Louis: Das kann ich Ihnen sagen, Anna. »Droben« ist »am Himmel.«

Otto: »Da droben« und »droben« ist dasselbe. Oben ist der Himmel,

unten ist die Erde. Oben ist die Sonne, unten ist der Baum. Louis, wo

ist in unserm Hause der Salon?

Louis: Unser Salon ist unten im Hause.

Bella: Ist »Salon« ein deutsches Wort?

Otto: Wir sagen es im Deutschen. Hier sagen wir »Parlor.« Der »Parlor«

ist das schönste Zimmer; »Salon« ist dasselbe.

Louis: Unser Salon zum Schlafen ist oben.

Otto: Das ist recht. Aber wir sagen nicht »Salon zum Schlafen,«

sondern »Schlafzimmer.« In diesem Zimmer sind viele Bücher; das ist

ein Bibliothekzimmer. Ich studiere in meinem Studierzimmer. Im Colleg

und in der Schule sind viele Schulzimmer.

Bella: Darf ich Sie einmal fragen, Otto?

Otto: Bitte, mein Fräulein, fragen Sie doch!

Bella: Was ist das?

Ich weiß ein grünes Haus,

Weiß sehn die Wände (1 Wand, 2 Wände) aus.

Rot sind die Zimmerlein.

Es wohnen kleine Neger drein.

Was ist das?

Louis: Das ist eine Wassermelone.

Bella: Louis! Sie sind zu schnell.

Otto: Kennen Sie die Anekdote von dem deutschen Professor und dem

Engländer?

Alle: Nein. O bitte, erzählen Sie uns die Anekdote. Bitte, bitte.

Otto: In einem Hause wohnte (ich wohne, ich wohnte, ich habe gewohnt)

ein Engländer und ein deutscher Professor der Philosophie; im Zimmer

oben der Philosoph, unten der Engländer. Der Lord war sehr reich und

oft in böser Laune (= Humor). Dann sandte (ich sende, ich sandte, ich

habe gesendet) er nach dem Doktor. Der Doktor kommt, sieht (ich sehe,

er sieht) den fetten Lord, fühlt den Puls und sagt: »Mein Herr, Sie

sind nicht krank. Gehen Sie mehr aus in den Park, in den Wald, in das

Feld.« »Das kann ich nicht,« sagt der Lord, »aber ich kann mir hier

einen Wald machen, hier in meinem Zimmer.« Und das that (ich thue, ich

that, ich habe gethan) er auch. Man brachte (ich bringe, ich brachte,

ich habe gebracht) ihm Bäume in sein Zimmer, wilde Schwäne, Gänse,

Hühner (= Hennen). Die schießt er mit seiner Pistole und ruft:

Halloo! Halloo! und machte (ich mache, ich machte, ich habe gemacht)

solchen Lärm, daß der Philosoph nicht studieren konnte. Der kommt zum

Engländer und sagt: »Mein Herr, der Lärm im Hause ist sehr groß; ich

kann ja nicht studieren.« »Sehr wohl, Herr Professor, dieses ist mein

Zimmer, und in meinem Zimmer thue ich, was ich will.« »So?« »Ja, so!«

und der Professor der Philosophie macht: »Hm, hm!« sagt kein Wort mehr

und geht.

Nicht lange nachher, da tropfte es in des Engländers Zimmer; erst

wenig Wasser, dann mehr und mehr. »Was ist denn das,« denkt der

Engländer und geht hinauf (= nach oben) in das Haus und sieht in des

Philosophen Zimmer Wasser, viel Wasser; und in dem Wasser Fische. Der

Philosoph aber steht da und fischt. »Mein Herr, was thun Sie hier? Sie

machen meinen Wald zum See.« »Sehr wohl, mein Lord. Dieses ist mein

Zimmer und in meinem Zimmer thue ich, was ich will.« Der Engländer

macht: »Hm, hm! So, so,« und sagt: »Herr Professor, das kann so nicht

gehen. Lassen (= enden) Sie das Fischen, so lasse ich das Schießen.«

»Sehr wohl, mein Lord,« sagte der Philosoph und lachte (ich lache, ich

lachte, ich habe gelacht), und mit ihm lachte der Lord, und beide

waren Freunde.

Louis: Das war klug (= weise) von dem Philosophen.

Otto: Diese Anekdote habe ich in einem Gedichte gelesen.

Louis: Nun sage ich das Ende des Gedichtes:

Wenn ich gen Himmel schaue .....

Otto: Das ist: Wenn ich zum Himmel sehe.

Anna: Ist »schauen« ein Synonym von »sehen«?

Otto: So ist es.

Louis: So fällt mir immer ein,

O, laßt uns auch so freundlich

Wie diese Schäfchen sein.

Anna: Was ist das, »freundlich«?

Otto: Wir wollen Freunde sein, wie diese Schäfchen, -- das ist: Wir

wollen freundlich sein.

Bella: Der Engländer war erst kein Freund des Professors und er war

nicht freundlich. Am Ende waren sie Freunde, und dann waren sie

freundlich.

Otto: Sehr gut, Bella. So hier ist ein Buch. Der Titel ist: »Gedichte

von Hoffmann von Fallersleben.« Sehen Sie? Und hier ist unser

Gedicht. Wer will es lesen?

Louis: Anna, lesen Sie es laut vor, bitte!

Anna: Wer hat die schönsten Schäfchen?

Die hat der goldne Mond,

Der hinter unsern Bäumen

Am blauen Himmel wohnt.

Er kommt am späten Abend,

Wenn alles schlafen will,

Hervor aus seinem Hause

Zum Himmel leis und still.

Dann weidet er die Schäfchen

Auf seiner blauen Flur;

Denn all die weißen Sterne

Sind seine Schäfchen nur.

Sie thun sich nichts zu Leide,

Hat eins das andre gern,

Und Schwestern sind und Brüder

Da droben Stern an Stern.

Wenn ich gen Himmel schaue

So fällt mir immer ein,

O, laßt uns auch so freundlich

Wie diese Schäfchen sein.

Bella: Das Gedicht ist wundervoll.

Otto: Und als Freunde wollen wir nun nach Hause gehen. Adieu, meine

Damen.

Bella und Anna: Adieu! Adieu!

Otto: Bevor ich gehe, muß ich Ihnen noch sagen: Morgen kommt Herr

Meister wieder.

Alle: O, das ist gut! Das ist schön!

[Illustration: Section Footer]

Zweiter Teil.

[Illustration: Section heading,

5 instrumentalists: Lute, drum, mandolin,

cello, violin]

*V.*

Anna: Herr Meister! Herr Meister!

Bella: O, ich bin so froh, daß Sie kommen, Herr Meister!

Louis: Können Sie wieder gut sprechen, Herr Meister?

Otto: Wie geht es Ihnen heute, Herr Meister?

Herr Meister: Danke, meine Freunde, gut (= es geht mir gut). Ich bin

sehr glücklich (= sehr froh), Sie wieder zu sehen. Ja, ich bin wieder

wohl und kann wieder gut sprechen. Wollen Sie mich hören?

Alle: Bitte, Herr Meister, bitte.

Herr Meister: Eine Mutter hatte zwei Töchter. Die eine war schön wie

die Rose, und die andere war häßlich (= nicht schön) wie die

Nacht. Die Mutter war gut mit der einen Tochter, die häßlich war, und

war böse mit der andern, die schön war. Die Schöne mußte arbeiten im

Hause und im Garten vom Morgen bis zum Abend; sie hatte nie Rast. Die

Häßliche arbeitete (ich arbeite, ich arbeitete, ich habe gearbeitet)

nicht; sie konnte nicht, sie war so dumm (= nicht weise, klug). Da war

ein kleiner Garten vor dem Hause, und in dem Garten waren viele Bäume

und unter dem größten (= Baume) war ein Brunnen. Hier saß (ich sitze,

ich saß, ich habe gesessen) die schöne Tochter oft beim Spinnrade und

spann (ich spinne, ich spann, ich habe gesponnen) Flachs.

»Ach, warum ist meine Mutter so böse mit mir? Ich thue alles, was ich

kann, aber ich höre kein gutes Wort. Ach, lieber Gott, hilf mir!« So

sprach sie und hatte nicht auf die Spindel gesehen und stach (ich

steche, ich stach, ich habe gestochen) sich in den Finger, und das

Blut rann auf die Spindel.

Und an dem Brunnen wollte sie die Spindel abwaschen, da fiel (ich

falle, ich fiel, ich bin gefallen) die Spindel in das Wasser.

Sie kam zu ihrer Mutter und sagte: »O Mutter, meine Spindel ist in das

Wasser gefallen! Was soll ich thun?« »Was thun?« sagte die Mutter,

»springe in den Brunnen und hole (= bringe) die Spindel. Komm nicht

wieder in mein Haus, bevor du die Spindel hast.«

Und das Mädchen ging (ich gehe, ich ging, ich bin gegangen) an den

Brunnen und sah auf den Grund. Da war es so klar, aber die Spindel sah

sie nicht (ich sehe, ich sah, ich habe gesehen). Sie sah tiefer und

tiefer, da fiel sie in den Brunnen (ich falle, ich fiel, ich bin

gefallen). Die Mutter kam, ihre Tochter war nicht mehr da.

Aber unter dem Brunnen war eine große Wiese, und dahin war sie

gekommen. Da war es schön. Die Sonne stand am Himmel, und der Himmel

war klar, und viele Bäume standen auf der Wiese mit roten Äpfeln. Und

ein Baum rief (= sagte laut): »Meine Äpfel (1 Apfel, 2 Äpfel) sind

reif! Meine Äpfel sind reif!« Und das Mädchen schüttelte (ich

schüttele, ich schüttelte, ich habe geschüttelt) den Baum, daß alle

Äpfel in das Gras fielen. Dann kam sie an einen Backofen, in dem

Backofen war Brot und das Brot rief (ich rufe, ich rief, ich habe

gerufen): »Ich bin gut gebacken! gut gebacken!« Und das Mädchen nahm

(ich nehme, ich nahm, ich habe genommen) das Brot aus dem Backofen.

Dann kam sie an ein kleines Haus. Davor stand das alte Weib, Frau

Holle. »Schönes Mädchen,« sagte sie, »komm in mein Haus. Bleib' bei

mir, hilf mir (ich helfe, du hilfst) und du sollst es hier gut haben.«

Da sagte das Mädchen: »Ich will dir helfen, so gut ich kann.« »Das ist

brav,« sagte die Alte.

Und das Mädchen kam in das Haus und half der alten Frau. Sie mußte

jeden Tag das Bett (von) der alten Frau machen und die Federn gut

schütteln. Alles that (ich thue, ich that, ich habe gethan) sie gut,

aber sie war doch traurig. Das sah die Frau eine Weile, dann fragte

sie: »Warum so traurig, meine Tochter?« »Ach,« sagte sie, »hier ist es

schön, und du bist gut und lieb, und ich habe alles, was ich will; nur

eines nicht -- ich habe keine Freundinnen, ich bin allein.« »Wohl,«

sagte Frau Holle, »so komm mit mir.«

Sie gingen in einen großen Garten und gingen bis an das Ende. Hier

sagte Frau Holle: »Meine Tochter, ich war mit dir zufrieden, und so

sollst du auch mit mir zufrieden sein!« Sie winkte mit der Hand, da

fiel ein Regen. Aber das war kein Regen von Wasser, es war ein Regen

von Gold. »Lebewohl,« rief die Alte und war aus dem Garten. Das schöne

Mädchen aber stand wieder am Brunnen, im kleinen Garten vor dem

Hause. Sie ging hinein (= in das Haus), und da war ihre Mutter und

ihre häßliche Schwester. Sie wunderten sich über das Gold und hörten

alles.

* * * * *

»Ich muß auch Gold haben, Mutter,« rief die häßliche Tochter. »Ja, du

mußt auch Gold haben,« sagte die Mutter. »Geh' auch in den Brunnen und

auf die Wiese.« Und sie (= die häßliche Tochter) that so und kam auf

die Wiese.

Da waren die Bäume mit den Äpfeln. Der eine Baum rief »Schüttele mich!

Schüttele mich!« Das Mädchen aber sagte: »O nein; ich kam nicht

hierher, Bäume zu schütteln.« Und sie kam an den Backofen. Da rief das

Brot: »Ich bin gut gebacken! gut gebacken! Nimm mich (ich nehme, du

nimmst) heraus (= aus dem Backofen).« »Das thue ich nicht,« sagte das

Mädchen, »ich werde voll Asche. Dann kam sie an das kleine Haus. Die

alte Frau fragte (ich frage, ich fragte, ich habe gefragt): »Was

willst du hier?« und das Mädchen sagte: »Ich will bei dir sein.« »Bei

mir mußt du arbeiten.« »Arbeiten?« »Ja, du mußt gut arbeiten und viel,

und jeden Morgen mußt du mein Bett machen und die Federn gut

schütteln.«

Und am ersten Morgen war das Mädchen gut, am nächsten Morgen auch; am

dritten Morgen nicht so gut, und am vierten Morgen hatte sie

geschlafen, da die Sonne längst am Himmel stand. Da sagte die alte

Frau: »Komm mit mir.« »Ha, nun kommt das Gold,« dachte (ich denke, ich

dachte, ich habe gedacht) das Mädchen. Die Alte sagte: »Ich will dich

nicht länger (lang, länger, längst) in meinem Hause haben. Geh'!« »Ja,

ich will gehen,« sagte das Mädchen, »aber ich will mein Gold.« »Dein

Gold?« Und die Alte winkte mit der Hand, da fiel ein Regen. Aber das

war kein Goldregen, das war ein böser Stoff; davon wurde sie noch

häßlicher, als zuvor. »Geh',« rief die Alte, »geh'!« und im

Augenblick (= Moment) war sie wieder oben im alten Garten, bei dem

Brunnen vor ihrem Hause.

Anna: Bitte, Herr Meister, erzählen (= sprechen) Sie noch mehr.

Herr Meister: Die Erzählung (ich erzähle, die Erzählung) ist zu

Ende. Mehr weiß ich nicht.

Otto: Die Erzählung ist sehr schön. Ich habe sie (= die Erzählung) oft

und gern in Grimms »Märchenbuch« gelesen.

Anna: Was für ein Buch ist das?

Herr Meister: Ein Märchenbuch ist ein Buch mit Märchen; und ein

Märchen ist eine Erzählung, wie diese von Frau Holle.

Anna: Sind viele Märchen in diesem Buche von Grimm?

Herr Meister: Ja, sehr viele, und die meisten (viel, mehr, am meisten)

sind schön. Die beiden Brüder, Jakob Grimm und Wilhelm Grimm, haben

uns die m_e_i_s_t_e_n Märchen und die s_c_h_ö_n_s_t_e_n Märchen gegeben.

* * * * *

Louis: Leben die Brüder Grimm noch?

Herr Meister: Nein, beide sind tot. Jakob Ludwig Grimm wurde am

4. Januar 1785 geboren und starb am 20. September 1863. Er war nicht

verheiratet. Sein Bruder Wilhelm Karl Grimm wurde am 24. Februar 1786

geboren und starb am 16. Dezember 1859. Sie waren sehr gelehrt, das

ist, sie hatten sehr viel gelernt. Ich spreche gern von den Brüdern

Grimm. Beide waren gute Menschen, große gelehrte, brave Charaktere und

liebten (ich liebe, ich liebte, ich habe geliebt) sich so sehr, wie

Sie es thun, Louis und Otto. Sie wissen (ich weiß, Sie wissen) es ist

nicht oft, daß Brüder und Schwestern sich lieben. Sie haben das auch

in unserem Märchen gesehen. Wilhelm war der jüngere Bruder, und Jakob

der ältere. Jakob war Professor an der Universität in Göttingen, und

der jüngere half ihm bei seinen Werken.

Louis: »Half«? Das verstehe ich nicht.

Otto: Darf ich es meinem Bruder erklären (= klar machen), Herr

Meister?

Herr Meister: Gewiß.

Otto: Wenn du in deinem Garten arbeitest, so komme ich oft und arbeite

mit dir, -- ich helfe dir; denn du bist mein guter Bruder, verstehst

du? -- und Brüder und Schwestern müssen einander helfen. Die reichen

Leute sollten den Armen in der Not helfen, und die guten Menschen thun

es auch, und Gott hilft allen guten Menschen, den reichen und den

armen. Ich will dir ein gutes Wort geben:

Wenn die Not am höchsten,

Dann ist Gottes Hilfe am nächsten.

Bella: Hat Wilhelm Grimm seinem Bruder Jakob auch geholfen beim

Schreiben von diesen Märchen?

Herr Meister: Es ist besser zu sagen: »Beim Schreiben dieser Märchen.«

Ja, er hat ihm (= seinem Bruder Jakob) geholfen beim Schreiben dieser

Märchen und auch beim Schreiben anderer Bücher. Die Brüder Grimm haben

viele kostbare Werke geschrieben (ich schreibe, ich schrieb, ich habe

geschrieben) über die deutsche Sprache. Einer von ihnen hätte das

nicht allein thun können.

Bella: Herr Meister, ich habe mich schon oft gewundert (ich wundere

mich, ich wunderte mich, ich habe mich gewundert), daß so viele

deutsche Wörter wie englische Wörter lauten. Arm ist {arm}, Finger ist

{finger}, Hand ist {hand}, grün ist {green}, braun ist {brown}, weiß

ist {white}, sechs ist {six}, zehn ist {ten}, und .....

Louis: Und {nose} ist Nase, und Kuh ist {cow}, und {horse} ist Pferd,

und .....

Otto: Nicht mehr, Louis; bitte, bitte.

Herr Meister: Ja, sehr viele Wörter sind im Englischen, wie im

Deutschen. Ich will Ihnen erklären, wie das kommt. Sie wissen, meine

Freunde, viele Deutsche kommen aus Deutschland hierher nach Amerika.

Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viele Millionen hier sind. Viele

Deutsche wandern auch aus ihrer Heimat (= ihrem Hause in Deutschland)

nach Australien, denn Deutschland ist zu klein für die vielen

Menschen. So ist es heute, und so war es immer. Im Jahre 449 wanderten

(ich wandere, ich wanderte, ich bin gewandert) die Sachsen, -- das

waren Deutsche, -- vom Norden Deutschlands nach Britannien und nahmen

(ich nehme, ich nahm, ich habe genommen) das Land. Britannien war nun

in den Händen der Deutschen, und man sprach angelsächsisch, das ist:

deutsch. Da kam im Jahre 1066 Wilhelm von der Normandie mit den

Normannen (= Männern von der Normandie), nahm das Land und auch den

Thron und war König von Britannien. Die Sprache des Königshauses war

nun nicht mehr angelsächsisch, sie war französisch. So war es bis zum

dreizehnten Jahrhundert, da sprach man auch wieder im Königshause

angelsächsisch. Aber das Angelsächsische war nicht mehr die alte

angelsächsische Sprache. Viele französische und viele lateinische

Wörter waren in die Sprache gekommen. Angelsächsisch, Französisch und

Lateinisch, -- aus diesen drei Sprachen besteht die englische Sprache

von heute. Fünf achtel (= 5/8) von allen Wörtern der englischen

Sprache kommen aus dem Angelsächsischen, so sagt man. Darum, meine

Freunde, ist die deutsche Sprache so leicht (= gut) und so schnell zu

lernen von allen Personen, die Englisch sprechen; und die englische

Sprache von allen, die Deutsch verstehen.

* * * * *

Anna: O, ich wünsche, die deutsche Sprache gut zu sprechen. Kann ich

es lernen, Herr Meister?

Herr Meister: Gewiß, mein Fräulein. Die Amerikaner lernen besonders

gut Deutsch. Oft habe ich amerikanische Damen und Herren gehört, die

so gut Deutsch sprachen, wie Deutsche.

Otto: Ich hörte einmal Bayard Taylor Deutsch sprechen. Er spricht sehr

gut.

Herr Meister: Es ist nicht lange her, da war ich mit meinen beiden

Töchtern auf einem Balle. Ich saß (ich sitze, ich saß, ich habe

gesessen) neben einem Herrn, und dieser sprach Deutsch mit mir. Ich

antwortete (ich antworte, ich antwortete, ich habe geantwortet) ihm in

deutscher Sprache. Zuletzt (= am Ende) fragte (ich frage, ich fragte,

ich habe gefragt) ich ihn: »Aus welcher Stadt Deutschlands kommen

Sie?« »Ich war nie in Deutschland, ich bin in Brooklyn geboren, ich

bin ein Amerikaner; auch meine Eltern sind Amerikaner und verstehen

kein Wort Deutsch. Deutsch habe ich hier gelernt.« So antwortete der

Herr. Ich war voll Verwunderung. Auch Sie, meine Freunde, werden es so

gut lernen. Sie haben schon viel gelernt und sprechen heute schon sehr

gut.

Bella: Dafür müssen wir Ihnen danken, Herr Meister, und Ihnen, Otto.

Herr Meister: Und auch ich muß Ihnen meinen besten Dank hier sagen,

Otto, und Ihnen auch mein bestes Kompliment machen. Für heute nicht

mehr, ich sehe Sie morgen um zwölf Uhr wieder. Adieu!

Bella und Anna: Wir müssen auch nach Hause gehen.

Louis: Bitte, noch fünf Minuten! Ich habe hier ein deutsches ..... was

ist das, Otto?

Studien und Plaudereien. First Series · 第 22 / 55 题