·Lohmann·
Was?
·Struve·
Na -- de Diamanten, denn kannste se jehn ruhig verschärfen bei jeden
freindlichen Mann, wo mit blanke Knöppe handelt. Da kann dir kein
Teckel an de Beene ... Des is 'ne aufjelegte Sache. Des reinste
Beersenjeschäft ... Kindersch und da soll ick die Verantwortung vor
haben? -- Ne, des halt' ich nich aus. Da zieh' ick über Land.
·Sprengel·
Jlickliche Reise. Prost.
·Struve·
Und was der Nachtwächter da is, der schlappohrige Kerl, ick wette 'n
Hering jegen 'n Löffel Jritze, dessentwegen könnte man 'rin und 'raus
-- wie de Schwalben.
·Lohmann·
Der blieht da nu so 'rum. Wie so 'n Maibliemchen.
·Sprengel·
Abjebrieht is er wohl. Sonst säß' er nich hier.
·Struve·
Kindersch, ick sag' eich immerzu. Wenn er und er wär's, dann wär' er
noch nich 'raus.
·Lohmann·
Jedenfalls wollen wir da mal ein jelinde blasenziehendes Mittel
anwenden. (Sehr laut) Fräulein! Wissen Sie vielleicht die Adresse von
'ne leistungsfähige Lebensversicherungsgesellschaft?
·Biegler·
(der solange scheinbar teilnahmslos, doch in gespannter
Erwartung dagesessen hat, wendet sich jäh um)
·Lore· (abweisend)
Was soll ich mit 'ne Lebensversicherung?
·Lohmann·
Nu, 's is doch jetzt nich janz jeheier auf'n Platz. Da kann mal leicht
so 'n kleiner Kuhhandel kommen, wo man plötzlich mit Tode abjeht, man
weiß nich, wie?
·Lore· (abweisend)
Ich versteh' gar nich, was Sie meinen.
·Lohmann·
Diejenigen, wo's anjeht, die werden mir schon verstehn.
·Biegler·
(steht auf, will reden, bringt aber nur ein unartikuliertes
Stammeln hervor und setzt sich wieder)
·Lohmann·
Hat jesessen.
·Sprengel·
Wo bleiben übrigens heite die Steinmetzen?
·Struve·
Nu -- die müssen sich doch erst ausputzen. Mit ihre blaue
Kalikoschirzen trauen die sich nich uf de Straße. Es könnt' se ja einer
fir Hausknechte halten. (Lachen)
·Lohmann·
Jedenfalls müßt' man sich mit denen zusammentun und was unternehmen
beim Alten, -- damit er auf'm Platz 'n bißchen ausräuchern läßt. Es
wird nötig.
·Sprengel·
Fang nich schon wieder an, Mensch ... hab doch Erbarmen mit so 'n
plundrigen Kerl.
·Lohmann·
Wenn ich in 'n Modder trete, dann wisch' ich mir die Stiebeln ab; -- da
hab' ich auch kein Erbarmen.
·Biegler·
(zittert und atmet schwer. Er ringt mit sich, unschlüssig, ob
er sprechen solle, wagt es aber nicht mehr)
·Sprengel·
Kein Mensch weiß, ob er's wirklich is.
·Lohmann·