Wie? –

Aber warum nicht? Man sieht doch jetzt Geister erscheinen,

materialisierte Hände in der Luft entstehen, Blumen oder Reiterstiefel

aus dem Nichts in die Welt hineinwerfen. Was sollte da eine Hexe so

Wunderliches sein? Wie oft sah ich nachts zum Fenster hinaus, ob sie

nicht durch den Schornstein fuhr. Nicht mager, sondern ein Gerippe, war

ihre Brust eine Höhle, ihre Achseln eine Gruft. Sie hatte mich im Norden

eingefangen, und waghalsig, wie man in früher Jugend ist, war ich ihr

gefolgt. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, ein Buch über Musik zu

schreiben, und brauchte jemanden, der ihr abends all die Dinge

vorspielte, welche sie dann morgens, gleich nach dem Frühstück, schnell

in Literatur umsetzte. Es war ihre Art, musikalisch zu sein. Nun stand

mein Talent zum Vom-Blatt-Spielen zu meiner lückenhaften Schulung ganz

außer Verhältnis. Dies war just, was sie suchte. Unser Pakt war also

folgender: ich sollte nur für meine Reise aufkommen, ihr vierzehn Tage

lang allabendlich vorspielen, dafür bei ihr wohnen und Florenz sehen

können. Dieser Punkt wurde auch ganz geschäftsmäßig auf ihr Konto

gesetzt. Zwar, wie sollte man es anstellen, in Florenz Florenz nicht

sehen zu können, aber ich willigte ein. Florence vaut bien une sorcière,

dachte ich. So fuhr ich hin.

Aber leider lebte sie gar nicht in Florenz, sondern von der Piazza del

Duomo bis zu ihrer Mulde, die ganz ohne Verbindung lag und zu der keine

Straßenbahn, kein Gleis führte, hatte man geschlagene zwei Stunden zu

gehen. Nun herrschte sie allerdings über einen verhexten Schimmel und

ein Gefährt, das sie stets selbst kutschierte, aber Pferd und Wagen

standen nicht im Kontrakt, und sie bot mir niemals an, mit ihr zu

fahren.

Spitzbögen · 第 4 / 22 题