Das junge Ehepaar war vorläufig nach Capri vorausgefahren; Mary
Coroughdeen, der sommerliche Herr und ich wollten mit dem Abendzug nach
Rom; Treffpunkt war die Bahn. In meinem Vergnügungsfieber folgte ich
vorher noch einer Einladung in die Stadt und aß in einem Kreis von
Leuten, welche den Eindruck in mir erweckten, daß sie mich bewunderten.
Dies bewirkte ein Gefühl so großer Sicherheit, daß meine Einfälle
einander richtig jagten. Denn was konnte mir das Schicksal noch anhaben?
Um sechs Uhr ging es mit Mary und dem sommerlichen Herrn nach Rom, und
Treffpunkt war die Bahn. Strahlend machte ich mich von meiner Umgebung
los, um einen Strohhut zu erstehen, der mir schon lange ins Auge stach.
Der Preis war toll, aber was schadete das? Eine solche Jahreswende, ein
solches Silvester mußte man feierlich begehen. Schon lag der kürzeste
Tag zurück: jetzt gerade setzte im Norden die ärgste Kälte ein. Dem
häßlichen und hassenswerten Winter war ich zum erstenmal entronnen, dem
grauen Schnee um drei Uhr nachmittags unter den abscheulichen
Glockenklängen meiner in den siebziger Jahren erbauten Stadtpfarrei. O
wie sie die Öde des todbringenden Alltags ausläuteten! Entronnen!
Ja, Treffpunkt war die Bahn.
Und stand da nicht schon Marys Wagen, der Insassen bar? kam mir da nicht
der sommerliche Herr entgegen? beschleunigte ich nicht meine Schritte?
„Ich zerbreche mir den Kopf,“ sagte er, „was am besten wäre.“
„Einen Strohhut kaufen!“ Und ich schwenkte lachend den papiernen Sack,
der ihn enthielt. „Ist schon geschehen.“
„Ein großes Unglück ist geschehen“, sagte er da. „Mein Schwager ist
plötzlich gestorben. Ich suchte vergebens, Sie zu erreichen. Mary ist
mit dem Mittagszug nach London abgereist.“
* * * * *
„Wollen Sie nicht nach Fiesole mit mir zurück?“ – – – – – – – – – – – –
– –
„Bis das Haus aufgelöst ist – Oder ziehen Sie vor, hier in Florenz zu
warten?“
„Wie lange bleibt sie fort?“