_Potsdam_, 10. Juni 1846.
Ich eile Ihnen, zu melden mein edler Freund, daß ich im Auftrag des
Königs, (ich muß hinzusezen der Königinn, die vor Ihrer Abreise am 15.
Juli noch gern Sich Ihrer Nähe zu erfreuen wünscht), 2 Conferenzen
mit dem Schloßbaumeister H. gehabt, auch vor wenigen Stunden alle
Zimmer Ihrer Wohnung unter Leitung der weinerlichen, allen Maurern
und Staubmenschen feindlichen Hausfrau inspicirt habe. Es ist
schlechterdings nichts im Inneren berührt worden, bloß in ihrem
Schlafgemach ist die Wand übermalt: ich rathe daher vielleicht: in
der ähnlichen Kammer rechts wo Schränke standen zu schlafen. Der
Schloßbaumeister H. wünscht, daß Sie in 10, die Frau Kastellanin (item
Hausfrau), daß Sie in 14 Tagen von heute an kommen. Die Meubles werden
alle bis dahin hereingebracht, Graf Keller, der einen herzlichen
Antheil an Ihrer Rückkehr nimmt, hat in meiner Gegenwart die nöthigen
Befehle an den Hofstaatssecretär wegen der Meubles gegeben. Die Gerüste
werden Sie abgerissen finden. Die Communication mit dem heidnischen
Tempelsitze wird erst im Spätherbst hergestellt. Das Parquettiren
der scheußlichen Fußböden scheint mir nothwendiger als die Dorischen
canellirten Säulen, die man dem Hause gegeben. ~Povera e nuda va la
Filosofia~ sagen wir beide, aber auch