_A. Mahlmann_.
Malsburg, Ernst Friedrich Georg Otto, Freiherr von.
Geb. den 23. Juni 1786 zu Hanau, gest. den 20. September 1824
auf seinem Schlosse Eschenberg in Hessen. Seine diplomatische
Anstellung führte ihn als Geschäftsträger der Kurfürstlichen
Regierung nach Dresden.
Gedichte (1817). -- Übersetzungen aus Calderon, 6 Bde. (1819
bis 25). -- Stern, Scepter, Blume, Übertragung dreier Lope de
Vegaschen Schauspiele (1824). -- Poetischer Nachlaß und Umrisse
aus seinem Leben (1825). -- Die Lope de Vega’schen Dichtungen,
enthaltend: der Stern von Sevilla -- der beste Richter ist der
König -- das Krugmädchen -- bilden den Inhalt jenes Goethe’n
zugeeigneten Buches, wovon im zehnten dieser Briefe (dem letzten,
den er an Tieck geschrieben, denn sechs Wochen nachher lag er im
Grabe) die Rede ist, wie er es in Weimar selbst überreicht habe.
Die Meisterschaft dieser Verdeutschung, im Erhabenen gleichwie
im Scherz-, ja Possenhaften, vermag am Besten zu würdigen,
wer Gelegenheit fand ihren klaren Redefluß durch Recitation
zu erproben. Eine solche Reproduktion wiegt manche poetische
Produktion auf.
Wenn Malsburg’s Briefe an seinen geliebten Freund unser Herz mit
Liebe auch für ihn erfüllen, so erwecken sie doch nicht minder
wehmüthige Empfindungen, welche sich in der bedenklichen Frage
aussprechen:
Wäre solche ehrfurchtsvolle Anhänglichkeit, solche innige
Freundschaft, solch uneigennütziges Zusammenleben, wie es vor
vierzig Jahren waltend, hier frühlingblühend an unsere Seele tritt,
heut zu Tage noch möglich?