. _Taufstein_ aus 13. Jh. Huebsches geschnitztes
_Lesepult_ E. 15. Jh. _Beschlaege_ der Tuerfluegel, naive doerfliche Kunst,
koennte ins 13. Jh. hinaufreichen.
_WAEHRSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766,
stimmungsvolles Grabmal 1798.
_WAISCHENFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.
*Pfarr-K.* um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze Kirche
ueberarbeitet.
_WAITZENBACH._ UFranken BA Hammelburg.
*Schloss.* Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltuerme an den
Ecken um 1680.
_WALBECK._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
*Kloster* gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr Material
wahrscheinlich in das jetzige Schloss verbaut, in dem der alte
Klosterkreuzgang noch erkennbar. _Rittergrabstein_ mit eingeritzter Fig.
um 1300.
_WALDAU._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Dorf-K.* 1601 wie Hinternah.
_WALDAU._ RB Cassel Kr. Cassel.
*Kirchturm* spgot. 16. Jh. Der 8eck. hoelzerne Helm von 4 ausgekragten
Ecktuermchen umgeben.
_WALDBUeTTELBRUNN._ UFranken BA Wuerzburg.
*Dorf-K.* bar. -- Kroenung Mariae, _Holzgruppe_, um 1500, nicht aus der
Werkstatt _Riemenschneiders_, doch ihr verwandt.
_WALDENBURG._ K. Sachsen AH Glauchau.
*Stadt-K.* spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. --
_Wandgrab_ des Hugo v. Schoenburg {~DAGGER~} 1566, vom Dresdner Bildhauer _Chr.
Walther_, das bedeutendste Werk dieser Gattung in Sachsen vor dem
Auftreten _Nossenis_ (vgl. auch Penig).
_WALDHEIM._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Schloss-K.* E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluss. Reiches Netzgwb. Die
Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. mit got.
Masswerk. -- _Altar_ 1594 von _Joh. Maria Nosseni_, 1716 umgestaltet.
_WALDKIRCHEN._ K. Sachsen AH Auerbach.
*Dorf-K.* mit rom. Portal, alte Beschlaege.
_WALDSTEIN._ OFranken BA Muenchberg.
*Burgruine.*
_WALLDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* Kirchhofsbefestigung mit 5 Tuermen. Der groesste ist Bergfried der
ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. _Bildnisstein_ der Marschalk v. Ostheim.
*Synagoge,* aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. -- Mehrere sehr
ansehnliche *Fachwerkhaeuser*: Schmiede 1592, das "rote Haus" um 1600,
Gasthaus zum freien Ritter (Herrenhaus v. Marschall) 1697.
_WALLENBURG_ s. Auwallenburg.
_WALLENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.
*Burgruine* mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der Ringmauer.
_WALLRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* ohne Interesse. -- _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Taufbecken_ aus
Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. Die _Orgel_ das erste Werk _J. G.
Silbermanns_.
_WALSDORF._ OFranken BA Bayreuth.
*Kirche.* Schoenes _Denkmal_ des Vizekanzlers Reuss 1599.
_WALTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.
*Stadt-K.* 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen ueber Pfll. in ellipt.
Grundstellung. Turm 1458. _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.
_WALTERSHAUSEN._ UFranken BA Koenigshofen.
*Schloss.* Erb. um 1540, veraendert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal mit bemalter
(allegor. Figg.) Holzdecke.
_WANDERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
*Dorf-K.* Erweiterung eines rom. Baus. -- Spgot. _Schnitzaltar_.
*Gasthaus*. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. -- *Gehoeft* mit Jahreszahlen
1541-1605. -- *Burg Gleichen,* ausgedehnte Ruine mit rom. Kapelle.
_WANFRIED._ RB Cassel Kr. Eschwege.
*Rathaus,* frueher Landgraefl. Rotenburgsches Schloesschen aus dem E. d. 17.
Jh. Oberstock -- reicher Fachwerkbau; Innenraeume noch mit alten Tapeten
usw.
*Gasthaus* zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. zerstoertem
grossem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.
_WANGENHEIM._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Dorf-K.* spgot.; 9 _Grabsteine_ der Familie v. W. (vgl. Sonneborn).
_WARTBURG_ b. Eisenach Sachsen Weimar.
Gegr. hoechst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. Die aeltesten
erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem Ende der rom. Epoche. Im 13.
und 14. Jh. war die Wartburg Residenz der Landgrafen von Thueringen und
Markgrafen von Meissen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17.
Jh. zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem Verfall
ueberlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten Gebaeude abgetragen
mit Ausnahme des Landgrafenhauses und des hinteren Bergfrieds in der
Hauptburg, des Ritterhauses und der Vogtei samt den ueberdeckten
Mauergaengen in der Vorburg. 1838-1867 umfangreiche Restaurierung der
erhaltenen und voellige Neuerbauung vieler der frueher abgetragenen
Baulichkeiten unter Grossherzog Carl Alexander von Weimar durch Prof. _Hugo
v. Ritgen_ aus Giessen. Als Ziel schwebte bei der Wiederherstellung vor,
die Wartburg in der Erscheinung wiedererstehen zu lassen, die sie im 12.
Jh. gehabt hatte.
*Mittelalterliche Bauten*: 1. _Das Landgrafenhaus_, _Palas_, grosses
dreigeschossiges Wohngebaeude aus Sandstein. Beruehmt als besterhaltener
rom. Palasbau auf deutschem Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht
durchweg richtig restauriert. Die Aussenwand steht auf der Ringmauer. Die
Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, deren Sll.
und Kapitelle zu etwa einem Drittel die urspruenglichen sind.
Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert. Ueber der Tuer rom. Relief,
frueher in der Vorburg. Die Gestaltung des Gurtgesimses zwischen 2. und 3.
Geschoss laesst vermuten, dass es urspruenglich Dachgesims war, mithin das 3.
Geschoss etwas spaeter hinzugefuegt ist. Die SSeite des Palas im oberen Teile
erneuert, mit einem modernen Balkon. Die OSeite, urspruenglich durchaus
nicht als Schauseite gedacht, bei der Restaurierung wesentlich
"verschoenert". Der NGiebel, das Dach und zwei der grossen Rauchschlote
erneuert. -- Das _Innere_: Im Kellergeschoss einfache, im wesentlichen
unveraenderte Raeume ohne Zierformen. Im Erdgeschoss 3 Wohnraeume, der
mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus Eisenach uebertragene rom.
Steinsaeule gestuetzt wird, die beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewoelben
ueberspannt, die durch reich verzierte Mittelsaeulen getragen werden.
Fenster-- und Tueroeffnungen in diesen Raeumen meist die urspruenglichen. Einer
derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings mit
byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. -- Wohl erhaltene Innentreppe,
die zum mittleren Geschoss emporfuehrt. Hier das Landgrafenzimmer mit
erneuerter Holzdecke und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom.
Stuetzsaeule. Wandgemaelde von _M. v. Schwind_. Der Saengersaal mit Holzdecke
und zwei alten Stuetzsaeulen. Wandgemaelde von Schwind, den sagenhaften
Saengerkrieg darstellend. Anstossend die Saengerlaube, zu der Stufen
hinanfuehren, erneuert. Kapelle, nicht im urspruenglichen Bauplan
vorgesehen, wahrscheinlich von Landgr. Ludwig fuer seine Gemahlin Elisabeth
eingebaut. Eine reich verzierte rom. Mittelsaeule, traegt die Kreuzgewoelbe.
Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. -- Holzkanzel von 1628.
Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstuecke. -- Elisabethgalerie
mit Wandgemaelden von _M. v. Schwind_. Wendeltreppe aus dem 19. Jh. fuehrt
zum Obergeschoss, das einen einzigen grossen Saal enthaelt, dessen
Ausstattung durchweg neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind saemtlich
alt, die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach Ritgens Entwurf
rekonstruiert.
2. _Der hintere Bergfried_ im Hofe der Hauptburg, got. Sein hohes Dach
wurde 1803 abgetragen und durch einen Zinnenkranz ersetzt.
3. _Ringmauer der Hauptburg_ gegen S und W im Unterbau alt, in den oberen
Teilen meist erneuert.
4. _Zisterne im Hofe der Hauptburg_, jetzt ohne Ueberdeckung und mit einem
ganz irrefuehrenden Zinnenkranze aus dem 19. Jh. umgeben.
5. _Torturm_ in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im 16. Jh. abgetragen
bis zur Dachhoehe des aus got. Zeit stammenden
6. _Ritterhauses_, das aber bei der Restaurierung im 19. Jh. durch
romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. Im Erdgeschoss Wachstube mit
got. eisenbeschlagener Tuer. Im 1. Obergeschoss reizvolle Eingangshalle mit
spgot. Deckenbemalung. Gegen S stoesst an das Ritterhaus
7. _die Vogtei_, das massive Erdgeschoss aus 15. und 16. Jh., der Oberstock
aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut das got. geschnitzte
"Pirckheimerstuebchen" aus Nuernberg und die Lutherstube mit got. und Renss.
Moebeln, Bildern von _Cranach_ usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker
aus Nuernberg angebaut. 8. _Der Margarethengang_, ein ueberdeckter
Verbindungsgang auf der westlichen Ringmauer der Vorburg.
9. _Der Elisabethengang_, ueberdeckter Verbindungsgang mit angebautem
Schuetzenerker auf der oestlichen durchweg wohlerhaltenen Ringmauer der
Vorburg.
*Bauten aus der Zeit der Restauration* (1838-1867): Das an der SSeite des
Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene _Badehaus_ an der Stelle
eines frueheren Fachwerkbaues. An der WSeite das Gadem (Gaestehaus) in
Fachwerkstil. (Der Keller unter diesem Gebaeude ist noch mittelalterlich.)
Noerdlich an den Palas anstossend die in rom. Stil ganz massiv erbaute _neue
Kemenate_ mit Wohnraeumen fuer den Hof (Keller mittelalterlich,), auf drei
Seiten um den _Hauptturm_ herumgebaut, der ungefaehr auf den Fundamenten
des alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen
Hauptturmes neu errichtet ist. _Torfahrtshaus_, das Haupt- und Vorburg
scheidet, in rom. Stile gehalten, darueber ein laenglicher Wohnraum, die
sog. _Dirnitzlaube_; endlich an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in
der Vorburg stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten
z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoss der reichhaltige _Ruestsaal_, in
den oberen Geschossen Wohnraeume fuer Gaeste. Reich geschnitztes
"Schweizerzimmer", aus dem Schlosse der Herren v. Salis-Soglio bei Chur,
treffliche SpRenss.-Arbeit. An der N Seite aussen rom. Steinrelief: Simson
mit dem Loewen.
_WARZA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.
_WASEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.
_WASSERLOSEN._ UFranken BA Hammelburg.
*Kirche.* Zwei virtuose _Rokokoaltaere_ mit Altarblaettern von _Nic. Treu_.
1762.
_WAeSSERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Einheitlich spgot. 1496. -- _Madonna_, Holz, um 1480. 5
_Epitaphe_ der Schwarzenberg und Seinsheim. Das aelteste und beste Stueck
die betende Profilfigur des Kilian v. Seinsheim {~DAGGER~} 1502, sehr feiner
Portraetkopf, die untere Haelfte der Platte zerschlagen.
*Schloss* (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im 16. Jh. an die
Schwarzenberg). Neubau 1555. 4fluegeliger Wohnbau, Ringmauer mit Tuermen.
Formen einfachst. Im Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh.
Fachwerkwaende mit farbiger Bemalung.
_WASUNGEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
*Stadt-K.* 1584, im Charakter einer groesseren Dorf-K., 1sch. mit 3/8
Schluss, spitzbg. masswerklose Fenster. Inneneinrichtung mit Holztonne und
huebsch geschnitzten Emporen E. 17. Jh.
An und in der ganz einfachen *Friedhofs-Kap.* (mit rom. Mauerresten)
zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.
*Rathaus* 1533, einer der aeltesten und tuechtigsten Fachwerkbauten des
Gebiets. (Einige Veraenderungen 1904).
*Amtshaus* 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoss ein Fachwerk-Obergeschoss
mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches Hoftor in origineller
Rustika, bez. 1611.
Mehrere *Hoefe* ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches
Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof 1630, auch hier
Stuckdecken in Quadraturwerk. -- Buergerhaeuser des 17. Jh. in guter
Fachwerkarchitektur. -- Reste der *Stadtmauer*.
*Burgruine Maienluft*. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, Abschluss
rest.
_WATZENDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* 1729, an der Flachdecke Gemaelde, Chor spgot. rck. mit rippenlosem
Kreuzgwb.
_WECHSELBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Schloss-K.* (frueher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. 1168 von den
Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht massgebend; die einheitliche
Formengebung weist auf das 2. bis 3. Jahrzehnt des 13. Jh. -- Eine der
spaetesten Flachdeckbasiliken, in der Erscheinung klar und frei. Normaler
kreuzf. Gr., 54,3 m l. Mauern Gneisbruchstein, fuer die Gliederungen harter
Rochlitzer Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der Vierung
mit Ecksaeulchen. Aus spaeteren Zeiten keine Veraenderungen als die spgot.
Einwoelbung des Lhs. im 15. und die des Qsch. im 14. Jh. Die WTuerme
schliessen eine nach dem Schiff sich oeffnende Empore ein. Die WWand ohne
Eingang; derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig
offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten
Erinnerungen an den sog. Koenigslutterer Stil und noch mehr an Kreuzgang
und Choreingang des Magdeburger Doms. Das Aeussere durchgehend mit fein
profilierten Lisenen und reichen Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken
feine Rundstaebe; die Fenster des Chors mit Saeulchen im Gewaende; ueber dem
Apsidendach am OGiebel ein Vierpassfenster. An den Giebeln des Qsch.
Erneuerung der Daecher noch in sprom. Zeit zu erkennen. Die WTuerme nur bis
zur Hoehe des Schiffs ausgefuehrt; nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des
Stifters zu schliessen, waere auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. --
Das Innere birgt _Bildhauerwerke_, die unter den edelsten Kleinoden
deutscher Kunst zu nennen sind. Einheitlich nach Vollendung der K., also
um 1230-35, leider nicht mehr in urspruenglicher Anordnung. Bis zu den
eingreifenden Veraenderungen im J. 1666 lag der Fussboden des Chors,
veranlasst durch die Krypta, 2,5 m hoeher als jetzt; zu ersehen aus der
Hoehenlage der Arkatur in der Apsis und der Basen der Ecksaeulchen an den
Triumphbogentraegern. Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner
abgeschlossen. Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze der
Apsis, zurueckgeschoben und bei dieser Operation auch in seiner
Zusammensetzung veraendert. (In einem Wirtschaftsraum des Schlosses
befinden sich formierte Truemmer, die ueber die ursp. Gestalt Aufschluss
geben koennten.) Der jetzige Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es
liegt nahe, zu glauben, dass sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta
befand, waehrend die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen fuehrten. Seine
Laubdekoration ist die urspruengliche; die in den Zwickeln befindlichen
Halbfiguren von Kain und Abel haben diesen Platz erst bei der letzten
Rest. erhalten; vorher gehoerten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die
zweite Hoehenabteilung enthielt unter dem grossen Mittelbogen, jetzt mit
modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die Kanzel; zu deren beiden
Seiten in Wandnischen 4 Gestalten des Alten Testaments (Daniel und David,
Absalom und ein ungewisser Prophet). Die Gegenstaende der Kanzelreliefs
sind: an der Front Christus in der Glorie umgeben von den
Evangelistenzeichen und begleitet von Maria und Johannes d. T. ("Dusis");
an der linken Schmalseite die eherne Schlange, an der rechten Isaaks
Opferung; die oben genannten Halbfiguren Abels und Kains sowie zwei
Halbfiguren von Engeln werden schicklich auf die Zwickel der Boegen
verteilt, von denen man die Kanzel getragen denken muss. Die Kanzelbruestung
hatte ursp. polyg. Gr., so dass die Seitenfelder mit Maria und Johannes in
stumpfem Winkel zuruecksprangen. Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln
[**Illustration:]. Endlich die Kroenung des ganzen Aufbaues, die kolossale
Kreuzigungsgruppe; die starke Ausbiegung der Huefte (byzantinisch) und die
Durchbohrung der Fuesse mit einem einzigen Nagel eines der fruehesten
Beispiele; zu Haeupten Christi im Dreipass der Kreuzesendigung die Halbfigur
des Vaters mit der Taube; zunaechst den ausgestreckten Armen, wieder in
Dreipaessen (vgl. Halberstadt), zwei ueber Betrachtung der Wundmale in
Jammer ausbrechende Engel; zu den Fuessen Marias eine gekroente weibliche
Gestalt, zu den Fuessen Johannes eine desgl. maennliche, auf die ueberwundenen
Maechte des Judentums und Heidentums gedeutet; zu den Fuessen Christi Adam,
der in einem Kelche das erloesende Blut auffaengt. Die Gesamtkomposition
also eine Darstellung der im alten Bunde verheissenen und antitypisch
vorgebildeten, im neuen vollzogenen Welterloesung. -- An ihrem ursp. Platz
zwei als Melchisedek und Abraham (als Heerfuehrer) vermutete Freistatuen. --
Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas mehr als
lebensgross; alles uebrige Bildwerk aus dem grobkoernigen und harten
Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis zur letzten Rest. gut sichtbar. Der
Stil eine freie Verarbeitung byzantinischer Anregungen, den Freiberger
Skulpturen in den Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu
ihnen. In der Ausfuehrung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe;
feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefuehls, Maessigung und
Verinnerlichung des Pathos und im Zusammenklang aller dieser Eigenschaften
eine Monumentalitaet, die fuer die deutsche Kunst damals eine neue
Offenbarung war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die
Traditionen der Kleinkunst; es weist zurueck auf das, was zu ueberwinden
noetig gewesen war. Von anderer Hand die in Stein ausgefuehrten Stuecke;
besonders die Kanzelreliefs mehr realistisch, voll Groesse, schwierigen
Aufgaben der Verkuerzung gewachsen. -- Ungefaehr derselben Zeit, doch in der
Qualitaet nicht auf gleicher Hoehe das _Grab der Stifter_, des Grafen Dedo
von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; lebensgrosse Gestalten, auf der
Tumba ruhend.
_WECHTERSWINKEL._ UFranken BA Mellrichstadt.