_Die Vorigen._ _Lohmann._ _Sprengel._ _Struve._
_Drei andere Arbeiter_
(Die Eintretenden begrüßen Lore, die rasch hinter den
Schanktisch getreten ist, mit einem brummigen »Guten Tag« und
setzen sich an den Tisch rechts)
·Lohmann·
Glas Bier!
·Sprengel·
Mir auch.
·Struve·
Jedem eins.
·Sprengel·
Kiekt mal, wer da huckt!
·Lohmann·
Mir wundert, daß er sich nich aufs Ehrensofa geschmissen hat. Das ist
doch extra für ihm hingebaut.
·Struve·
Der Mensch sitzt, wo er kann. -- Laß ihm sitzen.
·Lore· (Bier bringend)
Wohl bekomm's!
·Lohmann·
Danke. (Nach Biegler hinüber) Jemütlich is anders. Prost! (Sie stoßen
an)
·Lore·
(bringt auch Biegler ein Glas Bier)
·Sprengel·
Wird der hier nu auch den Stammgast spielen?
·Lohmann·
Struve, du verstehst dir ja auf so 'ne Brieder. Graul ihm mal 'raus.
·Struve·
Kindersch, laßt mir in Ruh. Ick bin jetzt so beschäftigt mit meine
eigenen Sorgen.
·Lohmann·
Wat vor Sorgen?
·Struve·
Wat vor Sorgen? Des fragste noch? Glaubste, es macht Verjniegen, mit
so 'ne Verantwortung in de Welt rumzuloofen? Wenn du jehst bloß Steine
schleppen, denn haste jar keene Verantwortung, dafür biste aber auch
'n Lump. Wenn du aber wirst jeehrt sein durch das Vertrauen deiner
Mitbürger, wenn du wirst 'n Magazinschlüssel an dir tragen, oder so --
dann wirst mal sehen, wie so 'n Mann zu Mute ist.
·Sprengel·
Dir is des wohl zu Koppe gestiegen? Was?
·Struve·
Denn wer eine jewisse Erfahrung hat von's menschliche Leben, der muß
sich doch sagen: det is 'n janz jewehnliches Schnappschloß. -- Da
brauchste bloß 'n paar gesunde Zähne zu, um 'n vierzölligen Drahtnagel
krumm zu biegen, und denn biste schon drinne. Immer so mitten mang de
Diamanten. Kindersch, um Gottes willen, regt eich das jar nich uf?
·Lohmann· (lachend)
Ne.
·Struve·