Schamhaftigkeit ist von der allerfrühesten Jugend an zu pflegen.
Mienen und Gebärden, Reden sind auf das sorgfältigste zu überwachen,
die Phantasie nie auf Dinge zu richten, die kennen zu lernen nicht
an der Zeit ist. Dann aber ist es wahrscheinlich, die Erfahrung wird
das lehren, besser, der Neugierde zuvorzukommen und in ernsten Worten
die geschlechtlichen Fragen wie andere Gegenstände des Unterrichtes
darzulegen und die notwendigen Selbstbeschränkungen zu erklären.
Unter welchen Umständen der junge Mensch zur Besiegung unzeitiger
Triebe sich dem Arzte anvertrauen soll, wäre beizeiten zu lehren,
und vor den Folgen der Ausschweifungen zu warnen. Die Frage, wie das
Geschlechtsleben überhaupt einzurichten wäre, läßt sich heute nicht
ermessen, und davon war in VII, 3, die Rede. Danach wird sich aber die
Erziehung der Jugend in Beziehung auf geschlechtliche Dinge zu richten
haben.