I.

_Gotha_, d. 20. Oct. 1807.

Da ich im Begriff bin, meine bisherige Stelle an der Bibliothek zu

verlaßen, um einem Rufe nach München zu folgen, so nehme ich mir die

Freyheit, Ew. Wohlgeb. zu bitten, die Codices, welche Sie noch in

den Händen haben, nicht an mich, sondern an Herrn Rath Hamberger,

zurückzusenden, etwa mit dem Zusatze auf der Adresse: _für Herzogl.

Bibliothek_, wodurch sie für uns portofrey werden. Könnten Sie

auch die Zurückgabe etwas beschleunigen, so würden Sie uns dadurch

verbinden. Ein Bibliothekar schläft nie ohne Sorgen, wenn er die

wenigen Schätze des ihm anvertrauten Vorraths in der Ferne weiß; auch

ist gerade nach diesen Handschriften öfters Nachfrage gewesen.

Sollte ich an meinem künftigen Wohnort, in der Nähe einer der reichsten

und mit der Beute so vieler Klöster angefüllten Bibliothek, Ihnen

diesen oder jenen Dienst leisten können, so rechnen Sie auf meine

Bereitwilligkeit, und seyn Sie versichert, daß ich es mir zur Freude

mache, Ihnen Beweise der ausgezeichneten Hochachtung zu geben, mit der

ich bin

Ew. Wohlgeb.

ergebenster

_Fr. Jacobs_.

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) Zweiter Band · 第 122 / 358 题