Abb. 10. =Gutshof Mende=]

1893 bauten die Brüder Sohre die Räume der früheren Samtfabrik in

eine Lederfabrik um. Die Gerberfamilie Sohre stammt aus Lommatzsch,

wo sie alteingesessen war und schon in der Reformationszeit als

Weißgerber genannt wurde. 1868 gründete Friedrich Gottlieb Sohre in

der Schössergasse in Dresden eine Lederhandlung, die Schuhmacher- und

Buchbinderleder, besonders aber auch Sattlerleder jeder Art führte.

Mannigfache Wünsche der Kundschaft ließen es zweckmäßig erscheinen,

daß die Firma auch selbst Leder erzeugte. In der ersten Zeit wurden im

Deubener Werk wöchentlich nur gegen fünfzig Rindshäute verarbeitet,

während nach Errichtung des Neubaues der wöchentliche Verbrauch auf

eintausendzweihundert schwere Rindshäute stieg. Heute gehört die Firma,

die noch eine zweite Fabrik in Ostritz in Sachsen hat und in Dresden

und Berlin große Handelshäuser unterhält, zu den führenden deutschen

Lederfabriken.

Die Lederbearbeitung war von jeher ein alter Beschäftigungszweig der

Bewohner im Weißeritztale. Becker erwähnt neben zahlreichen anderen

Handwerkern auch bereits den »Gerber und Landschuhmacher«. Die Nähe

des Waldes war für den Gerber der guten Lohe wegen von Wichtigkeit,

auch eignete sich das fließende Wasser der Weißeritz vorzüglich zur

Lederbearbeitung.

Heute ist die heimische Gerberei als Handwerk völlig verschwunden.

An die Stelle der Handarbeit ist die Maschine getreten, die das

Enthaaren, Entfleischen, Spalten und Veredeln des Leders übernimmt.

Neben der Rinde verschiedener Holzarten finden in den Leder- und

Treibriemenfabriken des Plauenschen Grundes unzählige Gerbstoffe,

die aus aller Welt herbeigeholt werden, zum Gerben der Tierhäute

Verwendung. Wenn auch hier die alten Erfahrungen des Handwerkes immer

noch maßgebend sind, so muß doch heute jeder Gerber ein guter Chemiker

sein.

Das im Plauenschen Grunde alteingesessene Tonwarengewerbe paßte sich

in seinem Arbeitsverfahren ebenfalls der fortschreitenden Entwicklung

an. Infolge der lebhaften Bautätigkeit, die mit der industriellen

Ansiedlung einsetzte, löste sich von der eigentlichen Töpferei

frühzeitig die Ofenfabrikation als selbständiger und fabrikmäßig

betriebener Zweig ab. In ihr galt es, den wachsenden, oft wechselnden

Anforderungen des Geschmacks, welche das letzte Jahrhundert an die

Erzeugnisse dieser Industrie stellte, in besonderem Maße Rechnung zu

tragen.

Schon 1807 wurde an der Zauckerodaer Kohlenstraße unmittelbar

in der Nähe des ehemaligen Kunstschachtes, wo sich heute die

Steinholzplattenfabrik Otto Senning & Co. befindet, auf Staatskosten

eine Töpferei zur Fertigung von Steingutwaren angelegt und längere

Zeit benützt. Die Höhe nach Freital-Döhlen zu heißt nach ihr heute

noch der »Töpferberg«. 1829 verlegte Kaufmann Günther die »Poterie«

an die Obere Dresdner Straße, gegenüber der Siemens-Glasfabrik. Wegen

Benützung der »disponiblen Wasserquanti der alten Wasserkunst zu

Döhlen« wurden zwischen den Besitzern der Töpferei und der benachbarten

Glashütte genaue Regelungen getroffen, zumal der Wassermangel in den

Sommermonaten oft störend auf den Fortgang der Arbeit wirkte.

In den vierziger Jahren betrug in den verschiedensten Werken der

Arbeitslohn wöchentlich zwei Taler im Durchschnitt und die Arbeitszeit

dauerte allgemein von früh sieben Uhr bis abends sieben Uhr mit

Unterbrechung von je einer halben Stunde für drei Mahlzeiten. War auch

der Lohn gering, die Arbeitsstätte eng und rauchig und die Arbeit

selbst schwer und mühselig, trotzdem blieben die Arbeiter ihr und

ihrem Heimattale treu. Nicht jeder Arbeitsuchende konnte damals im

Bergbau Beschäftigung finden. Dazu herrschte im allgemeinen zu jener

Zeit ein fast mittelalterliches Wirtschaftssystem im Plauenschen

Grunde. An die Niederlassung von Handwerkern und Gewerbetreibenden

knüpften sich teilweise erschwerende Bedingungen. Die Erbuntertänigkeit

brachte noch eine ganze Reihe von Pflichten gegen die Herrschaft mit

sich. Kümmerlich und ärmlich mußten sich manche Landarbeiterfamilien

während der strengen und harten Wintermonate durchhelfen. Dann saßen

sie meistens in dumpfer Stube zusammengepfercht, flochten Körbe und

banden Besen. Mit der Kiepe auf dem Rücken wanderten die Männer nach

Dresden, wo sie sich schon eine Stammkundschaft für ihre Heimarbeiten

geschaffen hatten. Manche Familie bewahrte sich dadurch vor größter

Not. Ihre Hoffnung, einmal das ganze Jahr hindurch einer geregelten

Arbeit nachgehen zu können, ging sozusagen erst durch die industrielle

Erschließung der Heimat in Erfüllung.

Die Erkenntnis des Wertes der regelmäßigen Beschäftigung von jung

und alt übte auf Charakter und Lebenswandel einen trefflichen und

segensreichen Einfluß aus. Der größere Teil der Jugend konnte bereits

mit dem vierzehnten Lebensjahre ein Arbeitsverhältnis eingehen. Die in

den Werken eingeführte Dienstordnung, die jeder beachten mußte, setzte

die Gewöhnung an Gesetz und Ordnung durch das ganze Leben hindurch fort.

Einerseits die Freude am Gelingen der Arbeit, andererseits die

Eigentümlichkeit der Lebensweise und des gemeinsam abgeschlossenen

Berufs verband sehr bald alle zu einer treuen und ehrlichen

Kameradschaft, die ihnen ihren Beruf nicht nur lieb und wert

machte, sondern auch den Gemeingeist und das gemeinnützige Handeln

pflegte. Mancher junge Arbeiter nützte seine Zeit, um sich in seinem

Fache weiterzubilden oder auch auf anderen Gebieten vollkommenere

Geistesmündigkeit zu erreichen. – Es ist leider nicht möglich,

namentlich aller der Männer zu gedenken, die sich aus »eigener

Kraft« zu hervorragenden Pionieren des heimischen Wirtschaftslebens

emporgearbeitet haben. –

Handel und Verkehr waren bis zur Erbauung der Eisenbahn unbedeutend,

weil der Plauensche Grund abseits der damaligen großen Handelsstraßen

lag.

Der Holzhandel mit seiner Flößerei auf der Weißeritz hielt sich in

engen Grenzen. Nur im Frühjahr gestaltete er sich infolge der reichen

Wasserführung lebhafter. Mit Beginn des Kohlenbergbaus im Plauenschen

Grunde ließ die Brennholzabfuhr aus dem Gebirge merklich nach. Von den

vier Dresdner Holzhöfen wurde der Löbtauer Holzhof, der zwischen der

Pulvermühle und der Freiberger Straße lag, bis 1875 erhalten. Im April

und Mai gleichen Jahres fand die letzte Weißeritz-Flöße statt.

Von Jahr zu Jahr büßte nun der Weißeritzlauf seine Urwüchsigkeit ein.

Besonders das große Hochwasserunglück von 1897 lenkte das Augenmerk

nachdrücklich auf die Weißeritz. Die Forderung, die Mängel ihres

Flußbettes – wechselnde Breite und Tiefe, schlechte Sicherung der Ufer

– zu beseitigen, machte sich gebieterisch geltend. Auch hatte man

unterlassen, die Geröllmassen von Zeit zu Zeit zu beseitigen, wodurch

das Bett der Weißeritz für die Aufnahme größerer Wassermengen mehr und

mehr untauglich wurde. Erst durch Erbauung der beiden Talsperren und

durch die Regelung des Weißeritzlaufes in unserem Wirtschaftsgebiete

sind für absehbare Zeiten die gesicherten Entfaltungsgrundlagen für

die weitere bauliche und industrielle Erschließung unseres Heimattales

geschaffen worden.

Selbstverständlich mußte sich mit seiner stärkeren Besiedlung auch das

unseren Großeltern liebgewordene Bild der Straßen und Wege vollständig

ändern. Dem Rückschau haltenden Beobachter offenbart sich schon darin

mancherlei über den Aufschwung des heimischen Verkehrswesens. (Abb. 11).

[Illustration: Abb. 11. =Blick ins Industrietal=]

Ungefähr zweihundert Jahre ist die Talstraße alt (Abb. S. 203), die dem

Fluß entgegen von Dresden durch den Plauenschen Grund nach Tharandt

führt und bis zur Erbauung der Eisenbahn allein den gesamten Verkehr

der Frachtfuhrwerke und Kohlenwagen zu bewältigen hatte. Noch am Anfang

der neunziger Jahre zogen sich von alten Obstbäumen und hohen Pappeln

bestandene, breite und tiefe Gräben rechts und links der Staatsstraße

hin. Kleine Übergänge führten zu den an der Straße liegenden Häusern,

von denen manches über hundert Jahre alt ist und dem Kundigen viel aus

den so wechselvollen Tagen der Vergangenheit erzählen kann. Um die

störenden Gräben zu beseitigen, machte sich die Beschleusung der Straße

notwendig. Die alten Straßengräben wurden zugeschüttet, Fußsteige

angelegt, die Straße verbreitert und sonst reguliert. Besonders

wohltätig für die Bewohner und Fußgänger erwies sich die Pflasterung

der Hauptstraße. Wurde doch hierdurch die Staubplage, welche durch den

wachsenden Verkehr, besonders durch Fuhrwerke, Straßenbahn und Autos

schier unerträglich geworden war, erheblich eingeschränkt. Heute ist

die Grundstraße die verkehrsreichste des Landes, auf der täglich viele

hundert Kraftfahrzeuge und Geschirre aller Art dahinrollen.

Von besonderem Einfluß für das Wachstum der zwei größten Freitaler

Stadtteile war auch deren Lage: in Freital-Potschappel münden die

Wilsdruffer und Birkigt–Gitterseer Straße, in das noch größere

Freital-Deuben die Poisentalstraße ein.

Die zu starke und stetig wachsende Inanspruchnahme der Staatsstraße

infolge der Entwicklung des Kraftfahrwesens fordert schon heute die

zweckentsprechendste Entlastung durch eine Parallelführung, ähnlich

wie Güter- und Personenverkehr bereits dazu zwingen, ein drittes und

viertes Bahngleis zwischen Dresden und Tharandt zu legen.

Sicher ist, daß die bedeutsamste Entwicklung von Bergbau und Industrie,

Handel und Verkehr des Plauenschen Grundes erst nach Erstellung des

Bahnnetzes, das vom Freitaler Becken nach fünf Seiten ausstrahlt,

einsetzte. Das wird jedem sofort klar, der sich in die Heimatbilder der

sechziger Jahre hineinliest und die ersten Bahn- und Industrieanlagen

mit den heutigen vergleicht und die hinzugekommenen zahlenmäßig

überschlägt.

Vor ungefähr zweiundsiebzig Jahren wurde der erste Spatenstich zur

Erbauung der Albertbahn getan. Die damals angelegte Trasse ist

nunmehr durch die Anlage eines gewaltigen Hochdammes, der mit einigen

Unterbrechungen von Dresden bis nach Hainsberg führt, verändert

worden, nachdem sie bis zum ersten Jahrzehnt des zwanzigsten

Jahrhunderts nur ganz unwesentlichen Veränderungen unterworfen war.

Da die Albertbahn in erster Linie dem Kohlentransport dienen sollte,

erhielten gleichzeitig einige Schächte Gleisanschluß. (Abb. 12.) Auch

die meisten Fabriken sicherten sich denselben frühzeitig, damit bei

den verhältnismäßig niedrigen Frachtsätzen die Rohstoffe bis auf den

Fabrikhof herangebracht und die Fertigfabrikate schneller und billiger

exportiert werden konnten. Vom damaligen Hauptbahnhof führte außerdem

ein Schienenstrang an die Elbe und verband dadurch die Albertbahn mit

den Schiffsverladestellen, was der heimischen Industrie zum besonderen

Vorteil gereichte. Die Albertbahn war anfangs eine Privatbahn. Mit

der Zunahme des Verkehrs interessierte sich jedoch die sächsische

Regierung mehr und mehr für diese neuerbaute Linie. Nachdem sie 1868 in

staatlichen Besitz übergegangen war, bildete sie sozusagen das erste

Glied unseres erzgebirgischen Eisenbahnnetzes.

Die Windbergbahn – »Sächsische Semmeringbahn« –, die in kurzer Fahrt

bis über zweihundert Meter Steigung zu überwinden hat und hinsichtlich

ihrer Anlage anderen Bergbahnen nichts nachsteht, wurde im Jahre 1856

eröffnet. Bis 1907 diente die Strecke wochentags nur dem Kohlenverkehr.

Allsonntäglich jedoch fuhren Extrazüge, bei denen das Publikum

in den gesäuberten Kohlenwagen Platz fand. Gewöhnlich wurde eine

Musikkapelle mitgenommen, so daß die Ausflüge eines besonderen Reizes

nicht entbehrten. Unwillkürlich fallen heute die Aussichtswagen jedem

Fremden, der sich dem Tiefbahngleis 7 des Dresdner Hauptbahnhofes

nähert, besonders auf. Die herrliche Bergfahrt bietet dem Naturfreund

die schönsten Ausblicke über Dresden, das Elbtal und den Plauenschen

Grund und erschließt somit ein heimisches Wandergebiet von seltener

Schönheit.

Mit der Neubelebung des veralteten Verkehrswesens und der dadurch

erzielten Annäherung der Länder bahnten sich zwischen Industrie und

Verkehr in ungeahnter Weise vorteilhafte Wechselbeziehungen an, so daß

es heute oft schwer zu sagen ist, was Ursache und was Wirkung war. Die

bequemen Gleisanschlüsse gaben den Firmen Gelegenheit zur Ausdehnung

und zur Ausbreitung ihrer Geschäftsbeziehungen. Die Errichtung

verkehrstechnischer Neuerungen veranlaßte andere Werke zur Neugründung

und Niederlassung. Das Anwachsen des Verkehrs wiederum verlangte nach

Ausbau der bestehenden Anlagen.

[Illustration: Abb. 12. =Die Kohlenbahn.= Nach einer Kohlezeichnung im

Heimatmuseum Freital]

Daher ist auch der heimische Spezialmaschinenbau verhältnismäßig jungen

Ursprungs; seine Anfänge fallen in der Hauptsache in die letzten

Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts.

Der Charakter, der sich bei ihm immer schärfer entwickelt hat, zeichnet

sich besonders durch zwei Hauptzüge aus: 1. durch das Streben nach

größerer Vollkommenheit der Maschinen, damit diese mit möglichst

geringen Mitteln möglichst viel leisten, und 2. durch die Sorgfalt, ich

möchte sagen, durch den Spürsinn, mit welchem man der Industrie und

auch den anderen Wirtschafts- und Gewerbegruppen bis in ihre letzte

Verzweigung nachgeht, um überall die Stelle zu finden, bei welcher

man mit der Darbietung einer neuen Maschine oder mit der Anpassung

einer vorhandenen an die besonderen Bedürfnisse und Verhältnisse

einsetzen kann. Die ununterbrochenen baulichen Veränderungen und

Erweiterungen der Betriebe haben ihre Wurzeln letzten Endes in diesem

fortschrittlichen Schaffen und Wirken.

Namentlich seien von den Neugründungen der zweiten Hälfte des

neunzehnten Jahrhunderts angeführt: die Maschinenfabriken J. S.

Petzoldt, Heitzig & Co., W. Michalk & Sohn, Bernhard Mehlhose,

Friedrich Müller, Schmirgelfabrik G. Voß, Möbelfabrik H. Fickler,

Felsenkeller- und die Gerlachsche Brauerei, Porzellanfabrik von C.

Thieme, die Blumenfabrik Engelmann & Co. und Spinnerei Coßmannsdorf.

In die Gründerjahre fällt auch die Errichtung des Elektrizitätswerkes,

das überall dort das Getriebe der vielgestaltigen Produktion speist,

wo man von vornherein von der Schaffung einer eigenen Kraftanlage

absah oder mit der vorhandenen nicht mehr auskam. In wirtschaftlicher

Beziehung wirkte sich die Schöpfung des Elektrizitätswerkes segensreich

für die künftige Gestaltung des gesamten heimischen Wirtschaftslebens

aus. Dem aufmerksamen Beobachter wird es schon aufgefallen sein, daß

infolge der Umstellung auf den elektrischen Kraftantrieb der Essenwald

nicht in dem Maße gewachsen ist, als neue Fabrikbauten errichtet worden

sind. Im Interesse der Volksgesundheit ist diese Entwicklung nur zu

begrüßen.

Auf der Suche nach neuen Energiequellen ist gerade der Plauensche

Grund, der ja auch nur wieder ein Teil der »feinmechanischen

Werkstatt Sachsen« ist, stets vorbildlich vorangeschritten. Es darf

uns darum nicht wundern, daß sein wirtschaftliches Gefüge heute so

charakteristisch für die vielgestaltige und überwiegend verarbeitende

Industrie unseres Vaterlandes geworden ist. Bei ihr spielt eben der

Großbetrieb nicht die Rolle wie z. B. im Rhein-Ruhr-Gebiet. Mittel-

und Kleinbetriebe herrschen in der weiterverarbeitenden Industrie

durchaus vor. Leider wirken sich bei dieser für ihre Arbeiterschaft

und deren Wohnsitzgemeinden jede Belastung, Wirtschaftskrise und

die gesundheitliche Schädigung – bereits drei Generationen gehen in

die Fabrik – schwerer aus als bei der Urproduktion. Es wäre falsch,

achtlos an diesen Dingen vorüberzugehen. Staat und Wirtschaft müssen

es in Zukunft als eine ihrer vornehmsten Aufgaben betrachten, dieser

Entwicklung die Beachtung zuteil werden zu lassen, die ihr im Rahmen

des gesunden Fortschrittes entspricht. Städte, deren Einwohner bis zu

achtzig Prozent in die Fabriken gehen, müssen für deren Gesunderhaltung

mehr aufzubringen in der Lage sein, als solche anderer Struktur, wenn

nicht ein Kräfteverfall eintreten soll. Grundsätzlich unterscheiden

sich in ihrer Entwicklung die heimischen Schmelzhüttenwerke von den

ehemaligen im sächsischen Erzgebirge. Während diese sich ursprünglich

auf den Rohstoffen – Holz und Erz – aufbauten, die ihnen das Gebirge

lieferte, gründeten sich jene ausgesprochen auf den heimischen Kohlen-

und Wasserreichtum und die günstige Verkehrslage im sächsischen

Wirtschaftsgebiet. Die Heimarbeit hat im Plauenschen Grunde eigentlich

nie größere Beachtung gefunden, höchstens in der Tabaks- und

Blumenfabrikation und dem Bekleidungsgewerbe.

[Illustration:

(Aufnahme von Albert Wiese, Studienrat, Dresden-Leubnitz)

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVI, Heft 3–6 · 第 53 / 99 题